Ich mach´mal Pause

Insgesamt war ich in diesem Jahr bisher weniger online. Egal ob facebook, bloggen oder auch das surfen im Netz allgemein. Trotzdem ist es mir wichtig, eine Weile ganz ohne die sozialen Medien zu sein. Kein scrollen in der Timeline, keine Beiträge, Kommentare… In den letzten Jahren habe ich immer eine Frühlings-Pause gemacht, dieses Jahr findet meine Haupt-Pause im September statt. Kalendarisch gesehen ja noch Sommer, aber gefühlt eben doch schon Herbst.

Vom 10. September bis einschließlich 01. Oktober bin ich dann also mal wech! Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit, werdet oder bleibt gesund, passt gut auf Euch auf und dann auf ein fröhliches Wiederlesen!

P.S. Und habt schon einmal vielen Dank für Euer Mitlesen und kommentieren in diesem Jahr!

„Mir ist ein jahr gestohlen worden“

Wer hier schon länger mitliest, der weiß ja, dass ich zu den „das-Glas-ist-halbvoll-Menschen“ gehöre. Klar, auch ich bin immer mal wieder genervt, sauer, traurig, enttäuscht, wütend – also alles was die Gefühlspalette so her gibt – aber im Großen und Ganzen bin ich meist positiv gestimmt.

Mein Optimismus kommt mir gerade in diesem Jahr sehr zugute. Ich versuche aus all dem, was die Corona-Zeit uns so „schönes“ mitbringt, das Beste zu machen. Wobei ich – ehrlich geschrieben – von vielem nicht betroffen bin. Während der Kontaktsperre konnten wir uns im Garten oder der weitläufigen Natur aufhalten. Theater, Konzerte etc. besuche ich so gut wie gar nicht mehr (bedeutet nicht, dass ich es für unwichtig halte!) und mit meinen Lieben habe ich telefoniert und geskypt. Natürlich haben mir die Begegnungen gefehlt und dass in dieser Zeit keine Sterbe- und Trauerbegleitungen stattfinden durften, das brach mir wirklich das Herz. Da half aller Optimismus nichts.

Kürzlich nun sagte meine Schwiegermutter: „Mir ist ein Jahr gestohlen worden.“ Ich wollte sie mit einem Aber-Satz trösten und aufbauen, habe dann jedoch eingesehen (sie hat mir ihre Worte dann auch noch genauer erklärt), dass sie Recht hat. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ihr ihre Gefühle auch nicht absprechen will!

Sie ist fast 90 Jahre und bisher erstaunlich mobil. In diesem Jahr konnte sie erstmals eine Weile nicht richtig laufen, so etwas kennen wir von ihr gar nicht. Nun hatte sie sich vorgenommen, einige kleine Reisen mit ihrer Freundin zu machen. Ausflüge, Unternehmungen verschiedener Art – das ist alles ins Wasser gefallen. Und während ich – sofern nichts schlimmes passiert – auf die nächsten Jahre hoffen kann, sind bei ihr die letzten Jahre definitiv angebrochen. Da gibt es nichts dran zu drehen, das Leben ist nunmal endlich.

Und ja, dann darf man auch wütend, traurig und enttäuscht sein. Vor allem, weil ihrer Generation ja auch der Krieg schon einiges an Unbeschwertheit genommen hat.

Trotz allem gehört sie nicht zu denen, die jammern und meckern. Sie stellt einfach fest wie es ist und macht ansonsten das Beste daraus. Und ich hoffe, dass sie all ihre Pläne, die sie für 2020 hatte, noch umsetzen kann!

Foto der Woche #1

Ein tolles Projekt von Aequitas et Veritas, in dem jede Woche ein Foto gezeigt und dazu etwas geschrieben wird. Genaueres – sowie die anderen tollen Beiträge – findet Ihr hier! (Hier sollte eigentlich ein tolles Foto von Aequitas et Veritas zu sehen sein – passend zum Projekt – aber aus irgendeinem Grund bekomme ich das gerade nicht hin… ich werde es nachholen und Ihr schaut es Euch so lange auf ihrem Blog an.)

Nun beginnt wieder die dunkle Jahreszeit. Oft höre ich diesen Satz, so wie in jedem Jahr. Von Oktober bis März verstärken sich bei vielen Menschen die Depressionen. Es gibt – statistisch gesehen – mehr Suizide. Ich gehöre zu den Glückskindern, die in diesen Monaten viel Schönes sehen. Kerzenlicht, gemütliche Abend mit einem guten Buch und einem Kornkissen auf dem Bauch und natürlich die Advents- und Weihnachtszeit – I love it! Als ich nun in dieser Woche eine einsame Sonnenblume auf einem ansonsten verwelkten Feld entdeckte dachte ich: Hey, was für ein schöner Farbklecks! Ich wünsche allen, dass sie hier und da auch im größten Alltags- und Jahreszeit-Grau hinwieder Farben und ein Licht am Horizont entdecken!

Ich lass´mir graue Haare wachsen

„Am Montag habe ich endlich wieder einen Friseurtermin!“ Tja, so einen Satz hat von mir in 50 Jahren niemand gehört. Ich verabscheue es, wenn mir die Haare gewaschen, geschnitten, gefärbt und geföhnt werden. Jahr für Jahr habe ich Stunden auf dem Friseurstuhl zugebracht, um mich hinterher mal mehr, mal weniger schön zu fühlen. Zumindest hatte ich in den letzten Jahren eine tolle Friseurin, die tatsächlich dafür gesorgt hat, dass ich mich hinterher gut gefühlt habe. Aber der Weg dahin… puuuh!!!

Schon länger hatte ich daher mit dem Gedanken gespielt, zumindest das färben der Strähnchen weg zu lassen. Aber ich wollte auch meine langen Haare deswegen nicht abschneiden lassen. Was – laut meiner Friseurin – ein must-it wäre, damit ich nicht gescheckt rumlaufen müsse.

Aber vor 1,5 Jahren hat selbige Friseurin den Job gewechselt. Und nun stand ich da. Ich hatte schon so viele andere in meinem Leben ausprobiert… und das sollte nun von vorne losgehen?? Nö!! Ich kaufte mir eine Friseurschere, schaute YouTube Videos und Voilà: mein erster eigener Haarschnitt fand statt. Klar, jeder Friseur hätte sich sicherlich die Haare gerauft, aber da ich seit Beginn der Wechseljahre wellige Haare habe, fiel es gar nicht so auf. Ganz nebenbei fiel dann auch gleich das färben hintenüber und ich trug mit einer Mischung aus Selbstverständlichkeit und Trotz meine gescheckten Haare. Es mag ja nicht jeder wie Birgit Schrowange ein Jahr mit einer Perücke herumlaufen…

Inzwischen sind drei Dinge passiert: 1. ich habe mich das eine und andere Mal fürchterlich verschnitten, 2. vor zwei Wochen war ich dann doch mal wieder beim Friseur (ich habe eine Friseurin, die ich von früher kenne wieder getroffen, die mir damals schon gut gefallen hat) und 3. bis auf einen kleinen Rest sind meine blonden Strähnen Geschichte.

Eine meiner liebsten Freundinnen sagte kürzlich auf meine Frage, wie ihr meine Naturhaarfarbe gefalle: es sei ungewohnt. Und für sie selber käme das bisher gar nicht in Frage. Was ja auch ok ist. Meine Schwiegermutter geht stramm auf die 90 zu und ohne eine Tönung in den Haaren verlässt sie das Haus nicht. Aber ich fühle mich wohl und zufrieden und mag mich so wie ich bin. Und das ist doch das allerwichtigste!

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Erinnerungen an einen Hobby-Ornithologen

Gestern bekam ich einen Anruf, der mich traurig zurückgelassen hat. Traurig, aber irgendwie auch glücklich. Ein Mensch, den ich ins Herz geschlossen habe, ist gestorben. Vor elf Jahren durfte ich ihn – und seine Frau – kennenlernen. Über das Schreiben sind wir uns begegnet. Von Anfang an liebte ich seine Texte, die Art Dinge beim Namen zu nennen und sie dann gekonnt vorzulesen. Dabei ein pfiffiger Gesichtsausdruck Marke: Ich hab´den Schalk im Nacken.

Neun Jahre lang durfte ich seine geschriebenen Erlebnisse genießen, ließ er mich und andere in seine Welt hineinschauen. Ein Stück daran teilhaben. Es kam eine Phase, in der seine Gesundheit nicht mitspielen wollte und dennoch klappte es immer wieder mit der Teilnahme. Ich empfand es jedes Mal als Geschenk, ihm und seiner Frau zu begegnen.

Im vergangenen Jahr erreichte mich kurz vor dem Treffen eine Mail… ich ahnte es, bevor ich sie las. Eine Teilnahme war nicht mehr möglich. Ich war traurig und wusste mir würden diese zwei Menschen fehlen.

Nun ist er tot. Und ich bin dankbar für die Male, die ich ihn sagen hörte: „Ich bin Hobby Ornithologe“ – durch ihn weiß ich erst, was das überhaupt ist. Er lachte auch nicht über meine Unwissenheit, sondern teilte gerne sein Wissen über die Vogelwelt mit mir. Seine Begeisterung dafür war unvergleichlich.

Ich bin glücklich, dass ich ihm begegnen und ihn erleben durfte. Und traurig, dass er tot ist. In meiner Erinnerung wird er lebendig bleiben.

Lieber C., ich hoffe Deine Seele fliegt nun mit den Vögeln um die Wette!

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„Den Weg mitgehen“ – Der ambulante Hospizdienst DASEIN feiert 20-jähriges Jubiläum

DSC_0218„Den Weg mitgehen“. So steht es auf dem Flyer des ambulanten Hospizdienstes DASEIN (www.hospiz-dasein.de). Aber was bedeutet das? Es bedeutet Menschen, die sich in der letzten Lebensphase und in der Trauer befinden, ein Stück ihres Weges zu begleiten und für sie DA(zu)SEIN. Durch Hospizdienste ist es oft möglich, den Wunsch, zu Hause zu sterben, zu erfüllen. Die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen verstehen ihre Arbeit als Ergänzung zu medizinischen, schmerztherapeutischen, pflegenden und seelsorgenden Maßnahmen.

Es ist Montagmorgen. Das Bereitschaftshandy klingelt, und gleich darauf meldet auch der Festnetzanschluss einen Anruf. Sabine Behm und Heike Hendel, die beiden Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes DASEIN, sind ein eingespieltes Team, das sich von einem turbulenten Start in die Woche nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Bei einem der Anrufe handelt es sich um die Anfrage für eine Sterbebegleitung im Krankenhaus. Nun ist rasches Handeln gefragt. Fünf Telefonversuche später sagt eine Ehrenamtliche zu, dass sie die Begleitung übernehmen kann. Wenig später steht sie in der Tür, holt sich den Schlüssel für das Hospiz-Auto ab und ist schon auf dem Weg.

Der Vormittag vergeht wie im Fluge. Während Heike Hendel sich um das Beantworten der E-Mails und die Vorbereitungen für den anstehenden Letzte-Hilfe-Kurs kümmert, arbeitet Sabine Behm an einer weiteren Begleitungsanfrage. Eine Dame wünscht sich einen russisch-orthodoxen Seelsorger. Nun heißt es erst recherchieren und danach eine Anfrage stellen, die hoffentlich positiv beantwortet wird.

Zwischendurch klingelt das Telefon weiter. Heike Hendel spricht mit Interessenten für den nächsten Vorbereitungskurs für SterbebegleiterInnen sowie den Letzte-Hilfe-Kurs, wobei sie erklären muss, dass dieser bereits ausgebucht ist.

In der gemeinsamen Mittagspause ist durchatmen angesagt. Und essen, denn dies hat, so sind sich beide einig, Priorität. „Selbstfürsorge ist ein wichtiges Thema“, erklärt Heike Hendel, während ihre Kollegin für einen Moment die Füße hochlegt und sich entspannt.

Danach geht es Schlag auf Schlag weiter: Die Dokumentation von Begleitungen, die Absprache einer gemeinsamen Präsentation. Auch ist es wieder an der Zeit, die aktuellen Begleitungen abzutelefonieren. Da werden die Angehörigen gefragt, wie es ihnen mit der Unterstützung geht und auch die Ehrenamtlichen selber werden umsorgt.

An diesem Tag wird Sabine Behm nach Feierabend das Bereitschaftstelefon mit nach Hause nehmen. Darauf ist eine der beiden Koordinatorinnen täglich von 6 – 22 Uhr erreichbar. Und wenn jemand im Sterben liegt, dann auch mal die ganze Nacht.

So und ähnlich verlaufen die Tage im Jahr 2020 beim ambulanten Hospizdienst DASEIN.

Aber wie hat vor 20 Jahren alles begonnen? Christiane Schröder erinnert sich an die Anfangszeiten. Damals fehlte es an Unterstützungsangeboten für Sterbende, Angehörige und Trauernde. Als engagierte Pfarrfrau und Besuchsdienst-Mitarbeiterin war das ihre Motivation, etwas auf den Weg zu bringen.

Rund zehn Personen mit unterschiedlichen Motivationen schlossen sich im März 2000 zu einer Projektgruppe zusammen: Die „Hospizinitiative DASEIN“ war geboren. Die Projektleitung lag zunächst in den Händen der Kirchenkreis-Sozialarbeiterin und so war es naheliegend, die Gruppe organisatorisch beim evangelischen Kirchenkreis Neustadt anzugliedern. Monatliche Treffen sorgten für erste Erfolge: Ein Flyer wurde entworfen, und die Veranstaltungsreihe zum Thema „Hilfe zum Leben – ein neuer Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ sorgte für Bekanntheit in der Öffentlichkeit.

Im darauffolgenden Jahr folgte ein Zusammenschluss der Kirchenkreise Neustadt und Wunstorf, wodurch das Einsatzgebiet der Initiative schlagartig wuchs und weitere MitarbeiterInnen aus Wunstorf dazukamen. Im Februar startete der erste Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche zur Sterbebegleitung unter dem Titel „Verlass mich nicht, wenn ich schwach werde“.

An diesem Kurs nahm neben elf anderen Interessenten auch Christiane Schröder teil. „Damals waren es noch sechs oder sieben Abende, ein Wochenende und ein kurzes Praktikum“, erzählt sie, „also ein Bruchteil davon, wie heute der Kurs aufgebaut ist.“

Bereits 2002 fand monatlich der offene Treff mit dem Titel „Hospiz am Abend“ statt, der dann zwei Jahre später durch die Hospizfrühstücke abgelöst werden sollte.

Größere strukturelle Veränderungen gab es im Jahr 2003. Die offizielle Bezeichnung lautete nun „Ambulanter Hospizdienst DASEIN“, und mit Sabine Behm gab es erstmalig eine hauptamtliche Mitarbeiterin im Team. 23 Stunden im Monat arbeitete sie als Koordinatorin. Sie kümmerte sich nicht nur um die Ehren-amtlichen, sondern besetzte auch die neu eingerichtete Sprechstelle in Neustadt und war zudem Ansprechpartnerin für etliche andere Themen. Und endlich gab es auch Zuschussfinanzierungen durch die Krankenkassen, was vieles erst ermöglichte, da bis zu diesem Zeitpunkt die Arbeit von DASEIN ausschließlich durch Spenden finanziert worden war.

In den folgenden Jahren wuchs der ambulante Hospizdienst zu einer beachtlichen Einrichtung heran. Die Stunden der Koordinatorin Sabine Behm konnten nach und nach erhöht werden und eine weitere Koordinatorin kam ins Team. Die Hospizfrühstücke gab es nun sowohl in Wunstorf als auch in Neustadt und die Zahl der ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer wuchs beständig. Mit regelmäßigen Veranstaltungen zu hospizlichen Themen wurden immer wieder Menschen angesprochen und nicht selten zur Teilnahme an Vorbereitungskursen motiviert. Im März 2018 fand eine der größten Veränderungen statt: der Umzug in ein größeres Büro.

Nach den Anfängen in Neustadt fand der Hospizdienst im Haus der Corvinus-gemeinde in Wunstorf ein neues „Zuhause“. Ein lichtdurchflutetes Büro mit ausreichend Platz für Mitarbeiterbesprechungen und Trauergruppen. Von hier aus wurden nun die Einsätze der ehrenamtlichen Sterbe- und TrauerbegleiterInnen koordiniert. Seit Mai 2019 steht sogar ein Hospizauto vor der Tür, das mit  Unterstützung der Projektförderung „Hand in Hand“ des NDR und vielen Einzel-spendern finanziert wurde.

In und um Neustadt und Wunstorf sind inzwischen 53 Frauen und Männer ehrenamtlich als Sterbe- und TrauerbegleiterInnen im Einsatz. 2019 wurden 96 Sterbende und ihre Angehörigen begleitet, es gab 15 Trauereinzelbegleitungen und eine Trauergruppe mit neun TeilnehmerInnen. Zudem wird in Neustadt 14-tägig eine Trauersprechstunde angeboten, und es gibt Trauereinzelbegleitung auch für Kinder.

Bei all diesen Zahlen schweigt Christiane Schröder einen Moment, bevor sie dann sagt, dass sie stolz sei auf diese Ergebnisse und „Dafür hat sich das echt gelohnt!“

Dieser Meinung sind auch die Koordinatorinnen. „Ich kann mir keine andere Arbeit vorstellen“, meint Sabine Behm und ihre Kollegin nickt dazu. Beide sind – ebenso wie Christiane Schröder und all die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, ohne die es keinen ambulanten Hospizdienst gäbe – mit ganzem Herzen dabei.

Aber was macht diese Arbeit nun so besonders? Welche Erlebnisse stechen hervor? „Die Arbeit an sich ist besonders“, erklärt Heike Hendel und Sabine Behm fügt noch hinzu: „Jede Begleitung ist einzigartig und nicht wiederholbar. Außerdem“, ergänzt sie noch, „ist auch das Drumherum wichtig. Wir arbeiten mit tollen ehrenamtlich engagierten HospizlerInnen zusammen, sind in der Region gut vernetzt und haben eine sehr verlässliche Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis als Träger. Das ist nicht selbstverständlich und mit ein Grund, warum ich hier bin.“

Auf die Frage, welche Spuren die Arbeit hinterlässt, sind sich die beiden Koordi-natorinnen einig: „Die Arbeit verändert einen selbst und jede Begleitung berührt einen persönlich.“  Manchmal nehme sie auch etwas mit nach Hause, meint Heike Hendel „Wenn es nicht so lief, wie man es sich gewünscht hat, wenn Hilfe abgelehnt wurde…“

Mitten in diesen Satz hinein klingelt das Telefon. Es ist eine der Ehrenamtlichen, die Fragen zu ihrer Begleitung hat und ihr Herz ausschütten möchte. Auch dafür haben die Koordinatorinnen offene Ohren und auch hier heißt es: „Den Weg mitgehen“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Postscript – was ich dir noch sagen möchte“ / Ein Buch von Cecilia Ahern

IMG_6931Vor 15 Jahren erschien ein Buch von einer jungen Autorin. Es handelt von einer Frau, deren Mann verstorben ist und die nicht weiß, wie sie ihr Leben weiterleben soll. Und dann bekommt sie plötzlich Briefe von ihm, die ihr auf dem Weg in eine Zukunft weiterhelfen sollen.

Ich habe dieses Buch – „P.S. Ich liebe dich“ – damals verschlungen, mich sofort in die geschriebene Welt von Cecilia Ahern hineinfallen lassen. Bis heute bin ich verliebt in ihre Bücher, kenne und bewahre jedes einzelne von ihnen. Natürlich habe ich Lieblinge darunter und ein klein wenig vermisse ich die ganz junge Autorin, die sich Geschichten ausdachte wie: „Zwischen Himmel und Liebe“ und „Ich hab dich im Gefühl“. Klar hat sie sich weiter entwickelt und schreibt nun anders bzw. andere Arten von Geschichten. Aber das, was ihre Geschichten für mich ausmachen, dieses eintauchen können, dieses immer-weiter-lesen-wollen – das ist geblieben.

Vor ein paar Wochen betrete ich ahnungslos eine Buchhandlung und mein Blick fällt auf ein wunderschönes Cover mit dem Titel „Postscript – was ich dir noch sagen möchte“ von Cecilia Ahern. Ich hatte nicht mitbekommen, dass im Oktober vergangenen Jahres ein neues Buch von ihr erschienen war – früher wäre das nicht passiert… Glücklich stürzte ich mich darauf, drehte es um und begriff erst dann: Ich hielt die Fortsetzung von „P.S. Ich liebe dich“ in der Hand.

Ich war versteinert. Ehrlich. Eine Fortsetzung von DIESEM Buch? Konnte das gutgehen? Sollte ich es versuchen? Wie oft hat eine Fortsetzung schon Frust bei mir hinterlassen. Andererseits, Jojo Moyes hat es mit „Ein ganzes halbes Jahr“ sogar zwei Mal geschafft, mich weiter an die Figuren und ihre Geschichten zu fesseln… Und natürlich war ich während all dieser Gedanken längst auf dem Weg zur Kasse!

Da ich Euch in keinster Weise irgendetwas spoilern möchte nur soviel: Holly hat sich ein neues Leben aufgebaut und fühlt sich „sicher“, bis sie von einer Frau angesprochen wird, die einen „P.S. Ich liebe dich“ Club gegründet hat und sie um Unterstützung bittet. Wie sie reagiert und was aus ihr und der Geschichte wird, lest es lieber selber!

ICH LIEBE dieses Buch und empfehle es Euch aus tiefstem Herzen – sofern Ihr solche Geschichten mögt – und solltet Ihr es lesen, dann wünsche ich Euch eine schöne Zeit damit. Ich brauchte auf jeder Fall – so wie damals beim 1. Teil – jede Menge Taschentücher!

Begleitung im Krankenhaus

67027359_2332366050349838_6742935334293602304_nSeit einem Jahr bin ich für den ambulanten Hospizdienst DASEIN in Wunstorf / Neustadt am Rübenberge tätig (schaut Euch gerne mal hier auf der Website um). Ein Jahr, auf das ich gerne zurückblicke, und in dem ich zahlreiche wertvolle Erfahrungen sammeln und berührende Begegnungen erleben durfte.

In der vergangenen Woche kam eine für mich neue Begleit-Situation hinzu: die Begleitung einer schwerkranken Patientin im Krankenhaus. Der Anruf erreichte mich am Freitag, eine unserer Koordinatorinnen fragte, ob ich spontan diese Begleitung übernehmen könnte. Eine Stunde später war ich auf dem Weg.

Während der Fahrt überlegte ich mir, was mich wohl erwarten würde. Welche Menschen würde ich antreffen? Wie mit ihnen auskommen? Was erwartete, erhoffte sich die Patientin von mir? Auch die Frage nach den dort herrschenden aktuellen Hygiene Maßnahmen schoss mir durch den Kopf. Klar, Abstand halten, keine Berührungen (für mich das furchtbarste in den Begleitungen!), Mundschutz tragen.

An der Rezeption wurde ich freundlich begrüßt, und darum gebeten meinen Mundschutz gegen die dort vorrätigen Ein-Mal-Masken zu tauschen. Auch auf der Station – trotz sichtbarer Eile – durchweg PflegerInnen, die sich über die Unterstützung freuten.

Gedanklich muss ich Euch nun natürlich vor der Tür zurücklassen… Einiges kann ich aber erzählen, ohne auf die Patientin persönlich einzugehen: ebenso wie in anderen Begleitungen, gilt es auch hier den Weg ein Stück mitzugehen, DAzuSEIN, zuzuhören und – wenn gewünscht – offene Antworten zu geben. Viele möchten ihre Familie und Freunde nicht belasten und sind froh, wenn sie alles einmal offen aussprechen dürfen. Ohne ein „Sag doch so was nicht, das wird schon wieder“ oder „Davon will ich nichts wissen“ zu hören.

Zur Zeit gibt es in Krankenhäusern durch das Virus natürlich noch ganz andere Probleme. Die An- und Zugehörigen dürfen die Patientin nur einzeln und jeweils für 45 Minuten pro Tag besuchen. Das bedeutet, dass Jede(r) an die 23 Stunden am Tag allein ist – auch wenn sich, wie in diesem Fall die PflegerInnen unglaublich bemühen – und diese Situation schlägt auf die Psyche.

Da ich als Fachkraft – ich wusste vorab nicht, dass ich im Krankenhaus so „eingestuft“ werden würde – zusätzlich zu den anderen Besuchern vor Ort sein darf, ist dies neben den Gesprächen in dieser Begleitung meine vorrangige Rolle. Ich bin nun mehrfach in der Woche bei der Patientin, worüber sie selbst, wie auch ihre Familie – die auch meine Kontaktdaten für Fragen hat – froh ist.

Ich bin mir sicher, dass es in den Krankenhäusern unterschiedlich gehandhabt wird, und daher umso glücklicher, dass es mir hier leicht gemacht wird. Wie so oft, hängt es auch diesmal von den Menschen ab, mit denen man zu tun hat.

Daher möchte ich an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass es in vielen Fällen möglich ist, sich Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst zu holen. Angehörige über Wochen bei einer schweren Erkrankung oder auch im Sterben zu begleiten kostet viel Kraft. Und so ist es möglich, hin und wieder mal durchzuatmen, um dann wieder ganz für den geliebten Menschen dazu sein.

Wenn Ihr noch Fragen zu diesem Thema habt, schreibt sie gerne in die Kommentare oder auch per Mail an mich.

Sonntagmorgen

IMG_6910Sonntagmorgen. Der Frühstückstisch ist gedeckt, Kaffee gekocht. Mein Mann und ich sitzen im Garten, Gina zu unseren Füßen im Gras. Es verspricht ein sonniger Tag zu werden. Unser Schattenplätzchen unter der Eberesche lädt zum genießen ein.

Um mich herum grünt und blüht es. Vögel zwitschern, hier und da hören wir Stimmen aus der Nachbarschaft. Es ist friedlich hier. Friedlich und wunderschön. Mein Blick wandert durch den Garten, schwelgt in kleinen und großen Wundern.

Nach einer aufregenden Woche komme ich hier zur Ruhe.

Es gab einiges in den letzten Tagen zu tun: ein Trauereinzelgespräch und ein Telefonat mit einer Frau, die ebenfalls eine Einzelbegleitung wünscht. Am Donnerstag die monatliche Supervision, die wieder einmal so heilsam, unterstützend und motivierend war. Und dann am Freitag ein Anruf, ob ich spontan für eine Begleitung im Krankenhaus einspringen kann.

Das alles geht mir noch einmal durch den Kopf und ja, auch durch das Herz. Denn das mitfühlen kann und will ich nicht ausschalten. Und all das, was mich beschäftigt sorgt letztendlich auch immer wieder dafür, dass ich dankbar bin. Dankbar für meine Familie, die gesund ist und mich liebt. Aber auch dankbar für all die kleinen Dinge in meinem Leben – wie dieses Frühstück im Garten. Sonntagmorgen.

#Awesome Blogger Award

Blogger AwardDie liebe Judith von „Mutigerleben“ hat mich für den Awesome Blogger Award nomiert.

Vorweg: die Reise endet hier bei mir, da ich niemanden nominieren und keine neuen Fragen stellen werde. Aber wer Judiths Fragen beantworten möchte, kann dies gerne tun.

Und: herzlichen Dank liebe Judith für die Nominierung! Den Blog von Judith findet Ihr hier – schaut unbedingt mal vorbei!

Nun aber zu den Fragen…

Was für Texte schreibst Du am liebsten? Warum diese Art?

Ich schreibe.

Mal dieses, mal jenes. Ich probiere mich gerne aus. Eine Zeitlang habe ich mit Begeisterung Kunstmärchen geschrieben. Oftmals Sachtexte, aber das waren dann Auftragsarbeiten. Ein Krimi – den habe ich nicht allein geschrieben – gab es auch. Kurzgeschichten – mal richtig kurz, mal länger – sowieso immer. Und zur Zeit vergnüge ich mich mit biografischen Essays.

Warum? Weil ich schreibe.

Welches sind – Deiner Meinung nach – Deine 3 tollsten Beiträge?

Ich liebe meine Beiträge, jeden einzelnen.

Bist Du schon einmal für einen Deiner Beiträge beschimpft worden?

Nein. Aber ich hatte mehrfach Kommentare, die fernab von der von mir gewünschten Nettiquette waren und das habe ich nicht hingenommen.

Welche Gefühle tauchen bei Dir auf, wenn Du im „Schreib-Fluss“ bist?

Ein absolutes Tunnel-Gefühl. Ich habe dann Scheuklappen auf und möchte NICHT GESTÖRT werden!

Welche Jahreszeit magst Du am liebsten? Beschreibe sie mit einem kurzen, poetischen Text.

Jahreszeiten-Liebe

Ich bin verliebt in alle Jahreszeiten.

Mein Herz schlägt schneller, wenn im Frühling die Natur erwacht. Der Geruch von aufgebrochener Erde in der Luft liegt. Bäume sich für das Jahr ihr schönstes Kleid überstreifen.

Im Sommer tolle ich mit allen Sinnen über die Wiesen, tanke Sonne und fühle mich frei und ungebunden.

Der Herbst erfreut mich mit all seinen Farben, dem Nebel der über den Feldern hängt und den ersten Lichtern, die bei früher einsetzender Dunkelheit in den Fenstern leuchten.

Winterzeit ist Ruhezeit. Die Natur schläft, tankt Energie für das kommende Jahr. Ich genieße die Stille und freue mich auf die Weihnachtszeit.

Wie stehst Du zu Traditionen und Ritualen?

Traditionen und Rituale geben Halt, stärken den Rücken. Jedoch nur, solange sie in das aktuelle Leben hineinpassen. Hin und wieder werfe ich das eine und andere über Bord… und dann gibt es neue.

Was ist Deine früheste, positive Kindheitserinnerung?

Beim Mittagsschlaf neben meinem Papa in dem großen Doppelbett meiner Eltern liegen zu dürfen.

Was hättest Du niemals von Dir selbst erwartet – (und es doch getan)?

Das bleibt mein Geheimnis.

Gibt es einen Spruch/ein Zitat, der/das Dich durchs Leben begleitet?

Das Motto von meinem Mann und mir lautet: „Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden.“ Er ist von Mark Twain und begleitet uns seit 26 Jahren.

Was war die beste Entscheidung, die Du im letzten Jahr getroffen hast?

Da gibt es keine, die herausragt. Jede einzelne, ob groß oder klein, hat mich ein Stück weitergebracht – oder auch mal zurückgeworfen… – und mich zu der gemacht, die ich jetzt gerade bin.

Reflexionblog

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25 Jahre Hospiz Luise

Ein Jahr lang nehme ich Euch mit in das Hospiz Luise und sammel Spenden für unsere Arbeit

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