Fotoprojekt abc – T wie Totholz

abc projektVor etlichen Wochen hat Wortman das Fotoprojekt abc zurück ins Leben gerufen. Die Zeit verging wie im Fluge und wir sind inzwischen tatsächlich schon beim Buchstaben T angekommen. Da ich mich zur Zeit zwecks naturnaher Gartenumgestaltung auch mit dem „einrichten“ einer Totholz-Ecke beschäftige, war schnell klar, wofür ich mich diesmal entscheide…

T wie Totholz

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Zwei Jahre sind vergangen… die Liebe bleibt

Jeden Quatsch hast Du mitgemacht. Du hast so gern gelacht. Auch wenn Dein Leben oft eher zum weinen war. Wie oft hast Du mir von früheren Silvesternächten erzählt, die Du durchgefeiert hast, obwohl am 01. Januar die Inventur anstand. Tanzen. Musik. Das waren Deine Leidenschaften. Für die Du leider im Laufe der Jahrzehnte immer weniger Zeit hattest. Arbeit. Das war es woraus irgendwann Dein Leben bestand. Arbeit und finanzielle Sorgen. Auch gesundheitlich ging es nach und nach bergab.

Und trotzdem warst Du immer voller Liebe. Du hattest Verständnis, selbst für die, die Dir mal das Leben zur Hölle gemacht hatten. Und da war immer noch Musik in Dir. Und Lachen und unglaublich viel Herzenswärme.

Und auch das Quatsch machen kam nicht zu kurz…

Born to be wild

Auf diesem Foto waren Du und ich Gangster. Wie es sich gehört: mit Kippe im Mundwinkel und einer Bierpulle in der Hand. Und Dein Enkelsohn Julian war der Detektiv, der konzentriert an der Lösung dieses Falles arbeitete. Was haben wir gelacht!

So viele vergessene Erinnerungen sind in den letzten zwei Jahren an die Oberfläche gekommen. Bei manchen weine ich und bei anderen lache ich. Du bleibst immer ein Teil von mir und wenn ich an Dich denke – während mir noch oft Sehnsuchtstränen über das Gesicht laufen –  dann fühle ich Liebe und Dankbarkeit für all das was Du mir geschenkt hast.

In liebevoller Erinnerung an Marlis Deutschmann, 22. März 1930 – 22. Mai 2017

 

Einszweidrei, im Sauseschritt…

DSC_0001… läuft die Zeit, wir laufen mit! Ja, Wilhelm Busch trifft es mit diesem Zweizeiler bei mir im Moment echt auf den Punkt. Irgendwie habe ich mich im Stundenzeiger verhakt und werde nun mitgeschleift… Runde um Runde.

Naja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber die letzten drei Wochen vor meiner jährlichen Frühjahrspause haben es wirklich in sich. Besonders die Wochenenden: am 10. Mai war ich in Bremen auf der Messe Leben und Tod – davon werde ich Euch noch erzählen, ebenso wie von einem wunderbaren live-und-in-Farbe-Gespräch mit der Bloggerin Anja von „…ein Stück untröstlich“ -, vom 19. – 21. Mai in Hamburg zum Seelfrau Wochenende und in dieser Woche findet ab Freitag Nachmittag das Abschluss-Wochenende des Kurses für SterbebegleiterInnen in Loccum (glücklicherweise bei mir um die Ecke) statt. Puh…

„Nebenbei“ plane ich aktuell das 2. Halbjahr. Ihr wisst ja, dass ich alles plane, was nicht bei Drei auf dem Baum ist und da mein 1. Halbjahr bisher sehr, sehr, sehr… Hundelastig war, heißt es nun auch einmal wieder die Ärmel hochkrempeln und Projekte umsetzen. Projekte, für die ich dann wiederum einiges an Aktionen streichen muss, die mir in den letzten Monaten ans Herz gewachsen sind. Aber alles geht eben nicht!

Ihr lest schon: es wird noch einiges zu erzählen geben. Aber für heute war es das erst einmal. Eine kurze Wasserstandsmeldung sozusagen. Bei dem was da heute vom Himmel herunter regnet, ein passender Begriff.

Ich werde jetzt erst einmal die Unterlagen vom Wochenende durcharbeiten und dann mit Gummistiefeln versehen, meine Gina vor die Tür jagen (diese Regenströme sind selbst ihr zu ungemütlich). Bewegung muss schließlich sein!

 

Projekt abc – S wie Seife

abc projektWortman hat in diesem Jahr dem Fotoprojekt abc neues Leben eingehaucht. Inzwischen sind wir beim Buchstaben S angekommen und dieser passt perfekt dazu, was ich kürzlich neu für mich ausprobiert habe: Seife sieden. Eine liebe Freundin hat mich zu ihrer jährlichen Seifenproduktion eingeladen und ich kann Euch sagen, das war echt spannend! (Mal abgesehen davon, dass in meiner nächsten Kindergeschichte eine magische Seife vorkommt und dies somit auch eine Recherche war…) Wir haben eine Kaffee-Seife und eine Seife aus Ziegenmilch hergestellt. Anstatt jetzt noch viele Worte zu machen, lasse ich einfach Fotos sprechen!

S wie Seife

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Projekt abc – R wie Radio

abc projektDie nächste Runde des Fotoprojekts von Wortman dreht sich um das R. Und diesmal hatte mein Mann die passende Idee. Vor fast einem viertel Jahrhundert habe ich ein Radio mit in die Ehe gebracht. Im übrigen meiner Meinung nach eine sehr gute Mitgift! Und dieses Radio – ein Klangmeister von Siemens – stammt aus meiner Kinderzeit. Da ich 1969 geboren wurde, hat es also schon fast ein halbes Jahrhundert auf dem braunen Buckel.

Könnt Ihr Euch noch an diese Zeiten erinnern, in denen man versucht hat, einen Sender richtig einzustellen? Herrje, wie oft habe ich diese Knöpfe hin und her gedreht und verzweifelt versucht, dieses verdammte Rauschen weg zu bekommen. Ehrlich geschrieben war ich dafür nie geduldig genug und habe dann das Radio lieber ausgeschaltet.

Mein Kindheits-Radio stand früher bei meinen Eltern in der Wohnung und dann für viele Jahre in der Backstube, in der meine Eltern beide gearbeitet haben. Und obwohl es all dem Mehl und sonstigem Staub ausgesetzt war, funktioniert es bis heute. Allerdings steht es bei uns nur noch als `Deko´. Ihr wisst schon… dass mit dem Sender einstellen… Aber ich liebe es und da inzwischen meine Eltern beide tot sind, ist es eben auch eine Erinnerung. Eine, die durchaus ganz schön Platz beansprucht. Aber ich kann und will diesem Radio nicht widerstehen.

R wie Radio

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Ultralauf in Kleinalmerode – Bilstein-Marathon

Mein Mann Holger hat sich wieder auf die „Lauf-Socken“ gemacht… ich staune jedes Mal nur und freue mich über seine Beiträge, die er hier mit uns teilt!

Bilstein-Ultra in Kleinalmerode – 28. April 2019
von Holger Vergin

Am letzten Sonntag stand schon mein dritter Ultra in diesem Jahr auf dem Programm. Nachdem es zuletzt wochenlang trocken und mild, eher warm war, war für den Lauftag bedecktes Wetter mit Schauern, Gewittern (!), aber auch stellenweise Sonnenschein angesagt. Ich überlegte, was ich anziehen sollte und nahm schließlich kurze und lange Sachen sowie Regenjacke und Mütze mit. Um 4:30 Uhr saß ich im Auto und machte mich auf die ca. 180 KM lange Fahrt zum Startort in Kleinalmerode. Das liegt zwischen Göttingen und Kassel und ist ein eher verschlafenes Örtchen. Aber nicht am Tag des Bilstein-Marathons – dann können sich maximal 500 Teilnehmer vom Reiz der Gegend im Kaufunger Wald und rund um den namensgebenden Bilstein überzeugen. Dort ist auch der höchste Punkt der Strecke mit etwas über 640 m üNN.


Aber der Reihe nach: Gegen 7:20 Uhr erreichte ich den Ort, stellte mein Auto ab und nach kurzem Fußweg zum Bürgerhaus konnte ich noch die Wanderer bei ihrem Start über die Marathondistanz anfeuern. Ich nahm meine Unterlagen in Empfang, schnupperte noch ein wenig Wettkampfluft und bereitete mich dann auf den Start vor.

Das Teilnehmerlimit von 500 gilt übrigens für alle Strecken zusammen (21 KM, Marathon, Wandern und Ultra). Gegen 8:30 Uhr machten sich etwas über 100 Teilnehmer auf den langen Weg. Wie das so ist, wird am Anfang noch mehr „gequatscht“ und alle sind guter Dinge.

Wir laufen ein Stück durch den Ort und umrunden dann den Rodeberg. Hier geht es schon ordentlich auf und ab, insgesamt sollen auf der Ultra-Strecke 1.500 Höhenmeter zusammen kommen. Das Feld zieht sich bald auseinander und ich finde allmählich meinen Laufrhythmus. Wir laufen aus dem Waldstück heraus, über Feldwege zur ersten Verpflegung.

Bei dieser Veranstaltung wird übrigens auf Plastikbecher verzichtet, heißt, jeder Teilnehmer bringt seinen eigenen Becher mit. Hat man so etwas nicht, kann man vor Ort den faltbaren BiMa-Becher erwerben. Dieser ist platzsparend unterzubringen und die Idee finde ich einfach klasse. Bei bis zu 10 Verpflegungsstellen und 500 Teilnehmern kann man so einiges sparen, sehr lobenswert. Da ich im Januar schon mit eigenem Becher unterwegs war, mache ich das jetzt natürlich genauso. Weil ich meinen Rucksack dabei habe, fällt der Becher nicht mehr groß ins Gewicht.

An der Hasenmühle vorbei, auf einem schönen Trailstück, komme ich wieder nach Kleinalmerode zurück und die ersten ca. 14 Kilometer sind geschafft.

Über den Hubenröder Weg geht es in langen, allmählichen Steigungen bis zum Steinberg hinauf, auf ca. 588 m üNN. Und diese langen, allmählichen Steigungen haben es in sich. Ich war vor 5 Jahren schon mal auf dieser Strecke unterwegs und damals dachte ich mir: „Na, so steil ist es hier nicht, da kannst Du bestimmt laufen. Außerdem sind es heute ja „nur“ 57 KM, da müsste die Kraft doch locker reichen.“ Und schon hatte ich die Wirkung unterschätzt, dass nämlich diese Art Steigung den Körper total auslaugen kann, wenn man nicht aufpasst. Ich war zwar 2014 körperlich nicht völlig am Ende, aber damit gerechnet hatte ich so nicht. Das wurde mir erst hinterher bewusst. Und deshalb war mir jetzt auch klar, dass ich solche Wege langsam und ruhig angehen sollte.

Das Schlussstück zum Steinberg war schön trailig, landschaftlich sehr reizvoll und oben angekommen waren ca. 25 KM geschafft. Wir liefen wieder abwärts und dann um den Giesenberg herum. Dieser Abschnitt war sehr abwechslungsreich und hatte tolle Trail Abschnitte. Dann folgte ein heftiger Anstieg und über uns drehten sich die riesigen Windenergieanlagen.

Auf den breiten Waldwegen oben angekommen liefen wir teils sehr dicht an diesen Windrädern vorbei. Und auch wenn wir alle wissen sollten, wie wichtig diese Anlagen auf unserem Weg in eine CO²- arme Welt sind, war mir beim Vorbeilaufen allein ob der schieren Größe etwas mulmig zumute. So etwas gibt es im beschaulichen Rehburg eben nicht.

Es folgten wieder lange Bergab Passagen – mittlerweile hatte sich auch die Sonne mal blicken lassen – und diese mündeten schließlich in einen ewig erscheinenden Anstieg zum Bilstein, dem namensgebenden Gipfel mit Aussichtssturm. Ewig sind immerhin 5-6 Kilometer und natürlich ging ich dieses Stück komplett. Schon von weitem hörte ich eine Blaskapelle Musik machen, allerdings probten sie anscheinend nur, und nur wenige Ausflügler hielten sich bei der bewirtschafteten Hütte auf.

Leider gab es heute keine so schöne Fernsicht, da es doch recht bewölkt war. Nach einem kurzen Trailstück kam die nächste Verpflegung und der breite Waldweg führte ebenso ewig erscheinende Kilometer bergab. Ich lief langsam aber stetig und fragte mich, ob noch ein größerer Anstieg käme. Klar, hätte ich mir das Höhenprofil vorher angesehen, und nicht erst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, hätte ich gesehen dass es nur noch ein bisschen wellig bergauf und bergab geht. Und so war es dann auch, wobei hier noch einige nette kleine Trail Abschnitte auftauchten. Manch kurzer, aber „fieser“ Anstieg war auch noch dabei, aber dann war es soweit, ich konnte das Ziel schon hören.

Und nach 7:16 Std. war ich dann da, wo ich am Morgen gestartet bin. Voller Stolz hatte ich meinen 43. Ultra insgesamt beendet. Genauso viele Marathons bin ich bisher in meinem Leben gelaufen und der nächste Lauf wird wieder ein Ultra.
Nachdem ich das Kuchenbuffet geplündert hatte – naja nicht ganz – machte ich mich auf den Heimweg und dann … Beine hochlegen und genießen.