Ich war außerhalb meiner Komfortzone

„Man wird alt wie `ne Kuh und lernt immer noch dazu!“ Das hat meine Tante immer gesagt und sie hatte Recht. Ich lerne ja gerne etwas Neues. Vor allem, da ich es mir inzwischen aussuchen kann. Früher in der Schule war es oft blöd, wenn ich etwas aufgedrückt bekam. Französisch zum Beispiel. Tolle Sprache, aber ich habe die Vokabeln einfach nicht in meinen Kopf hineinbekommen – je suis très désolé!

Vor drei Jahren habe ich mit Begeisterung für einen Urlaub Italienisch gelernt und das funktionierte fantastico! Tja, ich wollte es eben…

Was ich nie wollte war, etwas über Autos zu lernen. Ich kann Autofahren fahren – sehr gut übrigens, inklusive einparken – aber wie ein Auto funktioniert, was es braucht… öde. So öde.

Im Juni war ich in Hamburg. Nach einem tollen Abend am Hafen fuhr ich mit meiner Freundin und ihrem Freund zurück zum Hotel, als plötzlich vor mir etwas aufleuchtete. Ich erkannte zumindest, dass es sich um die Ölstandanzeige handelte. Aber was musste nun getan werden?

„Erstmal den Ölstand checken“, meinte meine Freundin lässig. Ölstand checken… öh, ja. „Wie denn?“ Die beiden waren so lieb, mir zu zeigen, wo und wie ich unter der Motorhaube (ach so geht die auf!) schauen musste. Tja, da war nix mehr groß zu sehen. Da musste ein ordentlicher Schluck aufgefüllt werden. Auch das ließ ich mir – nun endlich einsichtig – zeigen. Mein Mann hat sich netterweise zuhause das Grinsen verkniffen. Mehr als einmal hatte er angeboten, mich in das Ölstands-Geheimnis einzuweihen. Aber wem nicht zu raten ist…

Nun könnte man meinen, dass ich für manches im Leben erst einen ensprechenden „Leidensdruck“ erfahren muss. Und dem ist auch so. Anfang der Woche, ich war gerade beim Supermarkt meines Vertrauens vom Parkplatz gefahren, rumpelte es hinten am Auto fürchterlich. Ich dachte, es hätte sich ein Stock im Radkasten verklemmt. Rasch fuhr ich rechts ran, stieg aus und besah mir den Schaden. Ein Plattfuß. Das hatte mir ja gerade noch gefehlt! Was tun? (Kommt Euch die Frage bekannt vor?) Klar, den Reifen wechseln, aber – Ihr ahnt es schon – auch das konnte ich nicht.

Homeoffice sei Dank, konnte ich meinen Mann anrufen, der dann zwischen zwei Terminen (er ist wirklich der ALLERBESTE Mann der Welt!!) in den Ort kam, um mich zu retten. Immerhin habe ich auch daraus gelernt und wenig später zuhause den ersten Reifen meines Lebens gewechselt. Boah, hab ich geflucht und geächzt. Aber: ich habe es geschafft und bin heute noch riesig stolz auf mich!

Und hier die Beweisfotos:








Foto der Woche #7

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist foto-der-woche.jpg.

Ein tolles Projekt von Aequitas et Veritas, in dem jede Woche ein Foto gezeigt und dazu etwas geschrieben wird. Genaueres – sowie die anderen tollen Beiträge – findet Ihr hier! (Nun habe ich tatsächlich den Anschluss an die aktuelle Woche geschafft!!!)


Für mich geht nichts über eine kleine, individuelle Buchhandlung. Am liebsten noch in alten historischen Gebäuden. Mit verwinkelten Räumen und alten Deckenbalken. Dieses Foto ist in Stralsund entstanden und ohne hineinzugehen, habe ich gleich gewusst, dass es hier die besten Bücher gibt!

Noch einmal „Ciao“ sagen

Gestern waren Gina und ich auf dem hiesigen Friedhof. Ich wollte mich von einem Menschen verabschieden, den ich fast 25 Jahre kannte. Ein Mann, der sein Leben lebte. Eines, das hauptsächlich aus Arbeit bestand. Stillsitzen konnte er nicht. Selbst in den letzten Monaten versuchte er, schwer auf seinen Stock gestützt, seinen Aufgaben nachzukommen. Wichtig waren ihm dabei seine Schafe. Am Waldrand auf einer Wiese stehend, warteten sie auf ihn. „Sie kommen immer gleich angelaufen“, erzählte er mir, „sie brauchen mich doch.“

Vor einigen Wochen ist er nun gestorben. Es hat gedauert, bis wir die Gewissheit hatten, dass er nicht mehr lebt und in aller Stille beigesetzt worden war.

Auch ich wollte diesem Mann, der mir über die Jahre ans Herz gewachsen war und mir so viel von seinen früheren Italien Reisen erzählt hatte, gerne noch einmal „Ciao!“ sagen. Und so machte ich mich gestern auf den Weg und hatte Glück: ein Friedhofsmitarbeiter harkte gerade am Eingang Laub zusammen und auf meine Frage, ob er wisse wo Herr A. liegt, erklärte er mir, dass es eine anonyme Beisetzung war. „Da neben der Kapelle liegt ein Findling und da steht auch eine Gedenkschale.“

Ich ließ mich auf der Bank gegenüber dem Findling nieder, Gina saß brav an meiner Seite, und unterhielt mich ein letztes Mal mit Herrn A: „Danke für all die netten Gespräche und ich hoffe, dass es da wo Sie jetzt sind so warm ist wie damals in Italien – Ciao amico!“

Foto der Woche #6

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Ein tolles Projekt von Aequitas et Veritas, in dem jede Woche ein Foto gezeigt und dazu etwas geschrieben wird. Genaueres – sowie die anderen tollen Beiträge – findet Ihr hier!



Wilder Wein –
Herbstrot leuchtend,
ein Blätter-Wasserfall.
Zwischen Grün und Gelb,
ein Spiel der Farbenwelt.
Und ich
– im Kreise tanzend –
mittendrin!

Montags-Plausch

Was für ein Wochenende! Bis zum Beginn meines Seminars habe ich nicht geglaubt, dass es tatsächlich stattfinden kann. Und dann saßen wir in einem großen Seminarraum – mit ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Tischen – und ich hörte mich sagen: „Willkommen zur Schreib-Lust 2020!“

Zum 10. Mal durfte ich dieses Seminar an der ev. Heimvolkshochschule Loccum leiten. Schon im vergangenen Jahr hatte ich darüber gewitzelt, dass diese „Ausgabe“ ganz besonders werden würde. Und das war sie… wenn auch teils anders, als gedacht.

Wir waren an diesem Wochenende die einzige Gruppe auf dem weitläufigen Gelände. Aufgrund des Beherbungsverbots – dass dann doch wieder gekippt wurde – durften zwei Gruppen nicht anreisen. Auch bei meinem Seminar hatte es zwei Absagen gegeben, aus gesundheitlichen Gründen.

Das Schreib-Lust Seminar hatte von Beginn an, einen festen „Stamm“. Eine Teilnehmerin war in jedem Jahr dabei, eine konnte nur ein Mal nicht teilnehmen, und die anderen kamen nach dem ersten Versuch einfach immer wieder. Trotzdem hatten wir all die Jahre auch stets neue Gesichter, die von dieser einzigartigen Gruppe mit Freude aufgenommen wurden. Aber in diesem Jahr waren wir das erste Mal „unter uns“. Neun Menschen, die durch das Schreiben verbunden sind und sich seit Jahren kennen.

Es waren außergewöhnliche Stunden, die wir zusammen verbracht haben. Und vor allem war es eine kleine Auszeit von den Corona-Sorgen. Natürlich haben wir alle entsprechend Abstand gehalten. Keine Umarmungen, kein Händeschütteln und im Speisesaal gab es keine Selbstbedienung am Büffet, sondern die Mitarbeiterinnen stellten uns Wunsch-Teller zusammen. Standen wir im Speisesaal an oder bewegten uns im Seminarraum, waren Masken eine Selbstverständlichkeit.

Und trotzdem: es war eine Auszeit! Für einige vom Alleinsein, für andere von ihren Grübeleien darüber, wie es weitergehen wird. Und vor allem sind wir uns alle mit Respekt, Aufgeschlossenheit und gegenseitiger Wertschätzung begegnet. Etwas, dass in dieser Zeit ja doch sehr gelitten hat.

Das Erlebte wird mich noch eine Weile innerlich wärmen und die Geschenke, die ich zum Jubiläum bekommen habe (siehe Foto), werden mich weiter an dieses wunderbare Wochenende erinnern!

Foto der Woche #5

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Ein tolles Projekt von Aequitas et Veritas, in dem jede Woche ein Foto gezeigt und dazu etwas geschrieben wird. Genaueres – sowie die anderen tollen Beiträge – findet Ihr hier!

Sandskulpturen. Eine jährliche Ausstellung in Binz, die unter einem Zeltdach zu bewundern ist. KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern befassten sich in diesem Jahr mit den Geschichten aus der Bibel. Die Ergebnisse waren atemberaubend. Der Sand muss übrigens aus eckigen und nicht aus runden Sandkörnern bestehen, denn nur die eckigen – ist ja logisch – kann man stapeln. Die Skulpturen werden über ein halbes Jahr gezeigt und das Eintrittsgeld ist aus meiner Sicht gut angelegt. Auf dem Foto ist die Vertreibung aus dem Paradies zu sehen.

Romane von Anne Barns

Wie in den vergangenen zwei Jahren habe ich auch 2020 wieder Weihnachtsromane gesammelt. Monat für Monat kommen neue hinzu, so dass ich für die Advents- und Weihnachtszeit ausreichend Lesematerial habe. Ich liebe es einfach, in dieser Zeit (bis ins neue Jahr hinein) Geschichten zu lesen, die viel Zuckerguss, Tannenbäume, Weihnachtskekse, Liebe… enthalten. In diesem Jahr habe ich erstmals auch Winterromane in meine Sammlung aufgenommen. „Schuld“ daran ist Anne Barns. Sie hat den Roman „Bratapfel am Meer“ geschrieben und dieser spielt um den Jahreswechsel herum. Und allein der Klappentext hat mir sofort Lust gemacht, das Buch zu lesen. Aber… was ist, wenn ich den Schreib-Stil der Autorin nicht mag und mir damit Silvester und Neujahr lesetechnisch vermurkse?

Ok, in Wirklichkeit ging es darum, dass ich einen Grund brauchte mir auch „Apfelkuchen am Meer“ anzuschaffen. Ein weiterer Roman der Autorin. Damit ich Probelesen kann für den Ernstfall. (Ja, manchmal komme ich mir selber verrückt vor – schön, ne?!!!) Inzwischen habe ich das Buch gelesen und mir alle anderen von ihr gekauft.

Heute und hier gebe ich es nun offen zu: Ich bin süchtig nach den Romanen von Anne Barns! „Drei Schwestern am Meer“, „Kirschkuchen am Meer“, „Honigduft und Meeresbrise“… ich liebe sie alle! Und natürlich kann ich es inzwischen kaum abwarten ENDLICH auch „Bratapfel am Meer“ zu lesen.

Was mir an den Geschichten so gut gefällt? Vielleicht erahnt Ihr es anhand der Titel bereits: die Geschichten spielen am Meer, haben immer mit leckerem Essen zu tun und auch sonst gibt es einiges was immer auftaucht und mein Lese-Herz anspricht. Trotzdem sind die Geschichten so unterschiedlich, dass ich mich keine Minute gelangweilt habe.

So, und nun will ich auch endlich weiterlesen… zwei Bücher habe ich nämlich noch nicht gelesen!

Foto der Woche #4

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Es war morgens – 6.37 Uhr – auf der Binzer Seebrücke, als die Sonne aus dem Meer auftauchte. Zum ersten Mal in meinem Leben, beobachte ich dieses Natur-Wunder. Tränen liefen über meine Wangen, mein Herz schlug einen Trommelwirbel. Ich konnte mich nicht satt sehen, sog den Moment in mich auf, um ihn tief in meinem Inneren zu bewahren. Was für ein Geschenk ist es, erleben zu dürfen, wie ein neuer Tag geboren wird.

Montags-Plausch

Gerade habe ich die Vorbereitungen für mein Schreibseminar abgeschlossen. Zum 10. Mal findet es am kommenden Wochenende an der ev. Heimvolkshochschule in Loccum statt. Dieses Jahr ist vieles anders als sonst, das muss ich wohl kaum erwähnen… Ende letzter Woche habe ich die TeilnehmerInnen noch angeschrieben, dass sich der Seminarbeginn verschiebt, da in zwei Schichten gegessen wird und wir später dran sind. Eben nun die Nachricht, es könnte, eventuell, wieder anders kommen. Eine Gruppe fällt aus, weil sie aus einem Risikogebiet sind.

Eine weitere Nachricht an die TeilnehmerInnen geht nun raus und ansonsten… abwarten und schauen, ob es noch mehr Änderungen, Verschiebungen, neue Hygienemaßnahmen gibt. Im Großen und Ganzen bin ich gelassen. Immerhin findet das Seminar statt – wie viele Selbstständige aus künstlerischen Bereichen haben derzeit keine Einnahmen. Trotzdem merke ich, wie das Ganze an meinen Nerven zerrt. Mal mehr, mal weniger.

Ansonsten starte ich ganz gemütlich in die Woche. Ich habe einige Beiträge in Planung, die letzten beiden Abende der Trauergruppe wollen vorbereitet werden und heute Nachmittag beginnt für Gina und mich ein neuer Kurs. Wir wollen es mit Dummy-Training (also apportieren) versuchen. Ok, ich möchte das gerne. Ob Gina sich dafür begeistert, etwas wieder zu holen, das ich weggeworfen habe… wir werden sehen. Aber nachdem ich eine Weile Cross Dogging gemacht habe (Zirkeltraining für Hund und Mensch) wollte ich gerne etwas Neues ausprobieren. Ich werde Euch dann von unseren Erfahrungen erzählen!

So, nun werde ich noch einen Moment im Garten werkeln. Wir sind dabei unseren ehemaligen Senkgarten zuzuschütten (war das Loch schon immer so groß??) und da möchte ich heute noch ein paar Schubkarren schaffen. Bis die Tage, kommt gut in die Woche und passt auf Euch auf!

Foto der Woche #3

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist foto-der-woche.jpg.

Ein tolles Projekt von Aequitas et Veritas, in dem jede Woche ein Foto gezeigt und dazu etwas geschrieben wird. Genaueres – sowie die anderen tollen Beiträge – findet Ihr hier! (Durch meine Auszeit habe ich ein wenig den Anschluss verloren, aber das werde ich nach und nach aufholen)


Ein Stück Vergangenheit in einem Park. Pansevitz heißt dieser Ort auf Rügen, der voller Geschichte steckt. Ehemals ein Schloss, findet man heute einige Gebäudeteile, die einen kleinen Blick in die Vergangenheit erlauben. Vom Turm aus ein Blick über den schönen Schloßpark mit seiner Liebesinsel und der riesigen Blutbuche. Ein Café lädt zum Verweilen ein. Neben der Natur-Schönheit der Anlage, sorgt auch der dortige Friedwald für Menschen, die die Spazierwege beleben, während sie den Erinnerungen an Ihre Lieben nachspüren.

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