Ungewollte Träume

Habt Ihr Phasen, in denen Ihr besonders intensiv träumt? Vielleicht sogar froh seid, wenn Ihr endlich aus dem Traum-Schlamassel aufwachen dürft? Wenn ja, dann kennt Ihr es bestimmt auch: dieses sich gerädert fühlen am Morgen danach.

In den letzten Monaten träume ich so intensiv wie noch nie. Zumindest kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der es so war. Alle Träume gaukeln mir vor, dass ich in der Gegenwart bin. Aber. Die Menschen, die in den Träumen vorkommen, sind entweder bereits verstorben oder haben keinen Anteil mehr an meinem Leben. (Zumindest im alltäglichen, systemisch gesehen ist es dann doch nochmal anders)

Letzte Nacht habe ich einen Medikamenten Dieb gejagt. Zu Fuß. Durch enge Straßen. Berauf und bergab. Oft umgeben von hohen Bäumen. Letztendlich stellte sich heraus, dass meine Mutter die Diebin war. Sie wollte die Medikamente verkaufen, um einen Urlaub mit mir zu machen.

Im Traumgeschehen war ich völlig fassungslos: Meine Mutter, eine Diebin? Ich konnte und wollte das nicht glauben. Aber sie hat es mir selber gesagt. Was ich darauf geantwortet habe, weiß ich nicht mehr. Da beginnt mein Traum zu verschwimmen. Vielleicht sowas wie: Seit wann möchtest du in den Urlaub fahren? Oder: Ich hätte das Geld doch gehabt und wäre gerne mit dir weg gefahren.

Der schlimmste Moment, war jedoch das Aufwachen. Denn erst da war mir wieder bewusst, dass meine Mutter bereits vor 4,5 Jahren gestorben ist. Und auch nach all der Zeit, habe ich dann stets aufs Neue das Gefühl, sie ein weiteres Mal verloren zu haben.

In meinem Kopf und meinem Herzen scheinen Stürme zu toben. Nun muss ich nur noch schauen, was sie auslöst und ob ich etwas tun kann.

Mal wieder plaudern

Ich habe gerade festgestellt, dass ich lange nicht mehr zum plaudern „rum gekommen“ bin. Und da spontan doch immer das beste ist, stelle ich mal Kaffee und Tee und ein paar selbst gebackene Dinkel Cookies in die Mitte und erzähle ein wenig. Ihr bedient Euch währenddessen, ja?!

Heute Morgen scheint tatsächlich schon die Sonne. Die ersten Sonnenstrahlen schlüpfen zwischen den Bäumen hindurch. Auf den Zweigen unserer Eberesche tummeln sich Frau und Herr Amsel, auf der Suche nach den schönsten Beeren. Das Laub färbt sich bereits gelb, was zu dem Rot der Beeren wunderschön aussieht.

Seit einer Woche arbeite ich wieder. Wir hatten drei Wochen Urlaub – eine davon waren wir im Harz – und mir ist diesmal die Umstellung auf den Alltag besonders schwer gefallen. Keine Ahnung warum. In zwei Wochen startet mein jährliches Schreibseminar an der Heimvolkshochschule in Loccum, so dass ich mir rumbummeln jedoch nicht leisten kann. Aber nach den ersten Tagen, ist nun der Antrieb wieder da. Und die Vorbereitungen für das Seminar machen mir großen Spaß.

Ansonsten habe ich mir für den Herbst noch ein paar Draußen-Arbeiten vorgenommen. Die Gartenhütte streichen, Büsche schneiden, das Laub aus dem Teich fischen. Das Hochbeet ist bereits geräumt – im Gegensatz zum letzten Jahr gab es kaum etwas zu ernten – und auch die letzten Tomatenpflanzen befinden sich jetzt auf dem Kompost.

Im November werde ich ein paar Tage nach Berlin fahren und meinen Sohn mit seiner Freundin besuchen. Da freue ich mich schon sehr drauf. Es ist tatsächlich länger her, dass ich in einer Großstadt war. Ich brauche das nicht häufig, aber hin und wieder liebe ich diesen Trubel. Und ich werde auf jeden Fall das eine und andere Museum besuchen.

Nun steht aber erstmal der Vormittags-Spaziergang mit Gina an. Bei diesem wunderschönen Wetter ist das natürlich ein besonderes Vergnügen, das ich sehr genießen werde.

Also: habt einen schönen Tag und danach ein entspanntes Wochenende! ❤



Monatsfoto #10

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Montag, 04. Oktober 2021
10.17 Uhr
14° C, bewölkt

Auf dem Weg in den goldenen Oktober

Auf meinem heutigen Spaziergang dachte ich: hey, gerade mal der 01. Oktober und schon ein goldener Tag. Von wegen „goldener Oktober“ und so. Die Sonne schien und tauchte alles in ein warmes Licht. Wind huschte durch das Laub der Bäume und ließ es rauschen. Zwischen der unendlichen Anzahl an grünen Blättern, lugten hier und da die ersten sich gelb oder rot verfärbenden hervor. Und da liegt auch der Hase im goldenen Pfeffer. Der Begriff „goldener Oktober“ leitet sich nämlich davon ab, wenn die Blätter bereits verfärbt sind. Aha… Egal, so oder so – es ist ein herrlicher Herbsttag und ich wünsche mir und Euch noch viele davon.

P.S.: Ich bin wieder da! 🙂





Monats-Foto #9

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Freitag, 03. September 2021
10.53 Uhr
19° C, sonnig

Monats-Foto #8

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Mittwoch, 04. August 2021
10.10 Uhr
16° C, bewölkt

Monatsfoto #7

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Dienstag, 20. Juli 2021
10.12 Uhr
17° C, bewölkt

Blog-Pause (das mit den vielen Hochzeiten)

„Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen“ – so heißt es doch. Im Moment habe ich das Gefühl, es sind sogar mehr als zwei. Meine neu entdeckte Kreativität – damit verbunden ist mein Instagram Account – das „ganz normale“ Leben und natürlich die Vorbereitungen für meine Selbstständigkeit. Das bloggen fällt bei mir aktuell hinten über. Wenn ich mir das in den letzten Wochen (oder schon Monaten?) anschaue, dann sind da durchaus recht regelmäßig Beiträge, aber ich weiß, wie oft ich es beinahe vergessen hätte. Oder mich aufraffen „musste“. Und das ich Kommentare spät, später, am spätesten beantworte ist auch nicht mehr neu. Und das finde ich doof. Für Euch. Aber auch für mich.

Daher mache ich eine Pause vom bloggen. Wie lange weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich habe mir überlegt, dass ich zumindest das Monats-Foto regelmäßig einstelle. Denn ich fände es sehr schade, damit aufzuhören. Aber alles andere… muss warten. Ob ich in der nächsten Zeit selber als Blog-Leserin unterwegs bin… keine Ahnung.

Vorrangig werde ich nun erst einmal meine künftigen Angebote als Trauerbegleiterin ausarbeiten. Denn ansonsten wird das nie was.

Ich merke, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen traurig bin. Aber eben auch erleichtert. Es ist eine Entscheidung, die sich richtig anfühlt.

Also, Ihr Lieben: macht es gut, passt auf Euch auf und ich hoffe wir lesen uns dann irgendwann wieder.

Alles Liebe ❤
Eure Waldträumerin Nicole

Gina hat Bescheid gesagt

Letztes Wochenende. Ich liege gemütlich in meinem Bett und träume… bis eine aufgeregte Stimme mich aus dem Schlaf reißt: „Frauchen, Frauchen, wach auf! Draußen im Garten ist irgendwas!“ Kaum, dass sie mir Bescheid gesagt hat, läuft unsere Hündin Krallentrappelnd ums Bett.

Ich schlage die Bettdecke zurück und stehe mit schlafmüden Beinen auf. „Was hast Du denn gehört?“. „Draußen im Garten“, ihre Stimme klingt immer noch aufgeregt, „und die Nachbarhündin bellt ja auch. Frauchen, Frauchen, da muss etwas sein!“

Natürlich glaube ich ihr, schließlich hat Gina ein deutlich besseres Gehör als ich. Trotzdem finde ich in dieser Nacht nicht heraus, was sie aufgeweckt hat. „Wollen wir wieder schlafen gehen?“, frage ich sie und kraule ihr liebevoll den Rücken. „Ok“, sagt sie und legt sich wieder in ihr blau-graues Bett, seufzt noch einmal und ist schon eingeschlummert. Im Gegensatz zu mir. Ich brauche ein wenig länger.

Kommt Euch irgendetwas an dieser Story merkwürdig vor? Richtig! Hunde sprechen keine Menschensprache. Sie bellen. Etwas, was viele Menschen gar nicht mögen. Und was sie versuchen, ihren Hunden abzugewöhnen. Gerade vorgestern sagte eine Dame seufzend zu mir: „Ach, da bellt wieder dieser Hund.“ In der Nachbarschaft hatte ein Hund kurz angeschlagen. Vielleicht hat er sein Grundstück, seine Menschen verteidigt. Vielleicht hatte er vor etwas Angst, war aufgeregt.

Klar, ich kenne das auch, dass mich ein Geräusch wahnsinnig machen kann. Wenn es wieder und wieder und wieder ertönt. Ein einsamer Hund, der tagsüber jault, weil seine Familie arbeiten muss. So ein Konzert kann einen schon fertig machen. Aber mal ehrlich: was sollen Hunde tun? Sprechen – wie oben geschrieben – können sie nicht. Und so müssen sie sich – wie ja meist – versuchen, den Menschen anzupassen. Denn – seien wir ehrlich – Hunde müssen jeden Kompromiss eingehen. Es bleibt ihnen doch meist nichts anderes übrig.

Nun kann ich leicht reden. Wir leben in einem Haus, so dass sich keine Nachbarn gestört fühlen, wenn Gina mal nachts bellt. Was übrig sehr selten vorkommt. In einem Mietshaus sieht so etwas anders aus. Was ich – nur für mich! – auf jeden Fall festgestellt habe: je mehr ich mich aufrege und versuche, unsere Hündin ruhig zu bekommen, desto aufgeregter bellt sie.

Bei Gina bin ich glücklicherweise viel gelassener, als bei unseren früheren Hunden. Was eine Menge ausmacht. Aber ich versuche auch zu schauen: was braucht sie, damit es ihr gut geht. Und an welchen Stellen kann ich ihr entgegenkommen, damit nicht immer sie die Abstriche machen muss.

Nostra und Shira – unsere früheren Hündinnen – mussten sich zum Beispiel immer hinsetzen, wenn es an der Tür klingelte und wir Besuch bekamen. Dann warteten sie brav, bis ich ihnen das Kommando gegeben habe, das sie loslaufen durften. Gina darf einfach dabei sein. Und ja, am Anfang war sie sehr aufgeregt, hat gebellt, die fremden Menschen umkreist… Hundemenschen kennen das. Nachdem ich angefangen habe, locker damit umzugehen, wurde auch sie entspannter. Inzwischen bellt sie ein, zwei Mal, schnüffelt und dann ist gut. Und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich ihr bellen unterdrücken muss, damit sie „brav“ ist.

Das ist nur eines von vielen Beispielen und mir ist klar, dass jeder Hund, jeder Mensch etwas anderes braucht. Ich erzähle dies auch nicht, weil ich glaube, den Stein der Weisen gefunden zu haben, sondern einfach… um davon zu erzählen.

Einiges von dieser Einstellung, die ich jetzt habe, ist einfach mit der Zeit entstanden. Aber etliches habe ich auch in den letzten Monaten dazu gelernt. Wir – mein Mann und ich – haben einen tollen Onlinekurs entdeckt: Clever and soul dogs. (Bei Interesse findet Ihr hier die Seite von Tina Schwarz und es handelt sich hier übrigens um UNBEZAHLTE WERBUNG, mal wieder aus purer Begeisterung) Dort haben wir so viele tolle Impulse bekommen, ich bin täglich dankbar dafür.

Ja, das sind meine heutigen Gedanken zum Thema `Leben mit Hunden´.

Habt einen schönen Tag und passt auf Euch auf!
Eure Waldträumerin Nicole und Gina, unsere Seelen-Hündin

Ein Geschichten-Experiment

Vor kurzem las ich auf dem Blog von Kevin – Nebelferne – eine tolle Idee. Es ging um ein Geschichten-Experiment. Er hat dazu eingeladen, dass drei seiner LeserInnen jeweils einen Teil einer Geschichte schreiben. Ohne die anderen zu lesen. Sehr spannend!, dachte ich, und schrieb ihm, dass ich gerne mitmachen würde.

Daraufhin bekam ich eine Mail: ich sollte das Ende der Geschichte schreiben (max. 500 Wörter), der Titel der Geschichte lautete „Wenn eine Tür sich schließt“, und mein Abschnitt sollte mit dem Satz „Maja hatte beschlossen, dass Bianca es nicht wert war, und sie viel lieber herausfinden würde, wer hinter diesen Grußkarten steckte, also stieg sie – von einer Mischung aus Nervosität und Neugier getrieben, in den Zug.“

Spannend!, dachte ich da immer noch, aber auch: Uff… was sollte ich nun, ohne weitere Kenntnisse der Geschichte, schreiben? Welche Rückschlüsse konnte ich aus den vorhandenen Informationen ziehen? Lest selbst, wie ich es gelöst habe – hier auf meinem Blog das Ende der Geschichte und wenn Ihr hier klickt, findet Ihr auf Kevins Blick die ganze Geschichte, versehen mit einem Fazit. Nach wie vor: sehr spannend! Und ein dickes Dankeschön an Kevin für diese Aktion! ❤

Das Ende von „Wenn eine Tür sich schließt“

Maja hatte beschlossen, dass Bianca es nicht wert war, und sie viel lieber herausfinden würde, wer hinter diesen Grußkarten steckte, also stieg sie – von einer Mischung aus Nervosität und Neugier getrieben, in den Zug.

Als der ICE aus dem Bahnhof rollte und die Landschaft immer schneller vor dem Fenster vorbeizog, sank Majas Mut. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Einfach losfahren, mitten hinein ins Unbekannte. So etwas unüberlegtes hatte sie noch nie getan. Ein Lächeln eroberte ihr Gesicht. Neben all der Ungewissheit fühlte sich ihre Entscheidung gut an. Egal, wo sie dieser Zug und ihre Suche nach dem Menschen, der die Grußkarten geschrieben hatte, auch führte – sie, Maja, war über sich selbst hinausgewachsen.

Naja, zumindest ein Bisschen. Aber das war ja bekanntlich besser als nichts. Maja kicherte, wie ein kleines Mädchen. Abenteuerlustig, ein wenig albern. Verwegen. Spontan fiel ihr „Ronja Räubertochter“, ihr früheres Lieblingsbuch ein. „Ich glaube, Ronja hätte diese Aktion gefallen.“

„Meinst Du Ronja, die Räubertochter?“ Maja sah ihr Gegenüber staunend an. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie laut gedacht hatte. „Ja, genau. Ich wollte früher immer so sein wie sie.“ Ihr Gesicht lief rot an. Warum erzählte sie das einem fremden Menschen? Aber ihr Gegenüber nickte bloß zustimmend, und für einen Moment blickten sie sich verständnisinnig an.

Was für ein Tag! Maja staunte einmal mehr über sich selbst. Erst hatte sie Bianca die Zähne gezeigt, dann eine spontane Entscheidung getroffen, und nun war sie – wenn auch nur kurz – mit einem wildfremden Menschen ins Gespräch gekommen.

Um einiges entspannter lehnte sie sich zurück, und begann endlich damit die Reise ins Unbekannte zu genießen. Wie hieß es auf der einen Grußkarte? „Wenn eine Tür sich schließt…“ Maja war sich nun sicher, dass es noch viele Türen auf ihrem Weg geben würde. Und wenn nicht, tja, dann würde sie eben durchs Fenster klettern.



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