Ostern ohne Heidi und den Geissenpeter

Wusstet Ihr, dass es Feiertagsgesetze gibt? Ich nicht. Und sie sind sogar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Worin sich aber die Bundesländer so ziemlich einig sind, ist ein Gesetz, dass es seit 66 Jahren gibt: Tanzverbot an Karfreitag und Karsamstag.

Davon hatte ich noch nie gehört. Anscheinend habe ich die fast fünf Jahrzehnte meines OsternLebens auf dem Mond verbracht. Tanzend versteht sich! Jedenfalls war ich erstaunt, als ich in der HAZ (Hannoverschen Allgemeinen Zeitung) las, dass es Diskussionen über die Abschaffung des Gesetzes gibt.

Meine Neugierde war geweckt und Internet-sei-Dank habe ich rasch mein Wissen ein wenig gefüttert. Im NFeiertagsG (Niedersächsisches Gesetz über die Feiertage) ist dieser Punkt für uns Sturmfest und erdverwachsene Bürger genauestens geregelt. Laut diesem betrifft es auch schon den Gründonnerstag. Nun, ich habe mich da jetzt mal nicht en detail durchgewühlt (wenn Ihr das tun möchtet, klickt bitte hier), sondern mich lediglich mit „gefährlichem Halbwissen“ versorgt.

Und das sagt ganz klar, dass nicht nur das gemeinsame Tanzen verhindert werden soll, sondern es betrifft auch noch andere Bereiche, wie z. B. (und dafür habe ich dann nochmal google befragt) Filme: ich habe in meiner Kindheit mit Begeisterung die Zeichentrickserie „Heidi“ gesehen. Wenn sie mit dem Geissenpeter gemeinsam die Alm hoch und runter getollt ist, das war herrlich, wahnsinnig idyllisch und im Nachhinein auch schlicht kitschig. Tja, das darf an diesen sogenannten stillen Feiertagen nicht ausgestrahlt werden. Warum frage ich mich da und finde doch keine Antwort.

Dann leuchtet mir schon eher ein, dass sie „Das Leben des Brian“ nicht zeigen dürfen. Wer es nicht kennt: eine Komödie der Komikergruppe Monty Python – ganz klar ein Kultfilm! – der sich mit typisch britischem Humor dem Messias inklusive Kreuzigung widmet. Ein Film, den ich zu jeder Jahreszeit, an allen Feiertagen genießen kann!

Jedenfalls bin ich doch nachhaltig beruhigt, dass an stillen Feiertagen so gut für uns gesorgt wird. Direkt am Ostermontag geht das Leben dann auch ganz normal weiter, da steht im Fernsehprogramm – übrigens genauso wie jedes Jahr an Weihnachten „Stille Nacht, heilige Nacht…“ – ebenfalls ein Kultfilm: „Stirb langsam“. Bruce Willis im Feinripp Unterhemd, wie er durch Scherben geht – immer wieder ein Genuss.

Tja, was soll ich da noch schreiben… ich hoffe ehrlich gesagt, dass Ihr genau wie ich an so vielen Tagen des Jahres wie möglich, tanzt und lacht und fröhlich seid. In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes Osterfest – genießt die Zeit und das Leben.

P.S. Und wenn Ihr jetzt tatsächlich ein wenig Sehnsucht nach der Serie „Heidi“ bekommen habt oder wissen wollt, was das denn überhaupt war… klickt hier und hört Euch die Titelmusik an!

2 Kommentare zu „Ostern ohne Heidi und den Geissenpeter

  1. Was man nicht so alles verbieten kann! Man könnte glatt meinen, dass wir hier in einem Land mit einer überwiegend gläubigen Bevölkerung leben. Nur merkwürdig, dass man in Zeitungen noch lang und breit „Zehn Gründe, warum wir Ostern feiern“, darstellen muss. Ganz schön fragwürdig…

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    1. Ja, ich staune und erschrecke auch immer wieder! Und bei den Ostertagen ist es wie bei anderen Feiertagen auch – die meisten freuen sich einfach, wenn sie frei haben. Ich nehme mich da mal nicht aus, wobei ich zumindest weiß worum es an den jeweiligen Tagen geht… 😉

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