Mal über den (Schreib-) Tellerrand schauen

C10H16O+(H2S)

Was das ist? Laut Wikipedia ist das die „angenäherte Summenformel“ von Bernstein. Ihr kennt bestimmt diese gelben Steine aus fossilem Harz, die man im Ostseeraum an Stränden finden kann. Sofern man die Geduld dazu hat, sich nach diesen teils winzigen Teilchen umzuschauen…

Eine Geduld, die ich – das schreibe ich jetzt mal frei heraus – nicht aufbringe. Warum ich Inspirationdann jetzt hier über Bernstein schreibe? Ganz einfach: ich habe beim Schreiben mal über den Tellerrand geschaut. Und siehe da, es gibt wirklich unzählige Themen über die man schreiben kann.

Aber von vorn… mittlerweile das dritte Jahr in Folge habe ich mich am Montag mit zwei  Schreib begeisterten Frauen getroffen. 1-2 Mal im Jahr eröffnen wir für einen Tag eine Schreibwerkstatt. Jede von uns bringt Themen, Inspirationen mit und dann wird geschrieben.

Mal abgesehen davon, dass es uns schlicht großen Spaß macht, ist es auch gut sich mal schreiberisch mit etwas auseinander zu setzen, worum man ansonsten vielleicht einen Bogen gemacht hätte. Das besagte „über den Tellerrand schauen“. Dass wir Drei unterschiedlichen Alters sind, spiegelt sich auch in den Texten wider, die wir verfassen. Und da wir in dieser Runde auch alles vorlesen, stecken auch darin wiederum neue Möglichkeiten und Anregungen.

Und nun kehre ich zum Anfang zurück: Bernstein. Nur dieses eine Wort stand im Raum und es sollte eine halbe Stunde geschrieben werden. Jetzt. Sofort. Mein Kopf war komplett leer. Maximal ein paar leerstehende Bretterbuden wie eine Geisterstadt im Wild West Film durch die diese strohig wirkenden trockenen Pflanzen knäule (Tumbleweed) wehen.

Natürlich hätte ich mich zurücklehnen, ein wenig von dem angebotenen Tee schlürfen können oder auch einfach etwas ganz anderes schreiben. Es handelt sich bei unseren Treffen schließlich um keine Zwangs-Schreibwerkstatt. Aber mal ehrlich: aufgeben? Ich? Nie! Zumindest in diesem Fall nicht.

Nach ein paar Schlucken Tee fiel mir dann tatsächlich auch ein Nordsee-Inselaufenthalt vom vergangenen Jahr ein. Bei dem ebenfalls das Wort „Bernstein“ gefallen war. Und schon war ich mitten im schreiben. Und das ohne wirklich etwas über Bernstein zu wissen, denn das Wissen kann man entweder später noch recherchieren oder auch einfach weg lassen.

Wer könnte mich denn daran hindern, Bernstein ganz neu zu erfinden. Ich hätte eine Figur in einem Kinderbuch so benennen können: Ihr kennt doch bestimmt Dr. Bernstein, der täglich mit seiner halben Labor Ausrüstung am Strand alles aufwirbelt, weil er versucht Sandkörner zu zählen. Oder diese rosa-grün geringelte Pflanze, die nur zwischen Steinen hervor wächst. Hieß die nicht auch Bernstein?

Alles ist besser, als ein weißes Blatt. Das habe ich in all den Schreib-Jahren gelernt. Und manchmal muss man das Ganze auch einfach etwas lockerer sehen. Mal wieder Schreib-Spaß haben. Und dafür eignet sich so eine kleine private Schreibwerkstatt doch ganz hervorragend. Im August ist es wieder soweit – ich freu mich schon!

P.S. Nun habe ich tatsächlich 2 x in einer Woche über Bernstein geschrieben!
Und noch ein P.S. Während dieser Beitrag online geht, befinde ich mich übrigens gerade zwecks weiterer Inspiration auf Langeoog. Mal schauen was mir diese Schreib-Woche alles bringt – ich werde berichten!

4 Kommentare zu „Mal über den (Schreib-) Tellerrand schauen

  1. Oh ja, der Bernstein. Weißt Du noch? Mein Bernsteinfund im letzten Jahr bei unserem gemeinsamen Langeoog-Turn? Na ja, kein Riesenstein, aber zumindest fingernagelgroß und wunderschön!

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