Den Lauf-Traum wieder leben

Es ist Sonntag, der 29. April und ich genieße – gemeinsam mit meinem Mann – ein Marathon Frühstück. Ja, wir schauen gerne zu, wie andere Menschen Leichtathletik betreiben. In diesem Fall geht es um den Marathon in Hamburg. Während wir gemütlich futtern, sind die LäuferInnen bei schönstem Wetter in der Hansestadt unterwegs.

Bei der inzwischen 33. Ausgabe findet auch zum ersten Mal ein Halbmarathon statt. Das Wort „Halbmarathon“ weckt bei mir Erinnerungen: Nicole an der Startlinie in Hannover, mehrfach bin ich in meiner Heimatstadt die 21,1 km gelaufen. Früher mal etwas flotter (Bestzeit 2 Std. 16 min.), nach einigen Verletzungs- und Faulheitspausen langsam und gemütlich (2 Std. 42 min.). Das letzte Mal im April 2013. Danach hatte ich eine Knieverletzung und musste pausieren und aus der Pause ist eine längere (Faulheits-) Pause geworden und dann… dann hatte ich rheumatische Entzündungen in den Füßen. Fast eineinhalb Jahre konnte ich kaum gehen, geschweige denn laufen.

Aber der Traum wieder mal einen Halbmarathon zu laufen – gerne auch mehrere – hielt und hält sich hartnäckig. Gehen, längere Spaziergänge funktionieren inzwischen wieder. Ihr glaubt gar nicht, wie dankbar ich allein dafür bin. Leider habe ich mir in all der Zeit auch – mal wieder – einiges an Übergewicht angefuttert. Was das „sich-vom-Sofa-loseisen“ auch nicht leichter macht.

Umso glücklicher war ich, als ich vor einigen Wochen über den „Muddy Angel Run“ gestolpert bin und sogar eine tolle Gruppe gefunden habe, in der ich mitlaufen darf. Endlich wieder ein machbares Ziel vor Augen – es handelt sich um einen 5-km Matsch-Lauf mit Hindernissen – legte ich sogleich los und lief problemlos (natürlich sehr, sehr langsam) meine erste 3-km Runde. Und dann noch eine und noch eine. Meine Füße, die so lange keine härtere Belastung als das gehen ertragen mussten, beschwerten sich. Anfangs noch leise, aber als ich das nicht ernst nahm, umso lauter.

Tja, mein Lauf-Traum war geplatzt, ich verlegte mich wieder aufs spazierengehen. Und ja, auch dafür bin ich dankbar. Aber während ich heute die LäuferInnen in Hamburg sehe, schwappt die Sehnsuchts-Welle wieder hoch und plötzlich ist mir klar, ich brauche einfach nur Geduld. Erstmal walken und schauen was meine Füße dazu sagen. Und dann, irgendwann werde ich laufen. Hier ein Stück und da ein Stück, mal sehen.

Mein Mann hat es mir nach einer langen Verletzungspause vorgemacht. Als Ultraläufer (alles was länger als Marathon, also 42,195 km ist) hat er sich nach einer Verletzung von ganz kurzen Strecken bis immerhin 20 km wieder hochtrainiert (gerade heute Morgen vor dem Marathon Frühstück geschafft – Hut ab!!!) und hat nebenbei das flotte wandern für sich entdeckt.

Auch ich werde mich wieder auf den Lauf-Weg machen. Und dabei pfeife ich auf das Übergewicht, darauf wie ich im Moment beim walken aussehe und wie schnell ich voran komme. Ich werde etwas machen, was mir bisher selten gelungen ist: ich werde den Weg als Ziel ansehen und meinen Lauf-Traum wahr werden lassen.

Und da ich mein Leben gerne in Worten festhalte, werde ich ein Walk-Lauf-Tagebuch führen und das ein Mal wöchentlich hier einstellen. Vielleicht hat ja auch von Euch Jemand Lust, sich wieder auf einen Bewegungsweg zu machen oder Ihr seid schon dabei. Dann erzählt doch mal davon – gegenseitige Motivation ist doch immer hilfreich!

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