Es war einmal ein Telefonanschluss

Es war einmal eine Familie, die lebte in einem kleinen Gebiet direkt am Wald. Dort, wo die Telefonleitungen noch überirdisch waren und sich ungern ein Techniker aus der Neuzeit hin verirrte, da er meist nicht wusste, wie er mit diesen altmodischen Kabeln verfahren sollten.

Nun hatte die Familie bereits seit langer Zeit einen Anschluss der Firma Telekom. Und abgesehen von kleineren Störungen waren sie doch immer recht zufrieden mit ihrer Verbindung zur Außenwelt gewesen.

Doch dann, eines schönen Tages, legte sich ein dunkler Schatten über ihre Telefonleitungen. Und dieser Schatten sorgte dafür, dass ein Rauschen in der Leitung IMG_1701[1]vorherrschte, dass nicht nur jedes Gespräch unmöglich machte, sondern sogar dafür sorgte, dass sie Nachrichten die auf ihrem Anrufbeantworter hinterlassen wurden, nicht verstehen konnten. Auch die Rufnummern Erkennung raffte der Schatten mit dahin, so dass sie keinerlei Möglichkeiten hatten, ihre Anrufer ausfindig zu machen.

Voller Vertrauen wandten sie sich über das – glücklicherweise – funktionierende Internet an das Unternehmen Telekom und gaben eine Störungsmeldung auf. Und hier begann nun eine Odyssee. Über ganze fünf Wochen wurde telefoniert – endlose Wartezeiten in der Hotline – gemailt, Technikerbesuche angekündigt, die nicht stattfanden. Die Mitarbeiter in den Hotlines waren zwar stets sehr freundlich und bemüht, aber auch ihnen gelang es nicht, einen Techniker zu der Familie hinaus aufs Land zu schicken.

Hin und wieder gab es Nachrichten, die da lauteten: wir haben die Störung behoben und bedanken uns für ihre Geduld. Da dies jedoch mitnichten der Fall war, begann dann das Spiel von vorne. Mittlerweile war die Familie der Meinung, dass hier böse Mächte am Werk sein mussten. Ein Telefonverhinderungszauber. Ein dunkler Fluch auf ihrem Anschluss. Eine Verschwörung.

Als sie keinerlei Hoffnung mehr verspürten, dass das Unternehmen Telekom jemals die Störung beheben würde, forderten sie per Einschreiben / Rückschein ein Sonderkündigungsrecht sowie die Rückerstattung der Grundgebühr ein. In diesem Schreiben listeten sie jeden einzelnen Kontakt auf. Es wurde eine enorm große Liste!

Erstaunlich rasch bekamen sie eine E-Mail von einer Mitarbeiterin, in dem sie u. a. schrieb, dass sie die Familie leider nicht telefonisch erreicht hätte, dabei hätte sie gerne persönlich mit ihnen gesprochen??!! Die Familie hakte diesen Teil der Nachricht als Witz ab. Die Erstattung wurde ihnen jedoch zugesagt, bezüglich des Sonderkündigungsrechts würde man sich nach Rücksprache mit der Fachabteilung erneut melden.

Eine weitere Woche ging ins Land, in der eine Gutschrift über die Grundgebühr im Hause der Familie eintraf und eine zauberhaft blumige „Es-tut-uns-leid-Karte“, in der sich das Unternehmen für die Geduld bedankte und sollte die Störung noch nicht behoben sein, sollte man sich doch wieder melden. Nicht erst zu diesem Zeitpunkt kam das Gefühl auf, man werde verarscht.

Doch dann, an einem sonnigen Freitag, fanden sie eine weitere E-Mail in ihrem Postfach, in der die selbe Mitarbeiterin bedauerte, dass „all ihre Bemühungen, die Störung zu beheben, bisher ohne Erfolg blieben und sie daher dem Wunsch der Familie entsprechen würde, den Vertrag vorzeitig zu beenden“. Eine Gutschrift über die Grundgebühr der restlichen Zeit befand sich dabei und der Satz: „Wir bedauern, Sie als Kunden zu verlieren…“

Aufatmend lehnte sich die Familie nach dieser Odyssee zurück, griff nach dem  ausgedruckten Formular des bereits ausgewählten neuen Anbieters – bei dem sie tatsächlich mit nur einem anstatt 1000 Menschen – über ihr Anliegen gesprochen hatten und beschlossen, die Ummeldung nun in aller Ruhe anzugehen.

Und so lebten sie künftig glücklich und zufrieden mit einem Anbieter, der ihnen auch tatsächlich einen Techniker schickte, wenn sie ihn brauchten und der dafür sorgte, dass sie wieder von Freunden und Familie telefonisch erreichbar waren. Der dunkle Schatten über ihre Verbindung zur Außenwelt ward nicht mehr gesehen.

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