Ich bin dann mal schwach

Menschen müssen stark sein. Tough nennt man das heute wohl. Alles schaffen, mit links  DSC_0009– im Notfall auch rechts – erledigen. Per WhatsApp, Instagram, Twitter ständig up to date und selbstverständlich erreichbar sein. „Muss nur noch kurz die Welt retten“ singt ja passenderweise auch Tim Bendzko.

Schwäche ist verpönt. Da brauchen wir uns nichts vor zu machen. Psychische Instabilität, Depressionen – lieber nicht. Am besten damit hinter dem Berg halten, sich verstecken, bis man wieder funktioniert.

Ich bin schwach.

Seit Wochen schon. Und ich finde nicht, dass man „das“ bzw. sich deshalb verstecken muss. Ja, manchmal falle ich in tiefe, schwarze Löcher. Und es ist verdammt mühsam da wieder raus zu kriechen. Glücklicherweise habe ich Menschen, die mir Rettungsseile, Strickleitern zuwerfen, mir ein Licht in der Dunkelheit anzünden. Trotzdem kann ich nicht einfach einen Schalter umlegen und dann SWITCH ist es wieder gut.

Und überhaupt: was bedeutet schon „es ist wieder gut“. Menschen fühlen sich nun mal aus den unterschiedlichsten Gründen manchmal echt Scheiße. Allein. Traurig. Wir müssen nicht immer lachen und fröhlich sein. Weinen erleichtert. Lachen übrigens auch. Also warum nicht beides zulassen?

Tja, aber obwohl ich hier nun offen darüber schreibe, ist es doch Tatsache, dass ich mich in den vergangenen Wochen versteckt habe. Vor dem, was ich tun muss, tun sollte, vor meinen Mitmenschen, ja teilweise sogar vor Freunden. Aber ich finde das in Ordnung. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich solche Phasen habe. Dass ich sie manchmal wirklich brauche, um mich neu zu sortieren. Und – besonders wichtige Erfahrung – ich weiß, dass es bei mir wieder besser wird. Dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Oder am Horizont. Oder so.

Also krabbele ich auch dieses mal Schritt für Schritt zurück ins Leben. Und ich weiß, dass ich hinterher wieder ein Stück stärker bin. Und DIESES stärker sein tut mir gut und fühlt sich richtig an.

4 Comments on “Ich bin dann mal schwach

  1. Wie beruhigend, dass es jemanden genau so geht. Oder konkreter gesagt: Wie beruhigend, dass es Dir so geht wie mir! Das macht es nicht schöner. Nein. Aber wir werden es überstehen, dazu besteht allen Grund zur Hoffnung.

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    • Ja, das werden wir! Und wir sind nur zwei von vielen, denen es so ergeht. Ich liebe das Leben und daher nehme ich auch gerne die Täler in Kauf. Danach ist die Aussicht von den Bergen noch viel schöner.

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Hin und wieder Gedanken sortieren – Die Waldträumerin

  3. Pingback: Ein wenig plauschen – Die Waldträumerin

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