Der Beginn des Kurses `Sterbende begleiten lernen´rückt näher

Meine Ausbildung zur `Seelfrau´in Hamburg hat ja bereits im Mai begonnen. Aber da ich mich ja entschlossen habe, mich in den kommenden zwei Jahren nicht `nur´in der DSC_0012Theorie mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinander zu setzen, werde ich mich künftig ehrenamtlich beim Hospizdienst DASEIN engagieren. Und um dies tun zu können, muss man vorab an einem 9-monatigen Kurs `Sterbende begleiten lernen´ teilnehmen.

Gestern Abend gab es nun eine Info Veranstaltung. Erstmals bin ich dort den Kursleitern und Mitarbeitern des ambulanten Hospizdienstes begegnet und ich war froh, dass ich mich gleich wohl gefühlt habe. Denn mal ehrlich: bei diesem Thema mit Menschen zusammen zu arbeiten, die einem so gar nicht liegen – nein, das wäre nichts für mich. Aber das Ehepaar, das diesen Kurs leitet, gefällt mir gut.

Es sind einige Interessenten für den Kurs da gewesen und jeder kam mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Gründen, warum Er oder Sie sich dort engagieren möchte. Es sind Gleichgesinnte und wie so oft, tut es gut, einfach über das Sterben reden zu können, ohne beim Gegenüber Ängste auszulösen.

Im September wird der Kurs mit einigen theoretischen Wochen beginnen und danach folgt ein Praxisteil, bei dem wir erstmals durch regelmäßige Besuche bei Bewohnern von Pflegeheimen, einen Eindruck von unserer künftigen Tätigkeit bekommen werden.

Ja, es wird um Menschen gehen. Um Menschen, die dem Ende ihres Lebens nahe sind. Die unterschiedlichsten Situationen werden uns begegnen. Menschen unterschiedlichsten Alters, mit ihren ganz individuellen Lebensgeschichten. Mit Zugehörigen, die ebenfalls Unterstützung benötigen.

Durch die Gespräche am gestrigen Abend wurde für mich all das noch realer. Denn es klafft durchaus eine Lücke zwischen „Ich engagiere mich bei einem ambulanten Hospizdienst“ – also dem `nur´darüber sprechen – und es dann auch wirklich tun.

Mein Wunsch, diesen Weg zu gehen, hat sich nicht geändert. Ich fülle die Anmeldung noch heute aus und ja, ich freue mich auf diesen Kurs. Freue mich darauf zu lernen, wie ich Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten kann. Freue mich, dass ich diese Chance bekomme. Und ich bin sicher, dass dies auch viel mit mir, mit meinem Leben, meinem Denken und fühlen machen wird. Und auch darauf freue ich mich.

Ich bekomme in den letzten Monaten oft die Frage zu hören „Meinst du, du kannst das?“ Die ehrliche Antwort lautet: „Ich weiß es nicht.“ Aber ich weiß, dass ich die Bereitschaft dazu habe. Ich glaube fest daran, dass ich stark genug dafür bin. Oder es meist sein werde. Aber wie es dann tatsächlich sein wird – nein, dass weiß ich natürlich nicht. Ich werde mich darauf einlassen und dann, dann werde ich weitersehen.

2 Kommentare zu „Der Beginn des Kurses `Sterbende begleiten lernen´rückt näher

  1. Sie war schon lange krank, meine Oma. Und als sie allein war, besuchte ich sie, weil sie hilflos war, weil sie allein war und weil ich sie immer noch mochte. Sie schenkte mir Geld für jede Gefälligkeit und redete etwas davon, dass ich mal alles erben würde. Ich wollte kein Geld, kein Erbe. Ich wollte nur die Geschichten hören, die sie uns früher immer erzählt hat.
    Wenn ich mit meinem Wagen morgens zur Arbeit fuhr, musste ich um die erste Ecke biegen, dann um die zweite. Und da stand vor dem Haus der Krankenwagen. Ich wusste, der war für Oma – und ich trat auf das Gaspedal … Abends erfuhr ich, dass sie auf der Intensivstation gestorben war. Woran, waren sich die Ärzte nicht einig und schlugen eine Obduktion vor. Wir lehnten das ab.
    Hätte ich für Oma bremsen sollen?

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    1. Oma erzählt Geschichten – eine wunderbare Erinnerung, die dafür sorgt, dass sie nicht vergessen ist!
      Die Fragen nach dem hätte, könnte, sollte… wie oft quält man sich mit diesen kleinen Wörtern. Und es gibt so viele Situationen, die einfach passieren. Im Nachhinein, mit ein wenig Abstand, schaue ich auf solche „Moment-Aufnahmen“ und wenn ich feststelle, ja ich hätte es anders machen sollen, dann versuche ich daraus zu lernen und mir zu verzeihen.

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