Tick, Trick und Track spielen Häschen in der Grube

Früher Abend. Das Wetter muckelt vor sich hin, aber ich bin ja drin, also: kein Problem. Motorengeräusch, ein Blick aus dem Fenster – mein Mann kommt nach Hause. Ich tapse auf Socken in den Flur, öffne schon mal die Haustür, da kommt er auch schon auf mich zu. Sein Blick ist ernst: „Kannst Du mal kommen?“

`Oh, nein´, denke ich prompt, `etwas schlimmes ist passiert. Das Auto hinüber, Teile vom frisch gelieferten Carport geklaut… andererseits, mein Mann sieht gesund und munter aus, also kann es gar nix schlimmes sein.´Ich atme wieder ruhiger und gehe zu dem für unseren künftigen Carport ausgehobenen Fundament Bauloch, wo mein Mann steht und nach unten schaut.

Ich schaue auch hinein und im ersten Moment sehe ich nur ein 80 cm tiefes Loch, genau so wie gestern, vorgestern… Aber HALT! NEIN! Da, in der Ecke… ich beuge mich weiter runter. Dicht aneinander gedrängelt, eingerollt hocken sie: Tick, Trick und Track. Drei Igelbabys.

Anscheinend sind sie irgendwo im Garten aus den Büschen hervor gekommen und in das Loch geplumpst. Einer nach dem anderen. Fragend schauen wir uns an. Zwei Menschen ohne Igel Erfahrung und drei einsame Igelbabys in einem Loch. Was tun sprach Zeus?

Ein rascher Anruf bei der Wildtier Auffangstation in Sachsenhagen. Die Kleinen müssen 120 – 150 g wiegen, um überleben zu können. Irgendwann im August sind sie wohl geboren und nun ist, laut der Mitarbeiterin, die Zeit gekommen, wo sie immer öfter das Nest verlassen und auf Streifzüge gehen. Und dieser hat sie leider in diese Situation gebracht. Kalt dürfen sie auch nicht sein und die Augen nicht verklebt. Ansonsten sollen wir sie zum aufpäppeln nach Sachsenhagen bringen. Wenn sie fit sind, unter die Büsche setzen und klein gedrücktes Katzenfutter hinstellen.

Ok, nun heißt es handeln: die Kleinen vorsichtig nach einander raus heben – danach brauche ich tatsächlich selber eine Hand-Stütze um wieder heraus zu kommen – dann legen wir sie behutsam in einen kleinen Korb auf ein Geschirrhandtuch. Einer wird gewogen – die drei Kleinen sehen Gewichtsmäßig gleich aus – und Hurra es sind sogar knapp 200 g. Also das ist schon mal gut. Die Augen, sofern sie geöffnet sind, sehen auch nicht verklebt aus und sie fühlen sich warm an. Wir sind total erleichtert!

Wir suchen eine Stelle unter dem Haselnuss Busch, heben sie mitsamt dem Handtuch raus, der Teller mit Katzenfutter und einen mit Wasser haben wir daneben gestellt und dann gehen wir ein Stück zurück und beobachten. Tick, der mutigste von den Dreien, hält das Näschen in die Luft. Anscheinend schnüffelt er das Katzenfutter. Ratzfatz entrollt er sich, marschiert los, biegt kurz vor dem Teller ab und ist im Gebüsch verschwunden.

Trick hat sich derweil auch gerappelt, lässt sich bei der Betrachtung des Katzenfutters etwas mehr Zeit, biegt dann jedoch auch ab und ist nicht mehr zu sehen. Besorgt blicken wir auf Track. Er liegt da, zusammen gerollt wie eine Kugel mit Stacheln, die Augen zusammen gekniffen und rührt sich nicht. Glücklicherweise atmet er. Als man das rascheln und tappsen seiner Geschwister nicht mehr hört, kommt auch in ihn Bewegung. Nun aber husch, husch. Auf gehts, den anderen hinter her.

Genauso munter wie Tick und Trick trippelt er davon und wir? Wir sind unendlich erleichtert! Was noch bleibt ist eine Rauskletterhilfe zu bauen. Denn zum abdecken ist das Areal zu groß. Nächste Woche wird es glücklicherweise zu betoniert. Und bis dahin laufen wir regelmäßig Igel-Streife!

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2 Kommentare zu „Tick, Trick und Track spielen Häschen in der Grube

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