Wie ich beim herabschauenden Hund auf den Hund herab schaute

Das erste Mal Yoga mit Hund. Ich rolle meine Matte aus und bevor sie überhaupt flach am Boden liegt, hüpft Gina bereits mit Schwung darauf. Welches Abenteuer wohl jetzt auf sie wartet? Ich setze mich im Schneidersitz auf die Matte – auf das Stück, das ich mir erobert habe – lege meine Hände auf meine Oberschenkel… schwupps schiebt Gina ihren Kopf unter meinem Arm hindurch und schlabbert mir durch das Gesicht. In diesem Stil geht es bei den nächsten Übungen weiter. Irgendwann legt sie sich aufs Sofa und schaut von dort interessiert weiter zu. Und dann mache ich den herabschauenden Hund… hopsspringwedel schon rennt sie unter mir durch und ich muss aufpassen, dass ich vor lauter Lachen nicht auf sie drauf falle.

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Seit Ginas Ankunft am Samstag ist schon so unglaublich viel passiert, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Aber wie ich im letzten Beitrag versprochen habe, schildere ich Euch nun noch die Highlights der ersten Tage.

Obwohl Gina bereits ein Jahr alt ist, kennt sie bisher wirklich nichts. Sitz, Platz, bei Fuß, an der Leine gehen… nichts. Denn logischerweise hatte im Tierheim niemand Zeit, ihr etwas beizubringen. Der riesengroße Vorteil ist, dass wir es nun so halten können, wie wir wollen. Da wird also weder an der Leine geruckt, wenn sie mal einen Moment stehenbleibt, um durchzuatmen und Mut zu sammeln, um dann weitergehen zu können. Noch drücken wir auf ihr Hinterteil und ziehen dabei den Kopf nach oben, damit sie sich hinsetzt.

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Gina ist eine unglaublich kluge Hündin, die alles neue in sich aufsaugt und sobald wir ihr ein wenig Raum zum verarbeiten lassen, merkt sie sich alles in Windeseile. Am Esstisch wird nicht hochgesprungen. Kein Problem. Aber wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, da darf sie mir mit den Vorderbeinen auf meine Beine springen und dann gibt es eine Kraulpause. Und nein, sie hat überhaupt keine Probleme damit, dass zu trennen.

Ebenso schnell hat sie verstanden und akzeptiert, dass ich alleine ins Bad gehe. Und inzwischen steht sie nicht einmal mehr vor der Tür, sondern liegt gemütlich auf ihrer Decke und riskiert ein Auge, wenn ich wieder reinkomme.

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Zwei Tage lang stand sie zu Beginn der Spaziergänge meist eine Weile angeleint in der Wintergartentür. Wir konnten förmlich sehen, wie sie grübelt und nachdenkt. Wie sie Mut sammelt, um in die große Welt hinaus zu gehen. Inzwischen ist sie die erste die hinaushopst und dann losmarschiert.

Ja, innerhalb dieser wenigen Tage hat sie sich bei uns problemlos eingelebt – worüber wir unglaublich glücklich sind! – sie schläft und frisst und kuschelt, als würde sie nichts anderes kennen. Draußen gibt es immer Momente, in denen sie stehenbleibt und es eine Weile dauert, bis sie sich weitertraut. Und als gestern ein riesiger Trecker an uns vorbei gerumpelt ist, da war sie im Anschluss so fertig, dass ich kehrt gemacht habe und nach Hause gegangen bin. Kommentarlos, ruhig, einfach die „Aktion“ abgebrochen. Heute war sie zwar sichtlich aufgeregt, als wir an der Stelle erneut vorbei kamen, aber als sie es dann tatsächlich gewagt hat, weiter zu gehen, war ihr Selbstbewusstsein noch ein Stückchen gewachsen. Und ich mächtig stolz auf diese wunderbare kleine Hündin.

Soviel für Heute, denn nun habe ich wichtigeres zu tun: eine weitere Krauleinheit steht jetzt auf dem „Programm“!

Und plötzlich ist da wieder Pfotengetrappel…

Seit vielen Jahren arbeite ich schon selbstständig und habe meine Kreativstube bei uns im Haus. Bis vor ein paar Wochen noch unterm Dach juchhé und nun tiefer gelegt im Wohnbereich. Der Grund dafür hat vier Beine, ein schwarzes Fell mit einem weißen Latz und weißen Pfoten. Unsere Gina ist endlich da und während ich gerade versuche, mich auf diesen Beitrag zu konzentrieren, trappelt sie hinter mir entlang, legt sich auf die Decke, die ich neben meinem Schreibtisch ausgebreitet habe und schlummert gemütlich ein.

Von Spanien aus direkt in unsere Herzen – das ist die Zusammenfassung von Ginas Einzug bei uns.

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Und nun die ausführliche Variante: am Samstag Nachmittag standen wir in Sassenburg auf einem Hundeplatz, knapp zwei Fahrstunden entfernt von unserem Zuhause. Ihr könnt Euch sicher denken, dass wir unglaublich aufgeregt waren. Vor einem Jahr hatten wir begonnen darüber nachzudenken, ob wir wieder einen Hund adoptieren wollen und nun war dieser Tag tatsächlich da.

Als der Transporter auf den Platz fuhr, dachte ich für einen Augenblick, mir würde das Herz stehenbleiben. In mir herrschte ein wahnsinniges Gefühlschaos. Etliche Wochen hatten wir nun darauf gewartet, dass unser neues Familiemitglied eintrifft und nun standen wir dort und starrten so wie alle anderen auf das Geschehen. Sehnsüchtig warteten wir darauf, dass IHR Name genannt wurde. Und als es endlich soweit war, war ich gerade dabei, dem Wunsch eines Paares nachzukommen und sie mit ihrem Schützling zu fotografieren. Um ein Haar hätte ich die Kamera einfach weggeworfen. Apropos Fotos… wir hatten uns bereits vorher entschieden, in all dem Trubel keine Fotos zu machen, sondern uns lieber auf Gina zu konzentrieren.

Und dann stand sie vor uns: die hübschen braunen Augen weit aufgerissen, die Rute eingeklemmt und blickte ängstlich um sich. Die Leute von A.S.P.A. legten ihr mit geübten Griffen Halsband und Sicherheitsgeschirr um – was wir mitgebracht hatten – und stellten es auf ihre Größe ein. Ich war echt dankbar dafür, denn meine Hände zitterten und mein Herz klopfte wie verrückt.

Einige andere Hunde, die bereits ausgeladen waren, marschierten zielstrebig mit ihren neuen Familien über den Platz. Gina stand einfach nur da und wir hockten neben ihr und machten nichts. Warteten geduldig ab, bis sie soweit war, überhaupt irgendetwas wahrzunehmen. Nach einer Weile schaute sie mich an und ich streichelte sie sanft. Nach und nach taute sie auf und nahm dankbar ein paar Leckerchen von meinem Mann Holger und mir an. Hin und wieder gingen wir ein paar Schritte, bis sie erneut stehenblieb, um wieder nur zu schauen. Wir hatten Zeit, waren mittlerweile ruhig und gelassen. Und das spürte sie.

Nachdem alle Formalitäten abgewickelt waren, machten sich nach und nach alle auf den Heimweg. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir am Auto angelangt waren, denn wir wollten sie nicht einfach hochnehmen und tragen, sondern ihr bis zu einem gewissen Punkt die Entscheidung selbst überlassen. Klar, ins Auto haben wir sie dann reingehoben, denn irgendwann musste die Fahrt eben doch losgehen. In den knapp zwei Stunden lag sie mucksmäuschenstill im Auto. Wir unterhielten uns im ruhigen Ton und ließen sie auch jetzt einfach erstmal in Ruhe.

Zuhause angekommen spazierten wir gemeinsam ein wenig im Garten herum, damit sie sich die Pfoten vertreten konnte. Einer der Ratschläge von A.S.P.A. lautet, die Hunde am Ankunftstag zu baden, da sie trotz Entwurmung… etliches an sich haben könnten (ich gehe jetzt mal nicht ins Detail, wer mehr wissen will: einfach fragen). Wir hatten uns vorher entsprechend schlau gemacht und lange das Für und Wider diskutiert und uns dann dafür entschieden. Da wir auch diesen Punkt mit sehr viel Ruhe angegangen sind, ging alles gut über die Bühne und Gina konnte endlich ihr neues Zuhause besichtigen.

Eine Weile lief sie hin und her, schnüffelte in allen Ecken, kam dann wieder zu uns und nachdem sie sich vergewissert hatte, dass wir nach wie vor da waren, tappelte sie weiter durchs Haus. Es dauerte nicht lange, bis sie das Sofa entdeckte und feststellte, dass es sich zwischen uns doch hervorragend ausruhen ließ. Endlich konnte sie entspannen und auch mal die Augen für eine Weile schließen.

Die erste Nacht war übrigens erstaunlich ruhig und dann folgten auch schon die ersten ein, zwei Tage… aber davon erzähle ich Euch das nächste Mal, denn jetzt wartet Gina erstmal auf ihren nächsten Spaziergang!

Projekt abc – D wie Danke

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Eine weitere Projekt-Woche, in der diesmal das D, fotografisch dargestellt / umgesetzt werden soll. Und wenn Ihr wissen wollt (oder wisst Ihr es schon?), wer dieses Projekt (wieder) ins Leben gerufen hat? Schaut einfach nach bei Wortman!

 


„Was sagt man?“ – kennt Ihr diese Frage / Aufforderung auch noch aus Eurer Kindheit? Die liebe Tante (oder Onkel – jeder wurde so bezeichnet, egal ob zur Verwandschaft gehörend oder nicht) hatte mir ein Geschenk mitgebracht und alle warteten nun darauf, dass ich dieses eine kleine Wort sagte. Nur fünf Buchstaben. Aber wenn mich alle so anstarrten, blieben mir selbst diese zwei Silben im Halse stecken. Oder ich wollte einfach nicht „Danke“ sagen. Kind eben.

Inzwischen habe ich es nicht nur gelernt, sondern es ist mir wichtig Menschen ein Danke oder Dankeschön zu sagen oder manchmal drücke ich es auch in einer liebevollen Umarmung aus. Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Jemand etwas für mich tut. Mich unterstützt. Mich liebt. Mich auf meinem Weg begleitet…

Daher fiel mir bei D doch schlicht das Wort DANKE ein. Und nun? Wie mache ich ein Foto davon? Ihr werdet es auf den Fotos bestimmt schon erkannt haben: Gebärdensprache hieß hier die Lösung. Ich habe eine Seite im Netz gefunden, die Videos dafür anbietet. Denn außer „Ich liebe Dich“ konnte ich bisher nichts in Gebärdensprache. Und ob ich das hier nun richtig zeige… schaut es Euch doch einfach hier auf der Seite nochmal an.

Und übrigens: DANKE, dass Ihr meine Beiträge lest und kommentiert!

Zwei Mal werden wir noch wach…

Ein Beitrag über mein letztes Seelfrau-Wochenende in Hamburg will geschrieben werden. Und auch über den Vortrag im Hospiz, den ich am Dienstag im Rahmen des Kurses für SterbebegleiterInnen gehört habe, möchte ich noch etwas schreiben. Und meine Ordner neu sortieren bzw. ausmisten. Und der Stapel „Pflichtlektüre“ für meine Ausbildung wird irgendwie auch nicht kleiner… aber wer kann sich schon in solchen Zeiten auf Lektüre von „Trauer und Trauerbewältigung – Psychologische Konzepte im Wandel“ konzentrieren?

Was los ist? Ich bin aufgeregt. Hibbelig. Voller Vorfreude. Denn: zwei Mal werden wir noch wach… dann zieht ENDLICH unsere Gina bei uns ein. Unsere kleine schwarz-weiße Podenco-Mischlings-Hündin, die unser Herz bereits jetzt im Sturm erobert hat.

Alle, die hier schon länger mitlesen wissen, dass wir ein Hunde-Kind adoptieren. Und dass sich die Ankunft unseres neuen Familienmitgliedes aufgrund meines Bänderanrisses leider verschoben hat. Aber am Samstag ist es nun endlich soweit. Und wie das immer ist, wenn etwas wirklich schönes ansteht, dann kriecht der Sekundenzeiger über die Uhr und kommt einfach nicht in die Gänge.

img_2835Ok, ganz so schlimm ist es nicht. Aber Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass mein Mann und ich uns nun doch sehnlichst diesen Tag herbei wünschen. Gerade heute Vormittag hat Gina sogar schon ein Begrüßungs-Geschenk bekommen. Ich habe mit der Patentante unseres Sohnes gefrühstückt und sie hatte gleich unsere Hündin mitbedacht (wie schön, dass ich solche besonderen Menschen in meinem Leben habe!). Klar, dass Ginas Ankunft dann auch teilweise unser Frühstücks-Gespräch bestimmt hat!

Und nun werde ich mich doch noch ein wenig mit arbeiten ablenken und schon mal mit dem Beitrag über den Besuch im Hospiz beginnen. Und Ihr drückt doch bitte die Daumen, dass am Samstag alles glatt geht und wir unsere Süße heile nach Hause bekommen, wo sie sich dann erst einmal in aller Ruhe einleben darf.

Ultralauf am Dörnberg

Da staunt Ihr… eben schreibe ich noch etwas von `langsam wieder fit werden´ (in meinem Beitrag „Fit mit 50“) und nun geht es um einen Ultralauf (alles was länger ist, als ein „gewöhnlicher“ Marathon; 42,195 km)!

Ihr ahnt es schon: ich bin den Ultra nicht gelaufen. Nein, der Ultraläufer in unserer Familie ist mein Mann Holger. Und auch wenn Fitness für mich nicht bedeutet, dass ich so lange Läufe machen muss, ist er für mich mit seiner Disziplin und Bewegungsfreude bereits seit über 20 Jahren ein Vorbild. Und ich liebe es, wenn er von seinen Läufen erzählt und so bin ich auf die Idee gekommen, ihn zu bitten von seinem letzten Lauf hier auf dem Blog zu erzählen. Viel Spaß beim Lesen!

Lebensbogen Ultra in Zierenberg – 19. Januar 2019
von Holger Vergin

Nach längerer Zeit war es mal wieder soweit: ich hatte mich für einen Ultralauf in der Nähe von Kassel angemeldet und beschlossen, schon am Freitag anzureisen. Da es sich bei diesem Traillauf um einen Einladungslauf handelte, war die Teilnehmerzahl eher gering – am Ende starteten ca. 20 Läufer und Läuferinnen – also sehr familiär. Den Veranstalter und einige Teilnehmer kannte ich schon länger und so freute ich mich auch auf nette Gespräche am Abend. Nach ca. drei Stunden Fahrt traf ich in Zierenberg ein und nachdem die anderen Übernachtungsgäste eingetroffen waren, gab es ein leckeres Abendessen in den Räumen der Lebensbogen-Gemeinschaft.

2Am Samstagmorgen genossen wir zusammen ein umfangreiches Frühstück. Das übliche fachsimpeln und die lockere Atmosphäre ließen im Übrigen keinen Gedanken an einen Wettkampf aufkommen und so standen wir schließlich gegen 9 Uhr an der „Startlinie“ und mit einem „Na denn mal los“ ließ uns Organisator Jochen auf die Strecke.

Knackiger Frost und erste Schneefälle hatten in den Tagen zuvor aus der Strecke eine tolle Winterlandschaft gezaubert. Ach ja, die Strecke. Es handelte sich um eine 10-KM-Runde, die im günstigsten Fall fünfmal gelaufen wurde. Zweimal sollte man links rum, zweimal rechts rum und die letzte Runde konnte man selbst die Richtung entscheiden. Dazu kamen ca. 330 Höhenmeter, so das am Schluss ca. 1.650 Höhenmeter auf der Uhr standen.

Aber der Reihe nach. Nach dem Start setzte ich mich erstmal souverän ans Ende des Feldes, um alles von hier kontrollieren zu können. Mit dem GPS-Gerät in der Hand – eine Streckenmarkierung gab es nicht, nur einen Track – lief ich los und schon nach 3hundert Metern waren wir im ersten Waldstück. Die schnelleren Läufer setzten sich rasch ab und wir bildeten mit fünf Teilnehmern den Schluss. Wir quatschten, mußten aber immer wieder auf den Weg achten. Zum einen lag überall ein wenig Schnee, aber auch unebene und gefrorene Teilstücke lösten sich ab. Auch hier ging es schon abwechselnd rauf und runter. „Traillaufen hat was mit Aufpassen zu tun“, hat mal ein Läufer gesagt. Wie wahr, gerade hier mit verschneiten und gefrorenen Wegen traf das genau zu.

1Nachdem wir ca. fünf Kilometer zurückgelegt hatten, bog der Track rechts ab und führte über einen steilen Anstieg zum Dörnberg hinauf. Trotz herrlichstem Sonnenschein war selbiger an dieser Stelle heute noch nicht aufgetaucht und so war dieses Teilstück – von Fahrspuren zerfurcht und an manchen Stellen war das vom Berg abfließende Wasser gefroren – besonders anspruchsvoll. Der Weg führte nach rechts, hier war eine Hütte und man hatte einen tollen Blick in nebelverhangene Täler.

Aber oben waren wir noch lange nicht. Schmale Singletrails führten serpentinenartig immer höher und dann wurde der Blick auf den Gipfel frei, der noch zu erklimmen war. Hier oben ging auch ein leichter Wind und nach der Kletterpartie waren wir froh, mal wieder ein Stück laufen zu können.

Nach weiteren tollen Aussichtspunkten drehte der Track dann rechts in den Wald und es ging bergab. Mit viel Vorsicht konnte man hier halbwegs herunterlaufen, dann gab es sogar ein Stück Aspalt, doch nach zweihundert Metern waren wir wieder auf geschotterten Wegen und dann wieder auf Trails unterwegs. Durch ein Drehgatter hindurch stieg der Weg nochmal steil an und an einer ungewöhnlichen Felsformation vorbei. Ein weiteres Drehgatter und nach eine kurzen Anstieg tauchte ein Schild auf, „Vorsicht Flugbetrieb“. Heute waren allerdings keine Segelflieger unterwegs und so konnten wir bedenkenlos die Ebene überqueren und sahen dann schon bald das Café der Wohnanlage der Lebensbogen-Gemeinschaft, das uns als Start und Ziel diente.

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Die erste Runde hatte ich nach ca. 75 Minuten absolviert, kurze Verpflegungsaufnahme, den Transponder zur Zeitnahme aktiviert und auf zur zweiten Runde. Diesmal lief ich nochmals in die gleiche Richtung und aus unserem Grüppchen waren so nach und nach einige zurückgeblieben oder schneller geworden, so dass wir zu zweit waren, als wir losliefen. Das ist dann auch bis zum Schluss so geblieben. Auf der zweiten Runde steckte ich mein GPS-Gerät an den Rucksack und wollte die Strecke nach dem Gedächtnis laufen. Das hat bis auf ein, zwei Stellen auch gut geklappt. Der Anstieg zum Dörnberg war wegen der Sonneneinstrahlung schon an einigen Stellen angetaut und mancher Teilnehmer kam uns schon entgegen, weil er nach der ersten Runde die Richtung gewechselt hat. Auch diese Runde konnte ich nach knapp 75 Minuten beenden, Verpflegung, auschecken und raus auf die dritte Runde, diesmal erst über das Flugfeld.

Der Anstieg zum Dörnberg von dieser Seite war gefühlt etwas länger und beim Abstieg musste man sehr aufpassen, nicht auszurutschen, so das an Laufen, zumindest für mich, nicht unbedingt zu denken war. Aber auch diese, so wie die vierte Runde konnten wir 21nach ca. 80 Minuten beenden, so das wir noch genug Zeit für die Schlußrunde hatten.
Mittlerweile hatte ich bei der Verpflegung auch meine geliebten Erdnüsse gefuttert, – dadurch nehme ich Salz auf, was für Ultras enorm wichtig ist – Apfelschorle dazu und auf ging es in die fünfte Runde, die Genussrunde. Hier nahm ich mir dann auch endlich Zeit für ein paar Bilder. Und so gelangten wir, meine unermüdliche Laufbegleiterin und ich, kurz vor 16 Uhr zum letzten Mal auf das Flugfeld und beendeten den Lauf nach 6:50 Stunden überglücklich und zufrieden.

22Die letzten waren wir dann im übrigen nicht. Einige Teilnehmer sind zwischendurch ausgestiegen und nach uns kamen noch mindestens zwei Läufer an.
Es gehören eben nicht nur läuferische Fähigkeiten dazu, solch eine Herausforderung zu meistern, auch der Kopf muss mitspielen. Aber wenn alles klappt, dann macht das Ganze unheimlich viel Spaß.
Ich bin jedenfalls froh, auch heutzutage noch diese Leistung bringen zu können. Meine Liebe zur Natur und zur Bewegung können sich in so einem Rahmen voll austoben.
Nach dem Duschen trafen wir uns noch im Cafe, die Urkunden und weitere Finisherpräsente wurden verteilt und dann machte ich mich auf die Heimfahrt.

 

Projekt abc – C wie Chinakohl

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In der 3. Woche des Projekts abc (dieses tolle Projekt wurde übrigens von Wortman – wieder – ins Leben gerufen) geht es um den Buchstaben C. Nachdem mir klar war, was ich da nehme, begann meine Muse auch schon Pläne zu schmieden. Und die waren doch unerwartet blutig…

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C wie Chinakohl

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich auf den Chinakohl gekommen bin. Vermutlich hatte ich gerade Hunger… Aber eins weiß ich genau: sobald ich wusste, dass ich ihn und keinen anderen als Fotomodell wollte, schoss mir genau dieses Arrangement, das ihr nun seht durch den Kopf. Nein, Moment! So ganz stimmt es gar nicht… zuerst habe ich mir ein Rezept rausgesucht, denn schließlich will ich den Chinakohl nach der Fotosession nicht wegschmeißen, sondern essen. Es gibt also „Chinakohl mit Tomatensahne“ (bei Interesse findet Ihr hier das Rezept) und dann schwupps stand mir dieses Bild vor meinem geistigen Auge!

Im Moment hat Kohl ja auch Saison. Wobei ich sagen muss, dass ich bisher kein großer Kohl-Esser war – warum eigentlich nicht?? Aber aktuell ändert sich das, denn ich habe in dieser Woche das erste Mal in meinem Leben eine Kohlsuppe gekocht. Mit Weißkohl. Und es wird in den nächsten Tagen außerdem noch Bandnudeln mit Spitzkohl geben. Notgedrungen… denn ich habe tatsächlich versehentlich den falschen Kohl gekauft. Glücklicherweise hat bei uns in der Nähe Sonntags ein Hofladen geöffnet und da habe ich tatsächlich gerade noch den Chinakohl, also den richtigen, echten Chinakohl gekauft. Das hätte ich auch morgen machen können? No way!!!!

Chinakohl stammt übrigens tatsächlich ursprünglich aus China, ganz wie sein Name es verspricht. Die Koreaner bereiten daraus Kimchi, also eingelegten und scharf gewürzten Kohl, zu. Das kenne ich bisher noch nicht, wäre also auch mal einen Versuch wert. Laut dem Internet hat Chinakohl übrigens das ganze Jahr über Saison und die bei uns am häufigsten verkaufte Sorte stammt wohl von einem chinesischen Urahnen mit dem Namen „Zahn des weißen Drachen“ ab – ich liebe ja solche Hintergrundinfos!

Ach ja, für alle die Kohl nicht besonders gerne mögen: diese Sorte schmeckt gar nicht besonders „kohlig“, sondern deutlich „sanfter“ (mir fällt gerade kein passenderes Wort ein, aber ich denke Ihr wisst worauf ich hinaus will).

Ja, nach all diesen neuen Erkenntnissen und dem davonpreschen meiner Fantasie bin ich ja wirklich gespannt, welche Blüten diese Projekt noch bei mir treiben wird…

Fit mit 50

In diesem Jahr werde ich 50. Bisher habe ich mir um mein Alter nie groß Gedanken gemacht. Für mich war es schlicht eine Zahl, die sich nach und nach vergrößerte (was ja nicht selbstverständlich ist…) und mir schon jede Menge Erfahrungen und Erlebnisse gebracht hat.

Warum ich mir nun gerade Gedanken mache? Ganz einfach: ein halbes Jahrhundert auf

Laufträume wahr machen

dem Buckel (und allen anderen Stellen…) zu haben, ist eben schon eine Hausnummer. Hier und da ist der Lack ein wenig ab. Und wenn ich heute z. B. stürze – wie im November, als ich auf dem Reitplatz umgeknickt bin – dann dauert es eben doch ein wenig, bis ich mich wieder aufgerappelt habe.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hatte ich großes Glück mit meiner Gesundheit. Natürlich war auch ich hier und da krank, aber das schlimmste war bisher meine rheumatoide Arthritis, die ich zum einen gut in den Griff bekommen habe und die zum anderen eben nicht lebensbedrohlich ist.

Ich kann definitiv nicht alles an Krankheiten verhindern, was vielleicht irgendwann noch auf mich zukommt, aber ich kann so gut es geht dafür sorgen, dass es mir seelisch, geistig und körperlich gut geht. Und da ich in den letzten 1,5 Jahren ziemlich geschludert habe – zu wenig Bewegung, zu viel Schokolade – möchte ich dies nun wieder ändern. Denn – siehe Überschrift – ich möchte auch noch mit 50+ fit sein.

Wie ich das anfangen will? Mein Wohlbefinden setzt sich aus vielen Teilen zusammen. Wie ein Puzzle ergibt es alles zusammen erst ein tolles Bild. Und da sind für mich die drei oben genannten Bereiche (Seele, Geist, Körper) wichtig.

Der Wohlfühl-Modus

Ganz wichtig ist mein persönlicher Wohlfühl-Modus, der sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammensetzt:

Da steht gemeinsame Zeit mit den liebsten Menschen (und ab nächsten Samstag mit dem liebsten Hund!!) ganz oben auf der Liste. Mein Mann, mein Sohn – durch die größere Entfernung sind das oft „nur“ Telefonate – und natürlich auch Freunde. Menschen mit denen ich schon lange mein Leben teile und die mein Leben bereichern und mit denen es einfach toll ist, etwas schönes zu unternehmen.

Dann trägt singen sehr zu meinem Wohlbefinden bei. Also Anlage an und Nicoles Karaoke Bar ist eröffnet. Seit mein Fuß wieder in Ordnung ist, kann ich dazu auch endlich wieder tanzen.

Schreiben, malen, basteln, fotografieren… kreativ sein bereichert mein Leben ebenfalls und sorgt oftmals für einen tollen Ausgleich. Denn hierdurch verarbeite ich auch vieles oder halte es als Erinnerung fest.

Was für den Kopf

Das Gehirn in Wallung zu bringen, ist ja auch immer wichtig. Natürlich passiert dies automatisch, wenn ich mich kreativ betätige. Aber ich finde es auch wichtig, etwas neues zu lernen. Mal ist es eine Sprache, die ich für den Urlaub eine Weile lerne. Oder aktuell meine Ausbildung zur Seelfrau, die mich durch den theoretischen Anteil hirnmäßig fordert.

Nicht zu vergessen: die körperliche Fitness

„In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ – so sagt man. (Wobei es sich hier lediglich um ein verkürztes Zitat aus den Satiren des römischen Dichters Juvenal handelt) Aber genauso ist es ja letztendlich. Wenn ich den ganzen Tag rumsitze, wird mein Gehirn nicht vernünftig durchblutet und kann so – wie ein Auto ohne Treibstoff – nicht vernünftig arbeiten. Mal abgesehen von der Muskulatur die erschlafft und, und, und…

Mit zunehmendem Alter ist es noch wichtiger am Ball zu bleiben. Also habe ich bereits vor meinem Bänderanriss wieder begonnen, zu sporteln. Und nach der Zwangspause geht es nun auch munter weiter. Monat für Monat setze ich mir Ziele und schaue auch entsprechend, was meinem Körper gut tut, was mir Spaß macht (sehr wichtiger Punkt!) und ob es evtl. etwas zu optimieren oder steigern gibt.

Yoga und Tibeter

Seit etlichen Jahren mache ich nun schon – mal mehr, mal weniger – Yoga. Anfangs mit langen Zähnen, weil ich mir Ziele gesetzt hatte, die zu hoch gesteckt waren. Im Moment mache ich pro Einheit ein kleines Programm, das knapp 15 Minuten dauert. Um in Sachen Beweglichkeit Abwechslung zu haben, mache ich – ebenfalls seit Jahren – die 5 Tibeter. Auch hier kommen etwa 15 Minuten zusammen. Bisher habe ich nach Lust und Laune gewechselt, das werde ich mir jetzt aber nochmal neu überlegen. Bevor ich mit Yoga begonnen hatte, war mir übrigens nie klar gewesen, wie wichtig Beweglichkeit für den Körper ist. Hey, dann konnte ich manches eben nicht mehr. Ich werde ja älter… Hier gilt, wie bei vielem: so gut es geht am Ball bleiben. Und manches an Beweglichkeit habe ich mir tatsächlich auch zurück erobert.

Reiten

Seit 2,5 Jahren reite ich wieder. Viele Jahre Pause lagen dazwischen – früher hatte ich eigene Pferde – und natürlich bin ich nicht einfach so wieder aufs Pferd gehüpft. Anfangs musste ich meine Knochen ganz neu sortieren und mich wieder einfühlen. Aber insgesamt ist es wie mit dem Fahrrad fahren: komplett verlernt man es nicht. Und ich beschäftige dabei Muskeln, die ich sonst – gefühlt – nirgends benötige, ganz abgesehen von dem Balance Gefühl. Und daher ist dieses 1 – 2 x wöchentlich (aus-) reiten echt Gold wert. Mal ganz abgesehen davon, dass Pferde (besonders Dalli, die Stute die ich reite) einfach großartige Tiere sind, denen von Kindesbeinen an, mein Herz gehört.

Spazierengehen, wandern und laufen

Im vergangenen Jahr wollte ich wieder groß ins wandern und laufen einsteigen. Was dann aus gesundheitlichen Gründen (psychisch und physisch) nicht geklappt hat. Aber ich bin trotz allem täglich spazieren gegangen, was immerhin dafür gesorgt hat, dass ich – laut eines Check-ups bei meiner Hausärztin – putzmunter und gesund bin.

Und dieses spazierengehen wird nun durch einen Personal Coach ausgeweitet: Gina, unsere Hündin, die nächste Woche Samstag endlich bei uns einziehen wird (kreisch, jubel, hüpf im Kreis!), wird diesen Job übernehmen. Wir werden auf langen Touren (wenn wir beide fit genug dafür sind) die Gegend erkunden und so dafür sorgen, dass es uns beiden gut geht. Und nach einer Eingewöhnungsphase werde ich dann auch mit ihr trainieren, dass wir kleine Laufeinheiten zusammen versuchen. Mal schauen, ob uns das dann Spaß macht.

Da war noch was… Krafttraining

Gerne möchte ich auch künftig noch gut bei Kräften sein. Und auch hier muss ich für meine Muskulatur etwas tun, denn die baut nun rasch ab, wenn ich nicht wachsam bleibe. 2 x die Woche ein winzig kleines Hanteltraining. Damit habe ich gerade erst letzte Woche angefangen und von Gewichten an der Hantelstange ist im Moment noch keine Rede. Die Stange allein wiegt schon 10 kg und wenn ich die über den Kopf stemme, dann ist das schon eine Herausforderung. Eine, die mir übrigens gut tut und die mir – wider Erwarten – tatsächlich Spaß macht!

Ja, ich habe einiges vor in den Monaten bevor ich im Dezember 50 werde. Und ich freue mich sehr auf diese Zeit, vor allem auf das Gefühl, wieder ohne zu schnaufen, Treppen steigen zu können oder dann eben auch mit unserer Gina durch den Garten zu toben. Und beim reintragen der Einkäufe nicht mehr in die Knie zu gehen, kann auch nur von Vorteil sein!