Fit mit 50

In diesem Jahr werde ich 50. Bisher habe ich mir um mein Alter nie groß Gedanken gemacht. Für mich war es schlicht eine Zahl, die sich nach und nach vergrößerte (was ja nicht selbstverständlich ist…) und mir schon jede Menge Erfahrungen und Erlebnisse gebracht hat.

Warum ich mir nun gerade Gedanken mache? Ganz einfach: ein halbes Jahrhundert auf

Laufträume wahr machen

dem Buckel (und allen anderen Stellen…) zu haben, ist eben schon eine Hausnummer. Hier und da ist der Lack ein wenig ab. Und wenn ich heute z. B. stürze – wie im November, als ich auf dem Reitplatz umgeknickt bin – dann dauert es eben doch ein wenig, bis ich mich wieder aufgerappelt habe.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hatte ich großes Glück mit meiner Gesundheit. Natürlich war auch ich hier und da krank, aber das schlimmste war bisher meine rheumatoide Arthritis, die ich zum einen gut in den Griff bekommen habe und die zum anderen eben nicht lebensbedrohlich ist.

Ich kann definitiv nicht alles an Krankheiten verhindern, was vielleicht irgendwann noch auf mich zukommt, aber ich kann so gut es geht dafür sorgen, dass es mir seelisch, geistig und körperlich gut geht. Und da ich in den letzten 1,5 Jahren ziemlich geschludert habe – zu wenig Bewegung, zu viel Schokolade – möchte ich dies nun wieder ändern. Denn – siehe Überschrift – ich möchte auch noch mit 50+ fit sein.

Wie ich das anfangen will? Mein Wohlbefinden setzt sich aus vielen Teilen zusammen. Wie ein Puzzle ergibt es alles zusammen erst ein tolles Bild. Und da sind für mich die drei oben genannten Bereiche (Seele, Geist, Körper) wichtig.

Der Wohlfühl-Modus

Ganz wichtig ist mein persönlicher Wohlfühl-Modus, der sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammensetzt:

Da steht gemeinsame Zeit mit den liebsten Menschen (und ab nächsten Samstag mit dem liebsten Hund!!) ganz oben auf der Liste. Mein Mann, mein Sohn – durch die größere Entfernung sind das oft „nur“ Telefonate – und natürlich auch Freunde. Menschen mit denen ich schon lange mein Leben teile und die mein Leben bereichern und mit denen es einfach toll ist, etwas schönes zu unternehmen.

Dann trägt singen sehr zu meinem Wohlbefinden bei. Also Anlage an und Nicoles Karaoke Bar ist eröffnet. Seit mein Fuß wieder in Ordnung ist, kann ich dazu auch endlich wieder tanzen.

Schreiben, malen, basteln, fotografieren… kreativ sein bereichert mein Leben ebenfalls und sorgt oftmals für einen tollen Ausgleich. Denn hierdurch verarbeite ich auch vieles oder halte es als Erinnerung fest.

Was für den Kopf

Das Gehirn in Wallung zu bringen, ist ja auch immer wichtig. Natürlich passiert dies automatisch, wenn ich mich kreativ betätige. Aber ich finde es auch wichtig, etwas neues zu lernen. Mal ist es eine Sprache, die ich für den Urlaub eine Weile lerne. Oder aktuell meine Ausbildung zur Seelfrau, die mich durch den theoretischen Anteil hirnmäßig fordert.

Nicht zu vergessen: die körperliche Fitness

„In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ – so sagt man. (Wobei es sich hier lediglich um ein verkürztes Zitat aus den Satiren des römischen Dichters Juvenal handelt) Aber genauso ist es ja letztendlich. Wenn ich den ganzen Tag rumsitze, wird mein Gehirn nicht vernünftig durchblutet und kann so – wie ein Auto ohne Treibstoff – nicht vernünftig arbeiten. Mal abgesehen von der Muskulatur die erschlafft und, und, und…

Mit zunehmendem Alter ist es noch wichtiger am Ball zu bleiben. Also habe ich bereits vor meinem Bänderanriss wieder begonnen, zu sporteln. Und nach der Zwangspause geht es nun auch munter weiter. Monat für Monat setze ich mir Ziele und schaue auch entsprechend, was meinem Körper gut tut, was mir Spaß macht (sehr wichtiger Punkt!) und ob es evtl. etwas zu optimieren oder steigern gibt.

Yoga und Tibeter

Seit etlichen Jahren mache ich nun schon – mal mehr, mal weniger – Yoga. Anfangs mit langen Zähnen, weil ich mir Ziele gesetzt hatte, die zu hoch gesteckt waren. Im Moment mache ich pro Einheit ein kleines Programm, das knapp 15 Minuten dauert. Um in Sachen Beweglichkeit Abwechslung zu haben, mache ich – ebenfalls seit Jahren – die 5 Tibeter. Auch hier kommen etwa 15 Minuten zusammen. Bisher habe ich nach Lust und Laune gewechselt, das werde ich mir jetzt aber nochmal neu überlegen. Bevor ich mit Yoga begonnen hatte, war mir übrigens nie klar gewesen, wie wichtig Beweglichkeit für den Körper ist. Hey, dann konnte ich manches eben nicht mehr. Ich werde ja älter… Hier gilt, wie bei vielem: so gut es geht am Ball bleiben. Und manches an Beweglichkeit habe ich mir tatsächlich auch zurück erobert.

Reiten

Seit 2,5 Jahren reite ich wieder. Viele Jahre Pause lagen dazwischen – früher hatte ich eigene Pferde – und natürlich bin ich nicht einfach so wieder aufs Pferd gehüpft. Anfangs musste ich meine Knochen ganz neu sortieren und mich wieder einfühlen. Aber insgesamt ist es wie mit dem Fahrrad fahren: komplett verlernt man es nicht. Und ich beschäftige dabei Muskeln, die ich sonst – gefühlt – nirgends benötige, ganz abgesehen von dem Balance Gefühl. Und daher ist dieses 1 – 2 x wöchentlich (aus-) reiten echt Gold wert. Mal ganz abgesehen davon, dass Pferde (besonders Dalli, die Stute die ich reite) einfach großartige Tiere sind, denen von Kindesbeinen an, mein Herz gehört.

Spazierengehen, wandern und laufen

Im vergangenen Jahr wollte ich wieder groß ins wandern und laufen einsteigen. Was dann aus gesundheitlichen Gründen (psychisch und physisch) nicht geklappt hat. Aber ich bin trotz allem täglich spazieren gegangen, was immerhin dafür gesorgt hat, dass ich – laut eines Check-ups bei meiner Hausärztin – putzmunter und gesund bin.

Und dieses spazierengehen wird nun durch einen Personal Coach ausgeweitet: Gina, unsere Hündin, die nächste Woche Samstag endlich bei uns einziehen wird (kreisch, jubel, hüpf im Kreis!), wird diesen Job übernehmen. Wir werden auf langen Touren (wenn wir beide fit genug dafür sind) die Gegend erkunden und so dafür sorgen, dass es uns beiden gut geht. Und nach einer Eingewöhnungsphase werde ich dann auch mit ihr trainieren, dass wir kleine Laufeinheiten zusammen versuchen. Mal schauen, ob uns das dann Spaß macht.

Da war noch was… Krafttraining

Gerne möchte ich auch künftig noch gut bei Kräften sein. Und auch hier muss ich für meine Muskulatur etwas tun, denn die baut nun rasch ab, wenn ich nicht wachsam bleibe. 2 x die Woche ein winzig kleines Hanteltraining. Damit habe ich gerade erst letzte Woche angefangen und von Gewichten an der Hantelstange ist im Moment noch keine Rede. Die Stange allein wiegt schon 10 kg und wenn ich die über den Kopf stemme, dann ist das schon eine Herausforderung. Eine, die mir übrigens gut tut und die mir – wider Erwarten – tatsächlich Spaß macht!

Ja, ich habe einiges vor in den Monaten bevor ich im Dezember 50 werde. Und ich freue mich sehr auf diese Zeit, vor allem auf das Gefühl, wieder ohne zu schnaufen, Treppen steigen zu können oder dann eben auch mit unserer Gina durch den Garten zu toben. Und beim reintragen der Einkäufe nicht mehr in die Knie zu gehen, kann auch nur von Vorteil sein!

11 Kommentare zu „Fit mit 50

  1. Da hast Du Dir ja einiges vorgenommen. Aber es stimmt schon. Spätestens ab 50 sollte man umdenken und mehr auf sich acht geben, damit wir noch die nächsten 20 bis 30 Jahre fit durchs Leben kommen.
    Ich arbeite auch gerade wieder aktiv daran.
    LG Pat

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    1. Etliches davon setze ich ja schon mehr oder weniger konsequent in den letzten Jahren um. Insofern habe ich dem Sport-Berg nur noch ein wenig mehr Sand aufgeschüttet 😉
      Dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim aktiv sein und dann auf die – hoffentlich – nächsten 20 – 30 Jahre!
      Liebe Grüße zurück
      Nicole

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  2. 50 zu werden, war bei mir sehr schlimm. Das lag nicht an den Gedanken an ein halbes Jahrhundert. Ich weiß es auch nicht. Je näher der Tag kam, umso weniger war ich in der Lage einen normalen Alltag zu leben. Einige Tage nach meinem Geburtstag, den ich nicht mit jemanden gefeiert habe, ging es wieder aufwärts. Danke liebe Eltern, dass ihr mich in den 60er Jahren in die Welt geschmissen habt!
    Doch was Du hier in vielen Worten an Programm verkündest, hört sich nicht so an, als gäbe es eine unbestimmbare Angst vor einer Zahl. Du kannst auch gut texten, gehst methodisch vor. Einleitung mit einigen heiteren Wendungen, Zwischenüberschriften, drei Bereiche vornehmen und den Leser in alle Details einweihen, bis die Augen tränen. Mir ist der Körper-/Sportteil viel zu lang.
    Viele spannender wäre ein Beitrag im Dezember,von dem, was Du alles geschafft hast – in Prozent! Da wette ich, es sind weniger als 10 %. Ich halte das für utopisch, denn viele Menschen planen und überlegen sich etwas, was sich positiv und vernünftig anhört und genauso vielen gelingt es nicht.
    Ich entschuldige mich sofort, wenn ich gar nicht zu Deiner Zielgruppe gehöre.

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    1. Es tut mir leid, dass Dir Dein Fünfzigster derart zu schaffen gemacht hat.

      Nein, ich hatte bisher keine Alterszahlen-Ängste. Meine Gedanken drehen sich darum – wie im Beitrag ja auch zu lesen ist – wie ich mir meine kommenden Jahre so gut und positiv wie möglich gestalten kann. Sicherlich wird es immer mal wieder Beiträge in dieser Richtung geben, die zeigen werden, wie mein Weg weiterverlaufen ist.

      Um zu entscheiden, ob Du zu meiner Zielgruppe gehörst, müsste ich erstmal eine haben. 😀 Ich schreibe hier über alles was mich interessiert, bewegt, begeistert, über das was ich tue und manchmal über das was ich lasse. Und dann freue ich mich über alle, die es lesen mögen!

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      1. Und mir tut es leid, denn ich glaube, mein Ton war etwas zu ruppig. Manchmal möchte ich Menschen, die ich symphatisch finde, vor vermeindlichen Schaden bewahren, ob jener existiert oder nicht …
        Ja, die Angst vor der 50 war so grauenvoll, dass ich professionlle Hilfe in Anspruch nehmen musste. Aber auch mein Buch „Urbanicity“ schrieb, in dem der „Held“ ein 50-jähriger ist.

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  3. @christoph: ein bisschen rumpoltern ist völlig ok und dass Du gutes für mich im Sinn hattest, habe ich schon verstanden! 😀
    Ja, manchmal braucht man Hilfe, um wieder aus dunklen Löchern heraus zu kommen. Gut, dass Du das in Anspruch genommen hast. Anscheinend ist es oft so, dass Kreativität erst aus so einem Schlamassel entsteht. Toll, dass Du das Grauen in ein Buch verwandeln konntest. Im Nachhinein betrachtet doch bestimmt sehr spannend für Dich!

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    1. Danke! Ja, es gibt auch ein paar richtig gute Lacher darin … 😀
      Es ist oft leicht gesagt, dass man sich selbst nicht so ernst nimmt, oder man dies doch tun sollte. Ein Punkt ist aber, mein Leben lebt kein anderer für mich. Das ist manchmal richtig toll, manchmal eher nicht …

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  4. Das hört sich alles sehr gut und lobenswert an, liebe Nicole. Auch wenn wir nicht alles in unseren Händen haben, so können wir unser Bestes geben.
    Die 50 war für mich kein Grund zur Panik, die nächste Null war deutlich schlimmer und selbst mit nun Mitte 60 bin ich noch fit, gesund und dankbar dafür.

    Herzlich,
    Anna-Lena

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