abc.Etüden – Das Vor-Spiel

Etüde
Heute gibt es mal – höchst ungewohnt – zwei Beiträge der Waldträumerin. Ja, ich möchte in dieser Woche so gerne noch an den aktuellen Etüden teilnehmen und da es schon wieder kurz vor Tore Schluss ist… voilà!

Daher gibt es auch noch nicht die versprochene Fortsetzung, sondern einfach mal einen Schuss ins Wort-Blaue.

Und wer jetzt nicht weiß, was die abc.Etüden überhaupt sind: drei Begriffe (dieses Mal: Kartoffel, anzüglich und bevormunden) in max. 300 Wörtern unterbringen. Wenn Ihr wissen wollt, wer das Ganze initiert und wer sonst noch mit macht, dann schaut doch bei Christiane vorbei!

Und hier ist meine Mini-Geschichte:

Das Vor-Spiel
von Nicole Vergin

Das Messer gleitet durch die weich gekochte Kartoffel. Millimeter für Millimeter, bis sie auseinanderfällt. Eine Hälfte auf den blanken Teller, die andere mitten hinein in die dunkle sämige Bratensoße.
Die Gabel befindet sich bereits auf dem Weg durch die Luft. Wie ein Raubvogel lässt sie sich von oben herabsinken, durchsticht das gelbe Innenleben. Was dann folgt, ist ein Flug durch die Luft. Immer mit der Gefahr eines drohenden Absturzes im Nacken. Ein Mund, der sich sehnsüchtig öffnet und anzüglich die rote Zunge ein Stück weit hervorschiebt.
„Spiel nicht mit dem Essen!“
Scharfe bevormundende Worte, die dem Genuss Abenteuer ein rasches Ende bescheren.

102 Wörter

14 Kommentare zu „abc.Etüden – Das Vor-Spiel

  1. So wird auch das Essen zum spannenden Thriller. 🙂 Mir ist es aber lieber jemand spielt mit seinem Essen, ob Kind doer Erwachsener, als solche Leute, die einfach nur alles in sich reinstopfen, ohne das Essen als solches zu würdigen.
    Grüße, Katharina

    Gefällt 3 Personen

    1. Das sehe ich ganz genauso, Katharina! Essen ist so etwas schönes und es einfach nur in sich hinein zu stopfen ist traurig. Da geht soviel Genuss verloren – zumindest, wenn es etwas selbst gekochtes ist!
      Liebe Grüße
      Nicole

      Gefällt 1 Person

  2. Eine Kartoffel kann man mit dem Messer in viele Leben zerschneiden oder mit zwei Gabeldrücken platt machen und dann in Sauce ertränken und zermalmen.
    Und die Scheiben kann man bestrafen, wenn sie von der Gabel fallen und sie zermatschen. Den Garaus machen. Welch animalisch schöner Genuss und welche Befreiung!

    Im Herbst bestelle ich mindesten vier Zentner!

    Gefällt 2 Personen

  3. Man soll dem Essen Ehre erweisen. WIE man es tut, wenn man es tut – warum kann das nicht jede*r nach seiner Fasson tun? Ich habe diese ganzen unsäglichen Vorschriften, wie man sich „richtig“ oder „gut“ zu benehmen hat, oft so satt …
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 1 Person

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