Die Auskurier-Zeit für das Hunde-Training nutzen

Bereits bei meinem letzten Bänderanriss im vergangenen Jahr durfte ich erfahren, wie lange es dauert, bis der Fuß wieder belastbar ist. Der Unterschied zu diesem Jahr war jedoch, dass Gina noch nicht bei uns lebte. Das ändert so einiges…

All die Stunden auf dem Sofa (hochlegen, kühlen…) brauchte ich nun nicht alleine durchzustehen. Gina und ich haben „bis zur Bewusstlosigkeit“ gekuschelt und diesen Teil der Zeit genossen.

Aber es bedeutet leider auch, dass ich fast drei Wochen keine Spaziergänge mit ihr machen konnte. Naja, das habe ich Euch ja alles schon erzählt.

Nun habe ich diese Zeit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern mit Gina weiterhin trainiert. Eben all das, was auch im sitzen oder an Krücken stehend geht. Wir haben z. B. die Grundkenntnisse nochmal aufgefrischt: Sitz und Platz – beides so lange, bis ich „Lauf“ sage, und sie wieder los darf. Dann habe ich mich auf Youtube schlau gemacht, was man einem Hund so alles beibringen kann. Und Ihr könnt mir glauben, da ist Mensch sehr erfinderisch.

Will ich aus Gina etwa eine Zirkushündin machen? Nein. Aber ich möchte sie nicht nur körperlich, sonder auch geistig auslasten. Gerade in dieser Zeit, wo die Bewegung doch kürzer kommt. Und daher kann sie nun auch Pfötchen geben (wobei sie oft so aufgeregt ist, dass sie sich auf den Rücken schmeisst und mir alle Pfoten hinstreckt) und auf Ansage sucht sie versteckte Leckerchen (drinnen in einem Handtuch verpackt und draußen auch im Gras oder auf Gegenständen).

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Und seit ich wieder an Krücken durch den Garten hüpfen kann, sind wir auch da kreativ geworden: wenn ich mit der Hand in der Luft einen Kreis beschreibe und „Herum“ sage, dann läuft sie ein Mal um den Carport Pfosten (wahlweise auch einen Baum) herum. Auch meine Krücke findet Einsatz, in dem ich sie als kleines Hindernis verwende, über das Gina nach einem „Hopp“ hinüber hüpft.

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Das aufregendeste erleben wir aber, seit ich wieder kleine Runden mit ihr spazierengehen kann. An einer Krücke und ganz langsam (ja, meine übermütige Hündin passt sich da tatsächlich an, so gut es ihr möglich ist) gehen wir einen langen Feldweg hoch und runter. Rechts und links befinden sich Maisfelder und die nächste Straße ist weit genug entfernt, damit sie nicht vor ein Auto läuft. Außerdem gehen wir in der Mittagszeit und da bin ich im Moment die einzige, die unterwegs ist.

Und so haben wir es gewagt… unser wochenlanges Rückruf Training findet nun auf diesem Feldweg statt. Was an einer Schleppleine und im Garten begonnen hat, funktioniert nun schon so gut, dass ich wahnsinnig stolz auf unsere Gina bin. Denn in unserer Hündin (ein Podenco-Mix) steckt ein Jagdhund. Und selbst wer sich mit Hunden nicht auskennt, kann sich vorstellen, dass Hunde, die gerne jagen (ein bisschen steckt da wohl in jedem…), ich sage mal manchmal „aufwendiger“ zurück zu holen sind. Da bedarf es zahlreicher kleiner Übungsschritte, viel Geduld, viel Lob und einem riesigen Haufen Liebe.

Tja, und für all das habe ich im Moment natürlich deutlich mehr Zeit als sonst. Da soll doch nochmal einer sagen, dass eine Fußverletzung nur negativ ist!

Ach ja, zum Thema Hundetraining allgemein: was ich immer wieder feststelle ist, dass nicht jede Trainingsmethode zu Gina und mir (und meinem Mann!) passt. Ich höre mir gerne vieles an (von unserem Hundetrainer und auf Youtube) und dann machen wir einen Mix daraus. Und dass funktioniert dann richtig gut und macht uns auch Spaß. Denn ohne Spaß ist es doch dröge, etwas neues zu erlernen.

Zum Abschluss noch meine zwei Lieblings-Hunde-Youtuberinnen (Achtung: unbezahlte WERBUNG aus schlichter Begeisterung): Ikarusdoodle und Vroni´s Hundeschule. Und im echten Leben trainieren wir in der Hundeschule am Steinhuder Meer.

16 Kommentare zu „Die Auskurier-Zeit für das Hunde-Training nutzen

  1. Liebe Nicole,
    ich finde es wirklich total toll, dass du diese schwere Zeit so gut nutzt. Für alle ein Gewinn, auch wenn die Schonung nicht freiwillig ist, ihr habt echt das Beste daraus gemacht.
    Mit den Tipps der Profis ist es – glaube ich – meist so, dass man sie nur umsetzen kann, wenn man sie an sich selbst anpasst.
    Weiterhin viel Erfolg, Spaß am Training und natürlich gute Besserung,
    damit ihr recht bald wieder zusammen herum tollen könnt.
    Liebe Grüße
    moni

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    1. Danke, liebe Moni. Wobei ich dazwischen Tage habe, an denen ich echt mit den Zähnen knirsche, weil es mir so auf die Nerven geht… 😉
      Und mit den Tipps der Profis hast Du absolut Recht. Da gibt es ja unglaublich viele Meinungen und Methoden, da muss man aufpassen, dass einen das nicht überrollt.
      Dankeschön! Und Dir wünsche ich noch ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Bei unserem verstorbenen Rüden war das immer so genial – wenn ich Leckerlis verteilt habe, hat er das gesamte gelernte Repertoire abgespult, weil es ihm immer zu lange gedauert hat. Die Hündin wartet immer bis ich den Befehl gebe.

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    1. Herrlich! Ja, unsere bisherigen Hunde waren auch alle so unterschiedlich. Wir hatten eine Hündin, die hat sich z. B. überhaupt nicht fürs spielen interessiert. Sie lag lieber „schön und elegant“ in der Ecke. Simple Spaziergänge haben ihr völlig genügt. Alles andere… pah! Aber genau das macht ja jeden einzelnen von ihnen aus. ❤

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  3. Ich habe nie die Belohnungsstrategien mit Leckerli-Belohnung angewendet, sondern meine HAIKA mit Worten und Streicheln belohnt. Das klappt auch. Sie hat daraus die Angewohnheit entwickelt, dass sie in ziemlicher Regelmässigkeit meine Hand mit ihrer Schnauze anstupst.
    Ich versuche auch, ihr möglichst viel Freiheit zu lassen. Selbst wenn sie mal ausbüxt: sie kommt nach spätestens 5 Minuten von alleine zurück.

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    1. Wie schön, dass Du mit Deiner Hündin eine so innige Beziehung hast und ihr da auch Euren ganz eigenen Weg gefunden habt! Was ist Haika (toller Name!) denn für eine Hunde-Dame?
      Ich wünsche Euch auf jeden Fall noch viel schöne gemeinsame Zeit!

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      1. Haika ist jetzt 7 Jahre alt, sie ist eine Schäferhündin, vom Wuchs her eher klein, so dass man zunächst den Eindruck hat, sie wäre jünger. Wir haben sie jetzt seit 4.1/2 Jahren. Sie ist Französin. Obwohl sie eine schwere Zeit hatte (ausschließlich Haltung in einem kleinen Käfig, Maul mit Draht zugebunden, damit sie nicht bellt) und zum Schluß durch die französische Polizei beschlagnahmt wurde, ist sie eine ganz tolle Hündin. Kinderlieb und freundlich zu jedem. Obwohl sie anscheinend einen Überschuss an männlichen Hormonen hat, denn sie versucht auf drei Beinen wie ein Rüde zu markieren. Unsere Kinder und Enkelkinder lieben sie!

        Wenn Du Lust hast, schau Dir mal die Webseite vom Tierheim an, wo über sie berichtet wird:
        https://www.grenzenlose-hundehilfe.de/haika.htm

        Wünsche auch Dir viel Spass weiterhin mit Deinem Vierbeiner oder Vierfüßer (na, keine Lust auf die aktuelle Etüde?)

        LG Werner

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  4. Da habt Ihr ja eine kleine, motivierte und begabte Maus erwischt. 😀 Wenn ich sehe was Gina alles schon so kann – einfach toll! Ihr macht das auch genau richtig! ❤ Man muss immer auf den Hund und seine Veranlagung eingehen. Dann klappt das mit der Erziehung und beide – Mensch und Hund – haben eine Menge Spaß dabei. Ich habe meinen Hunden auch immer alles möglich beigebracht, je nach Veranlagung des Hundes. Man merkt es, wenn man richtig liegt, denn dann macht der Hund freudig mit.
    Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung und viel Spaß beim Training! ❤ 🙂
    LG Susanne
    PS: Bei der Wahl der Hundeschule sollte man sehr vorsichtig sein.

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    1. Oh ja, das haben wir. 😀 Und ich sehe es auch so, dass es beiden Seiten im Hund-Mensch-Team Spaß machen muss. Wenn es eine lästige Pflicht ist, ist es doch doof.
      Danke für Deine lieben Wünsche! ❤ Ich wünsche Dir ein zauberhaftes Wochenende und sende Dir
      liebe Grüße
      Nicole
      P.S. Oh ja…

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  5. Na das liest sich ja super liebe Nicole, so ist doch noch etwas positives dabei herausgekommen. Das mit dem Training und der Begabung/Begeisterung kann ich sehr gut nachvollziehen. Unseren Labrador habe ich „longiert“ – ohne Leine nur auf Kommando aus der Mitte heraus über Hürden etc. pp. Da habe ich mal eine ganz tolle DVD dazu gehabt, das hat uns beiden total viel Spaß gemacht. Unsere Coco fand das von Anfang an doof, aber suchen und bringen (dabei ist sie eigentlich kein Apportierhund) das ist ihr Ding 😉 So kann es eben sein mit den Tieren.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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    1. Danke, liebe Kirsi! Ja, ich bemühe mich, alles so positiv wie möglich zu sehen. Mal klappt es super und mal… naja 😉
      Vom Hunde longieren habe ich bisher nur gelesen. Finde ich auch sehr spannend! Ja, es gibt ja heutzutage ein ungeheures Angebot. Und manches finde ich auf den ersten Blick total dusselig und dann… stelle ich fest, dass es bei näherer Betrachtung doch Spaß macht. 😉
      Dir und Deinen Tieren weiter viel Spaß!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Nicole

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  6. @ Werner Kastens: Das gefällt mir habe ich gedrückt, weil ich froh bin, dass Haika bei Euch so ein gutes Zuhause gefunden hat! Mir sind die Tränen gekommen, als ich die Beschreibung bei Deinem Link und Deinen Kommentar gelesen habe. Es ist unfassbar, was Menschen sich und anderen Lebewesen antun. Und ist es nicht fast ein Wunder, dass Haika dann trotzdem noch so lieb ist??!! So eine wunderschöne Hundedame! ❤ Alles Liebe für sie weiterhin!

    Unsere Gina hatte da mehr Glück. Sie ist mit einem halben Jahr in einer Tötungsstation gelandet, aber fast sofort darauf ins Tierheim gekommen. Wo sie dann noch ein halbes Jahr verbracht hat und es dort so gut hatte, wie Hund es eben im Tierheim haben kann. Und sie ist so eine liebe und so eine dankbare Hündin. Um nichts würden wir sie wieder hergeben wollen! ❤

    Dir auch weiter viel Spaß!
    Liebe Sonntagsgrüße
    Nicole

    P.S. Wieso? Geht es in der aktuellen Etüde um Vierbeiner?? Dann werde ich doch auf jeden Fall Deine Etüden lesen! 😀

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