„Eigene Wege sind schwer zu beschreiben…

… sie entstehen ja erst beim Gehn.“

„Meine eigenen Wege“, so heißt das Lied (den Text findet Ihr hier) von Heinz Rudolf Kunze, in dem diese Zeile enthalten ist. 1988 erschien es. Ich war 19 und es sprach mich an. Denn „Meine eigenen Wege“ wollte ich schon damals gehen. Gelungen ist mir das nicht immer. Oft war ich Mitläuferin. Ja-Sagerin zu anderen Wegen.

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Im Nachhinein betrachtet, haben all diese mitgelaufenen Wege, all die Sackgassen, in denen ich mir den Kopf blutig gehauen habe, mich zu der gemacht, die ich heute bin. Und es waren viele wunderbare Wege dabei. Auf ihnen bin ich Menschen begegnet, denen ich dankbar bin, dass wir ein Stück zusammen gegangen sind. Ohne, dass einer vorweg lief und der andere gezogen wurde. Einfach so. Seite an Seite.

Ich habe schon oft gehört und gelesen, dass die Wechseljahre für Frauen viele Veränderungen im Gepäck haben. Ob es tatsächlich daran liegt, kann ich nicht sagen. Aber Tatsache ist, dass ich seit ein, zwei Jahren andere Wege gehe.

Schon öfter habe ich in meinem Beiträgen davon geschrieben, dass ich gelernt habe, `Nein´ zu sagen. Daran war früher nicht zu denken. Es war mühsam, diese vier Buchstaben über die Lippen zu bekommen. Doch mit der Zeit wurde es leichter. Denn, so eine Art `Nein´ ist ein Ja zu mir selber.

Meine Aus- und Weiterbildungen zur Sterbe- und Trauerbegleiterin sind der größte Schritt auf meinem neuen Weg. Und nachdem nun schon das erste Jahr vergangen ist, stelle ich fest, dass sich in meinem Umfeld einiges getan und vor allem verändert hat. Es gibt Menschen, die mögen diese Veränderungen bei mir nicht und haben sich zurück gezogen. Und dann gibt es Menschen, bei denen ICH festgestellt habe, dass wir nicht mehr zusammen passen. Ja, das tut auch weh. Mal mehr, mal weniger. Aber ich merke auch, dass es nötig und gut ist.

Es gibt Tage, an denen habe ich einfach nur Angst. Angst, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben oder noch zu treffen. Angst, dass mein neuer Weg mich in die Irre führt. Denn noch weiß ich nicht, wo es lang geht. Ja, ich habe gewisse Vorstellungen, aber mit jedem Schritt entdecke ich zur Zeit neues und vieles davon verändert in mir noch ein Stückchen mehr.

Die meiste Zeit wandere ich den Weg voller Freude, singend und pfeifend entlang. Ich freue mich über all die Menschen, die mir begegnen und bin gespannt, wer noch alles meinen Weg kreuzen wird.

„Das wird schon“, sagt einer meiner Herzensmenschen immer. Und daran glaube ich auch. Denn „eigene Wege entstehen ja erst beim Gehn.“ Und so mache ich – mal mehr, mal weniger mutig – einen Schritt nach dem anderen und bin dankbar für die Möglichkeit, dies tun zu können.

Quedlinburg – eine Stadt voller Geschichte UND Unser erster Urlaub mit Hund

In den letzten Jahren sind mein Mann und ich in unseren Urlauben immer herumgereist. Heute hier und morgen da. Als wir mit den Überlegungen für dieses Jahr begannen, wussten wir bereits, dass Gina zu uns kommen würde. Also nach längerer Zeit mal wieder Urlaub-mit-Hund.

Als wir Ende Mai losgefahren sind, war Gina gerade einmal vier Monate bei uns. Dementsprechend war klar, dass es für sie einiges an Aufregung bedeuten würde, wenn wir das Auto vollpacken und dann in unbekannte Gefilde aufbrechen. Wir hatten uns für Quedlinburg – einer kleiner Stadt am Harz – entschieden. Von uns aus eine Anreise von gerade mal 2,5 Stunden (mit Pausen).

Wir hatten ein Ferienhaus, direkt in der Altstadt, am Schlossberg gebucht. In einem wunderschönen Fachwerkhaus (bei Interesse findet Ihr das „Halbe Haus“ hier auf facebook / unbezahlte WERBUNG aus purer Begeisterung), das ideal um die Ecke eines kleinen Parks lag (super für die Morgen- und Abend-Gassi-Runden) und auch der „Brühl“, ein Stadtwald war nicht weit und bot bei Hitze sogar eine Möglichkeit, dass Gina in der „Bode“ plantschen konnte.

Quedlinburg ist Welterbestadt und wer Fachwerkhäuser liebt, kommt genau dort auf seine Kosten. Die Altstadt ist ein Traum und problemlos zu Fuß zu durchstreifen. Vom ältesten Fachwerkbau bis hin zum modernsten ist dort alles vertreten. Zudem gibt es eine nette Innenstadt mit einem schönen Rathaus und vielen Möglichkeiten – gerade bei schönem Wetter – draußen zu sitzen und z. B. ein Eis zu genießen.

In unserer Urlaubswoche waren wir ausschließlich zu Fuß unterwegs. Das Auto haben wir auf einem Parkplatz abgestellt (gegen eine kleine Gebühr), der zum Ferienhaus gehört und ebenfalls direkt um die Ecke liegt. Wir wollten, dass unsere Hündin sich ein wenig an das Stadtleben gewöhnt. Und dafür war Quedlinburg wirklich bestens geeignet.

Oberhalb unseres Ferienhauses befindet sich die Stiftskirche St. Servatius, die auf dem Schlossberg thront und von wo wir mehrfach die großartige Aussicht über die Stadt genossen haben. Ganz nebenbei ist Gina jetzt größere Menschenansammlungen in Einkaufsstraßen gewöhnt und wenn der Verkehr nicht zu dicht ist, klappt es auch mit den Autos schon recht gut. Restaurant- und Cafébesuche macht sie auch geduldig mit.

Das einzige, was anfangs ein wenig schwierig für sie war, war die Treppe im Ferienhaus. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich gedacht, dass sie diese schon würde gehen können. Aber dem war natürlich nicht so… eine steile Treppe in einem alten Fachwerkhaus… naja, Frau kann sich ja auch mal irren. Und so haben mein Mann und ich für sie den Treppenlift gespielt und sie hoch- und runter getragen. Was sie die ersten ein, zwei Male blöd fand, aber dann akzeptiert hat. Teilweise ist sie mir schon halb auf den Arm gehüpft, wenn es an die Spaziergänge ging.

Insgesamt haben wir Drei diese Woche sehr genossen. Wir haben rund um die Uhr Zeit miteinander verbracht und dass in einer wunderschönen Stadt, die auch mehr als eine Reise wert ist. Am besten überzeugt Ihr Euch auf den folgenden Bildern selber davon!

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Die Auskurier-Zeit für das Hunde-Training nutzen

Bereits bei meinem letzten Bänderanriss im vergangenen Jahr durfte ich erfahren, wie lange es dauert, bis der Fuß wieder belastbar ist. Der Unterschied zu diesem Jahr war jedoch, dass Gina noch nicht bei uns lebte. Das ändert so einiges…

All die Stunden auf dem Sofa (hochlegen, kühlen…) brauchte ich nun nicht alleine durchzustehen. Gina und ich haben „bis zur Bewusstlosigkeit“ gekuschelt und diesen Teil der Zeit genossen.

Aber es bedeutet leider auch, dass ich fast drei Wochen keine Spaziergänge mit ihr machen konnte. Naja, das habe ich Euch ja alles schon erzählt.

Nun habe ich diese Zeit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern mit Gina weiterhin trainiert. Eben all das, was auch im sitzen oder an Krücken stehend geht. Wir haben z. B. die Grundkenntnisse nochmal aufgefrischt: Sitz und Platz – beides so lange, bis ich „Lauf“ sage, und sie wieder los darf. Dann habe ich mich auf Youtube schlau gemacht, was man einem Hund so alles beibringen kann. Und Ihr könnt mir glauben, da ist Mensch sehr erfinderisch.

Will ich aus Gina etwa eine Zirkushündin machen? Nein. Aber ich möchte sie nicht nur körperlich, sonder auch geistig auslasten. Gerade in dieser Zeit, wo die Bewegung doch kürzer kommt. Und daher kann sie nun auch Pfötchen geben (wobei sie oft so aufgeregt ist, dass sie sich auf den Rücken schmeisst und mir alle Pfoten hinstreckt) und auf Ansage sucht sie versteckte Leckerchen (drinnen in einem Handtuch verpackt und draußen auch im Gras oder auf Gegenständen).

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Und seit ich wieder an Krücken durch den Garten hüpfen kann, sind wir auch da kreativ geworden: wenn ich mit der Hand in der Luft einen Kreis beschreibe und „Herum“ sage, dann läuft sie ein Mal um den Carport Pfosten (wahlweise auch einen Baum) herum. Auch meine Krücke findet Einsatz, in dem ich sie als kleines Hindernis verwende, über das Gina nach einem „Hopp“ hinüber hüpft.

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Das aufregendeste erleben wir aber, seit ich wieder kleine Runden mit ihr spazierengehen kann. An einer Krücke und ganz langsam (ja, meine übermütige Hündin passt sich da tatsächlich an, so gut es ihr möglich ist) gehen wir einen langen Feldweg hoch und runter. Rechts und links befinden sich Maisfelder und die nächste Straße ist weit genug entfernt, damit sie nicht vor ein Auto läuft. Außerdem gehen wir in der Mittagszeit und da bin ich im Moment die einzige, die unterwegs ist.

Und so haben wir es gewagt… unser wochenlanges Rückruf Training findet nun auf diesem Feldweg statt. Was an einer Schleppleine und im Garten begonnen hat, funktioniert nun schon so gut, dass ich wahnsinnig stolz auf unsere Gina bin. Denn in unserer Hündin (ein Podenco-Mix) steckt ein Jagdhund. Und selbst wer sich mit Hunden nicht auskennt, kann sich vorstellen, dass Hunde, die gerne jagen (ein bisschen steckt da wohl in jedem…), ich sage mal manchmal „aufwendiger“ zurück zu holen sind. Da bedarf es zahlreicher kleiner Übungsschritte, viel Geduld, viel Lob und einem riesigen Haufen Liebe.

Tja, und für all das habe ich im Moment natürlich deutlich mehr Zeit als sonst. Da soll doch nochmal einer sagen, dass eine Fußverletzung nur negativ ist!

Ach ja, zum Thema Hundetraining allgemein: was ich immer wieder feststelle ist, dass nicht jede Trainingsmethode zu Gina und mir (und meinem Mann!) passt. Ich höre mir gerne vieles an (von unserem Hundetrainer und auf Youtube) und dann machen wir einen Mix daraus. Und dass funktioniert dann richtig gut und macht uns auch Spaß. Denn ohne Spaß ist es doch dröge, etwas neues zu erlernen.

Zum Abschluss noch meine zwei Lieblings-Hunde-Youtuberinnen (Achtung: unbezahlte WERBUNG aus schlichter Begeisterung): Ikarusdoodle und Vroni´s Hundeschule. Und im echten Leben trainieren wir in der Hundeschule am Steinhuder Meer.

Fotoprojekt abc – W wie Wurzeln

abc projektDas Fotoprojekt von Wortman nähert sich langsam dem Ende – wobei die anderen schon weiter sind. Den Abstand werde ich auch nicht mehr aufholen, aber ich bin immerhin auch schon beim W angekommen. Im Moment muss ich echt schauen, wo ich meine Fotos herbekomme. Denn nach wie vor bin ich an Haus und Garten „gefesselt“. Aber zum W ist mir etwas eingefallen!

W wie Wurzeln

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Und das ist der Baum in Gänze…

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Leicht grummeliger Samstags-Plausch

Heute beginne ich meinen Beitrag mal mit einer Frage: Bin ich kleinkariert, wenn ich erwarte, dass Jemand eine Absprache einhält?

Manchmal denke ich, ich gehöre zu einer ausgestorbenen Spezies. Meine Mutter hat mir „Bitte“ und „Danke“ sagen beigebracht. Und dass man nicht zu spät kommt. Höflich und respektvoll gegenüber älteren Menschen sein. Naja, eben all das, was man früher als „gute Erziehung“ betrachtet hat. Wobei wir unserem Sohn das auch noch beigebracht haben. Denn ja, ich finde das nach wie vor wichtig und richtig!

CJQI4585Ihr ahnt es schon… ich habe mich heute über Jemanden geärgert. Mein Mann nimmt heute wieder an einem Ultra-Lauf teil und somit war klar, dass Gina heute nur frühmorgens einen Spaziergang haben würde und sich ansonsten mit unserem Garten begnügen müsste. Was für einen Tag ja auch mal ok ist, mir aber nicht so gut gefällt. (Mein Mann hatte überlegt, seinen Lauf abzusagen, aber das wollte ich nicht. Schließlich hat er gefühlte Ewigkeiten dafür trainiert!)

Ich versuche mit solchen Situationen so gut es eben geht, allein klar zu kommen. Dann bin ich von niemandem abhängig und das hat Vorteile. Wie ich heute mal wieder sehen durfte… Nachdem ich mir meinen Bänderanriss zugezogen hatte, kam von einer Seite das Angebot: hey, wenn Du mit Gina Hilfe brauchst, sag einfach Bescheid. Total lieb, aber ich hatte erst einmal abgelehnt. Nun kam das Angebot Mitte dieser Woche noch einmal und ich dachte an den heutigen Tag… sah meine Gina mit gesenktem Kopf durch den Garten schlurren… ich bin eben manchmal eine echte Drama-Queen!

Und dann sagte ich: hey, es wäre toll, wenn Deine Hunde am Samstag mit Gina spielen könnten. Klar, kein Problem, war die Antwort. Verbunden mit der Bitte am heutigen Tag noch einmal zu erinnern. Was ich heute morgen getan habe. Und es kam eine Zusage für den Nachmittag.

Als der Abend am Horizont auftauchte, leuchtete auf dem Handy plötzlich eine sorry-hab-ich-vergessen-Nachricht auf. Hatte ich mir zu diesem Zeitpunkt schon gedacht und so habe ich mich mit einer Krücke mit Gina auf den Weg zu einer kleinen Runde um den Block gemacht. Was super gut lief, da unsere Süße so vorsichtig und behutsam mit mir umgeht, als sei ich ein rohes Ei.

Eine Stunde später, ich hatte Gina gerade gefüttert, klingelte es an der Tür. Ohne weitere Nachricht standen sie nun vor selbiger. Sorry, hab ich gesagt. Gina hat gerade gefressen. (Wer das nicht weiß, Hunde können wenn sie mit vollem Magen toben, eine lebensgefährliche Magenumdrehung bekommen) Heute geht es nicht mehr. Zudem war ich auch nicht mehr gewillt, mich bei deutlich kühlerem Wetter in den Garten zu setzen, während die Hunde spielen.

Leider hatte Gina natürlich mitbekommen, dass ihre Kumpels da waren und ich… hatte dann doch noch ein schlechtes Gewissen. Aber – sorry – ich bin „altmodisch“. Absprache ist Absprache. So!

Inzwischen liegt Gina zufrieden neben mir auf dem Sofa, lässt sich kraulen und döst. Es wird andere Spiel-Tage geben, da bin ich sicher. Und anstatt nun weiter zu grübeln, drücken wir Herrchen für die letzten 10 km lieber noch Daumen und Krallen.

Habt noch ein schönes Wochenende!

Meine Pläne für das 2. Halbjahr

Wahnsinn, wie schnell das 1. Halbjahr des Jahres 2019 vergangen ist! Und nachdem ich mich in den ersten Monaten vorrangig um unser Hundekind Gina – sie ist jetzt auch schon fünf Monate bei uns! – gekümmert habe, heißt es nun aber auch mal wieder die Ärmel hochkrempeln.

Wie schon häufig erwähnt, benötige ich Pläne, um meine Ziele zu erreichen. (Ja, ich bin ein kleines Faultier… wobei das heutzutage ja prokrastinieren genannt wird) Also habe ich mir schon vor Wochen meinen Kalender und ordentlich Schmierpapier geschnappt und dann ging es los mit dem planen: was steht an? Was ist mir besonders wichtig? Welche Projekte will ich in diesem Jahr noch umsetzen?

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Da ich seit einem Jahr zweigleisig fahre – neben dem Schreiben mache ich eine Ausbildung zur Seelfrau (Sterbe-, Trauer- und Seelenbegleitung) – muss ich schauen, dass ich alles unter einen Hut bekomme bzw. nichts zu kurz kommt.

Meinen Kurs für ehrenamtliche SterbebegleiterInnen habe ich ja bereits im Mai beendet und nun werde ich schon bald meine erste Begleitung haben. Meine Seelfrau Ausbildung geht bereits in das zweite Jahr, was u. a. bedeutet, dass ich meine Abschlussarbeit schreiben muss. Das bedeutet nicht nur: ein Thema festzulegen, eine Gliederung zu erstellen, zu recherchieren und das Ganze dann auch zu schreiben, sondern ich muss mich auch noch durch die Pflichtlektüre arbeiten (knapp die Hälfte habe ich bereits) und es stehen allein in diesem Jahr noch drei Wochenenden in Hamburg und ein Treffen der Arbeitsgruppe an.

Und dann möchte ich auch wieder regelmäßig und vor allem größere Projekte schreiben. Das letzte größere waren meine Adola Geschichten, die ich für das Lesenetzwerk Rehburg-Loccum geschrieben habe. Und seitdem habe ich mich kurz und kürzer gefasst. Was auch mal eine Herausforderung war, aber nun möchte ich wieder andere Wege gehen… also schreiben!

Zum einen wartet „Erika“ noch auf mich. Diese Figur ist im Rahmen eines Schreibkicks in mein Autoren-Leben getreten und sie lässt mich nicht los. Daher werde ich in den nächsten Wochen eine (lange) Kurzgeschichte schreiben, die in der (Vor-) Weihnachtszeit spielt und in selbiger dann auch hier zu lesen sein wird.

Letztendlich handelt es sich dabei auch um eine „Aufwärmübung“, denn dann steht mein nächstes Buch an, eine magische Geschichte, bei der Seife eine große Rolle spielt.

Natürlich wird es weiterhin mindestens zwei Beiträge pro Woche hier bei „Die Waldträumerin“ geben. In den nächsten zwei Monaten habe ich schon zwei interessante Interviews geplant. Und sobald mein Fuß wieder in Ordnung ist, werde ich damit loslegen.

Im November findet mein jährliches Seminar „Schreib-Lust“ an der ev. Heimvolkshochschule Loccum statt, welches erfreulicherweise bereits seit Wochen ausgebucht ist! Das hat es in all den Jahren noch nicht gegeben und ich freu mich riesig darüber!

Ja, Ihr lest es schon: Langeweile kommt bei mir garantiert nicht auf. Im Gegenteil, ich habe eine straffe Planung gemacht, damit nichts unter die Räder kommt. Und… ich musste wohl oder übel zwei „Schreib-Dinge“ fürs erste streichen, weil ich einfach nicht auf allen Hochzeiten tanzen kann bzw. will. Zum einen werde ich bei den Schreibkicks pausieren und bei den inzwischen lieb gewonnenen abc.Etüden. (Vielleicht habt Ihr ja Interesse dort mitzuschreiben. Hier und hier sind die Links dazu!)

Hin und wieder werde ich sicherlich von meinen Schreib-Fortschritten erzählen und Beiträge über meine Tätigkeiten in Sachen Sterbe- und Trauerbegleitung wird es künftig auch wieder geben.

Und bevor ich mich nun in all das hineinstürze, werde ich erst einmal meinen Fuß hochlegen, denn der benötigt im Moment auch noch Pflege. Habt noch einen schönen Tag!

Beerdigungs-Clown und Bestattungs-Spielzeug – ein Besuch auf der Messe `Leben und Tod´in Bremen (Teil 2)

Teil 1 meines Messe-Berichts findet Ihr hier und Teil 3 hier!

Nachdem ich meinen Highlights des diesjährigen Vortragsprogramms gelauscht und zudem schon die ersten tollen Begegnungen hatte, machte ich mich daran, durch die Halle zu stromern und mir das Angebot an den Ständen anzuschauen. Einiges kannte ich bereits vom vergangenen Jahr, aber es war auch viel Neues dabei. Besonders gut gefiel mir:

Bestattungs-Spielzeug

Kinder können sich heutzutage in die unterschiedlichsten Welten hinein spielen: sie können als Ritter Drachen erlegen, Prinzessin im eigenen Schloss sein, im Operationssaal stehen und operieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Und einige davon können dabei behilflich sein, Kindern die Welt zu erklären.

Auf der Messe stand ich nun auf einmal dem Erfinder des Bestattungs-Spielzeug an seinem Stand gegenüber. Der Niederländer Richard Hattink ist Trauerpädagoge und bietet mit seinem Angebot eine Möglichkeit, Kindern den Tod auf spielerische Art näher zu bringen. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon: ich war hin und weg von dem kleinen Friedhof, der Trauerhalle, dem Sarg und den passenden Figuren. Alles übrigens von der Marke Lego. Eine Welt zum be-greifen.

Und dazu dieser aufgeschlossene, sympatische Mann, bei dem ich mir nur allzu gut vorstellen kann, wie er Kindern dieses Thema – das oft durch die Erwachsenen tabuisiert wird – nahe bringt.

Schaut Euch doch einfach mal hier auf seiner Webseite um!

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Eifeler Urnen-Manufaktur

„Urnen aus Laubhölzern der Vulkaneifel“ – so steht es auf der Eingangsseite der Webseite. Die Zeit der „Einheitsurnen“ ist längst Geschichte. Heutzutage besteht auch hier die Möglichkeit der individuellen Gestaltung. Und wer – so wie ich – ein Holz-Fan ist, der sollte sich doch unbedingt diese wunderschön gestalteten Urnen anschauen. Handarbeit von A-Z.

Auf der Webseite (die Ihr hier findet) gibt es übrigens einen interessanten Einblick in die Werkstatt.

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Waterurn BV

Ich bleibe noch einmal beim Thema `Individuelle Urnen´. Dieses Angebot kommt aus den Niederlanden (hier findet Ihr die Webseite, die allerdings auf holländisch ist, aber die Anbieter sprechen auch Deutsch – habe ich getestet! 😉 ) Die Technik des Ganzen habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden, ich war einfach zu fasziniert davon, wie wunderschön sich diese Urnen z. B. in einem Garten integrieren lassen. Wobei man sich dafür die Asche des Verstorbenen aushändigen lassen müsste, was in Deutschland bisher nur im Bundesland Bremen möglich ist. Oder – so der Anbieter – man lässt die Kremierung in Holland vollziehen und bekommt sie dann. Wobei ich persönlich bisher nie den Wunsch hatte meine lieben Verstorbenen bei mir im Garten zu haben.

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Beerdigungs-Clown

„Die schwere Decke der Trauer etwas anheben“, so steht es auf dem Flyer von Kaala Knuffl (alias Birgit Sauerschell), der Beerdigungs-Clownin. Mit ihrer in rot und schwarz gehaltenen Clowns-Gewandung hat sie meinen Blick sofort angezogen. Einen Clown auf einer Beerdigung? Das hat mich neugierig gemacht.

Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Kaala Knuffl und konnte mir sofort gut vorstellen, bei einer Trauerfeier mit ihr ganz neue Wege zu gehen. Denn ein Clown ist eben mehr als der Spaßmacher im Zirkus. Auch in Krankenhäusern gibt es ja schon lange die Klinik-Clowns, die dort hervorragende und wichtige Arbeit leisten.

„Poesie am Grab“ – „Erleichternde Hoffnung“ – „Ein Mittler zwischen Tod und Leben“. Schaut doch einfach mal auf ihrer Website vorbei, die Ihr hier findet!

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Friedhofsgeflüster

Eine hochgewachsene Frau, ganz in Schwarz mit Korkenzieherlocken. Es ist die „Schwarze Witwe“, die von Dr. Anja Kretschmer verkörpert wird. In einer Gewandung aus dem 18. Jahrhundert bietet sie Führungen über Friedhöfe in ganz Deutschland an, bei denen die ZuhörerInnen jede Menge über alte Traditionen rund um das Thema Tod erfahren.

Neben einem Flyer mit etlichen Terminen erhalte ich auch noch einen Leichenbitter, einen selbst gemachten Kräuterschnaps, den die Messe-BesucherInnen auch als Mitbringsel käuflich erwerben können. Als kleinen Eindruck habe ich im Nachhinein noch hier auf der Webseite gestöbert und mir hier einen kleinen Film angeschaut. Und im September kann ich die „Schwarze Witwe“  auf dem Engesohder Friedhof in Hannover dann auch live erleben.

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Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen Stände auf der Messe. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, sich über Hospiz- und Palliativarbeit, über Patientenverfügungen, Sterbe- und Trauerbegleitung und vieles mehr zu informieren. Und all dies in einem lockeren Rahmen, in dem es – zumindest mir – leicht fällt, ins Gespräch zu kommen.

Erwähnenswert ist noch die Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“, die Bilder des Langeooger Inselmalers Anselm zeigte mit Zitaten aus Liedern von Rolf Zuckowski. Wunderschöne Bilder, die ich mir lange angeschaut habe. Bei Interesse findet Ihr diese und andere auf der Seite des Inselmalers (hier).

Der 3. und letzte Teil meines Messe-Berichtes folgt in den nächsten Tagen und handelt von einer besonderen Begegnung.

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