Ich möchte Dir so vieles erzählen…

… und muss mich auch nach über zwei Jahren oft nach daran erinnern, dass Du nicht mehr lebst. Du bist tot. Immer noch. (Wünschen wir uns nicht alle immer mal wieder, dass unsere Lieben doch einfach wieder „auftauchen“?)

Es gibt so viele kleine und große Situationen in meinem Leben, von denen ich Dir gerne erzählen möchte. Ich mache das dann auch. Einfach so, in meinem Gedanken. Lasse mein Herz sprechen und hoffe, dass Dich meine Nachrichten irgendwie erreichen.

Über viereinhalb Jahrzehnte konnte ich Dich um Rat fragen. Dein Meinung war mir wichtig. Zumindest als Erwachsene. Und auch, wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so konnte ich doch über alles mit Dir reden. Und das war schön.

Das mit der Trauer ist so unkontrollierbar. Hätte mir vor Deinem Tod jemand gesagt, wie es mir noch nach über zwei Jahren manches mal ergeht… nein, ich hätte es nicht geglaubt. Aber die Lücke, die Du in meinem Leben hinterlassen hast, ist groß. Meist ist dieses Loch in meinem Herzen mit Liebe und Erinnerungen angefüllt. Aber manchmal reicht das nicht aus.

Von jetzt auf gleich weine und hadere ich. Will Dich zurück … will will will… Und dann wieder vergehen Wochen, in denen ich einfach liebevoll an Dich denke – und manchmal vergehen sogar Tage an denen ich gar nicht an Dich denke.

Wie gerne mache ich Pläne für mein Leben. In meinem riesigen Kalender habe ich einen Jahresplan. Ich plane jeden Monat, jede Woche, jeden (All-) Tag… aber Trauer ist nicht planbar. Nicht einmal im Ansatz. Inzwischen habe ich das begriffen. Und seit dem begreifen ist es einfacher geworden. Naja, einfacher… ich kann besser damit umgehen, wenn mal wieder ein Trauer-und-Sehnsuchts-Tsunami auf mich zurollt und mich mitreißt.

So wie vor ein paar Tagen. Ich war in unserem hiesigen Blumengeschäft, habe ein Mitbringsel für eine liebe Freundin besorgt und da stand dieser kleine Engel. Er schaute mich an. Ich habe es genau gesehen. Und prompt fiel mir ein, dass ich Deinen Erinnerungstisch lange nicht verändert habe. Über den heißen Sommer habe ich dort keine Blumen hingestellt. Ich habe nicht einmal die Tischdecke gewaschen.

Für mich war das ein Zeichen, dass ich in meiner Trauer einen Riesenschritt nach vorn gemacht habe. Und habe es mir daher auch nicht übel genommen, dass ich nicht einmal Deine Lieblingsteddys abgestaubt habe.

Aber als ich dort im Laden stand, da wäre ich am liebsten sofort losgerannt und hätte mich darum gekümmert. Wie hatte ich das alles nur so verlottern lassen können? Ich habe nicht nur den Engel, sondern auch gleich noch ein Alpenveilchen (die mochtest Du immer so gern) gekauft.

IMG_4569

 

Nun ist der Erinnerungstisch fast wieder so, wie ich ihn (aktuell) haben möchte. Ok, die Collage in dem Rahmen, die werde ich vielleicht noch gegen Fotos austauschen. Mal schauen. Das eilt nicht. Ich schätze, da werde ich mich dran machen, wenn der nächste Trauer-und-Sehnsuchts-Tsunami vielleicht kommt. Vielleicht kommt er auch nicht. Wer weiß das schon…

2 Kommentare zu „Ich möchte Dir so vieles erzählen…

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