Noch einmal „Ciao“ sagen

Gestern waren Gina und ich auf dem hiesigen Friedhof. Ich wollte mich von einem Menschen verabschieden, den ich fast 25 Jahre kannte. Ein Mann, der sein Leben lebte. Eines, das hauptsächlich aus Arbeit bestand. Stillsitzen konnte er nicht. Selbst in den letzten Monaten versuchte er, schwer auf seinen Stock gestützt, seinen Aufgaben nachzukommen. Wichtig waren ihm dabei seine Schafe. Am Waldrand auf einer Wiese stehend, warteten sie auf ihn. „Sie kommen immer gleich angelaufen“, erzählte er mir, „sie brauchen mich doch.“

Vor einigen Wochen ist er nun gestorben. Es hat gedauert, bis wir die Gewissheit hatten, dass er nicht mehr lebt und in aller Stille beigesetzt worden war.

Auch ich wollte diesem Mann, der mir über die Jahre ans Herz gewachsen war und mir so viel von seinen früheren Italien Reisen erzählt hatte, gerne noch einmal „Ciao!“ sagen. Und so machte ich mich gestern auf den Weg und hatte Glück: ein Friedhofsmitarbeiter harkte gerade am Eingang Laub zusammen und auf meine Frage, ob er wisse wo Herr A. liegt, erklärte er mir, dass es eine anonyme Beisetzung war. „Da neben der Kapelle liegt ein Findling und da steht auch eine Gedenkschale.“

Ich ließ mich auf der Bank gegenüber dem Findling nieder, Gina saß brav an meiner Seite, und unterhielt mich ein letztes Mal mit Herrn A: „Danke für all die netten Gespräche und ich hoffe, dass es da wo Sie jetzt sind so warm ist wie damals in Italien – Ciao amico!“

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