Schnee-Gedanken

Ich liebe Schnee. Wenn der Boden gefroren ist, die weißen Flocken darauffallen und ihn zudecken… das sieht einfach wunderschön aus. Und wenn ich dann morgens die erste bin, die unter knirschen ihre Spuren hinterlässt… Ich liebe Schnee.

Vermutlich ist das so, weil ich in meinen 51 Lebensjahren nur selten wirkliche Winter-Schnee-Landschaften genießen konnte. Mit meinen Eltern habe ich in Hannover gewohnt. Wenn es dort tatsächlich einmal geschneit hat, dann sind die geringen Mengen auch rasch wieder weggetaut bzw. sie haben sich auf der Hauptstraße vor unserem Haus in Matsch verwandelt. Dreckigen Matsch.

In den 80-ern hatten wir einen Winter, der war so eisig, dass viele Menschen mit einem Stuhl vor die Tür gegangen sind. Auf dessen Lehne haben sie sich gestützt und sind dann den Bürgersteig entlang geschlittert. Das fand ich als Kind urkomisch, aber Schnee… Fehlanzeige. Dafür aber traumhaft schöne, riesige (sehr gefährliche, wenn sie abstürzten) Eiszapfen, die überall an den Dachrinnen hingen und in der Sonne glitzerten.

Wenn dann mal Schnee kam, also lohnenswerte Mengen, dann in eher ungünstigen Zeiten. Im Januar vor 25 Jahren zum Beispiel. Damals stand unser Umzug aufs Land an. Rund 45 km teils über Straßen, die nicht geräumt waren. Eine Freundin schaffte es mit ihrem Auto erst gar nicht zu uns. Unserem Auto wurde es irgendwie zu kalt, es wollte nicht mehr anspringen und meine Schwester ist über eine gerade rot gewordene Ampel gerutscht. Klar war da ein Blitzer.

Doch als wir dann irgendwie (wie genau weiß ich nicht mehr) unseren ganzen Kram in unserem neuen Zuhause hatten, da genossen wir es, dass alles unter eine Schneedecke lag. (Erst im Frühjahr entdeckten wir, was für „Schätze“ uns die Vorbesitzer im Garten überlassen hatten)

Und dann gab es vor ein paar Jahren nochmal ein Schnee-Jahr. Diesmal soviel, dass wenn ich gerade alles einigermaßen geräumt hatte, schon wieder eine neue Schicht lag. Und ich habe es GELIEBT! Unser Sohn hat damals für unseren Kater Wege freigeschaufelt. Worauf dieser dann auch jeden Tag bestanden hat. Ansonsten hätte er nicht mehr rausgehen können, und wäre unerträglich geworden. Das wir auf der Zufahrtsstraße unseres Wohngebietes im Schnee stecken geblieben sind und von einem Trecker rausgezogen werden musste – Peanuts! Meiner Schnee-Verliebtheit tat das keinen Abbruch!

Seitdem bekommen wir nur hin und wieder ein paar Flocken zu sehen. Oder mal ein wenig „Flaum“ auf dem Boden, der aber so schnell verschwunden ist, dass ich manchmal denke, es war nur ein Wunschtraum.

Mir ist klar, dass ich das ganz anders sehen würde, wenn ich jedes Jahr Schneeberge hier hätte. Aber so… werde ich weiter davon träumen, einen wunderschönen Schnee-Winter zu erleben.

15 Comments on “Schnee-Gedanken

    • Stimmt, hier im nördlichen Flachland ist es eben mit Schnee ziemlich mau. Und das es inzwischen Kinder gibt, die in ihrem Leben noch keinen Schnee gesehen haben, habe ich auch festgestellt. Wie schade… dabei ist das gerade in der Kindheit so ein Riesen Vergnügen!

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  1. Hallo Nicole.
    Von Schnee kann ich meist auch nur träumen.
    Wenn mal etwas liegen bleibt, so wie gestern, muss man echt schnell sein.
    Morgens noch vor dem Frühstück bin ich raus gegangen um etwas davon einzufangen.
    Am Abend war er schon wieder verschwunden. Schade….❄☃️
    LG, Nati

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  2. Als Kind kannte ich fast nur schneereiche Winter. Ich komme aus einem kleinen Dorf in Hessen und da gab es wirklich Schneemassen früher. Wir haben Iglus gebaut, meine Eltern kamen nicht mit dem Auto weg, weil der Winterdienst erst ab 11 Uhr kam, wir sind mit dem Schlitten die Straße runtergefahren,…. hier in der Stadt schneit es selten und taut dann auch wieder flott. Ich vermisse die Schneemassen aber nicht wirklich 😉

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    • Ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann von diesen Schneemassen, die das alltägliche Leben einschränken, die Schn… voll hat. Ich war mal in Salzburg in einem sehr schneereichen Jahr. Da haben sie mit Baggern den Schnee weggeschaufelt und in den Fluss transportiert, weil einfach kein Platz mehr war. Das fand ich auch nicht schön! 😉

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  3. Ich liebe diese verschneiten Bilder auch sehr. Aber wenn man arbeiten muss, ist es leider meist lästig. Gerade da ich ja eher Nachts unterwegs bin und der Winterdienst dieses Jahr echt zu Wünschen übrig lässt.

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