Kreativ-Monat-Tag 9: Wenn hinter einer Zahl ein Mensch hervortritt

Heute fand (für mich) das letzte Online-Schreib-Treffen der Zeit-Zeugen von Barbara Pachl-Eberhart statt. (Die Website findet Ihr bei Interesse hier) Es geht bei diesem Projekt um die Erfahrungen und Erlebnisse in Zeiten von Corona. Jedes Mal gab es einen Impuls, zu dem geschrieben wurde. Letztes Mal packte mich ein eigener Impuls, den ich in Worte fasste. Dieses Mal sprach mich der (Corona) Impuls nicht an. Ganz einfach, weil ich gerade mal die Nase von diesem Thema gestrichen voll habe. (Ändert nichts, ich weiß) Aber mir fiel auch sonst nichts ein. Ich nahm also einen der Sätze und… schrieb drauflos.

P.S. Ich habe in meinem Kreativ-Monat noch drei Dienstage und möchte auch an denen weiterhin Texte schreiben. Solltet Ihr Ideen für Impulse für mich haben… gerne her damit! ❤

Und hier ist das Ergebnis des 9. Tages:

Wenn hinter einer Zahl ein Mensch hervortritt
von Nicole Vergin

Onkel – so wird er liebevoll von seiner Nichte genannt. Seinen Vornamen habe ich von ihr noch nie gehört. Schlicht Onkel. (Auch kein `mein´ oder `unser´ oder `der´ davor)

Onkel war immer für seine Nichte da. Auch schon vor über 20 Jahren, als ich sie kennenlernte. Sie hockte auf einem Strohballen, der geflochtene Zopf hing lang den Rücken hinunter. Ihre Miene war konzentriert, während sie der Reitlehrerin lauschte.

Onkel fuhr sie oft zum Stall. Ich sehe ihn vor mir, mit seiner blauen Mütze, die vorne einen Schirm hatte. Stets lächelte nicht nur sein Mund, sondern auch seine Augen. Er war es, der die Zustimmung gab, als ich ihr eine Reitbeteiligung an meinem Pferd anbot und dann später auch, als sie meinen Wallach übernahm.

Onkel sah ich seit diesem Zeitpunkt nur noch selten, aber in unseren Gesprächen war er oft präsent. Ich nahm Anteil an seinem Leben, und später an ihren Sorgen, als mit zunehmendem Alter gesundheitliche Probleme auftraten.

Onkel musste vor ein paar Wochen ins Krankenhaus. Nein, kein Corona, was ihre erste Befürchtung gewesen war. Doch dann die Nachricht, dass ein Patient auf der Station positiv getestet worden sei. Kurz darauf auch schon die Nachricht in unserer Lokalzeitung: X Fälle in Krankenhaus Y.

Onkel war einer davon. Ich wartete und bangte mit. Freute mich über gute Nachrichten, drückte bei schlechteren feste die Daumen, und in Gedanken meine Freundin. Die Nachricht, er sei als gesund nach Hause entlassen, entlockte mir einen Erleichterungsseufzer.

„Onkel macht schon wieder Pläne“, stand kürzlich in einer Nachricht. Ich freue mich für Onkel!

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