Ein Geschichten-Experiment

Vor kurzem las ich auf dem Blog von Kevin – Nebelferne – eine tolle Idee. Es ging um ein Geschichten-Experiment. Er hat dazu eingeladen, dass drei seiner LeserInnen jeweils einen Teil einer Geschichte schreiben. Ohne die anderen zu lesen. Sehr spannend!, dachte ich, und schrieb ihm, dass ich gerne mitmachen würde.

Daraufhin bekam ich eine Mail: ich sollte das Ende der Geschichte schreiben (max. 500 Wörter), der Titel der Geschichte lautete „Wenn eine Tür sich schließt“, und mein Abschnitt sollte mit dem Satz „Maja hatte beschlossen, dass Bianca es nicht wert war, und sie viel lieber herausfinden würde, wer hinter diesen Grußkarten steckte, also stieg sie – von einer Mischung aus Nervosität und Neugier getrieben, in den Zug.“

Spannend!, dachte ich da immer noch, aber auch: Uff… was sollte ich nun, ohne weitere Kenntnisse der Geschichte, schreiben? Welche Rückschlüsse konnte ich aus den vorhandenen Informationen ziehen? Lest selbst, wie ich es gelöst habe – hier auf meinem Blog das Ende der Geschichte und wenn Ihr hier klickt, findet Ihr auf Kevins Blick die ganze Geschichte, versehen mit einem Fazit. Nach wie vor: sehr spannend! Und ein dickes Dankeschön an Kevin für diese Aktion! ❤

Das Ende von „Wenn eine Tür sich schließt“

Maja hatte beschlossen, dass Bianca es nicht wert war, und sie viel lieber herausfinden würde, wer hinter diesen Grußkarten steckte, also stieg sie – von einer Mischung aus Nervosität und Neugier getrieben, in den Zug.

Als der ICE aus dem Bahnhof rollte und die Landschaft immer schneller vor dem Fenster vorbeizog, sank Majas Mut. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Einfach losfahren, mitten hinein ins Unbekannte. So etwas unüberlegtes hatte sie noch nie getan. Ein Lächeln eroberte ihr Gesicht. Neben all der Ungewissheit fühlte sich ihre Entscheidung gut an. Egal, wo sie dieser Zug und ihre Suche nach dem Menschen, der die Grußkarten geschrieben hatte, auch führte – sie, Maja, war über sich selbst hinausgewachsen.

Naja, zumindest ein Bisschen. Aber das war ja bekanntlich besser als nichts. Maja kicherte, wie ein kleines Mädchen. Abenteuerlustig, ein wenig albern. Verwegen. Spontan fiel ihr „Ronja Räubertochter“, ihr früheres Lieblingsbuch ein. „Ich glaube, Ronja hätte diese Aktion gefallen.“

„Meinst Du Ronja, die Räubertochter?“ Maja sah ihr Gegenüber staunend an. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie laut gedacht hatte. „Ja, genau. Ich wollte früher immer so sein wie sie.“ Ihr Gesicht lief rot an. Warum erzählte sie das einem fremden Menschen? Aber ihr Gegenüber nickte bloß zustimmend, und für einen Moment blickten sie sich verständnisinnig an.

Was für ein Tag! Maja staunte einmal mehr über sich selbst. Erst hatte sie Bianca die Zähne gezeigt, dann eine spontane Entscheidung getroffen, und nun war sie – wenn auch nur kurz – mit einem wildfremden Menschen ins Gespräch gekommen.

Um einiges entspannter lehnte sie sich zurück, und begann endlich damit die Reise ins Unbekannte zu genießen. Wie hieß es auf der einen Grußkarte? „Wenn eine Tür sich schließt…“ Maja war sich nun sicher, dass es noch viele Türen auf ihrem Weg geben würde. Und wenn nicht, tja, dann würde sie eben durchs Fenster klettern.



6 Comments on “Ein Geschichten-Experiment

  1. Hallo Nicole
    Ich hatte die Geschichte bereits bei Kevin gelesen und mich gefreut dass auch du daran teilgenommen hast. 😊
    Erstaunlich wie es zusammen passt mit so wenigen Vorgaben.
    LG, Nati💕

    Gefällt 1 Person

  2. Ist eine tolle Idee – habs schon bei Kevin gelesen – ich find die Idee auch toll. Dass aus 3 Teilen, die sich nicht untereinander kennen eine logische Geschichte werden kann. Fasziniert mich

    Gefällt 1 Person

    • Ja, ich finde es auch sehr spannend! Ich hab mir für meinen Teil dann auch Gedanken gemacht, worüber kann ich überhaupt schreiben… und worüber nicht. Was ergibt sich aus diesen paar Angaben? Und irgendwie musste ich beim schreiben auch an unsere Schreibkick-Zeit denken… seufz… 😉

      Gefällt mir

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