Immer wieder „Britta“

Seit meiner Kindheit bin ich dem Lesen, den Büchern verfallen. Angefangen habe ich mit Comics: Biene Maja, Heidi, Fix und Foxi, Asterix… Und dann folgten die Bücher vom Schneider Verlag. „Hanni und Nanni“ und „Dolly“ von Enid Blyton. Als Pferdemädchen habe ich natürlich „Bille und Zottel“ von Tina Caspari und „Petra“ von Tulla Hagström verschlungen.

Meine ganz große Lese-Liebe gehörte jedoch immer „Britta“ von Lisbeth Pahnke. Ich habe Britta etliche Jahres ihres Lebens begleitet: von den Teenager Jahren, als sie den schönen Rinaldo in der Reitschule von Onkel Magnus geritten ist. Über die Zeit, als sie ihr späteres Pony Silber kennen- und lieben gelernt hat. Bis hin zu den Jahren als Reitlehrerin in Dalen, wo sie direkt neben dem Pferdestall eine kleine Wohnung hatte. Welch‘ ein Traum!

Über die Jahrzehnte habe ich viele Bücher gelesen. Klassiker, wie „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann, „So zärtlich war Suleyken“ von Siegfried Lenz, „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte. Ich lese für mein Leben gerne Romane von Gabriella Engelmann und Petra Hülsmann. Mit Anke Petersen habe ich mich erst kürzlich in die Vergangenheit der Insel Sylt begeben. Und natürlich lese ich zahlreiche Bücher zu den Themen Sterben, Tod und Trauer.

Aber egal was ich lese, wie alt ich gerade bin – in unregelmäßigen Abständen lese ich wieder und wieder „Britta“. Seit 2011 führe ich Dateien über meine gelesenen Bücher. Daher weiß ich, wie oft ich die elf Bände in den letzten Jahren gelesen habe: 2013, Februar 2018 und jetzt im Oktober / November 2021. So habe ich jetzt übrigens auch festgestellt, dass ich „Bille und Zottel“ das letzte Mal 2012 gelesen habe. Es wird also mal wieder Zeit!

Was ist es nun aber, dass mich immer wieder nach dieser Buch-Reihe greifen läßt. In unruhigen Zeit – egal ob innen oder außen – geben mir diese Geschichten ein Wohlfühl-Gefühl. Ich fühle mich zurück versetzt in meine Kinder- und Jugendzeit. In die Zeit, in der mein größtes Problem war, ob und wie ich mir genug Freiraum für mein Pony Django verschaffen konnte. Wenn ich hinter die Kulissen schaue fällt mir auf, dass ich mich schon damals in meine Bücher geflüchtet habe. Vor dem Streit zwischen meinen Eltern. Davor, dass mein Vater Alkoholiker war.

Beim Lesen fühle ich mich trotz allem zurück versetzt in schöne Zeiten. Denn meine Eltern haben ihr Bestes gegeben, damit ich glücklich und so Sorgenfrei wie möglich aufwachsen konnte. Auch meine Schwester hat gemeinsam mit ihrem Mann viel dazu beigetragen. Ich habe mich die meiste Zeit behütet und sicher und vor allem geliebt gefühlt. Und das ist doch das Wichtigste.

Wen wundert es da, wenn ich gerne gedanklich in diese Zeiten zurückreise und mich außerdem noch an Britta‘ s tollem Leben mit ihren Pferden erfreue. Auch und gerade, weil vieles dort noch altmodisch ist. Ich lache jedes Mal, wenn Britta glaubt, dass sie sich nie an das Klingeln des Stalltelefons gewöhnen wird.

Aber nun schließe ich für Heute, denn der 10. Band „Britta sattelt um“ wartet darauf (wieder) gelesen zu werden. ❤



20 Comments on “Immer wieder „Britta“

  1. Richtig schön dass du solch ein Ritual pflegen kannst Nicole.
    Ich freue mich für dich, weiß ich doch dass es nicht jedem vergönnt ist. 💕🍀
    Liebe Grüße zu dir und eine schöne Woche für dich,
    Nati

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    • Vielen lieben Dank fürs mitfreuen, liebe Nati ❤ Ja, ich denke auch oft darüber nach, welch Glück ich doch habe. Eine Sterbebegleiter-Kollegin von mir hat gerade eine 43-jährige Frau begleitet. Da freue ich mich doch über jedes Jahr, in dem ich meine unterschiedlichsten Rituale wiederbeleben darf. ❤
      Ganz liebe Grüße ❤
      Nicole

      Gefällt 1 Person

  2. „Britta“ kenne ich nicht. Das „Exlibris“ gefaellt mir sehr!
    Lesen habe ich seit meiner Kindheit absolut gerne getan. Wenn ich als Kind zum Geburtstag ein Buch bekam, war der Rest der Geburtstagsgesellschaft fuer mich gestorben – es gab nur noch das Buch. 😉
    Und auch jetzt noch lese ich ab und zu alte Kinderbucher wieder, und das mit Genuss.
    Liebe Gruesse, und viel Spass bein Lesen,
    Pit

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    • Oha, das ist aber eine Bildungslücke! 😉 Ja, das „Exlibris“ ist total schön. Das hat mir schon als Jugendliche gefallen.
      Dann bist Du ja auch so eine Lese-Ratte wie ich – find ich toll! 😀 Welche Kinderbücher magst Du denn immer wieder lesen? Vielleicht hast Du ein Beispiel?
      Liebe Grüße und auch für Dich viel Lese-Spaß
      Nicole

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      • Welche Kinderbuecher ich immer wieder gerne lese?
        – Da waere an erster Stelle Karl May zu nennen – obwohl das ja nicht unbedingt (reine) Kinderbuecher sind. Ganz besonders interessieren mich da natuerlich jetzt, wo in in Texas lebe, die Karl Mays, die hier in der Gegend spielen. Ein Teil von „Winnetou II“ spielt ganz in der Naehe, von der texanischen Golfkueste [Matagorda] ueber den „texanischen“ Colorado, suedlich von San Antonio vorbei bis an die mexikanische Grenze bei El Paso. Und der „Oelprinz“ spielt ja in Neu Mexiko und Arizona. „Auf den Spuren von Karl May“ will ich hier unbedingt noch einmal unterwegs sein.
        Gelegentlich kommt auch Enid Blyton wieder dran. Da habe ich mir sogar ein paar hier wieder angeschafft.
        – Mitgenommen nach hier habe ich „Zahn um Zahn in Merryville“ von Wolfgang Richter [eigentlich auch nicht unbedingt nur ein Kinderbuch“, und „Die gefesselten Gespenster“ von Werner Hoernemann.
        Apropos „mitgenommen“: leider habe ich nur ganz wenige meiner Buecher aus Deutschland mit nach hier habe nehmen koennen. Das bedauere ich ausserordentlich.
        Was ich auch gerne einmal wieder lesen moechte sind die Abenteuer-Baende in der „Ubique Terrarum“ Reihe von Herbert Kranz. Die sind aber leider nur antiquarisch zu einem abschreckenden Preis erhaeltlich.
        Noch eine Bemerkung zu mir als jugendlicher Leseratte: ich erinnere mich, eine kompletten Karl May an einem Tag verschlungen zu haben.
        Liebe Gruesse, und viel Lesespass,
        Pit

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    • Ein Karl May an einem Tag – Donnerwetter! Aber ich kann mich auch erinnern, dass ich früher nicht aufgehört habe, bis ich auf der letzten Seite war. Stimmt es, dass die ersten 80 Seiten von Karl May immer Landschaftsbeschreibungen sind? Irgendwer hat mir das mal erzählt. Ich habe bisher noch keinen gelesen. Mein Sohn hat früher die alten Ausgaben gesammelt. Wie spannend, dass Du Dir nun die Schauplätze im Original angucken kannst. ❤
      Liest Du die Enid Blyton dann jetzt im Original? Bei den Hanni und Nanni Bänden soll das ja ein HImmelweiter Unterschied zur deutschen Ausgabe sein.
      Ich habe mir auch einige Bücher wieder angeschafft, die ich in der Kindheit mal gelesen habe. Und ja, manches ist so teuer… Letztes Jahr habe ich mir "Fränzi mag gern Marmelade" nochmal gekauft. Ein Bilderbuch mit Text, das ich früher sehr geliebt habe. Da wollten sie teilweise bis zu 90 € für haben. Und dann habe ich es bei ebay gesehen und tatsächlich für 15 € ersteigert. Das hatte wohl außer mir niemand mitbekommen. Und ich freue mich, dass es nun in meiner Kreativstube auf dem Regal steht und mir jeden Tag entgegen lacht.
      Meine Eltern hatten nie viel Geld, aber meiner Mutter war es wichtig, dass ich immer genug zu lesen habe. Das werde ich ihr nie vergessen. Und wenn ich mal wieder "Säckeweise" Bücher vom Flohmarkt angeschleppt habe, dann hat sie nur gesagt: "Die fressen ja kein Brot". ❤
      Ich wünsche Dir auch weiter viel Spaß beim Lesen und drücke die Daumen, dass Du Ubiqe Terrarum irgendwann auch mal als Schnäppchen bekommst!
      Liebe Grüße
      Nicole

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      • Also dass Karl May immer mit Landschaftsbeschreibungen anfaengt, das kann ich nicht bestaetigen, obwohl in den Reiseerzaehlungen auf jeden Fall immer wieder viel Landschaftsbeschreibung ist. Das hilft mir dann, die Reisewege hier in den USA nachzuvollziehen.
        Englische Buecher lese ich seit Beginn meiner Taetigkeit als Englischlehrer so gut wie immer im Original, also jetzt auch Enid Blyton.
        Meine Eltern haben – fuer mich – immer nach dem Motto gehandelt „Lesen bildet“. Es fing damit an, dass sie mir in frueher Kindheit immer vorgelesen haben, und mir schon weit vor der Einschulung das Lesen beigebracht haben. Ich weiss heute noch, dass meine Lehrerin in der ersten Klasse der Volksschule, wie sie damals hiess, absolut ueberrascht war, als ich einen Artikel in einer Jugendenzyklopaedie vorgelesen habe und ueber das Wort „Atomzertruemmerung“ nicht gestolpert bin. So viel zum Eigenlob! 😀 Aber ich bin felsenfest davon ueberzeugt, dass ich ohne mein Lesen nicht zu der Person geworden waere, die ich heute bin.
        Lieb Grisse,
        Pir

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    • Da „Eigen-lobst“ dich aber zurecht, lieber Pit. Atomzertrümmerung… keine Ahnung, wann ich sowas wohl hätte lesen können. Und ja, ohne das Lesen wäre ich auch eine ganz andere. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, ob meine Eltern mir in der Kindheit vorgelesen haben. Komisch, oder?! Aber ich vermute es mal. Zumindest meine Mutter. Ja, Eltern können soviel für ihre Kinder tun. Und ganz oft sind es „Kleinigkeiten“, die den Unterschied machen.

      Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag im fernen Amerika,
      liebe Grüße
      Nicole

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    • Die Afrika Romane kenne ich nicht. Aber 2017 wollte eine Freundin einen Schwung Berte Bratt Bücher entsorgen. Die habe ich mir unter den Nagel gerissen und gelesen – 10 Stück waren es immerhin. Mir hat das damals viel Spaß gemacht.

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      • Meine Träume ziehen nach Süden
        Die Glücksleiter hat viele Sprossen
        Sonjas dritte Sternstunde
        Machst du mit, Senta?

        Ich glaube das waren alle. Es ist immer bisschen schwierig die Reihen zusammen zu fügen. Die laufen unter Rywig – aber nicht alle Bände gehören zu den Zwillingen Senta und Sonja.
        Ich hab die so oft gelesen…ach…

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    • Super – dankeschön! Die Glücksleiter hat viele Sprossen habe ich. Da werde ich nachher gleich mal nach den anderen schauen und sie mir bestimmt besorgen. ❤ Ich mag die Geschichten um Anne von ihr sehr gerne. Für die damalige Zeit war Anne doch schon recht emanzipiert.

      Komm gut in die Woche!

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