Mammutmarsch Hannover – 06. November 2021

Vor ein paar Wochen hat Facebook mir ein Wander-Event vorgeschlagen. Ob ich nicht 30 oder 55 km durch Hannover marschieren wollte. Äääh… nein?!!! Aber mein Mann! Und er war so lieb, mir einen Gastbeitrag darüber zur Verfügung zu stellen. Viel Spaß beim Lesen! ❤

So, heute ist also der Tag da. Der Tag, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Nach dem Entschluss, meine Ultra-Lauf-Karriere zu beenden, startet jetzt meine Wander-Karriere. Ich gebe zu, meine liebe Frau hat dafür gesorgt, dass meinen Worten auch Taten folgen, und mich zur Teilnahme motiviert.

Was soll ich sagen? Es war eine tolle Veranstaltung, die das Mammutmarsch-Team hier in Hannover auf die Beine gestellt hat. Ich bin schon viel in dieser Stadt gelaufen, sei es zum Training am Maschsee oder in der Eilenriede, sei es bei Laufveranstaltungen in Ricklingen, Bothfeld, Benthe oder beim Hannover-Marathon.
Aber durch die Streckenplanung für diese 55-km-Runde habe ich noch mal ganz andere Ecken dieser schönen Stadt kennengelernt. Kompliment!

Aber der Reihe nach. Samstagmorgen klingelt der Wecker um 4 Uhr früh. Eine kleine Hunderunde und dann Frühstück und Sachen packen. Um 6 Uhr fährt mein persönlicher Shuttle-Service los und liefert mich kurz vor 7 Uhr am Sport Campus der Uni Hannover ab. Hier sind schon einige „Mammuts“ versammelt und warten gespannt auf den Start. Mit einem 3-fachen „Mammut – marsch!“ geht es dann um 7.30 Uhr los.
Zuerst marschiert die Herde durch den Georgengarten, am Großen Garten vorbei, unterm Schnellweg durch und an der Wasserstadt Limmer vorbei nach Ahlem, da sind schon fast 6 km geschafft. Ein kurzer Gang durch Velber und das Velber Holz und dann rüber zum Benther Berg.

Das Wetter war den ganzen Tag über den Wanderern wohlgesonnen, es war trocken und angenehm herbstlich, nicht zu kühl, leider aber auch nicht sehr sonnig. Trotzdem finde ich es für November perfekt.
Nachdem ich einige Zeit am Berg entlanggehe führt die Strecke zum Sportheim Lenthe, dem ersten VP. Ein kurzes Auftanken, mit Maske, Snacks kamen in einen Behälter, Becher muss man selbst mitnehmen, und schon bin ich wieder „on the road“. Dann wandern wir in den Wald hinein und auf einer Wendestrecke zum höchsten Punkt, 173,3m üNN. Ich persönlich finde ja so ein paar Höhenmeter gut, das holt mich aus der normalen Bewegung und sorgt für Abwechselung.

Am Berg entlang bin ich bald in Badenstedt, 20 km sind geschafft. Auf Bürgersteigen und über Strassen an Fussgängerampeln lerne ich die urbane Seite kennen. Es fühlt sich ein wenig seltsam an, mit GPS-Gerät in der Hand zwischen dahin wuselnden Menschen den Weg zu suchen. Werde ich komisch angeguckt, nein, das bilde ich mir wohl ein. Dennoch bin ich froh, als es durch das Bornumer Holz geht und bald schon VP2 am Lindener Berg erreicht ist.

Über den Westschnellweg nach Linden, noch 2 km durch belebte Strassen und ich wandere Richtung Maschssee. Das ist nicht der Teil des „normalen“ Rundwegs um den See, und ich bin hier tatsächlich noch nie langgelaufen, sehr schön.

Bei KM 30 ist der Döhrener Turm erreicht und ich marschiere in die Eilenriede. Auf den nächsten 9 KM lerne ich Ecken dieses riesigen Stadtwaldes kennen, die ich nie zuvor gesehen habe. Und das alles zusammen mit den herbstlichen Einflüssen gemischt, lässt mich staunen. Da vergesse ich schon fast, dass sich die Belastung doch so langsam bemerkbar macht. Ich bin ein wenig langsamer geworden, der Rucksack ist auch nach all den Stunden spürbar, aber ich weiß, ich werde heute ankommen.

VP3 bei KM 39 bietet noch mal Gelegenheit, ein paar Kleinigkeiten zu essen und zu trinken. Wenn man so nett umsorgt wird, wie das schon auf der ganzen Strecke war, greift man auch gerne zu.

Weiter geht’s, Richtung Groß-Buchholz, der Telemax ist schon von weitem zu sehen und wird mehr oder weniger umrundet. Kurz vor KM 45 bin ich am Steuerndieb und laufe wieder in die Eilenriede, diesen Teil kenne ich gut. Dann geht’s nach einem Schlenker an der Bernadotteallee entlang Richtung Musikhochschule und ab in die Stadt.
Über die Theaterstrasse unter den Bahnschienen in die Prinzenstrasse und zum Aegi. Kurz vorher rechts ab und über Aegidienkirche und „Göttinger Sieben“ Richtung Maschpark.

Am Stadion vorbei und über den Schützenplatz führt der Weg über eine Treppe an die Leine wo ich mit den „30ern“ zusammentreffe. War ich vorher weitestgehend alleine unterwegs, wird es jetzt richtig voll. Die Fahrradfahrer und andere Spaziergänger sorgen für einen vollen Rad-/Fußweg.

Die letzten km fliegen jetzt dahin und nach 8:45 Std. wandere ich dann unter dem Zielbogen hindurch. Mein Frau und Hündin Gina sind auch schon da und warten stolz auf meine Ankunft. Ich hole mir eine Cola, setze mich an einen Tisch und atme tief durch. Ich unterhalte mich noch mit anderen Finishern doch bald wird mir frisch in meinen Wanderklamotten und ich bin froh, im Auto zu sitzen und bald zu Hause zu sein.

Tja, wie schon eingangs erwähnt, war das eine tolle Veranstaltung. Das Team hat hier wirklich ein Klasse-Event auf die Beine gestellt. Man merkt, dass die Mammuts hier schon viel Erfahrung haben, aber auch die Mammutfamilie, sprich die Wanderer, sind schon eine gut vernetzte Community. Hier ist niemand allein und die Hilfsbereitschaft untereinander ist groß.

Und, mache ich noch mal einen Mammutmarsch mit? Ich kann mir das gut vorstellen, die Erfahrung war durchweg positiv. Aber es gibt auch noch andere Anbieter (Megamarsch, Ultramarsch), und ich stehe ja erst am Anfang der Wanderkarriere.

Also lass ich mich mal überraschen, wohin mich meine Füße tragen. Nur eines ist gewiss, Bewegung muss sein und wenn schon, warum nicht auf diese Art.

P.S.: Nur eines weiß ich immer noch nicht, wie macht das Mammut? Grunz, schnaub, brüll????

6 Comments on “Mammutmarsch Hannover – 06. November 2021

  1. Törööö vielleicht? 🤔😂
    Hallo Nicole.
    Ein interessanter Bericht.
    Warum ist die Ultra Lauf Karriere beendet und warum wanderst du nicht mit? Fragen über Fragen…
    Laufen oder wandern geht doch, auch wenn ich mir eher die 30km zutrauen würde. Grins…
    Einige Bilder aus Hannover kamen mir bekannt vor, von einer anderen Bloggerin.
    Radelnde Grüße vom heimischen Trainer.
    Nati 💕🍀

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen liebe Nati,
      oh ja, ein Benjamin Blümchen… uff… der hat mir in der Kindheit meines Sohnes den letzten – allerletzten – Nerv geraubt!! So oder so stammen Elefanten ja wohl vom Mammut ab. Also wird das wohl so sein mit dem TÖRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ… *wurks*
      Dankeschön – ich gebe es gleich weiter!
      Ja, mein Mann hat sich aufs wandern verlegt, weil so lange Laufstrecken seinem Knie nicht mehr gefallen. Manchmal muss man dann ja liebgewonnenes zugunsten der Gesundheit aufgeben. Aber das Langstrecken wandern macht ihm auch Spaß. Allerdings legt er auch da ein ordentliches Tempo vor. Und da bin ich dann raus. 😉 Ich möchte aber auch sonst keine 55 km durch die Gegend latschen. Und auch keine 30… So bis 15 km sind meine Wohlfühlstrecken. 😉
      Warst Du schon mal in Hannover? Das ist ja meine Heimatstadt, die bis heute einen festen Platz in meinem Herzen hat. ❤
      Und Du bist also fleißig Home-Rad-Radlerin – ich ziehe den Hut!!
      Komm gut in die Woche! ❤
      Liebe Grüße
      Nicole
      P.S. Vielen lieben Dank für Deine liebe Nachricht!!! ❤

      Gefällt 1 Person

      • Guten Morgen Nicole.
        Gesundheit geht vor, in jedem Fall.
        Aber schön dass dein Mann sein Hobby weiter frönen kann, auch wenn er dir zu flott ist. Lach…
        Hannover habe ich schon mal besucht, ich glaube für zwei Nächte. Ist ja nicht so weit von meiner Schwester entfernt.
        Was heißt fleißig…., wenn ich lange Arbeitstage habe, plumpse ich eher auf die Couch als noch zu radeln. Lach…
        Aber ohne meinen Heimtrainer geht es auch nicht. 😁
        Lieben Dank Nicole, einen schönen Wochenstart wünsche ich dir.
        P.S. Sehr gerne…💕🍀

        Gefällt 1 Person

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