Projekt abc – F wie Farben

In dieser Woche geht es um den Buchstaben F, der übrigens – gefühlt – an jeder Ecke abc projektvertreten ist: Füller, Feldweg, Felder, Fichten (ja, wir wohnen auf dem Land…) – aber nichts sprach mich wirklich an, bis ich bei meiner täglichen Tagesplan Gestaltung meine Zeichnung colorierte…

Das Projekt wurde übrigens von Wortman (wieder) ins Leben gerufen, dessen Seite Ihr hier findet.

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abc.etüden – Eifersucht ist eine Leidenschaft

2019_0607_1_300Eine Weile bin ich schon um die abc.etüden bei Christiane herumgeschlichen… und diesmal bin ich das erste Mal dabei! Worum es geht? Es werden Texte geschrieben mit max. 300 Wörtern, die drei bestimmte Wörter enthalten müssen. Dieses Mal sind das: Winterreifen, stolpern und eifersüchtig.

Und das habe ich daraus gemacht:

Eifersucht ist eine Leidenschaft
von Nicole Vergin

„Du kannst mich mal!“ Simone knallte die Tür zu.
„Sag einfach die Wahrheit!“ Martin, ihr Ehemann, war ihr gefolgt. „Wo willst du hin?“
„Ich brauche Luft! Du engst mich ein!“ Rasch schlüpfte sie in ihren Wintermantel.
„Ach, aber dein Jens macht das nicht.“ Das Gesicht ihres Mannes war dunkelrot angelaufen.
„Er ist nicht MEIN Jens. Wir sind Kollegen.“ Wieder und wieder hatte sie versichert, dass da nichts lief. Mit Jens nicht und auch mit keinem anderen Mann. Sie liebte Martin. Zumindest wenn er nicht grundlos eifersüchtig war.
„Ich gehe spazieren“, erklärte sie so ruhig wie möglich, „und wenn ich wiederkomme, reden wir, okay?“
„Wenn du jetzt gehst, ist es vorbei“, Martins Stimme war leise geworden.
„Du drohst mir?“ Simone schüttelte fassungslos den Kopf, öffnete die Haustür und trat hinaus in die winterliche Kälte.
Sie beschloss, anstelle eines Spaziergangs, zu ihren Eltern zu fahren und dort ihre Gedanken zu sortieren. In der Garage stolperte sie über einen Wagenheber.
Verflixt, was hatte das Ding hier zu suchen? Simone fuhr aus der Garage und stieg noch einmal aus, um das Tor zu schließen. In diesem Moment trat Martin aus dem Haus und starrte sie an.
„Ich dachte, du wolltest einen Spaziergang machen?“
Sie antwortete nicht, sondern sprang schnell wieder in ihren Wagen, damit er sie nicht aufhalten konnte. Im Rückspiegel sah sie, wie er ein Stück auf der Straße hinterher lief und mit beiden Armen wedelte. Kurz darauf summte auch ihr Handy. Nein, dieses Mal würde sie nicht einfach zu ihm zurückkehren.
Als vor ihr eine rote Ampel auftauchte, merkte sie, dass sie zu schnell fuhr.
Ruhig bleiben, ermahnte sie sich, die Winterreifen sind nagelneu, mit denen kann ich bestimmt bremsen.
Doch der Wagen rutschte weiter. Kurz vor dem Aufprall tauchte das Bild des am Boden liegenden Wagenhebers auf.

(296 Wörter)

Ich kann auch anders: Einblick in meine dunkle Seite

Wenn Ihr über die Advents- und Weihnachtszeit meine Beiträge gelesen habt, dann wisst Ihr, dass ich ein großer Fan von kitschigen Happy Ends bin. Besonders um die Weihnachtszeit herum, wenn alles blinkt und glitzert und der Baum unter der Last des Deko-Schnick-Schnacks beinahe zusammenbricht.

Aber wie heißt es so schön? Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Und mein Schatten hat sich während meiner Teenagerjahre für Horror und Grusel interessiert. Vampire, Untote, Friedhöfe bei Nacht. Ich habe die Hefte des Geisterjägers John Sinclair verschlungen und hatte einen großen Stapel Bücher von Stephen King und Dean Koontz. Die ich vor kurzem übrigens aussortiert habe. Aber nur, um sie an meinen Sohn weiter zu geben (da ist es wieder… das rosa-rote Happy End!), außerhalb unserer Familie hätte ich meine Buch-Babys natürlich nicht her gegeben!

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Inzwischen lese ich meist andere Bücher und Horrorfilme gucke ich auch nicht mehr so gerne. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich bis heute davor grusele und dann nachts Licht anmachen muss, falls ich mal aufwache…

Und auch meine Geschichten sind (meist) harmloser – außer wenn ich auf jemanden richtig sauer bin. Etliche von meinen dunkleren Geschichten schmoren nun schon seit längerem irgendwo in meinem Daten Nirwana und ich hatte sie längst vergessen. Aber dann kam ich mit Wortman (kommt Euch bekannt vor? Richtig! Das ist der, der das Projekt abc wieder ins Leben gerufen hat) ins „Gespräch“ und siehe da, er hat neben seiner Wortman Seite (schaut doch hier mal rein) noch eine Welt jenseits des Happy Ends: die Dunkelwelten. Tja, und dort könnt Ihr nun – wenn Ihr wollt – meine makabre, dunkle Seite kennenlernen. Denn Ihr findet dort die Geschichte: „Bis dass der Tod euch scheidet“. Klick!

Viel Spaß beim Lesen! Ich werde mich derweil mal wieder dem Licht zuwenden – Ihr wisst ja, wie schnell einen die Dunkelheit für immer aufsaugen kann…

Besuch zur Mittagsstunde

Und schon ist der nächste Schreibkick fällig. Falls Ihr bei der von Sabi Lianne ins Leben gerufenen Schreib-Gruppe auch mitmachen wollt, schaut doch einfach mal hier in der Facebook Gruppe vorbei!

Besuch zur Mittagsstunde
von Nicole Vergin

Klopfklopf…
Margots Herz schlug rascher. Seit vier Wochen war sie nun in diesem Zimmer im Pflegeheim und noch immer hatte sie sich nicht daran gewöhnt, dass Menschen nach einem kurzen Klopfen an der Tür ihres Zimmers bei ihr ein- und ausgingen.
Aber nun war Mittagszeit und im Heim eine Ruhe, die sie bei sich als Todesstille bezeichnete. Und wer auch immer vor der Tür stand, wartete offensichtlich auf eine Antwort von ihr.
Margot räusperte sich und rief dann: „Herein.“

Ein Mann trat ein. Sie blickte in sein lächelndes Gesicht und zuckte zusammen. Er war ihr nicht bekannt. Ein Unbekannter in ihrem Zimmer. Sie streckte die Hand nach dem Notfallknopf aus, der an einem Kabel neben ihrem Bett hing.
„Entschuldigen Sie, dass ich so hereinplatze“, der Mann machte eine kleine Verbeugung. „Offensichtlich habe ich Sie erschreckt. Ist es Ihnen lieber, wenn ich wieder gehe?“
Margots Verstand befahl ihr zu nicken, aber ihr Bauchgefühl war anderer Meinung und so schüttelte sie den Kopf. Sie deutete mit der Hand auf den zweiten Stuhl in ihrem kleinen Zimmer. „Setzen Sie sich doch bitte.“
„Vielen Dank“, der Mann nahm auf dem Stuhl Platz und streckte dann die Hand über den Tisch, der zwischen ihnen stand, „ich heiße Rainer.“
Ohne weiter nachzudenken streckte auch sie ihre Hand aus und wunderte sich, wie angenehm sich diese kurze Berührung anfühlte. „Und ich bin Margot.“
Sie lächelten sich zu und schwiegen eine Weile. Eine angenehme Weile, wie Margot fand. Und das verwunderte sie noch mehr. Denn Schweigen konnte man mit den wenigsten Menschen.
„Diese Mittagszeit hier im Pflegeheim“, begann sie dann ein Gespräch.
„Entsetzlich öde“, ergänzte Rainer ihre Gedanken.
Sie lachten. Das Eis – sofern es überhaupt etwas Kühles, Fremdes zwischen ihnen gegeben hatte – war geschmolzen. Sie plauderten und lachten wie alte Freunde. Fanden Gemeinsamkeiten und erzählten sich gegenseitig aus ihren Leben.

Als die kleine Kuckucksuhr, die Margot vor Jahren aus einem Schwarzwald Urlaub mitgebracht hatte, 15 Uhr schlug, schaute sie verwundert auf.
„Ich weiß nicht, wann das letzte Mal die Mittagszeit so schnell vergangen ist,“ Margot schaute ihren Besucher verwundert an.
„Bei guten Gesprächen verfliegt die Zeit im Nu“, nickte Rainer und fügte hinzu, „aber nun muss ich gehen.“
„Kommst du wieder?“ Margot spürte, wie eine leichte Röte ihre Wangen hinaufkroch. Sie hatte ihn einfach geduzt. Und auch noch gefragt, ob er wiederkommt. So forsch war sie bisher nie in ihrem Leben gewesen. Innerlich schüttelte sie bei diesen Gedanken den Kopf. Was machte es schon. Es war der letzte Rest ihres Lebens. Wenn sie nicht jetzt den Stier bei den Hörnern packte, würde sie es nie mehr tun. Sie lachte und fügte hinzu: „Ich würde mich freuen!“
„Dann komme ich wieder!“ Rainer verabschiedete sich mit einem Handkuss wie ein Kavalier der alten Schule und dann war er auch schon verschwunden.
Er hat mir gar nicht seinen Nachnamen gesagt, dachte Margot noch, doch dann wurde sie von der Pflegerin die anklopfend eintrat abgelenkt. Es sei Kaffeezeit und ob sie sie in den Speisesaal bringen sollte.

„Finden Sie nicht auch, dass der Kuchen viel zu trocken ist?“ Ihre Sitznachbarin beugte sich viel zu vertraulich herüber. „Bei den Preisen hier können wir ja wohl etwas Besseres erwarten!“
Margot nickte einfach. Bei jeder Mahlzeit meckerte diese Person. Sie war es leid, sich ihre Tiraden anzuhören, aber es gelang ihr nicht, sie abzuweisen oder ihr die Meinung zu sagen.
Und heute war es ihr auch das erste Mal egal. Sie dachte an das Gespräch mit Rainer. Wo war er überhaupt? Margot schaute sich im Speisesaal um.
„Wen suchen Sie denn?“ Ein paar Speicheltropfen landeten auf ihrem Handrücken.
„Niemanden.“ Die kurze Antwort wurde mit einem bohrenden Blick erwidert. Das fehlte ihr jetzt noch, dass sie dieser Person von ihrem Mittagsbesuch erzählte.
Margot beugte sich tiefer über ihren Teller und schob sich ein weiteres Stück von dem Kuchen in den Mund, der alles andere als trocken war.
Rainer muss neu im Pflegeheim sein, grübelte sie, sonst hätte ich ihn doch schon mal hier gesehen. Obwohl, er wirkte noch so rüstig, vielleicht ging er zum Essen in die Innenstadt, die nur wenige Gehminuten entfernt lag.

„Haben Sie es schon gehört?“ Erneut drängte sich die nervtötende Stimme ihrer Sitznachbarin in ihr Ohr.
Sie wollte nicht mit ihr reden, aber der Wortschwall ergoss sich auch ohne eine weitere Erwiderung über sie.
„Die Frau Schmidt“, die Stimme wurde leiser, „die ist verrückt geworden.“
„Also ich habe vorhin noch mit ihr gesprochen“, versetzte Margot ungewohnt scharf, „und auf mich hat sie vollkommen normal gewirkt. Ich finde, sie ist eine sehr nette Frau!“
„Nett“, wurde es förmlich in ihr Ohr geschnaubt, „mag ja sein. Aber eben auch verrückt!“
Am liebsten wäre Margot aufgesprungen und auf ihr Zimmer gegangen. Aber ihr Rollstuhl zwang sie, an ihrem Platz zu bleiben. Sie versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Sollte die alte Klatschbase doch reden. Aber dann hörte sie plötzlich den Namen `Rainer´ zwischen all dem Gerede heraus und nun spitzte sie doch die Ohren.
„Er würde sie besuchen. Abends, wenn alles schon still ist.“
Ob es um `ihren´ Rainer ging?
„Wahnvorstellungen, Halluzinationen, irgendetwas läuft da wohl in ihrem Kopf nicht ganz rund.“ Ein gemeines Kichern zeigte wie sehr diese Person den Tratsch genoss.
„Warum soll sie Wahnvorstellungen haben, nur weil sie erzählt, dass sie Besuch bekommt?“ Margot widerstrebte es, ihrer Sitznachbarin auch noch Nahrung für ihre Lästereien zu geben. Aber vielleicht würde sie so erfahren, wo Rainer zu finden war.
„Ach stimmt ja. Sie wohnen ja noch nicht lange hier. Rainer…“, eine Kunstpause sollte das ganze wohl dramatisieren, „Rainer ist bereits vor einem halben Jahr gestorben.“

Für einen Augenblick setzte Margots Herzschlag aus, bevor er weiter holperte. Tot? Rainer? Wie konnte das sein? Er war doch gerade vor einer Stunde bei ihr im Zimmer gewesen. War sie verrückt geworden? Nein. Frau Schmidt hatte ihn ja offensichtlich auch gesehen. Kein Wunder, dass er auch bei dieser netten Frau gewesen war, dachte sie und schmunzelte. Nun glaubte sie also schon an Geister.
Margot lachte. Laut. Ein befremdeter Blick traf sie. Was sie nur noch mehr zum lachen brachte. Nun gut, falls Rainer tatsächlich ein Geist war, war ihr das auch egal. Hauptsache seine Besuche würden weiter ihr Leben versüßen.
Und wer weiß? Vielleicht würde sie mal mit Frau Schmidt sprechen, sie könnten sich ja schließlich auch zu Dritt treffen. Bei diesem Gedanken musste Margot noch mehr lachen. Und nach dem Gesicht des alten Lästermauls zu urteilen, würde sie nun künftig auch auf der Tratsch- und Lästerliste ganz weit oben stehen.

Bewusst verrate ich das Thema in diesem Monat erst jetzt: Imaginäre Freunde.

Diesmal waren dabei:

Veronika

Rina

Corly

Das Thema für den 01. März lautet: Die Welt bei Nacht

„Denn wo einer kommt, lässt ein andrer los“ – `Karma´ein Song von Kontra K

DSC_0218Den Song „Karma“ von Kontra K habe ich im Rahmen meiner Seelfrau Ausbildung kennengelernt. Eine Teilnehmerin hat ihn als Einstimmung in den Tag mitgebracht und ich finde ihn so wundervoll und berührend, das ich ihn gerne mit Euch teilen möchte! Nachstehend findet Ihr den Text und zum anhören klickt einfach hier!

Karma
von Kontra K

24.12. in 2013, ihr Herzschlag verlangsamt, je schneller die Zeit geht
Familie zusammen, sie wächst durch meinen Kleinen
Atmet jetzt schwerer und lässt sich fallen
Das Licht kommt näher, der Tunnel wird weiter
Schmerzen verschwinden, Beine werden leichter
Die Stimmung ist heiter, um meinen Nachwuchs zu feiern
Und so bemerkt es fast keiner
Denn ihr Lächeln ist mehr als Zufriedenheit
Weil sie sieht, dass Kind wird voller Liebe sein
Und so lässt sie los, im Kreis ihrer Liebsten
Und schenkt den Rest ihrer Kraft meiner wachsenden Familie

Denn wo einer kommt, lässt ein andrer los
Denn neben dem Leben steht auch immer der Tod
Hinter der Sonne folgt auch immer der Mond
Egal was wir tun, Karma ist groß
Wo einer trauert, spendet auch einer Trost
Und wo einer fällt, kommt ein anderer hoch
Wer Gutes tut, wird auch mit Gutem belohnt
Auch nach dem Tod, Karma ist groß

Nachts auf der Autobahn im Sekundenschlaf
Er träumt vom Leben und denkt über seine Kumpel nach
Über Streit und warum er so unfair war
Dem Leben viel zu undankbar
Also betet er die letzten Sekunden, Zeitlupe
Sein Wagen überschlägt sich mit 100
Nur noch eine gute Tat oder ein Wunder
Als langsam vergessen zu werden nach ’nem Unfall
Und sie wartet ein Jahr auf einen Spender
Doch Räder drehen sich nur, wenn man auch Geld hat
Und das, obwohl sie so ein guter Mensch war
Sogar an den Momenten, wenn das Leben ungerecht war
Sie flüstert ihr Gebet Richtung Sternenhimmel
Möge der Mond ihr einen Engel schicken und er kommt
Ihr neues Herz schlägt mit Kraft
Danke an den Mann aus dem Wrack

Denn wo einer kommt, lässt ein andrer los
Denn neben dem Leben steht auch immer der Tod
Hinter der Sonne folgt auch immer der Mond
Egal was wir tun, Karma ist groß
Wo einer trauert, spendet auch einer Trost
Und wo einer fällt, kommt ein anderer hoch
Wer Gutes tut, wird auch mit Gutem belohnt
Auch nach dem Tod, Karma ist groß

Dicker, wenn es kommt, glaub mir, irgendwann kommt es
Und alles was du warst, steht dann auf deinen Kopf los
Aber warst du ein Engel, steigst du zu Gott hoch
Alles gleicht sich aus
Denn Minus und Minus macht Plus
Und wem zu viel nicht genug ist, hat Frust
Und, Dicker, welchen Weg das Leben mir bereit hält
Es hat einen Grund

Denn wo einer kommt, lässt ein andrer los
Denn neben dem Leben steht auch immer der Tod
Hinter der Sonne folgt auch immer der Mond
Egal was wir tun, Karma ist groß
Wo einer trauert, spendet auch einer Trost
Und wo einer fällt, kommt ein anderer hoch
Wer Gutes tut, wird auch mit Gutem belohnt
Auch nach dem Tod, Karma ist groß