Viel Leben auf der Messe „Leben und Tod“

„Ist das nicht gruselig auf eine Messe zu gehen, die sich um den Tod dreht?“ Nein. Gar IMG_1068nicht. Also für mich nicht. Denn der Tod – so sehr viele auch versuchen ihn auszuschließen – gehört nun einmal zum Leben dazu. Außerdem – wie der Name es schon sagt – es geht eben auch um das LEBEN.

Am Freitag, den 04. Mai fuhr ich nach Bremen und war gespannt was mich dort wohl erwarten würde. Bereits zum 8. Mal fand die 2-tägige Messe statt. Für FachbesucherInnen ebenso wie für interessierte BesucherInnen wie mich.

Da ich den Eröffnungsvortrag zum Thema „End-lich leben – mit Leib und Seele Tod und Vergänglichkeit akezeptieren“ nicht verpassen wollte, war ich gleich zu Beginn vor Ort. Die Halle füllte sich erst nach und nach – soweit ich den Überblick hatte, waren die Frauen in der Überzahl – und so konnte ich schon einmal ganz gemütlich an den zahlreichen Ständen entlang schlendern und mir den einen und anderen merken, wo ich später gerne mit den Standbetreibern ins Gespräch kommen wollte.

Der Eröffungsvortrag des Theologen Dr. Nikolaus Schneider fasste die Notwendigkeit einer solchen Messe perfekt zusammen: wir können nicht vor dem Tod davonlaufen. Ob wir wollen oder nicht, er gehört zum Leben dazu. Durch die Akzeptanz der „eigenen Vergänglichkeit“ bekommt man außerdem einen anderen Blick auf das (eigene) Leben. Was durchaus von nutzen sein kann. Gut gefallen hat mir, dass hier die „Dinge“ beim Namen genannt wurden und das trotz allem der Vortrag nicht „schwer“ war, sondern auch und gerne gelacht werden durfte.

Im Verlaufe des Tages war ich noch 3 x im sogenannten Forum, um mir dort Lesungen anzuhören:

„Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat“ von und mit Mechthild Schroeter-Rupieper (Gründerin von Lavia dem Institut für Familientrauerbegleitung). Die unterschiedlichen Trauergeschichten, die Frau Schroeter-Rupieper vorlas, zeigten deutlich, wie wichtig es ist mit der Trauer zu leben, sich Unterstützung – wenn nötig – zu holen und vor allem auch Kinder und Jugendliche mit einzubeziehen. Gerade ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mich sehr beeindruckt, zeigt sie doch, dass es kein guter Weg ist diese in einem Trauerfall „außen vor“ zu lassen.

Eine ganz andere Lesung erwartete die ZuhörerInnen, als es um das Buch „Mama ist tot. Und jetzt?“ von Anna Funck ging. Eine Energie geladene, übersprudelnde junge Frau IMG_1069betrat die Bühne und im ersten Moment vermutete man gar nicht, dass es um etwas trauriges gehen könnte. Aber der Titel erzählt ja bereits davon, dass die Mutter von Frau Funck verstorben ist. Und sie selber erzählte nun, wie es ihr während und nach dieser Zeit ergangen war. Und vor allem auch, wie ihre Mitmenschen auf ihre Trauer reagierten. Ein Punkt, in dem es ihr ähnlich erging wie der nächsten Autorin, Muriel Marondel, in deren Buch es um den Tod ihres Vaters bzw. um die Trauer um ihn geht – „Lieber Tod, wir müssen reden!“

Die beiden jungen Frauen erlebten jede für sich, wie einsam man sich in einer Gesellschaft fühlen kann, die Themen wie sterben, Tod und Trauer ungern über die eigene Haustürschwelle lassen wollen. Sie fühlten sich oftmals allein gelassen, haben Hilfe gesucht und nicht gefunden. Für beide eine Anregung ihre Erlebnisse selber in Worten zu fassen, um anderen Trauernden aufzuzeigen, welche Wege sie gegangen sind und zu ermutigen der eigenen Trauer Raum und Zeit zu geben. Ich habe im Nachhinein mit beiden Autorinnen noch gesprochen und finde es großartig und wichtig, dass es immer mehr Menschen gibt, die erkennen, wie wichtig es ist, diese Lebensbereiche nicht auszugrenzen.

Selbstverständlich gab es noch etliche andere hörenswerte Beiträge, aber einen Teil des Tages wollte ich eben doch nutzen, um mir die anderen Angebote bzw. Stände anzuschauen. Und es hat sich wahrhaftig gelohnt.

Hier ein kurzer Querschnitt der Stände, bei denen ich länger ins Gespräch gekommen bin:

Medienprojekt Wuppertal 

An diesem Stand waren es nicht vorrangig die ausgestellten DVD´s, die mich interessierten, sondern tatsächlich die junge Frau, die dort das Medienprojekt Wuppertal vertrat. Mitte 20 wie ich kurz darauf erfuhr, setzt sie sich zusammen mit anderen Menschen im Alter bis Mitte 40 dafür ein die Themen „Sterben und Trauern“ aus dem Tabubereich heraus zu holen. Die Dokumentationen handeln von Nahtoderfahrungen, von Jugendlichen, deren Vater oder Mutter gestorben ist oder auch wie junge Menschen Sterbenden begegnen. Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch und gerade in unserem technischen Zeitalter ist es doch ein möglicher und wichtiger Zugang so auf diese Themen aufmerksam zu machen.

Opal – Postforma Urnen

Bei diesem Bremer Unternehmen erhält man individuell hergestellte Urnen aus dem 3D-Drucker. Ja, mich hat das ehrlich gesagt sofort neugierig gemacht, da ich gerade im vergangenen Jahr nach dem Tod meiner Mutter festgestellt hatte, das viele Urnen eben so gar nicht meinem Geschmack entsprechen. Diese Urnen sehen – in meinen Augen – nicht nur schön aus, sondern sind auch aus einem biologisch abbaubarem Kunststoff hergestellt. Der Grund warum jede Urne ein Unikat ist, beruht darauf, dass vor dem Druck individuelle Angaben zu der / dem Verstorbenen in das Programm eingegeben werden. Daraus resultieren dann die unterschiedlichen Ausformungen. So zumindest habe ich es im Gespräch verstanden. Da ich technisch nicht so versiert bin, erkundigt Euch bei Interesse lieber nochmal selber.

Sarggeschichten

„Wir wollen die Themen Sterben, Tod und Trauer ins Leben holen“ – so steht es im Flyer. IMG_1082Was dahinter steckt, sind u. a. Kurzfilme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu eben diesen Themen. Zu finden auf youtube – am besten einfach mal selber reinschauen.

Pantomime Christoph Gilsbach

Christoph Gilsbach ist der Meinung, dass auch in der Sterbebegleitung der Humor nicht zu kurz kommen darf. Daher hält er entsprechende Vorträge und Workshops ab. Während ich mich mit ihm unterhielt, kam eine Frau dazu, die nach eigener Aussage Krebs im Endstadium hat. Was sie seit Beginn ihrer Krankheit vermisst ist, dass auch in diesen Lebenszeiten gelacht IMG_1091werden darf. Es war ein sehr intensives Gespräch, bei dem es natürlich auch ernst zuging, aber eben, wie an der Clownsnase zu sehen ist, die wir Frauen von ihm geschenkt bekommen haben, auch viel gelacht wurde.

Abschied Bestattungen

Ein besonderer Hingucker war für mich der ausgestellte Selbstbausarg von Abschied Bestattungen. Ein beinahe handliches Paket wie aus dem Baumarkt, das die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrief. Zwei Frauen traten hinzu, während ich das ganze neugierig beäugte und beinahe zeitgleich kamen ihre Reaktionen: „Oh wie IMG_1067toll, den kann man ja selber bemalen und gestalten“ und „Das kann man doch nicht machen“. Doch, kann man ganz offensichtlich. Ja, es ist nicht jedermanns Sache, aber auch ich habe es in dem Zusammenhang der Trauerarbeit gesehen. Etwas selber gestalten, etwas „zu tun haben“. So vielfältig wie Menschen auf ihre persönlichen Trauerfälle reagieren, so vielfältig sind heutzutage glücklicherweise auch die Angebote.

Seelensport

Wie eben bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Angebote, die Trauernde auf ihrem Weg begleiten und unterstützen können. Da ich selber weiß, wie wichtig mir Bewegung ist, wenn es mir – aus welchen Gründen auch immer – schlecht IMG_1079geht, hat mich das Angebot der Österreicherin Katrin Biber sofort angesprochen. Sie hat nach dem Tod ihrer Schwester durch Bewegung nach und nach ins Leben zurück gefunden und hat daraus ein Trainingskonzept  entwickelt, dass sich an der individuellen Trauer, den Gefühlen und dem Körper der / des Trauernden orientiert. Eine beeindruckende junge Frau, die durch ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse andere unterstützt und begleitet.

Die Traueroblate

Angela Stehr hat diese sehr persönlichen und IMG_1064wunderschönen Grabbeigaben erfunden und stellt sie in ihrem Hof Atelier selber her. Ich habe dies bereits in einem meiner Beiträge erwähnt, so dass Ihr hier gerne noch einmal schauen könnt.

Ja, das war nun ein kleiner Eindruck von meinem Messebesuch. Solltet Ihr Fragen haben, schreibt mir diese gerne in die Kommentare oder nutzt meine E-Mail Adresse, die im Impressum angegeben ist.

Übrigens: auch im kommenden Jahr wird die Messe Leben und Tod wieder in Bremen stattfinden und zwar am 10. und 11. Mai 2019. Ich werde am Freitag, den 10. vor Ort sein. Vielleicht treffen wir uns ja!

Ein Jahr ist vergangen… die Liebe bleibt

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, schien die Sonne. Die Vögel zwitscherten ihr morgendliches Konzert und draußen im Garten blühten unsere Pfingstrosen ebenso 1. Todestagherrlich wie der Rhododendron. Alles genauso wie vor einem Jahr, dachte ich für einen Moment. Doch natürlich ist das nicht so. Du bist nicht mehr da. Zumindest kann ich Dich nicht mehr berühren. Deine Hände streicheln. Die Haut Deiner Wangen, die bis zum Schluss so unglaublich weich waren.

Denn heute vor einem Jahr bist Du eingeschlafen. Friedlich. Nach einigen Monaten voller Kampf und Aufbegehren. Und ebenso voller Harmonie, Musik… so friedvollen Stunden. „Mach das Fenster weit auf, wenn es soweit ist“, hatte mir eine liebe Freundin gesagt, „dann kann ihre Seele hinaus fliegen.“

Ja, das habe ich gemacht und es fühlte sich so gut, so richtig an. Denn ich bin sicher, da ist noch mehr, wenn der Körper nicht mehr weiter kann. Deine Seele, ich weiß nicht, wo sie jetzt ist, aber es gibt sie noch. Und das macht es mir leichter.

Und wer weiß, vielleicht kannst Du dies jetzt sogar lesen. Schließlich gibt es ja mehr zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Davon warst Du auch immer überzeugt. Und ich habe in diesem Jahr öfter das Gefühl gehabt, dass Du mir ganz nah warst. Natürlich nicht immer, schließlich wirst Du auch anderes zu tun haben. Oder einfach Dein neues Dasein genießen wollen. Ja, das stelle ich mir gerne vor. Und ich bin dankbar, wenn Du einfach hin und wieder mal vorbei schaust. Einfach so. Daher werde ich weiter alle Sinne öffnen, um diese Momente nicht zu verpassen.

Warst Du auch dabei, als ich gemeinsam mit Deinem Enkel und Deinem Schwiegersohn im Ruheforst war und wir Dir die Seerosen gebracht haben? Wenn nicht, hast Du sie bestimmt später gesehen. Und sicherlich darüber gefreut. Seerosen. Sie waren Dir immer die liebsten.

Ein Jahr ist vergangen… die Liebe bleibt.

Hinweis: glücklicherweise bin ich im Internet über die Seite von Angela Stehr gestolpert: die Traueroblate. Hierbei handelt es sich um Grabbeigaben, die aus ungebranntem Ton bestehen, also Naturbelassen sind und sich somit auch für Ruheforste eignen. Auf Anfrage hat mir Angela diese wundervollen Seerosen gestaltet. ❤
Ihre Seite findet Ihr hier.

Kann ein Herz an einer alten Zitruspresse hängen?

Abgeschabt ist sie. Rissig. Benutzt. Kein Wunder, schließlich sind wir vor 29 Jahren gemeinsam in die erste eigene Wohnung gezogen. Und auch da war sie nicht mehr brandneu.

Jahrelang war sie bereits bei meiner Mutter in Benutzung gewesen. Ich höre sie bis heute Zitruspresse„Möchtest du auch Orangensaft?“, rufen. Klar wollte ich! Schon immer mochte ich frisch ausgepressten Orangensaft. Nur zum selber machen war ich stets zu faul. Wie schön, wenn man dann eine Mutter hat, die einen damit verwöhnt. Nicht, dass ich das damals schon zu schätzen wusste…

Aber dann kam die Zeit, wo sie Schmerzen in ihren Händen bekam – heute weiß ich, dass es Rheumatoide Arthritis war, meine rechte Hand kann davon inzwischen ebenfalls ein Liedchen trällern – und dann zog bald darauf eine elektrische Zitruspresse bei meinen Eltern ein.

Tja, und so konnte ich diese alte, einfache Zitruspresse bei meinem Sprung aus dem Nest mitnehmen. Auch meine Faulheit, selber Orangen auszupressen machte sich in meinem neuen Zuhause breit. Irgendwann bekam ich dann aber doch im wahrsten Sinne des Wortes den Dreh raus und die Zitruspresse war aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken.

Lange Zeit habe ich die Augen vor dem Offensichtlichen verschlossen: der kleine braune Küchenhelfer war nicht nur alt, sondern vor allem auch schäbig geworden. Für schlappe 5,98 € könnte ich ein neues Modell erstehen, in einem schönen Limonengrün.

Was mich davon abhält? Ganz einfach: die Erinnerung und die Angst davor, dass nach und nach alles verschwindet, was noch mit meiner Mutter zu tun hat. Denn fast ein Jahr nachdem sie eingeschlafen ist, kommt immer mehr, was ich nach und nach loslassen muss. Oder möchte. Je nachdem, worum es sich handelt. Was mir anfangs noch deutlich leichter fiel, wird jetzt schwieriger.

Sollte das nicht genau andersherum sein?, habe ich mich gefragt und gemerkt, dass es für das Trauern um einen geliebten Menschen nun einmal keine To-Do-Liste gibt, die ich nach und nach abhaken und erledigen könnte. Trauer ist ein individueller Prozess, den man nicht planen oder in irgendeiner Form abarbeiten kann.

Ich merke, dass mir vieles erst jetzt nach etlichen Monaten bewusst wird. Es kommen Erinnerungen hoch, die mich mal zum Lachen und mal zum Weinen bringen. Oder auch beides durcheinander. Und da hat mich diese kleine Zitruspresse doch tatsächlich heute aus der Bahn geworfen. Denn plötzlich war mir bewusst, dass ich nie wieder hören würde, wie meine Mutter mir zuruft: „Möchtest du auch Orangensaft?“

Irgendwann werde ich das alte Stück Plastik – denn nüchtern betrachtet ist es nichts anderes – loslassen. Aber wann das sein wird, das wird mein Herz entscheiden. Und bis dahin bekommt sie einen Platz in meiner Erinnerungsecke.

Ein etwas anderes Museum: Friedhofsmuseum Hannover

„Herzlich Willkommen“, schallt es mir entgegen, als ich den Eingangsbereich des 2Friedhofsmuseum auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover betrete. Ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung sprintet mir förmlich entgegen. Nicht erst in diesem Moment ahne ich, dass die Besucher nicht gerade hierher strömen.

„In guten Zeiten waren es mal bis zu 40 Besucher an einem Tag“, erzählt einer der Mitarbeiter, „leider hat das nachgelassen.“ Dementsprechend ist das Museum – das von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung gestaltet worden ist –  inzwischen auch nur noch jeweils am 1. Mittwoch des Monats (außer an Feiertagen!) von 13.00 – 16.00 Uhr geöffnet.

Aber worum geht es denn nun in dieser Ausstellung?

Natürlich um die Arbeit auf einem Friedhof. Was wird benötigt? Worauf muss man

achten? So finden sich in der Ausstellung neben diversen Gerätschaften eben auch ein kleiner Hügel mit einem Plüsch-Maulwurf. Ja, auch auf einem Friedhof darf gelacht werden!

In einer Ecke stehen ausgediente Tasten-Instrumente, die zahlreiche Trauerfeiern mit ihrer Musik begleitet haben. Ebenso wie ein Einblick in die Entwicklung der

Begräbniskultur. War es früher noch ganz normal, dass die Verstorbenen in der guten Stube aufgebahrt wurden, so ist es heute oft so, dass alles möglichst rasch hinter geschlossenen Türen abgehandelt wird. Nicht umsonst steht auf einem der Aufkleber, die sich auf dem Boden befinden: „Finden Sie Trost in Ihrer Trauer?“

Da das Museum in den früheren Räumlichkeiten des Krematoriums untergebracht ist (heute befindet sich das einzige städtische Krematorium Hannovers im Stadtteil Lahe) bietet die Ausstellung auch zu

diesem Thema einen Einblick inkl. einer kleinen Präsentation auf einem Laptop. Und vielleicht beruhigt es zum Beispiel den einen oder anderen, dass alle Verstorbenen vor der Kremierung nochmals vom Amtsarzt untersucht werden. Ich weiß von meiner Mutter, dass sie dieses Wissen durchaus hat besser schlafen lassen.

Hier darf und soll auch gelacht werden!

Den Besuchern ein wenig die Scheu nehmen, informieren aber auch zeigen, dass der Tod – und alles was damit zu tun hat – zum Leben dazugehört. Das ist es, was diese Ausstellung bewirken soll.

Der Mitarbeiter mit dem ich mich eine ganze Weile unterhalte und der gerne meinen Berg an Fragen beantwortet, freut sich sichtlich über mein Interesse. Und ja, wir machen

auch Scherze – denn Friedhöfe sind nicht nur ein Ort der Trauer. Hier gibt es jede Menge Erinnerungen, was stets auch eine Möglichkeit sein kann mit seiner Trauer umzugehen, sie zu verarbeiten. Gerade in Großstädten werden Friedhöfe übrigens auch immer mehr als Naherholungsgebiete genutzt. Denn die meisten bieten nicht nur historische Einblicke in das frühere Leben der jeweiligen Stadt, sondern eben auch wunderschöne gepflegte Anlagen, in denen man spazierengehen und seine Gedanken auf Wanderschaft schicken kann.

Und was das Lachen betrifft: es gibt in der Ausstellung sogar einen „Scherzraum“, wo

unter anderem Sprüche von Grabsteinen zu lesen sind, die die Mitarbeiter zusammengetragen haben. „Hier ruht der liebe Arzt, Herr Frumm. Und die er heilte rings herum.“ Nicht immer nett, aber ein Schmunzeln hier und da…

Vielleicht gehört ein wenig Neugierde dazu…

Ja, es ist sicherlich nicht Jedermanns Sache, sich „ohne Not“ Särge, Verbrennungsöfen, Kreuze, Grabdenkmäler anzuschauen. Ich denke, es gehört durchaus Neugier – oder nennen wir es lieber Interesse? – dazu, sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Aber letztendlich betrifft der Tod nun einmal Jeden von uns. Und ich für meinen Teil fühle mich oft besser, wenn ich über „etwas“ Bescheid weiß. Einfach, damit es mich dann nicht so eiskalt erwischt.

Aber dass muss Jeder für sich selbst entscheiden.

Und wo findet man dieses Museum?

Friedhofsmuseum Hannover auf dem Stadtteil Friedhof Seelhorst
Garkenburgstraße 43
30519 Hannover

Und hier findet Ihr die Website des Museums. ACHTUNG! Die Öffnungszeiten stimmen nicht – ich habe gerade mit dem zuständigen Mitarbeiter gesprochen: jeden 1. werktägigen Mittwoch im Monat von 13.00 – 16.00 Uhr warten die Mitarbeiter auf Besucher.