Berlin erleben – Teil 2

Wie versprochen gibt es hier im zweiten Teil noch mehr Berlin-Feeling. Den ersten Teil findet Ihr übrigens hier.

„Ghost – Nachricht von Sam“ im Theater des Westens

Wenn man so wie ich, diese Stadt einfach aufregend findet, dann benötigt man keinen LSMP4567Grund für eine Reise nach Berlin. Aber dieses Mal gab es eben doch einen: ein Geburtstagsgeschenk, das aus zwei Karten für das Musical „Ghost – Nachricht von Sam“ bestand. Eine großartige Inszenierung, mit tollen Schauspielern – an diesem Abend war Alexander Klaws, die Erstbesetzung von Sam, zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei, aber die Zweitbesetzung von Sam wurde durch Mathias Edenborn ebenso grandios verkörpert, wie die Molly von der wunderbaren Schauspielerin Willemijn Verkaik – und einer Kulisse, die mich immer wieder zum staunen gebracht hat.

Ehrlich gesagt hatte ich ein wenig Zweifel, ob sich dieser Film für die Bühne eignet, aber nun bin ich nicht nur überzeugt, sondern würde es mir am liebsten noch einmal anschauen. Leider finden die Vorstellungen im – wunderschönen – Theater des Westens nur noch bis Oktober statt. Also, wenn Ihr auch Lust habt, müsst Ihr echt einen Zahn zulegen!

Gedenkstätte Berliner Mauer

Sagt Euch die Bernauer Straße in Berlin etwas? Mir bis zu diesem Besuch ehrlich gesagt nicht – wobei ich sicherlich, im Nachhinein betrachtet, irgendwann schon etwas darüber gehört hatte – aber als wir an dem Außengelände der Gedenkstätte ankamen, fiel mir sofort ein Foto ins Auge, dass seinerzeit um die Welt ging. Der Soldat, der sozusagen in letzter Sekunde über den Stacheldraht in die Freiheit springt.

Ja, genau darum geht es dort in der Bernauer Straße: um das Gedenken an die Todesopfer der Berliner Mauer, an die Familien, die auseinander gerissen wurden und die Aufklärung was in dieser Zeit genau geschah. Und Ihr könnt mir glauben, selbst wenn man sich wie ich schon häufig mit diesem Thema befasst hat, auch dann ist es nach wie vor erschreckend, die Audios über die damaligen Erlebnisse zu hören, die Bilder zu betrachten, sich mit dem Ausmaß des Schreckens auseinander zu setzen.

Der Gang über das Außengelände ist ebenso kostenlos wie die Ausstellung im dazu gehörigen Dokumentationszentrum. Bei Interesse findet ihr hier die Website.

Jüdisches Museum Berlin

Ein weiteres schwer verdauliches Thema findet sich im Jüdischen Museum. Wer sich mit der Lage in unserem Land ein wenig auskennt, der weiß oder ahnt zumindest, dass es auch in der heutigen Zeit leider notwendig ist, jüdische Einrichtungen vor eventuellen Anschlägen zu schützen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass im Eingangsbereich Sicherheitskontrollen stattfinden, die bei größerem Andrang ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Es handelt sich bei diesem Museum um das größte jüdische Museum Europas und ich finde es wichtig, sich dafür die Zeit zu nehmen. Der Architekt Daniel Libeskind hat den neuen Teil des Gebäudes gestaltet und es ist ihm gelungen, damit die deutsch-jüdische Geschichte zu erzählen und erlebbar zu machen. Eine nähere Beschreibung findet Ihr hier und ansonsten kann ich nur dazu raten, es sich selber anzuschauen und nicht davor zurück zu scheuen, sich diesem Teil unserer Geschichte – gerade aufgrund der aktuellen politischen Lage – zu öffnen. Empfehlenswert ist die Nutzung der Audioführung, so bekommt man nicht nur die Informationen, sondern hat auch die Möglichkeit sich in seinem eigenen Tempo durch das Gebäude zu bewegen.

Besonders berührt hat mich in einem Raum die aus Metall erstellten Gesichter, die mit ihren offenen Mündern für die Ermordeten stehen und die durch Berührung, genauer gesagt durch das hinüber schreiten Klänge produzieren und so noch einmal „zu Wort kommen“. Ich habe im übrigen lange überlegt, ob ich tatsächlich die Gesichter „mit Füßen trete“, denn so kam es mir anfangs vor. Es ist ein ähnlicher Zwiespalt, den ich anfangs mit dem Thema „Stolpersteine“ hatte.

Unterwegs in Kreuzberg

Oh Wunder, das Wetter wurde dann doch noch ein wenig wärmer und so streiften wir eine Weile durch den Stadtteil Kreuzberg, bummelten über einen Flohmarkt, drückten unsere Nasen an Schaufenstern platt und – richtig – machten Fotos!

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Astor Lounge

Zum Abschluss haben wir uns dann noch einen Luxus-Kino-Besuch gegönnt. Ein kleines, elegant eingerichtetes Kino mit gemütlichen Sesseln, die man in eine bequeme IMG_0857Liegeposition  bringen kann und – sofern man auf den üblichen Eintrittspreis von 15 € noch 2 € drauflegt – einem Fußhocker. Die Bestellungen von kleineren und größeren Snacks werden direkt an den Platz gebracht und dann… genießen.

Wir haben übrigens „Die Verlegerin“ geschaut. Wieder mal ein Film, in dem Meryl Streep als großartige Schauspielerin brilliert, ebenso wie ihr Kollege Tom Hanks.

Auf ein Wiedersehen

Schon jetzt ist mir klar, dass ich wieder und wieder nach Berlin reisen möchte – und wenn alles wie geplant läuft, es im November zur Buch-Berlin auch tun werde –  denn es gibt noch so unglaublich viel zu sehen und zu erleben. Und sei es nur, dass ich gemütlich in einem kleinen Café sitze und das Gewusel um mich herum beobachte. Oder mit den Öffis fahre, was für mich ja eine Seltenheit ist und was ich daher auch genieße. Oder einfach zu Fuß durch die Stadtteile bummeln… oder oder oder…

Berlin erleben – Teil 1

Einen Koffer habe ich bei meinen früheren Reisen zwar nicht in Berlin gelassen, aber ein Berlin 1Fitzelchen von meinem Herz. Denn Berlin gehört zu den Städten, die mich immer wieder in ihren Bann ziehen. Wen wundert es da, dass ich mich schon Wochen vorher auf diesen Städtetrip gefreut habe.

Endlich angekommen

Die Anreise war erstaunlich unproblematisch. Anfangs hatten wir die Überlegung mit der Bahn zu fahren, aber die Kosten für zwei Personen haben wir dann doch gescheut. Wir sind mitten in der Woche gefahren und, oh Wunder, Berlin 5die A 2 zeigte sich Stau frei von ihrer besten Seite. Trotz allem wollten wir in Berlin komplett auf das Auto verzichten, so dass wir es nach der Anreise über das Hotel für 5 € am Tag parkten und dann die Stadt mit einem 72 Stunden Ticket mit den Öffis unsicher machten. Man kann sich auch eine Berlin Card gönnen, in der die Nutzung der Öffis enthalten ist, sollte jedoch darauf achten, ob sich die Anschaffung wirklich rechnet. Unser Ticket war da mal eben pro Person 10 € günstiger.

Kein Bett im Kornfeld

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es natürlich wie Sand am Meer. Da ist wirklich für jede Preisklasse etwas dabei. Während wir bei früheren Reisen gerne mal über Airbnb und Mowitania Appartements gebucht haben, sollte es dieses Mal ein Hotel sein. Über Booking haben wir ein günstiges Angebot für das Hotel Augusta bekommen. Direkt an der Ecke zum Ku´damm, also gleich mitten im Geschehen.

Der Service war übrigens ebenso hervorragend wie das Frühstücksbuffet, das wir an Hotel (1)einem der drei Tage genossen haben. An den anderen waren wir im Café des Literaturhauses, das praktischerweise genau neben dem Hotel liegt. Und am anderen Tag waren wir im Restaurant Reinhard´s am Kurfürstendamm. Direkt gegenüber von der Fasanenstraße, in der das Hotel liegt. Wir fanden das Frühstück dort übrigens deutlich leckerer als im Literaturhaus, ein gut gefülltes Portemonnaie sollte man jedoch für beide dabei haben.

Kein Frühling in Sicht

Natürlich hatten wir gehofft, dass sich der Frühling in Berlin blicken lässt. Immerhin war er offiziell einen Tag vor unserer Anreise an den Start gegangen. Aber weit gefehlt. Stattdessen regnete es mal mehr, mal weniger und zwischendurch war es auch mal trocken, aber vor allem war es wirklich kalt. Die Temperaturen schafften es mit Mühe und Not über den Gefrierpunkt und somit verabschiedeten wir uns von dem Wunsch die Stadt Stunde um Stunde zu Fuß zu erobern und durch die unterschiedlichsten Stadtteile zu schlendern.

Die alte und neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Wie so oft wenn man seinen Blickwinkel ändert, kommt man auf Möglichkeiten, die man Gedächtniskirche 1vorab nicht bemerkt oder nicht in Erwägung gezogen hat. Und so führten uns unsere Wege in diesen Tagen u. a. zur Gedächtniskirche, die wir bei unseren bisherigen Besuchen mal links, mal rechts hatten liegen lassen. Die jedoch definitiv einen Besuch wert ist. Am bekanntesten ist sicherlich, dass die Kirche ein Überbleibsel des zweiten Weltkrieges ist, das ursprünglich komplett abgerissen und an dessen Stelle eine neue Kirche gebaut werden sollte. Aber Gedächtniskirche 3etliche Berliner haben sich für den Erhalt als Mahnmal eingesetzt und wenn man innen die wundervollen gut erhaltenen Mosaike und steinernen Reliefs betrachtet, dann kann man das nur für eine gute Entscheidung halten.

Der nebenstehende neue Teil der Kirche war für mich auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar. Ein kantiger Bau dessen blau leuchtende Wände erst in der Nacht einen Gedächtniskirche 2interessanten Anblick bieten. Wir kamen zum richtigen Zeitpunkt in die alte Kirche, als gerade eine kostenlose halbstündige Führung angeboten wurde. Eine Möglichkeit für einen kurzen, aber intensiven Einblick in die Geschichte der alten und neuen Gedächtniskirche, der uns begeistert hat.

Mehr Berlin-Feeling gibt es in den nächsten Tagen in Teil 2 von „Berlin erleben“