Weihnachtsmann, Wichtel und Rentiere: Ich bin der weltgrößte Fan von Weihnachten

`Och nee, jetzt fängt die Frau auch schon vorzeitig mit dem Weihnachtsgedöns an´… DSC_0002einige von Euch denken das bestimmt, wenn sie meine Überschrift lesen. Vielleicht, weil sie Weihnachten sowieso doof finden (Konsum, Kalorienschlachten, Familienbesuch…) oder weil es doch wirklich dafür noch zu früh ist. Und damit habt Ihr auf jeden Fall Recht!

Warum ich dann trotzdem jetzt schon darüber schreibe? Weil ich in diesem Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit lesen will. „Aha. Und was ist daran jetzt besonders?“ Ja, ja, ich höre Euch das direkt fragen.

Ganz einfach: im letzten Jahr habe ich festgestellt, (nicht zum ersten Mal…) dass ich Weihnachtsromane für mein Leben gern lese. Diese kitschig-süßen-traurig-dramatischen-Storys mit den Zuckerguss beträufelten Happy Ends. Wo beim Lesen Herzchen durch die Luft fliegen und es nach Tannengrün und frisch gebackenen Vanille Kipferln riecht. JA! GENAU DIE!

Nachdem mir das nochmal so RICHTIG bewusst geworden ist, habe ich beschlossen, eine Sammlung dieser Romane zu starten. – Ich hoffe, Ihr bekommt nicht schon beim Lesen meines Beitrags einen Kitsch-Anfall! – Und im Laufe dieses Jahres sind mir erstaunlicherweise auf jedem Flohmarkt welche begegnet: was ich ganz klar für ein Zeichen halte! Und die Verkäufer haben sich gefreut, dass es Bekloppte wie mich gibt, die diese Dinger bei 30 ° im Schatten kaufen. Die wussten ja nichts von meinem Plan und meiner Sammlerwut!

Neun Romane, eine Adventsgeschichte von Cornelia Funke und zwei wundervolle Bilderbücher von Mauri Kunnas warten nun darauf, gelesen und angeschaut zu werden. Genau am 1. Advent starte ich, und mittlerweile kann ich es kaum noch erwarten. Ach ja, bei dreien von ihnen handelt es sich um eine Reihe – was ich beim Kauf des zweiten Teils nicht wusste – ein Teil bekomme ich dann noch zum Geburtstag geschenkt. Also sind es sogar zehn Romane.

Also solltet Ihr in dieser Zeit nichts von mir hören oder lesen, dann wisst Ihr jetzt Bescheid. Wobei ich zwischendurch bestimmt von dem einen und anderen Buch hier schwärmen werde.

Und? Gibt es außer mir noch andere Weihnachtsroman-Fans? Oder bin ich tatsächlich die einzige? Traut Euch – ich habe mich ja nun auch öffentlich dazu bekannt.

Auf zum Wilhelmsturm – ein kleiner Wanderausflug mitten im Alltag

Der Weg, der in den Wald hineinführt, geht spürbar bergauf. Kein Wunder, befinde ich mich doch in den Rehburger Bergen. Diese Hügel in der Nähe des Steinhuder Meeres, haben es durchaus in sich. Vor allem, wenn Frau sich just in einer unsportlichen Lebensphase befindet.

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Rasch jedoch wird die Anstrengung – der schwere Atem und das ziehen in den Waden – zur Nebensache. Der Wald mit seinen Meterhohen Buchen zieht mich in seinen Bann. Durch die dichten Blätterkronen treffen immer wieder Sonnenstrahlen den Waldboden. Hin und wieder lugt zwischen dem Blätterdach ein Stück blauer Himmel hervor.

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Ich staune, dass die Blätter an den Bäumen noch grün sind und der Wald dadurch wie ein Sommerbild aussieht. Die Temperatur von fast 25 ° tut ihr übriges. Ein T-Shirt wäre für meine kleine Wanderung wohl passender gewesen. Ich schiebe die Ärmel meines Pullis hoch, fühle wie Schweißtropfen über meinen Rücken rinnen.

Am Wegesrand der hoch aufragende Wurzelballen eines Baumriesen, der wohl einem er letzten Stürme zum Opfer gefallen ist. Das Moos an den Baumstämmen leuchtet in der Sonne hellgrün. In welcher Himmelsrichtung wächst es noch gleich? Ich vergesse es immer wieder.

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Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe angezogen habe. Der Weg ist teils uneben und einige Stellen feucht und damit auch rutschig. Ich bin froh, dass mir die Schuhe guten Halt geben.

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Von Bad Rehburg führt mich der Weg in Richtung Wölpinghausen. Irgendwo unterwegs wechseln die Landkreise. Bin ich jetzt noch in Nienburg oder doch schon in Schaumburg? Egal.

Die Ruhe hier im Wald ist ansteckend. Der Alltag auf einmal weit weg. „Laufen, wenn nichts mehr läuft“ – so oder ähnlich heißt es, wenn es einem nicht gut geht. Und es ist wahr. Mein Gehirn tankt Sauerstoff und arbeitet wieder besser. Ein gutes Gefühl. Und auch mein restlicher Körper freut sich über die Bewegung an der frischen Luft. Mein Herz schlägt zufriedener.

Schritt für Schritt wandere ich weiter. Ich habe keine Eile, genieße den Moment. Findlinge am Weg laden mich zu einer Trinkpause ein. Ich beobachte große, schwarze Käfer, die eifrig über den Waldboden wuseln. Ich bewundere Pilze, die ihren Platz an einem Baum gefunden haben und sich in interessanten Formen präsentieren.

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Und dann taucht er zwischen den Bäumen auf: der Wilhelmsturm. Mit seinen hellen Steinquadern streckt er sich in schlanker Form dem Himmel entgegen. An der Vorderseite befindet sich, einige Meter über der Eingangstür, ein kleiner Balkon. Nicht nur ich denke an Romeo und Julia, wie ich dem Gespräch einer 3-köpfigen Wandertruppe entnehme.

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Laub raschelt unter meinen Schuhen, als ich zu einer der Sitzgruppen gehe, um dort ein wenig zu schreiben. Gedanken fließen unter freiem Himmel leichter, wie ich finde. Das wussten schon die Künstler im Zeitalter der Romantik, die ihre Inspirationen in der Natur gesucht und gefunden haben.

„Auf Freunde, herunter das heiße Gewand
und tauchet in kühlende Flut,
die Glieder, die matt von der Sonne gebrannt,
und holet von neuem euch Mut.“

Die erste Strophe des Gedichts „Badelied“ von Novalis, dem bekanntesten Dichter aus der Zeit der Romantik. Jung verstorben, ohne sein Ziel – eins werden mit der Natur – erreicht zu haben.

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Vogelgezwitscher und im Hintergrund das Geräusch fahrender Autos, leise nur. Ein kleines Zeichen, dass es die Welt Drumherum noch gibt. Aber hier und jetzt gibt es nur mich. Und den Wald, die Tiere, die Pflanzen.

Gemächlich gehe ich weiter.

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Ein Liebesbrief an den Regen

Lieber Regen,

leises Trommeln und Klopfen schob sich heute morgen in meine Traumwelt. Ich öffnete meine, noch vom Schlaf verklebten Augen, und schaute zu unserem Dachfenster hinauf. Deine Tropfen rannen an der Scheiben herunter. Mein Herzschlag beschleunigte sich, Freude breitete sich in mir aus. Ja, ich hatte Dich vermisst. In all den langen Sommerwochen, in denen Du Dich nicht hast blicken lassen. In denen die Pflanzen auf den Feldern und in den Gärten vertrockneten, in denen die Erde rissig und staubig wurde.

Aber nun bist Du wieder da, lässt auf den Wegen Pfützen entstehen, in denen Du durch Deine Tropfen Blasen schlägst. Die Büsche, die gestern noch die Blätter hängen ließen, leuchten nun dunkelgrün.

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Mal wieder Zeit mit Dir verbringen. Das war es, was ich wollte! Und so machte ich mich rasch fertig, schlüpfte in meine Regenjacke, zog die Gummistiefel an meine Füße und ging hinaus. Die Luft war so klar. Wie immer, wenn Du da bist und alles um Dich herum rein wäschst.

Mit großen Augen ging ich durch den Garten, beobachtete, wie Deine Tropfen beinahe schwerelos an den Nadeln unserer Kiefer hingen, wie sie an unserer blauen Gartenbank herunterliefen und sich an schwarze Beeren sammelten.

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Es zog mich weiter hinaus. Ich wollte die Feld- und Waldwege entlang laufen. Dir mein Gesicht entgegenstrecken, mit der Zunge die Tropfen auffangen, durch Pfützen patschen und mit Dir ausgelassen tanzen.

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Lieber Regen, ich danke Dir für diese schöne gemeinsame Zeit. Ich danke Dir dafür, dass die Pflanzen heute einmal wieder aufatmen konnten. Und ich hoffe, dass wir uns nun wieder regelmäßiger sehen. So hier und da einen Tag mit Dir – das fände ich schön.

Lass es Dir bis dahin gut gehen, Deine Nicole

 

Landpartie Nienburg – viel schöner, als gedacht!

Jedes Jahr von Frühling bis zum Herbst hängen bei uns in der Gegend grüne Plakate. Dann weiß ich: Aha, hier wird wieder für die Landpartien im Umkreis geworben. Vor meinem geistigen Augen sah ich früher Stände mit Keramik, Frauen mit großen Hüten und leicht blasierten Gesichtsausdrücken und Menschen, die Dinge kaufen, die sie zuhause in die Ecke stellen und vollstauben lassen. Es lebe das Klischee!

Vor zwei Jahren fragte mich dann eine Freundin, ob ich nicht mit ihr zur Landpartie auf dem Klostergelände Schinna gehen wollte. Ok, dachte ich, sollten mir die oben genannten Klischees begegnen, könnte ich mich zumindest auf dem Gelände umschauen – schließlich bin ich erklärter Kirchen- und Klostergebäude Fan – und einen Tag mit meiner Freundin genießen. Wie es mir gefallen hat? Tja, dieses Jahr kam der Vorschlag von mir…

Allein die Location – so sagt man doch heute?! – ist einen Besuch wert. Unter alten Bäumen, inmitten der historischen Gebäude gibt es zahlreiche Stände, die von Obst und Brot über Gewürze bis hin zu Kleidung und Dekoration alles anbieten.

Was ich besonders mag, ist das herum schlendern, schauen, auch mal ins Gespräch kommen. Wie z. B. am Stand des Bremer Gewürzhandels, wo es die unterschiedlichsten Gewürzmischungen und Leckereien wie Wasabi Erdnüsse gibt. Worüber Frau dann auch gleich ins Gespräch kam und die Stand Inhaberin uns sagte, man müsste die Nüsse ganz rasch zerkauen und nicht lutschen. Warum? Ganz einfach: ansonsten brennt die Zunge höllisch vom Wasabi, was nur durch das vermischen mit der Erdnuss verhindert werden kann. Und dann ist es wirklich superlecker!

Lange standen wir auch am Info Stand des Kinderhospiz Löwenherz. Eine gute Gelegenheit, sich hier einmal schlau zu machen. Und wer es nicht kennt: dort werden Familien mit todkranken Kindern aufgenommen und es wird sich im Pflegeverhältnis 1:1 um sie gekümmert. Leider gibt es aktuell zu wenig Fachkräfte, die dort arbeiten wollen, so dass einige der Plätze leider nicht besetzt werden können. Dabei gibt es eine Warteliste von Familien, die diese Plätze dringend benötigen würden. Am 22. September 2018 gibt es einen Tag der offenen Tür. Vielleicht eine Möglichkeit, Berührungsängste abzubauen. Bei Interesse einfach mal hier klicken.

Ansonsten haben wir an diesem sonnigen Tag in aller Ruhe die unterschiedlichsten Angebote bestaunt, uns wunderschöne Kerzenständer, leckere Aufstriche und besagte Gewürzmischungen gekauft. Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: draußen sitzen und Flammkuchen mit Spinat und Käse, geräucherte Kartoffeln – sogenannte Rökjes – mit Lachs essen und hausgemachte Mango Lassi genießen.

Nicht zuletzt ist es auch immer spannend, die Besucher zu beobachten und ja, es gibt sie, die Frauen mit den großen Hüten, die so elegant wie möglich über das unebene Gelände stöckeln. Aber hauptsächlich sind es Menschen, die so wie wir einfach die Landpartie genießen. Und damit Ihr einen Eindruck bekommt: hier ein paar Impressionen!

Ach ja… vom 06. – 09. September 2019 findet die nächste Landpartie Nienburg, Kloster Schinna bei Stolzenau statt. Ich werde bestimmt dabei sein!

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Es ist Sonntag

Es ist Sonntag. Einfach so. Keine To-Do-Liste, die darauf wartet, dass ich Schreib-, Haus- DSC_0037und Gartenarbeiten erledige und abhake. Keine Termine, die mich in ein Zeit-Korsett zwängen. Auch die sportlichen Aktivitäten lasse ich heute hinten über fallen. Yoga. Walken. Step Aerobic. All das kann warten.

Denn heute ist Sonntag. Passend scheint die Sonne, der Himmel ist blau. Hin und wieder zieht friedlich ein Watteweißes Wölkchen vorbei. Der Wind rauscht durch die Bäume, lässt die Birken im Garten einen gemütlichen Walzer tanzen.

Sonntag. Der 7. Tag der Woche. Der Tag, der die Woche abschließt und in dessen Verlauf sich oftmals der Gedanke an den folgenden Montag, den Start in die nächste Woche, in mein Denken einschleicht.

Es ist Sonntag. Zeit, dass Fahrrad hervor zu holen und beim radeln still die Natur zu genießen. Zeit, mein Buch zu Ende zu lesen und mich danach auch noch in eine aktuelle Zeitschrift zu vertiefen. Ich lese von Urlauben in einem Bulli und beginne selbst zu träumen, meine Gedanken auf reisen zu schicken. Abschalten. Kraft tanken. Genießen. Wohlfühl-Erinnerungen sammeln.

Manchmal möchte ich an solchen (Sonn) Tagen, die Zeit anhalten. Die Momente festhalten und nur noch ein wenig länger verweilen. Doch dann lasse ich los mit dem Wissen, dass es wieder solche Tage geben wird. Freie Tage mit dem Sonntagsgefühl.

Männer weinen nicht

In dieser Woche hocke ich abends gemütlich mit meinem Mann auf dem Sofa, während im Fernsehen die Leichtathletik Europameisterschaft gezeigt wird, die derzeit in Berlin stattfindet. Ja, ich liebe es, mir einige Tage lang die unterschiedlichsten Wettkämpfe anzuschauen – wobei das Thema Doping mir in den vergangenen Jahren immer mal wieder die Stimmung verhagelt hat – mit den Athleten mitzufiebern und sie lautstark anzufeuern.

Am Mittwoch Abend fand das Finale des Zehnkampfs der Männer statt. Zwei Tage sportelten die Athleten bei bis zu 40 ° um die Wette. Und ja, es waren auch deutsche Teilnehmer dabei. Mit einem habe ich besonders mitgefiebert: Arthur Abele. Mit seinen 32 Jahren gehört er inzwischen sozusagen zu den „Senioren“ und wer seine sportliche Geschichte ein wenig kennt, wundert sich vielleicht, dass er überhaupt noch dabei ist. Immerhin wurde er Jahrelang immer wieder durch Verletzungen im Training zurück geworfen. Da nützt dann auch die größte Disziplin oder ein überragendes Talent nichts. Und obwohl viele ihm abgeraten haben, hat er selbst nach einer Wettkampfpause von vier Jahren (verletzungsbedingt) noch einmal angegriffen.

Und dieses Jahr nun endlich sein großer Moment. Nach der letzten Disziplin, dem 1.500 Meter Lauf ist es glasklar: Arthur Abele ist der Europameister der Zehnkämpfer im Jahre 2018. Die Zuschauer bejubeln ihn, ich hopse auf dem Sofa herum und Arthur Abele… weint. So richtig. Nicht ein verkniffenes Tränchen. Er weint vor Freude, Erleichterung, weil der Druck von ihm abfällt…

Ich bin gerührt und greife ebenfalls nach dem Taschentuch, schnaube mir die Nase und wische die Tränen von den Wangen. Und höre, wie der Kommentar darüber spricht, das Arthur Abele weint. Erklärend, beinahe entschuldigend hört sich das in meinen Ohren an.

Hallo?!, denke ich, leben wir noch in der Steinzeit?? In der Zeit, als es hieß: Männer weinen nicht!? Oder: ,Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Und all diesen Mist. Offensichtlich. Mit wachsendem Ärger höre ich zu, wie der Kommentator weiter erklärt und macht und tut.

Spontan springen meine Gedanken zu meinem ersten Ausbildungs-Wochenende zur Trauerbegleiterin in Hamburg. Ich denke daran, wie Teilnehmerinnen davon erzählen, wie schwierig es für Männer oftmals ist zu, trauern. Dass sie sich ihrer Gefühle schämen. Dass Männer doch nicht weinen, dass sie stark sein müssen. Und wie schwierig es ist, in der Trauerbegleitung ein Türchen in diesen so fest gebauten Mauern zu finden.

Ja, ich hatte gedacht, wir – die Menschen, egal ob Männer oder Frauen – wären da heutzutage schon weiter. Und an vielen Stellen sind wir es ja auch. Aber hier ist nach wie vor etwas stecken geblieben. Gerade kürzlich erzählte eine junge Mutter mir, dass der Vater ihres Sohnes gesagt hätte, sie sollte ihn nicht immer gleich trösten, wenn „mal was ist“. Sonst würde er zu weich werden. Glücklicherweise ist sie da anderer Auffassung und wird sicherlich einen Weg finden. Aber mal ehrlich: wie traurig ist das denn?!

Vor Ewigkeiten hat ja Herbert Grönemeyer schon über Männer gesungen („Männer weinen heimlich…“) und als ich vorhin bei Google „Männer weinen nicht“ eingegeben habe, ist mir ein Lied angezeigt worden von Adesse feat. Sido mit genau diesem Titel. Und der Text trifft den Nagel auf den Kopf („Sie schreien den Schmerz in sich hinein“ lautet eine Zeile). Hört es Euch einfach mal an (klick) und lest gerne auch mal die Kommentare darunter…

Hier mein ganz persönlicher Aufruf an meine Mitmenschen, egal ob Frauen oder Männer: weinen ist voll ok. Zeigt Gefühle, seid empathisch. Denn das macht uns menschlich!

Und: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH dem Europameister der Zehnkämpfer 2018, Arthur Abele!

Ich bin dann mal schwach

Menschen müssen stark sein. Tough nennt man das heute wohl. Alles schaffen, mit links  DSC_0009– im Notfall auch rechts – erledigen. Per WhatsApp, Instagram, Twitter ständig up to date und selbstverständlich erreichbar sein. „Muss nur noch kurz die Welt retten“ singt ja passenderweise auch Tim Bendzko.

Schwäche ist verpönt. Da brauchen wir uns nichts vor zu machen. Psychische Instabilität, Depressionen – lieber nicht. Am besten damit hinter dem Berg halten, sich verstecken, bis man wieder funktioniert.

Ich bin schwach.

Seit Wochen schon. Und ich finde nicht, dass man „das“ bzw. sich deshalb verstecken muss. Ja, manchmal falle ich in tiefe, schwarze Löcher. Und es ist verdammt mühsam da wieder raus zu kriechen. Glücklicherweise habe ich Menschen, die mir Rettungsseile, Strickleitern zuwerfen, mir ein Licht in der Dunkelheit anzünden. Trotzdem kann ich nicht einfach einen Schalter umlegen und dann SWITCH ist es wieder gut.

Und überhaupt: was bedeutet schon „es ist wieder gut“. Menschen fühlen sich nun mal aus den unterschiedlichsten Gründen manchmal echt Scheiße. Allein. Traurig. Wir müssen nicht immer lachen und fröhlich sein. Weinen erleichtert. Lachen übrigens auch. Also warum nicht beides zulassen?

Tja, aber obwohl ich hier nun offen darüber schreibe, ist es doch Tatsache, dass ich mich in den vergangenen Wochen versteckt habe. Vor dem, was ich tun muss, tun sollte, vor meinen Mitmenschen, ja teilweise sogar vor Freunden. Aber ich finde das in Ordnung. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich solche Phasen habe. Dass ich sie manchmal wirklich brauche, um mich neu zu sortieren. Und – besonders wichtige Erfahrung – ich weiß, dass es bei mir wieder besser wird. Dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Oder am Horizont. Oder so.

Also krabbele ich auch dieses mal Schritt für Schritt zurück ins Leben. Und ich weiß, dass ich hinterher wieder ein Stück stärker bin. Und DIESES stärker sein tut mir gut und fühlt sich richtig an.