Ultralauf am Dörnberg

Da staunt Ihr… eben schreibe ich noch etwas von `langsam wieder fit werden´ (in meinem Beitrag „Fit mit 50“) und nun geht es um einen Ultralauf (alles was länger ist, als ein „gewöhnlicher“ Marathon; 42,195 km)!

Ihr ahnt es schon: ich bin den Ultra nicht gelaufen. Nein, der Ultraläufer in unserer Familie ist mein Mann Holger. Und auch wenn Fitness für mich nicht bedeutet, dass ich so lange Läufe machen muss, ist er für mich mit seiner Disziplin und Bewegungsfreude bereits seit über 20 Jahren ein Vorbild. Und ich liebe es, wenn er von seinen Läufen erzählt und so bin ich auf die Idee gekommen, ihn zu bitten von seinem letzten Lauf hier auf dem Blog zu erzählen. Viel Spaß beim Lesen!

Lebensbogen Ultra in Zierenberg – 19. Januar 2019
von Holger Vergin

Nach längerer Zeit war es mal wieder soweit: ich hatte mich für einen Ultralauf in der Nähe von Kassel angemeldet und beschlossen, schon am Freitag anzureisen. Da es sich bei diesem Traillauf um einen Einladungslauf handelte, war die Teilnehmerzahl eher gering – am Ende starteten ca. 20 Läufer und Läuferinnen – also sehr familiär. Den Veranstalter und einige Teilnehmer kannte ich schon länger und so freute ich mich auch auf nette Gespräche am Abend. Nach ca. drei Stunden Fahrt traf ich in Zierenberg ein und nachdem die anderen Übernachtungsgäste eingetroffen waren, gab es ein leckeres Abendessen in den Räumen der Lebensbogen-Gemeinschaft.

2Am Samstagmorgen genossen wir zusammen ein umfangreiches Frühstück. Das übliche fachsimpeln und die lockere Atmosphäre ließen im Übrigen keinen Gedanken an einen Wettkampf aufkommen und so standen wir schließlich gegen 9 Uhr an der „Startlinie“ und mit einem „Na denn mal los“ ließ uns Organisator Jochen auf die Strecke.

Knackiger Frost und erste Schneefälle hatten in den Tagen zuvor aus der Strecke eine tolle Winterlandschaft gezaubert. Ach ja, die Strecke. Es handelte sich um eine 10-KM-Runde, die im günstigsten Fall fünfmal gelaufen wurde. Zweimal sollte man links rum, zweimal rechts rum und die letzte Runde konnte man selbst die Richtung entscheiden. Dazu kamen ca. 330 Höhenmeter, so das am Schluss ca. 1.650 Höhenmeter auf der Uhr standen.

Aber der Reihe nach. Nach dem Start setzte ich mich erstmal souverän ans Ende des Feldes, um alles von hier kontrollieren zu können. Mit dem GPS-Gerät in der Hand – eine Streckenmarkierung gab es nicht, nur einen Track – lief ich los und schon nach 3hundert Metern waren wir im ersten Waldstück. Die schnelleren Läufer setzten sich rasch ab und wir bildeten mit fünf Teilnehmern den Schluss. Wir quatschten, mußten aber immer wieder auf den Weg achten. Zum einen lag überall ein wenig Schnee, aber auch unebene und gefrorene Teilstücke lösten sich ab. Auch hier ging es schon abwechselnd rauf und runter. „Traillaufen hat was mit Aufpassen zu tun“, hat mal ein Läufer gesagt. Wie wahr, gerade hier mit verschneiten und gefrorenen Wegen traf das genau zu.

1Nachdem wir ca. fünf Kilometer zurückgelegt hatten, bog der Track rechts ab und führte über einen steilen Anstieg zum Dörnberg hinauf. Trotz herrlichstem Sonnenschein war selbiger an dieser Stelle heute noch nicht aufgetaucht und so war dieses Teilstück – von Fahrspuren zerfurcht und an manchen Stellen war das vom Berg abfließende Wasser gefroren – besonders anspruchsvoll. Der Weg führte nach rechts, hier war eine Hütte und man hatte einen tollen Blick in nebelverhangene Täler.

Aber oben waren wir noch lange nicht. Schmale Singletrails führten serpentinenartig immer höher und dann wurde der Blick auf den Gipfel frei, der noch zu erklimmen war. Hier oben ging auch ein leichter Wind und nach der Kletterpartie waren wir froh, mal wieder ein Stück laufen zu können.

Nach weiteren tollen Aussichtspunkten drehte der Track dann rechts in den Wald und es ging bergab. Mit viel Vorsicht konnte man hier halbwegs herunterlaufen, dann gab es sogar ein Stück Aspalt, doch nach zweihundert Metern waren wir wieder auf geschotterten Wegen und dann wieder auf Trails unterwegs. Durch ein Drehgatter hindurch stieg der Weg nochmal steil an und an einer ungewöhnlichen Felsformation vorbei. Ein weiteres Drehgatter und nach eine kurzen Anstieg tauchte ein Schild auf, „Vorsicht Flugbetrieb“. Heute waren allerdings keine Segelflieger unterwegs und so konnten wir bedenkenlos die Ebene überqueren und sahen dann schon bald das Café der Wohnanlage der Lebensbogen-Gemeinschaft, das uns als Start und Ziel diente.

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Die erste Runde hatte ich nach ca. 75 Minuten absolviert, kurze Verpflegungsaufnahme, den Transponder zur Zeitnahme aktiviert und auf zur zweiten Runde. Diesmal lief ich nochmals in die gleiche Richtung und aus unserem Grüppchen waren so nach und nach einige zurückgeblieben oder schneller geworden, so dass wir zu zweit waren, als wir losliefen. Das ist dann auch bis zum Schluss so geblieben. Auf der zweiten Runde steckte ich mein GPS-Gerät an den Rucksack und wollte die Strecke nach dem Gedächtnis laufen. Das hat bis auf ein, zwei Stellen auch gut geklappt. Der Anstieg zum Dörnberg war wegen der Sonneneinstrahlung schon an einigen Stellen angetaut und mancher Teilnehmer kam uns schon entgegen, weil er nach der ersten Runde die Richtung gewechselt hat. Auch diese Runde konnte ich nach knapp 75 Minuten beenden, Verpflegung, auschecken und raus auf die dritte Runde, diesmal erst über das Flugfeld.

Der Anstieg zum Dörnberg von dieser Seite war gefühlt etwas länger und beim Abstieg musste man sehr aufpassen, nicht auszurutschen, so das an Laufen, zumindest für mich, nicht unbedingt zu denken war. Aber auch diese, so wie die vierte Runde konnten wir 21nach ca. 80 Minuten beenden, so das wir noch genug Zeit für die Schlußrunde hatten.
Mittlerweile hatte ich bei der Verpflegung auch meine geliebten Erdnüsse gefuttert, – dadurch nehme ich Salz auf, was für Ultras enorm wichtig ist – Apfelschorle dazu und auf ging es in die fünfte Runde, die Genussrunde. Hier nahm ich mir dann auch endlich Zeit für ein paar Bilder. Und so gelangten wir, meine unermüdliche Laufbegleiterin und ich, kurz vor 16 Uhr zum letzten Mal auf das Flugfeld und beendeten den Lauf nach 6:50 Stunden überglücklich und zufrieden.

22Die letzten waren wir dann im übrigen nicht. Einige Teilnehmer sind zwischendurch ausgestiegen und nach uns kamen noch mindestens zwei Läufer an.
Es gehören eben nicht nur läuferische Fähigkeiten dazu, solch eine Herausforderung zu meistern, auch der Kopf muss mitspielen. Aber wenn alles klappt, dann macht das Ganze unheimlich viel Spaß.
Ich bin jedenfalls froh, auch heutzutage noch diese Leistung bringen zu können. Meine Liebe zur Natur und zur Bewegung können sich in so einem Rahmen voll austoben.
Nach dem Duschen trafen wir uns noch im Cafe, die Urkunden und weitere Finisherpräsente wurden verteilt und dann machte ich mich auf die Heimfahrt.

 

Fit mit 50

In diesem Jahr werde ich 50. Bisher habe ich mir um mein Alter nie groß Gedanken gemacht. Für mich war es schlicht eine Zahl, die sich nach und nach vergrößerte (was ja nicht selbstverständlich ist…) und mir schon jede Menge Erfahrungen und Erlebnisse gebracht hat.

Warum ich mir nun gerade Gedanken mache? Ganz einfach: ein halbes Jahrhundert auf

Laufträume wahr machen

dem Buckel (und allen anderen Stellen…) zu haben, ist eben schon eine Hausnummer. Hier und da ist der Lack ein wenig ab. Und wenn ich heute z. B. stürze – wie im November, als ich auf dem Reitplatz umgeknickt bin – dann dauert es eben doch ein wenig, bis ich mich wieder aufgerappelt habe.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hatte ich großes Glück mit meiner Gesundheit. Natürlich war auch ich hier und da krank, aber das schlimmste war bisher meine rheumatoide Arthritis, die ich zum einen gut in den Griff bekommen habe und die zum anderen eben nicht lebensbedrohlich ist.

Ich kann definitiv nicht alles an Krankheiten verhindern, was vielleicht irgendwann noch auf mich zukommt, aber ich kann so gut es geht dafür sorgen, dass es mir seelisch, geistig und körperlich gut geht. Und da ich in den letzten 1,5 Jahren ziemlich geschludert habe – zu wenig Bewegung, zu viel Schokolade – möchte ich dies nun wieder ändern. Denn – siehe Überschrift – ich möchte auch noch mit 50+ fit sein.

Wie ich das anfangen will? Mein Wohlbefinden setzt sich aus vielen Teilen zusammen. Wie ein Puzzle ergibt es alles zusammen erst ein tolles Bild. Und da sind für mich die drei oben genannten Bereiche (Seele, Geist, Körper) wichtig.

Der Wohlfühl-Modus

Ganz wichtig ist mein persönlicher Wohlfühl-Modus, der sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammensetzt:

Da steht gemeinsame Zeit mit den liebsten Menschen (und ab nächsten Samstag mit dem liebsten Hund!!) ganz oben auf der Liste. Mein Mann, mein Sohn – durch die größere Entfernung sind das oft „nur“ Telefonate – und natürlich auch Freunde. Menschen mit denen ich schon lange mein Leben teile und die mein Leben bereichern und mit denen es einfach toll ist, etwas schönes zu unternehmen.

Dann trägt singen sehr zu meinem Wohlbefinden bei. Also Anlage an und Nicoles Karaoke Bar ist eröffnet. Seit mein Fuß wieder in Ordnung ist, kann ich dazu auch endlich wieder tanzen.

Schreiben, malen, basteln, fotografieren… kreativ sein bereichert mein Leben ebenfalls und sorgt oftmals für einen tollen Ausgleich. Denn hierdurch verarbeite ich auch vieles oder halte es als Erinnerung fest.

Was für den Kopf

Das Gehirn in Wallung zu bringen, ist ja auch immer wichtig. Natürlich passiert dies automatisch, wenn ich mich kreativ betätige. Aber ich finde es auch wichtig, etwas neues zu lernen. Mal ist es eine Sprache, die ich für den Urlaub eine Weile lerne. Oder aktuell meine Ausbildung zur Seelfrau, die mich durch den theoretischen Anteil hirnmäßig fordert.

Nicht zu vergessen: die körperliche Fitness

„In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ – so sagt man. (Wobei es sich hier lediglich um ein verkürztes Zitat aus den Satiren des römischen Dichters Juvenal handelt) Aber genauso ist es ja letztendlich. Wenn ich den ganzen Tag rumsitze, wird mein Gehirn nicht vernünftig durchblutet und kann so – wie ein Auto ohne Treibstoff – nicht vernünftig arbeiten. Mal abgesehen von der Muskulatur die erschlafft und, und, und…

Mit zunehmendem Alter ist es noch wichtiger am Ball zu bleiben. Also habe ich bereits vor meinem Bänderanriss wieder begonnen, zu sporteln. Und nach der Zwangspause geht es nun auch munter weiter. Monat für Monat setze ich mir Ziele und schaue auch entsprechend, was meinem Körper gut tut, was mir Spaß macht (sehr wichtiger Punkt!) und ob es evtl. etwas zu optimieren oder steigern gibt.

Yoga und Tibeter

Seit etlichen Jahren mache ich nun schon – mal mehr, mal weniger – Yoga. Anfangs mit langen Zähnen, weil ich mir Ziele gesetzt hatte, die zu hoch gesteckt waren. Im Moment mache ich pro Einheit ein kleines Programm, das knapp 15 Minuten dauert. Um in Sachen Beweglichkeit Abwechslung zu haben, mache ich – ebenfalls seit Jahren – die 5 Tibeter. Auch hier kommen etwa 15 Minuten zusammen. Bisher habe ich nach Lust und Laune gewechselt, das werde ich mir jetzt aber nochmal neu überlegen. Bevor ich mit Yoga begonnen hatte, war mir übrigens nie klar gewesen, wie wichtig Beweglichkeit für den Körper ist. Hey, dann konnte ich manches eben nicht mehr. Ich werde ja älter… Hier gilt, wie bei vielem: so gut es geht am Ball bleiben. Und manches an Beweglichkeit habe ich mir tatsächlich auch zurück erobert.

Reiten

Seit 2,5 Jahren reite ich wieder. Viele Jahre Pause lagen dazwischen – früher hatte ich eigene Pferde – und natürlich bin ich nicht einfach so wieder aufs Pferd gehüpft. Anfangs musste ich meine Knochen ganz neu sortieren und mich wieder einfühlen. Aber insgesamt ist es wie mit dem Fahrrad fahren: komplett verlernt man es nicht. Und ich beschäftige dabei Muskeln, die ich sonst – gefühlt – nirgends benötige, ganz abgesehen von dem Balance Gefühl. Und daher ist dieses 1 – 2 x wöchentlich (aus-) reiten echt Gold wert. Mal ganz abgesehen davon, dass Pferde (besonders Dalli, die Stute die ich reite) einfach großartige Tiere sind, denen von Kindesbeinen an, mein Herz gehört.

Spazierengehen, wandern und laufen

Im vergangenen Jahr wollte ich wieder groß ins wandern und laufen einsteigen. Was dann aus gesundheitlichen Gründen (psychisch und physisch) nicht geklappt hat. Aber ich bin trotz allem täglich spazieren gegangen, was immerhin dafür gesorgt hat, dass ich – laut eines Check-ups bei meiner Hausärztin – putzmunter und gesund bin.

Und dieses spazierengehen wird nun durch einen Personal Coach ausgeweitet: Gina, unsere Hündin, die nächste Woche Samstag endlich bei uns einziehen wird (kreisch, jubel, hüpf im Kreis!), wird diesen Job übernehmen. Wir werden auf langen Touren (wenn wir beide fit genug dafür sind) die Gegend erkunden und so dafür sorgen, dass es uns beiden gut geht. Und nach einer Eingewöhnungsphase werde ich dann auch mit ihr trainieren, dass wir kleine Laufeinheiten zusammen versuchen. Mal schauen, ob uns das dann Spaß macht.

Da war noch was… Krafttraining

Gerne möchte ich auch künftig noch gut bei Kräften sein. Und auch hier muss ich für meine Muskulatur etwas tun, denn die baut nun rasch ab, wenn ich nicht wachsam bleibe. 2 x die Woche ein winzig kleines Hanteltraining. Damit habe ich gerade erst letzte Woche angefangen und von Gewichten an der Hantelstange ist im Moment noch keine Rede. Die Stange allein wiegt schon 10 kg und wenn ich die über den Kopf stemme, dann ist das schon eine Herausforderung. Eine, die mir übrigens gut tut und die mir – wider Erwarten – tatsächlich Spaß macht!

Ja, ich habe einiges vor in den Monaten bevor ich im Dezember 50 werde. Und ich freue mich sehr auf diese Zeit, vor allem auf das Gefühl, wieder ohne zu schnaufen, Treppen steigen zu können oder dann eben auch mit unserer Gina durch den Garten zu toben. Und beim reintragen der Einkäufe nicht mehr in die Knie zu gehen, kann auch nur von Vorteil sein!

Es gibt keine Kreativ-Polizei

Als kleines Mädchen habe ich Malbücher geliebt. Am liebsten welche, die thematisch zu dem passten, was ich mochte: Tiere – besonders Pferde, Hunde und Katzen – oder auch von Zeichentrick Serien, die ich damals geguckt habe, wie z. B. Heidi, Sindbad oder Kimba der weiße Löwe.

Bis heute kann ich mich an dieses Glücksgefühl erinnern, wenn ich ein neues Malbuch bekommen habe. Ich habe meine Stifte rausgekramt und mit dem ausmalen begonnen. Und dann kam nach relativ kurzer Zeit meist das „dicke Ende“. Ich hatte übergemalt. Ihr wisst was ich meine?! Über die Linie des Bildes hinaus gemalt. Nicht schlimm, meint Ihr? Ha! Doch! Sofort blätterte ich auf die nächste Seite und begann mit einem anderen Bild. Fortsetzung… wie oben…

Tja, keine Ahnung woher damals dieser Perfektionswahn kam. Niemals haben meine Eltern mich bei meinen künstlerischen Ambitionen irgendwie kritisch „angerempelt“. So von wegen: herrje, das sieht ja gar nicht mal so schön aus oder so. Nein, besonders meine Mutter hat mich immer nur ermutigt. Bei allem was ich getan und ausprobiert habe.

Irgendwann stand ich auf dem Standpunkt, dass ich außer beim schreiben von Geschichten einfach kein künstlerisches Talent besitze. Es gab da zwar den einen und anderen Versuch (ich erinnere mich besonders an eine Heftreihe mit Malzubehör und Videos mit denen ich endlich zeichnen lernen wollte – all das ist inzwischen im Müll gelandet ohne genutzt worden zu sein), mich doch noch künstlerisch weiter zu entwickeln, aber stets scheiterte es an meinen Ansprüchen bzw. an dem die-anderen-können-das-soviel-besser-als-ich-das-macht-ja-gar-keinen-Sinn-Gefühl.

Im vergangenen Jahr dann der große Wandel! Im April war ich eine Woche auf meiner Lieblings-Nordsee-Insel Langeoog. Allein. Nur mit mir, meinen Gedanken, Gefühlen und der wundervollen See. Tag ein, Tag aus konnte ich machen was ich wollte. Schlafen, essen, Strandspaziergänge, schreiben, fotografieren, radfahren… Ja, ich lebte in den Tag hinein. Ohne Ansprüche an mich. Meine Gedanken dümpelten vor sich hin. Und plötzlich dachte ich: hey, bastel dir doch ein Langeoog Erinnerungsheft!

Ich marschierte los und kaufte mir ein schönes Blanko Notizheft. Stifte hatte ich dabei, sogar bunte. Nach und nach kaufte ich mir dann noch ein paar Aufkleber und einen Klebestift. Beim einkaufen entdeckte ich eine Gratis-Zeitschrift über Langeoog, die ich auch direkt einsackte.

Und dann ging es los: Ich malte, zeichnete, klebte, schrieb und zwischendurch sammelte ich alles ein, was eventuell in dieses Heft hineinpassen könnte. Und da ich mit mir ganz allein war, war da auch niemand der hätte sagen können: hey, was machst du denn da schönes? Nee, nur ich habe all das betrachtet, was ich in diesen Tagen gemacht habe. Und dass mit liebevollem Blick. Mit ganz viel Spaß an der Sache. Und vor allem auch mit Humor. Denn es hat doch was, wenn z. B. eine Zeichnung von einem Strandübergang aussieht, als hätte ein Kindergartenkind die paar Striche gepinselt. Ein begabtes wohlbemerkt!

Was ich neben all dem Spaß feststellte war, dass Übung aus mir zwar keine Meisterin machte, aber dafür sorgte, dass ich mehr ausprobierte, mir mehr zutraute und mein Strich sicherer wurde. Denn, hey! Was hatte ich schon zu verlieren?

Seit dieser Zeit male, zeichne, doodel, bastel, klebe… ich mit einer riesen Leidenschaft und Begeisterung und genieße diese neu entdeckten Beschäftigungen sehr! Im Moment bin ich gerade dabei, meinen Kalender für dieses Jahr zu gestalten.

Was ich daraus gelernt habe? Das es keine Kreativ-Polizei gibt!

Das Ende meiner Weihnachts-Lesezeit

Ja, nun ist auch für mich die Weihnachtszeit endgültig vorbei, der letzte Weihnachts-Roman gelesen. Und: ich weiß heute schon, dass ich so eine Weihnachts-Roman-Lesezeit in diesem Jahr wieder machen werde! Brauche ich nur noch die entsprechenden Bücher… aber ich habe ja etliche Monate Zeit, sie zu sammeln.

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Nun aber noch zu den letzten drei Romanen, die ich gelesen habe:

„Das Weihnachtscafé in Manhattan“ von Katherine Garbera. Eine zauberhafte Geschichte von Verlust, Trauer, Sehnsucht, Liebe und ganz viel Schokolade und Kuchen. Iona und ihre zwei besten Freundinnen führen erfolgreich das Café „Candied Apple“. Das Angebot für eine Kooperation mit einer Hotelkette bringt Iona nicht nur im beruflichen Alltag einiges zum nachdenken. Mads Eriksson lässt ihr Single-Herz schneller schlagen und auch seine Tochter erobert ihr Herz. Die Frage ist nur, ob Mads schon wieder bereit ist, sich nach dem Tod seiner Frau auf eine neue Beziehung einzulassen. Und wie es um die Gefühle von Iona bestellt ist, wie viel sie preisgeben mag, das ist auch alles andere als einfach. Eine bitter-süße Geschichte mit vielen weihnachtlichen Glitzermomenten und der Sehnsucht doch auch einmal auf der Fifth Avenue in dem „Candied Apple Café“ zu sitzen.

Als nächstes wartete der letzte Teil der Quinn Familie aus der Winter-Street-Reihe auf mich: „Wintertraum“ von Elin Hilderbrand. Wie bei den anderen drei Bänden auch hier wieder der Griff ins pralle Leben: emotionale Verstrickungen innerhalb der Familie, aber auch der Zusammenhalt, wenn es um die Krebs-Erkrankung des Vaters geht. Ja, mir fiel es auf der letzten Seite schwer, mich von der Familie Quinn zu verabschieden. Aber das ist ja letztendlich auch positiv, zeigt es doch, dass mich alle Bände begeistert haben!

Auf das letzte Buch auf meiner Weihnachts-Lese-Liste hatte ich lange hingefiebert. Ich habe es im Urlaub in einem Klosterladen gekauft (dort gibt es heutzutage auch schon alles…) und es bewusst bis zum Schluß aufgehoben. Eine Schriftstellerin, die ein uraltes Cottage für ein Jahr mietet. Sie braucht Ruhe, um zum schreiben, denn bis Weihnachten muss sie endlich ihr Manuskript abgeben. Wie gut, dass dieses Cottage und das Land drumherum ihre Phantasie beflügelt. Und die Katze, um die sie sich kümmern muss, tut ihr übriges. (Die Katze ist übrigens in der Geschichte schwarz, auf dem Cover aber ist eine getigerte Katze abgebildet…) Zu all dem gibt es noch eine Portion Liebe (auch auf Irrwegen) und einen großen Schuss Magie.

Die anderen Beiträge zu meiner Lese-Challenge findet Ihr nachstehend. Und wenn Ihr auch tolle Weihnachts-Romane kennt, dann schreibt mir doch in die Kommentare ein paar Empfehlungen!

Christmas Talk – lesen und gucken in der Adventszeit

Weiter im Weihnachts-Taumel

Weihnachts-Romane – ich schwelge weiter

Nackte Tatsachen im Weihnachtsroman?

Nackte Tatsachen im Weihnachtsroman?

Stand heute habe ich 10 Weihnachtsromane bzw. Weihnachtsgeschichten gelesen. Das 11. Buch habe ich heute begonnen und dann warten noch zwei auf mich. Mal abgesehen von dem Spaß, den ich nach wie vor habe, stelle ich auch immer mehr fest, wie unterschiedlich diese Bücher doch sind.

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Inzwischen ist mir ja so einiges in den Geschichten begegnet, aber in dem Buch „Winter Zauberküsse“ von Sue Moorcroft ist doch nochmal – für mich – neue Weihnachts-Themen-Kost aufgetaucht: es geht um Racheporno.

Racheporno? Dieses Wort hatte ich tatsächlich noch nicht gehört oder gelesen (wobei mir rasch klar war, worum es sich dabei handelt). Ein sehr ernstes Thema. Es geht darum, dass Menschen Nacktfotos, die ursprünglich freiwillig gemacht worden sind, nach einer Trennung als Rache veröffentlichen. Oder es zumindest androhen. Und dieses Thema ist nun also hier sehr im Vordergrund. Was eindeutig zeigt, dass Weihnachten eben keine reine heile-Welt-Zeit ist.

Ansonsten ist Ava (die Hauptfigur) eindeutig Weihnachtsgeschädigt, da die Eltern in ihrer Kindheit dieses Fest mit ihr nicht gefeiert haben. Heute nun ist sie eine – leider – erfolglose Modistin (früher Putzmacher, also Hutmacher), die auf einer Vorweihnachtsfeier Sam kennenlernt. Sam hat ebenfalls sein Päckchen zu tragen und zwar in Form einer an Krebs erkrankten Mutter. Und für eben diese, möchte er einen Hut haben. Dass Ava nebenbei dann noch seine Freundin spielen wird, weiß sie bei Annahme des Auftrags noch nicht. Mir hat diese Geschichte von den bisher gelesenen am wenigsten gefallen. Aber Aufnahme in meine Sammlung findet sie natürlich trotzdem und bei Interesse sollte sich jeder von Euch ein eigenes Lese-Bild machen.

Von Nacktfotos hin zu einer zauberhaften Geschichte von Cornelia Funke. Größer geht der Unterschied wohl nicht… Habt Ihr Geschwister? Wenn ja, wart Ihr auf sie schon einmal eifersüchtig? Genau darum geht es anfangs: Julia und Olli wünschen sich Adventskalender. Die tollen mit Schokolade. Olli bekommt seinen Wunsch erfüllt, während Julia vor Neid beinahe grün wird. Hat sie doch nur so einen doofen Papieradventskalender, der ein Haus darstellt. Als sie das erste Türchen öffnet, erlebt sie eine große Überraschung. Und schon bald ist Olli neidisch auf ihren Adventskalender. Eine unglaublich schöne, magische Weihnachtsgeschichte, die ich nur wärmstens empfehlen kann!

Und dann kam das bisherige Highlight meiner Weihnachts-Lese-Reise: „Hollys Weihnachtszauber“ von Trisha Ashley. In dieser Geschichte werden alle meine Weihnachts-Roman-Lieblings-Themen bedient: ein altes – ein wenig herunter gekommenes – Herrenhaus. Ein mürrischer Eigentümer. Eine Housesitterin, die Weihnachten nach dem Tod ihres Mannes verabscheut. Ein Pferd, ein Hund und etliche Figuren, die mehr oder weniger schrullig sind. Und… viiiiiiiel Schnee und gutes Essen!! Mal ehrlich, was will ich mehr! Mögt Ihr solche Geschichten auch? Falls Ihr Tipps habt… ich bin noch offen für die nächste Lese-Weihnacht…

Mit der letzten Buch Beschreibung geht es nochmal in die Kinder Abteilung: „Zauberspuk beim Weihnachtsmann“ von Mauri Kunnas. Ich hatte Euch schon „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ von ihm vorgestellt (den Beitrag findet Ihr hier) und auch diese Geschichte – und vor allem die Illustrationen!!) haben mich wieder begeistert! Konrad Kandis, der Süßigkeiten Hersteller ist mir natürlich ans Herz gewachsen und auch Boris, die Spinne, die vermutlich in einer Tischritze von König Artus Tafelrunde geboren wurde. Und nun weiß ich auch, welches Geschenk Schurki letztendlich bekommen hat! Falls Ihr Kinderbücher mit tollen Illustrationen mögt: UNBEDINGT lesen und anschauen! Ich habe ja dieses Jahr Weihnachten ein Exemplar des anderen Bandes verschenkt und das Bild von dem 2-jährigen beschenkten Jungen, wie er andächtig die Bilder betrachtet… hach…

Frohe Weihnachten mit der Weihnachtsmaus

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Lacht Ihr auch gerne? Auch in der Weihnachtszeit? Dann gefällt Euch das nachfolgende Gedicht vielleicht genauso sehr wie mir!

Frohe Weihnachten wünsche ich Euch von ganzem Herzen!

 

Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

Autor: James Krüss

Weihnachts-Romane – ich schwelge weiter!

Am 25. November (also am 0. Advent…) habe ich ja mit meiner Weihnachts-Romane-Lese-Challenge begonnen und oftmals ist es ja so, dass anfängliche Begeisterung auch gerne mal verpufft. Aber in diesem Fall… NEIN, kein Stück! Es macht mir nach wie vor unglaublichen Spaß, all diese Geschichten, die (meist) in der Weihnachtszeit spielen, zu lesen.

Heute möchte ich Euch von zwei Romanen erzählen. Und zwar aus der Winter-Street-Reihe von Elin Hilderbrand. Den 2. Band hatte ich Euch ja schon vorgestellt (warum erst diesen anstelle des 1.? Lest es einfach in meinem Beitrag nach!)

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Im 1. Band – „Winterglanz“ – sind mir nun also all die Menschen aus dem 2. Band begegnet. Vorrangig die Mitglieder der Familie Quinn, um die sich diese Reihe ja dreht. Klar wusste ich nun schon, wie es für die Tochter mit ihrer Suche nach Mr. Right weitergehen würde. Und was es mit Mrs. und Mr. Claus auf sich hatte, war für mich auch nichts neues, aber trotzdem hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Zu erfahren, warum die Figuren so und nicht anders handeln. Wie war das doch gleich in der Vergangenheit?

Und weil ich mit den Quinns so richtig warm geworden war, habe ich den 3. Band – „Winterhochzeit“ – auch gleich dran gehängt. Anfangs war ich tatsächlich enttäuscht, denn dieser startet im Frühling. Hey! Ich wollte doch Weihnachts- / Winter-Romane lesen. Und es ging dann prompt auch mit den einzelnen Jahreszeiten weiter bis… ja, bis die Weihnachtszeit da war. Und schon lange vorher stellte ich fest, dass es schön war, die Familie einmal durch das ganze Jahr zu begleiten. So hatte die Autorin natürlich noch einmal ganz andere Möglichkeiten, das Leben ihrer Figuren darzustellen.

Ach ja, vor einigen Wochen ist übrigens Band 4 der Winter-Street-Reihe erschienen, der (wahrscheinlich) letzte Band. Mal schauen, ob ich mir das Buch – eins geht ja immer noch… – noch in diesem Jahr oder dann doch erst im nächsten zulege…