„Last Christmas“ – ein Weihnachtsfilm

Weihnachtsfilme vor der Adventszeit gucken? Geht gar nicht! Also bisher… denn in diesem Jahr bin ich bei einer Blogger-Kollegin (leider weiß ich nicht mehr bei wem, aber VIELEN HERZLICHEN DANK FÜR DEN TIPP!) über einen Trailer gestolpert.

OJEN3364„Last Christmas“ heißt der Weihnachtsfilm und wer jetzt denkt: hey, hat das was mit dem Lied von Wham zu tun? JA, hat es. Der Film ist inspiriert von diesem Song und von anderen von George Michael. Und da ich sowohl den Weihnachtssong, als auch die anderen Songs von George Michael liebe und natürlich auch Weihnachtsfilme und Weihnachten überhaupt… Ihr wisst jetzt glaube ich was ich meine… musste ich diesen Film UNBEDINGT gucken!

Und gestern war es soweit (am 14.11. ist er angelaufen, früher habe ich es nicht geschafft…). Ein wundervoller Film mit einer zur Höchstform auflaufenden Emilia Clarke in der Hauptrolle und neben ihr Henry Golding, super passend wie ich finde. In einer Nebenrolle die begnadete Emma Thompson, die ich sowieso für mein Leben gern sehe.

Ich habe gelacht, geweint, mit gesungen (leise, damit mich die anderen Zuschauer nicht rausschmeißen), ich war nachdenklich, gerührt und vom Verlauf der Story überrascht.

Wer von Euch also auf Weihnachtsfilme steht: UNBEDINGT ANSCHAUEN!!! Und für den Vorgeschmack findet Ihr hier den Trailer.

P.S. Nächstes Jahr gibt es ihn bestimmt auf DVD und dann findet er 100 % in meinem Regal ein schönes Zuhause!

Samstags-Plausch

Seit gestern darf ich bereits mein Wochenende genießen. Mein Mann hatte sich einen Tag frei genommen. Diese kleinen Auszeiten im Alltag sind für uns immer ganz besonders. Da braucht es keinen kompletten Urlaub, sondern es genügen diese zusätzlichen Stunden, um mal abzuschalten und sich zu erholen.

Kein Wunder also, dass ich heute völlig gechillt bin (das sagt man doch heute so, oder?!) Mal abgesehen davon, dass das Wetter herrlich ist und zum draußen sein geradezu auffordert, habe ich auch noch einiges was mich happy macht.

Ich habe mich für die nächste „Leben und Tod“ Messe in Bremen (8. / 9.11.2020) angemeldet. Das erste Mal als Fachbesucherin, was bedeutet, dass ich auch an Workshops und Fachvorträgen teilnehmen kann. Diesmal werde ich an beiden Tagen vor Ort sein und darauf freue ich mich schon riesig!

IMG_4979Gestern habe ich mir dann noch Bücher gekauft. Für mich immer ein Highlight und diesmal vervollständige ich damit eine Krimi-Reihe. Ich bin übrigens gar keine Krimi-Leserin… oder nur selten. Aber die Falck-Hedström Reihe von der schwedischen Autorin Camilla Läckberg, die hat es mir angetan. Und weil ich ja auch ein Weihnachtsfan bin (Finger hoch, wer das noch nicht wusste…), habe ich mir noch einen Weihnachtskrimi von ihr gegönnt. Somit habe ich jetzt 13 anstelle der geplanten 12 Weihnachtsromane… und JA, die werde ich Euch ALLE vorstellen!! 🙂

Überhaupt bin ich dieses Jahr viel früher in Weihnachtsstimmung als sonst. Normalerweise beginne ich damit erst exakt am 1. Advent. Aber wir feiern das erste Mal seit Jahren wieder mit der Familie bei uns und es ist ja auch Ginas erstes Weihnachtsfest. Ihr lest schon: ich laufe zur Höchstform auf!

Ach ja, gestern war ich noch auf einem Friedhof – was ja bei mir nicht ungewöhnlich ist – es geht um eine Blog-Aktion (mein Beitrag dazu kommt am 15.11.) und ich habe mich in diesem Rahmen schreiberisch an etwas neuem ausprobiert. Und das hat mir unfassbar viel Spaß gemacht! Ganz nebenbei hatte ich dann noch eine Erleuchtung! Die Abschlussarbeit meiner Seelfrau Ausbildung steht ja schon länger auf meinem Plan (ist eigentlich schon fertig… höhö), aber beim Gang über den Friedhof hatte ich endlich die zündende Idee zu dem was ich mir bisher grob vorgestellt hatte. Und nun geht es wirklich los und ich weiß, dass ich damit jetzt rasch vorankommen werde!

Ja, so sieht es also an diesem Wochenende bei mir aus. Was macht Ihr Schönes? Ich hoffe Ihr seid gesund und munter und könnt die freien Tage (so sie für Euch frei sind) genießen. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit!

Alle Wünsche werden klein…

… gegen den gesund zu sein.

Kennt Ihr diesen Spruch auch? In meiner Kindheit hing er bei meinen Eltern im Flur. Und mal ehrlich: verstanden habe ich ihn damals nicht. Alle Wünsche werden klein… ich wollte ein Pony haben. DAS war für mich der allergrößte Wunsch!

Heute mit fast 50 Jahren weiß ich ganz genau, das dieser Spruch goldrichtig ist. Und gerade in den letzten Tagen hat mich das Leben (vorsichtshalber) auch noch einmal darauf hingewiesen. Wie das?

Auf einmal tauchten vor meinem linken Auge merkwürdige Schatten auf. Wenn ich blinzelte, verschwanden sie kurz, nur um dann wieder in mein Blickfeld zurück zu kehren. Am ersten, zweiten Tag dachte ich mir noch nichts dabei. Aber dann wurde mir mulmig zumute und ich beschloss, gleich heute Vormittag bei dem Augenarzt meines Vertrauens anzurufen.

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Glücklicherweise bekam ich heute Vormittag bei meinem Anruf direkt einen Termin in seiner Notfallsprechstunde und konnte sofort losfahren. Es folgte ein Foto meiner Netzhaut und eine genaue Untersuchung. Auf dem Foto war das was vor meinem Auge herumtanzt, deutlich zu erkennen. Es handelt sich um eine harmlose Glaskörpertrübung, die bei starker Kurzsichtigkeit (manchmal glaube ich, dass selbst Maulwürfe besser gucken können als ich…) und / oder im fortgeschrittenen Alter auftreten können.

HARMLOS ist also mein Wort des Jahres! Herrje, ich bin so erleichtert! Diese Trübungen werden nach und nach weniger, wurde mir gesagt und manchmal verschwinden sie auch wieder ganz. Ansonsten muss ich mich daran gewöhnen. Was ich nicht als Problem sehe, denn jetzt wo ich weiß, dass es meinen Augen gut geht, bin ich gelassen und allein das verschafft mir schon Erleichterung.

Ja: Alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute, hoffe, dass Ihr gesund und munter seid oder es hoffentlich bald wieder werdet!

Daumen hoch für einen tollen Busfahrer!

Manchmal gibt es Situationen im Alltag, die funkeln. Sie stechen aus dem täglichen Einerlei hervor und sorgen für Glücksgefühle. So wie die Begegnung, die Gina und ich heute hatten.

Unser Spaziergang führte uns heute mal wieder in den Ort hinein. Wir wohnen inmitten von Feldern, Wäldern und Wiesen, so dass hin und wieder ein Training mit vorbei flitzenden Autos, fremden Menschen und allem was so zu einem Stadtspaziergang dazu gehört, angesagt ist.

Gina hat sich über die Monate – fast neun sind es inzwischen!! – an fast alles gewöhnt. Nur an viel befahrenen Straßen schlägt ihr Hundeherz immer noch schneller, so dass wir weiter viele kleine Schritte machen, um ihr Vertrauen in den Straßenverkehr zu stärken.

Heute sind wir über den Friedhof gegangen, damit wir auf dem Rückweg ein kleines Stück an der Straße entlanggehen und nicht gleich Kilometerweit neben den vorbeisausenden Autos unterwegs sind. Wir kamen an eine Haltestelle, wo gerade ein Bus mit geöffneten Türen stand. Der Fahrer stand draußen auf dem Gehsteig. Wir grüßten uns freundlich und ich war schon fast vorbei, als ich dachte: hey, vielleicht kann Gina ja mal an dem riesigen Gefährt schnüffeln. Schließlich wollen wir irgendwann auch mal das Busfahren üben.

Ich fragte also freundlich nach und bekam als Antwort: „Klar, kein Problem. Sie können mit ihrem Hund auch hineingehen und ihr alles zeigen!“ Ich strahlte über das ganze Gesicht, bedankte mich und schon kletterten wir hinein und Gina konnte überall schnüffeln. Und das war schon eine aufregende Situation für so einen kleinen Hund. Ich freue mich immer, wenn es sich in solchen Momenten zeigt, wie gut unsere Bindung ist und dass sie Vertrauen in mich hat.

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Nachdem wir wieder ausgestiegen waren, habe ich mich noch mit dem Busfahrer unterhalten. Über das Busfahren, über Hunde aus dem Tierschutz. Er meinte dann, dass er es toll fände, wie ich meinem Hund die Welt zeigen würde und wenn ich wollte, könnte ich ja mal ein Stück mitfahren. „Aber ich weiß ja gar nicht, wann sie fahren“, entgegnete ich. „Ich meinte auch jetzt gleich. Meine Tour geht in zwei Minuten weiter, ich drehe dann hinten im Ort, fahre zurück und könnte Sie hier gegenüber wieder absetzen.“ Wow, was für ein toller Vorschlag! Ich habe mit Begeisterung angenommen.

So ist Gina heute völlig unerwartet zu ihrer ersten Busfahrt gekommen – die ungefähr 3-4 Minuten gedauert hat – und sie hat es toll gemacht. Ich war unglaublich stolz auf sie! Dem Busfahrer habe ich von Herzen gedankt und ihm alles Gute gewünscht.

Wie wundervoll so einem herzlichen Menschen zu begegnen!

Von Sterbebegleitung, Ausbildung und dem prallen Leben – ein Mischmasch-Plausch

Koffer packen. Darin bin ich inzwischen geübt. Seit Juni vergangenen Jahres fahre ich alle acht Wochen nach Hamburg, wo ich meine Ausbildung zur Seelfrau (Sterbe-, Trauer- und Seelenbegleiterin) mache. Auch Gina weiß inzwischen was es bedeutet, wenn mein roter Koffer aufgeklappt dasteht und ich alles hinein befördere was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Dann schaut sie mich von unten herauf an… mit sooo traurigem Blick, dass ich kurz davor bin, wieder auszupacken. Was ich natürlich nicht tue, denn mein Mann verwöhnt unsere Süße, während ich weg bin, so dass ich ganz unbesorgt fahren kann.

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Während ich also routiniert meine Klamotten, Bücher, den Ausbildungsordner und was Frau sonst alles braucht, stapele, spazieren meine Gedanken auf eigenen Wegen. Seit Anfang der Woche ist meine erste Sterbebegleitung beendet und die vergangenen drei Monate wirken bei mir nach. Da kommen etliche Erinnerungen hoch. Schöne und traurige. Ich fühle mich durch das Erlebte bereichert, bin dankbar, dass ich Anteil nehmen und unterstützen durfte.

In den kommenden Wochen mache ich eine Pause und stehe nicht für die nächste Begleitung zur Verfügung. Zum einen möchte ich meiner Trauer – ja, ich trauere um den Menschen, der gestorben ist, auch wenn ich ihn nur kurz kannte – Raum geben, aber auch das in Ruhe erledigen, was in den kommenden Wochen ansteht.

Am 18. Oktober beginnt die Ausstellung zum Thema „Trauertattoos“ in Wunstorf (und im Anschluss noch in Neustadt am Rübenberge). Ich habe mich – neben vielen anderen ehrenamtlichen HelferInnen – bereit erklärt, beim Aufbau und der Begleitung der Ausstellung zu helfen. Worauf ich mich schon sehr freue! Ich bin gespannt, welchen Menschen ich in diesem Kontext begegne, welche Gespräche auf mich warten. Natürlich werde ich Euch im Anschluss davon berichten.

Und dann steht vom 01. – 03. November das jährliche Schreib-Lust Seminar in der Ev. Heimvolkshochschule in Loccum an, das ich aktuell vorbereite. Ich freue mich schon auf all die bunten Geschichten, die meine TeilnehmerInnen in diesen Tagen wieder zu Papier bringen werden. Etliche von ihnen nehmen bereits seit vielen Jahren daran teil, so dass diese Gruppe für mich etwas ganz besonderes ist.

Neben all dem darf natürlich unsere Hündin Gina nicht zu kurz kommen. Lange Spaziergänge, üben fürs Cross Dogging und seit neuestem macht sie gemeinsam mit Herrchen beim Mantrailing mit. Genau das richtige für unsere kleine Schnüffelnase.

Ach ja, eine Kleinigkeit noch – bevor ich dann meinen Koffer weiter packe – wusstet Ihr, dass es eigentlich Adventkalender heißen muss? Aber schaut Euch mal um: überall steht AdventSkalender. Frau lernt ja nie aus… aber ich werde das S auch weiterhin nutzen!

Habt einen schönen Abend und lasst es Euch gut gehen!

Last Christmas und ein (anfangs) saurer eBook Drops

Seit knapp einem Monat gibt es in den Supermärkten bereits wieder Lebkuchen, Spekulatius und Schoko-Weihnachtsmänner. In diesem Jahr boykottiere ich das nicht so heftig wie sonst… ich habe die Lieblings-Spekulatius meines Mannes gekauft, weil diese im übelsten Fall zu Beginn der Adventszeit – dann, wenn ich bereit bin Adventsleckereien zu kaufen – schon ausverkauft sind.

Und irgendwie war ich auch das ganze Jahr über immer mal gedanklich mit der Advents- und Weihnachtszeit beschäftigt. Genau wie im vergangenen Jahr, wird es auch diesmal wieder eine Weihnachtsromane-Lesezeit geben. Genau am 1. Advent starte ich damit und lese dann solange Weihnachtliche Geschichten, bis ich meine gesammelten Werke durch-genossen habe. Tja, und dafür brauchte ich ja nun erst einmal Bücher. Also habe ich mir jeden Monat einen Weihnachtsroman gekauft. Was die letzten drei Monate betrifft, habe ich geschummelt und mir bei meiner letzten Hamburg Reise gleich alle drei gekauft. Es gab da zwei Bücher-Wühltische… was soll ich sagen!

IMG_4701Neben mir in meinem bald-lesen-Regal warten nun also 12 Weihnachtsromane auf ihren Einsatz und ich freue mich schon so wahnsinnig darauf. Passenderweise werde ich mit meinen Lieben in der Adventszeit auch noch eine Woche Urlaub an der See machen. Besser geht es wirklich nicht!

Ein Tipp noch für die unter Euch, die auch Weihnachtsfans sind: am 14. November 2019 kommt der Film „Last Christmas“ (inspiriert von den Songs des großartigen George Michael) in die Kinos. Bei Interesse könnt Ihr Euch hier den Trailer anschauen.

Ich bleibe auch gleich beim Thema Bücher. Wer mich kennt weiß, dass ich Bücher LIEBE. Ich brauche sie in meinem Leben, sie sind sozusagen überlebenswichtig. In jeden Urlaub nehme ich einen ganzen Stapel mit, weil ich sie auch dort um mich haben möchte. Als die Erfindung der eBooks auftauchte, habe ich nur abwehrend den Kopf geschüttelt.

Tatsächlich habe ich bis heute keinen eBook Reader. Und ob man eBook nun mit einem großen E und kleinem b oder einem kleinen e und großen B schreibt… ja, das musste ich für diesen Beitrag tatsächlich erst einmal googeln. Mein Dino-Gen ist also wieder voll in Aktion!

Allerdings habe ich in den letzten Jahren tatsächlich zwei eBooks gelesen. Eines war das Werk einer Autoren-Freundin – ich habs nicht über das Herz gebracht, nein zu sagen – und einmal habe ich bei einer Lese-Aktion mitgemacht und zu spät gemerkt, dass mir die Geschichte in digitaler Form zur Verfügung gestellt wird. Glücklicherweise hat mir amazon dann gleich eine Möglichkeit geboten, es am PC lesen zu können.

Tja, und dann kam die Situation mit einer Lese-Empfehlung, die ich per Mail bekam. Oh, ein neues Buch von Gabriella Engelmann – ich liebe ihre herrlich geschriebenen Romane, die bei mir immer für gute Stimmung sorgen! – ich schaute direkt nach und wollte schon vorbestellen. ABER… es handelte sich um ein eBook. Ich sah auf der facebook Seite der Autorin nach, fragte ob die Story auch noch als Print geplant sei und war enttäuscht: leider nicht, lautete ihre Antwort, da es sich um einen Kurzroman handelte, und sich dies für den Verlag nicht lohnen würde.

Ich war so enttäuscht, hakte es aber trotzdem für mich ab. Vor drei Tagen ging das Spiel von vorne los und ich stellte fest, dass es inzwischen drei Kurzromane als eBook Version von Gabriella Engelmann gibt. Und die Klappentexte sind so verlockend! Lange Schreibe… Ich erstand das eBook (den 1. Band, die anderen werden folgen!) und hatte mich schon damit abgefunden, es am Laptop zu lesen, als amazon mir eine gratis App für mein Handy anbot. (Ihr bekommt jetzt eine ungefähre Ahnung davon, wie wenig Ahnung ICH von all dem habe…)

VIUG0953Mit einigem herumprobieren, habe ich mir sowohl App als auch Buch herunter geladen (guckstolz) und da mich seit gestern eine Erkältung voll im Griff hat, habe ich nun die Muße und gleich mit dem lesen begonnen. Und ich LIEBE die Geschichte schon jetzt. Daher verschwinde ich auch rasch wieder auf dem Sofa und schmökere weiter…

Habt ein schönes Wochenende und ich hoffe Ihr seid alle fit!

Nachsatz: trotz allem finde ich Bücher zum anfassen einfach schöner!!!

UNBEZAHLTE WERBUNG – mal wieder aus reiner Begeisterung!

Ultralauf rund um Bielefeld – Wappenweglauf

„75 km geschafft. Jetzt wird es schwerer“, schrieb mir mein Mann, während seines Laufs… Tja, das wäre bei mir bestimmt auch so… 100 km ist er dieses Mal gelaufen und ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber lest selber:

Wappenweglauf rund um Bielefeld – 07. September 2019
von Holger Vergin

Als ich im Januar dieses Jahres meinen ersten Ultra seit fast vier Jahren finishte, waren einige der dann folgenden Läufe schon lange gebucht. Schneewittchen-Trail im März mit 53 KM, Bilstein-Ultra im April mit 57 KM und dann der Süntel-Trail mit seinen 80 Kilometern. Nach dem Finish gingen die Gedanken weiter und ich landete unwillkürlich bei einem 100-KM-Lauf. Und so meldete ich mich im Februar für den Wappenweglauf an. Eine relativ kleine Veranstaltung von einem erfahrenen Läufer organisiert, mit viel Liebe für’s Detail, das merkte man schon an der Website.

Das Training nach dem Süntel-Abenteuer fiel mir nicht leicht. Viel Arbeit und hohe Temperaturen waren das eine, dazu kam noch, das meine Frau umgeknickt war – Bänderanriß – und ich mich um Gina, unseren Hund, den wir seit einem knappen halben Jahr hatten, und um häusliche Pflichten kümmern durfte.
Puh, das war anstrengend, aber irgendwie ging es. Ich war nicht so fit wie vor einigen Jahren noch, aber ich war mir immer ziemlich sicher, das es reichen würde.

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Zudem hatte ich mir ja das volle Wellness-Wochenende gegeben, Freitag Anreise mit Pasta-Party und Übernachtung. Samstag laufen, ok, und dann Finisher-Party, naja zumindest das Ankommen feiern, übernachten und nach einem ordentlichen Frühstück wieder gemütlich nach Hause fahren.

Und weil meine Frau am vorherigen Wochenende gar nicht da war, habe ich mir den Freitag auch gleich komplett frei genommen und bin dann nachmittags losgefahren. Gegen 18.15 Uhr war ich da und habe dann erst mal mein Zimmer aufgesucht. Jan-Olof Wadehn – Cheforganisator – hatte das Landschulheim Greten Venn gemietet und ließ mir freie Wahl bei der Bettensuche. So nahm ich ein Drei-Bett-Zimmer, ein Bett war schon belegt, packte die Sachen aus und ging wieder nach draußen. Auf dem Vorplatz zwischen zwei Gebäuden war ein Zelt mit Sitzgelegenheiten aufgestellt und Jan-Olof führte schon ein Briefing durch.

 

Bei der Pasta-Party unterhielt ich mich dann auch mit Morten Surhoff und zwei seiner Lauffreunde, die beide ihren ersten 100er anstrebten. Gegen 21 Uhr war ich müde und da ich am nächsten Morgen um 4.30 Uhr aufstehen wollte, verabschiedete ich mich ins Bett.

Nach einer ruhigen Nacht habe ich gut gefrühstückt und meine Sachen zusammen gesucht. Die große Frage war: was ziehe ich an und was tue ich in meinen Dropbag? Die Regenprophezeiungen der letzten Tage hatten sich für meinen Begriff aufgelöst, doch gegen halb sechs fing es tatsächlich an zu regnen, leicht nur, aber immerhin feucht von oben. Es sollte zumindest tagsüber warm werden und so war die kurze Hose Pflicht. Ich entschied mich für ein langärmeliges Oberteil und die Mütze. Ein kurzes Hemd in den Rucksack und eine komplette Laufgarnitur, incl. Schuhe, in den Dropbag. So konnte ich nach ca. der Hälfte der Strecke überlegen, ob ich irgendwas tauschen wollte.

 

Der Start war unspektakulär, Jan-Olof begleitete uns die ersten drei Kilometer auf dem Rad durch das nasse Randgebiet von Bielefeld. Um diese Zeit benötigte ich noch die Stirnlampe und die ersten Kilometer muss ich mich immer erstmal in die Wegführung hineinfinden. Strassen, Feldwege und auch längere Passagen im Wald lösten sich ab, die Gesprächspartner wechselten immer mal wieder und die Zeit verflog rasch. Ach ja, wir liefen auf dem Original Wappenweg, dieser folgt in seinem Verlauf nach Möglichkeit den Grenzen der Stadt Bielefeld. Er übernimmt die Funktion der alten Schnatwege, auf denen früher die Grenzen einer Gemeinde abgeschritten wurden. Und er soll die Vielfalt der Natur aufzeigen.

Kurz nach 9 Uhr war ich am VP Messingweg, hier waren schon gute 25 Kilometer geschafft. Nun liefen wir Richtung Teutoburger Wald, um erstmalig auch ein paar Höhenmeter zu sammeln. Der Dunst/Nebel hing tief im Wald und sorgte für herbstliche Stimmung. Die Anstiege waren alle zwischen moderat und heftig und nach ca. 5 KM waren wir aus dem Wald heraus. Der nächste VP lag an einer gut befahrenen Strasse und nachdem wir dort ein Stück entlanggelaufen waren, bogen wir wieder in ruhigere ländliche Gefilde ein.

 

Immerhin regnete es nicht mehr, es wurde sogar etwas wärmer. Die Wegführung schlängelte sich durch die Landschaft. So erreichten wir den VP Spenge, wo unsere Dropbags lagerten. Ich hatte schon zwischendurch entschieden, nichts zu ändern und so wie bisher weiterzulaufen. Hier konnte man ordentlich auftanken und die meisten taten das auch. Den großen Hunger hatte ich noch nicht und so nahm ich einen Apfelschnitz, ein paar Salzstangen und trank Apfelschorle, mein Lieblings-Laufgetränk.

Jetzt kam sogar mal die Sonne durch und ich näherte mich der Halbzeit: 50 KM hatte ich nach ziemlich genau 6:30 Stunden geschafft und mittlerweile ging ich auch einige Stücke des Weges.

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Man musste immer wieder genau aufpassen, wo die Strecke langführte. Oft war nur das Wappen, mit einem Richtungspfeil versehen, irgendwo an einen Laternenmast oder ein Verkehrsschild geklebt, zu sehen und dann hieß es rechts oder links herum. Wie gut war es da doch, das ich den GPS-Track auf meinem Gerät hatte und jeder Richtungswechsel akustisch angezeigt wurde.

So war das Finden der Strecke für mich grundsätzlich kein Problem. Verlaufen habe ich mich kaum, und wenn, dann höchstens ein paar Meter. Umso verwunderter war ich, als ich hinterher von einer Teilnehmerin hörte, das sie sich um gute 14 Kilometer verlaufen hatte. Als ich die Details dazu hörte (kein Internet an einer Stelle, Pfeil auf Schild falsch gedeutet) erschien mir das zwar nicht unlogisch, aber für mein Verständnis von so einem Lauf gehört auch dazu, das ich mich mit der Strecke vorab auseinandersetze und mich auch mit den technischen Möglichkeiten bestmöglich vorbereite.

 

Sei’s drum. Feldwege, kleine Strassen und auch wieder tolle Trails führten mich weiter und so gelangte ich nach ca. 63 KM an den VP Brake. Hier mussten wir vom Wappenweg abbiegen und ein Stück bergan in den Ort um Wasser, Cola, Apfelschorle und vielerlei Leckereien zum Futtern zu uns nehmen zu können. Hier tauchten auch 50-KM-Läufer und Wanderer auf, die hier ihren Wendepunkt hatten, um dann wieder gemeinsam mit uns Richtung Landschulheim zu laufen.

Es war mittlerweile richtig warm geworden, die Anstrengung machte sich bemerkbar und die Strecke zog sich ganz schön hin. Dankenswerterweise war die Landschaft nach wie abwechslungsreich und schön, so dass das Auge immer was anderes geboten bekam. Wir folgten den beständigen Richtungswechseln und alles lief darauf hinaus, das wir uns langsam dem Teutoburger Wald zum zweiten Mal näherten.

Spätestens bei Asemissen merkte man die leichten Anstiege und nach knapp 84 KM waren wir an der VP Oerlinghausen. Nun gab es zwei Möglichkeiten: direkt nach Hause ins Ziel laufen, ca. 4 KM und damit den Wappenweg im Originalzustand und 88 Gesamtkilometern geschafft zu haben. Oder: den Schlenker im Teutoburger Wald zum Ausflugslokal „Bienenschmidt“ dranzuhängen. Der Lohn dafür: 12 KM und etliche Höhenmeter auf dem Hermannsweg.

Für mich gab es keine Option – ich wollte 100 KM laufen und darum startete ich gegen 17.25 Uhr Richtung „Bienenschmidt“. Jan-Olof hatte dort keinen Kontrollposten eingerichtet, also konnte man dort wenden, wo man es für richtig hielt. Diese Freiheit verwunderte mich zuerst, aber zum einen kam immer irgendein Läufer entgegen, und zum anderen betrügt man sich ja nur selbst, wenn man hier schummelt. Ultraläufer sind schon ein eigenes Völkchen.

 

Ich hatte mir im Vorfeld ausgemalt, dass diese 12 KM nochmal zwei Stunden erfordern könnten und so war es auch. Die Steigungen waren teilweise heftig, der Untergrund teils steinig. Man gut, das es trocken war, sonst wäre es noch viel schwieriger geworden. Und diese Anstrengung auf diesem Teil der 100 KM tat ein Übriges. Jetzt waren doch nicht mehr viele Körner vorhanden.

Als ich zum zweiten Mal an der VP Oerlinghausen ankam, dämmerte es schon leicht und im dunklen Wald war der Track schon etwas mühsamer zu erkennen. Aber noch wollte ich die Lampe nicht herausholen. Dann meldete sich die Batterieanzeige und ich musste neue einsetzen. Endlich konnte ich weiter. Diese vier KM waren ziemlich lang, aber um 20.05 Uhr war es soweit: ich lief ins Ziel!

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Glücklich und geschafft klatschte ich mich mit anderen Finishern ab. Auch Morten war noch da. Er hat den Lauf unter 11 Stunden gefinisht und ist letztlich Dritter geworden.
Trinken, was essen und dann zur Dusche gehen, das war die übliche Reihenfolge. Anschließend ging ich nochmal zum Speisesaal des Landschulheims, aber mittlerweile waren kaum noch Teilnehmer da, so das ich mich entschloss, mich hinzulegen.

 

Eine angenehme Nacht später war gegen 8 Uhr morgens Frühstück angesagt, wir saßen alle schon um 7.30 Uhr am Tisch, und letztlich waren noch 6 Teilnehmer sowie Jan-Olof und Frau anwesend. Aber diese morgendliche Runde mit dem gegenseitigen Erzählen der Erlebnisse des gestrigen Tages und auch schon länger zurückliegender Läufe hatte etwas Besonderes. Die Anspannung von Freitag und Samstag war weg, der Lauf geschafft und die Stimmung gelöst bis wehmütig.

Gegen 9.15 Uhr brach ich auf, machte mich auf die knapp 90 Kilometer lange Heimreise und genoss dann zusammen mit Frau und Hund den Rest des Wochenendes.