Wieder mal Glück gehabt

Neben mir an der Wand lehnen ein Paar Krücken mit hübschen blauen Griffen. Diese passen gut zu der blauen Jogginghose, die ich mir von meinem Mann geliehen habe, weil sie unten am Bein schön weit geschnitten ist. Meinen linken Fuß habe ich auf einem Kissen erhöht IMG_2351gelagert und auch ohne nähere Betrachtung leuchten mir die lila-schwarz-irgendwas Verfärbungen auf der Apfelsinengroßen Schwellung entgegen. Und ja, ich bezeichne das Ganze auf jeden Fall als „Glück gehabt“.

Etliche Termine hatten für diese Woche angestanden. Ganz wichtig war mir der SterbebegleiterInnen Kurs und ein Hospiz Frühstück. Aber ich wäre auch gerne zum Friseur gegangen und hätte meinen Check-up Termin beim Hausarzt wahrgenommen. Aber mal ehrlich: nichts ist wichtiger als die Gesundheit. Früher hatte ich dafür nur ein Achselzucken. Der Spruch, der bei meinen Eltern auf dem Flur hing: `Alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein´. Ich verstand ihn nicht. Klar, ich war jung und glücklicherweise immer weitestgehend gesund. Heute ist es mir bewusst, wie schnell sich das Leben durch eine Krankheit, einen Unfall ändern kann. Und sofern man mit einem blauen Auge – oder in meinem Falle Fuß – davon kommt, kann man sich doch nur glücklich schätzen!

Allerdings schimpfe und jammere auch ich mal. Weil, ganz ehrlich, nur Sonnenschein und Optimismus kriege ich nicht hin. Aber dann kotze ich mich eben mal aus, meckere und dann – suche ich den nächsten Sonnenstrahl und bade darin. Wohlbemerkt geht jeder Mensch mit unterschiedlichen Lebenslagen unterschiedlich um. Und das ist völlig ok. Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass manche Menschen meinen, den Stein der Weisen über die „richtige Reaktion“ gefunden zu haben und ihn dann gerne dem Gegenüber aufdrücken wollen. Aber wenn es den Menschen nicht da abholt wo er gerade steht, dann ist das keine Hilfe. Das nur mal am Rande.

Was mir denn nun passiert ist? Ja, inzwischen kann ich schon darüber lachen. Irgendwie war es mal wieder typisch. Seit zwei Jahren reite ich wieder und hatte nun die schöne Idee mal wieder einen Sprung – oder auch mehrere – mit Dalli, der Stute, die ich reite zu wagen. Gedacht, getan. Alles lief super und ich platzte fast vor lauter Glück! Anschließend habe ich Dalli versorgt und ihr jede Menge Äpfel und Möhren gegeben und sie wieder auf die Weide gebracht. Alles prima.

Und dann marschierte ich über den Reitplatz, durch den Sand, um die Stangen wegzuräumen. KLATSCH, lag ich auf dem Boden. Ich war umgeknickt, nichts neues, meine Bänder sind schon seit Kindesbeinen nicht die stabilsten. Tja, das Ende vom Lied: ab zum Arzt. Glücklicherweise ist nichts gebrochen. Das Außenband ist gedehnt und eventuell ein wenig angerissen. Je nachdem, prophezeite mir der Arzt bis zur völligen Wiederherstellung 2 bis max. 6 Wochen.

Ich schließe mit den Worten aus der Überschrift: wieder mal Glück gehabt!

Mein Laptop hat die Rente eingereicht

Acht Jahre hat er mich begleitet. Gemeinsam haben wir Fotos gesammelt, Geschichten und Blog Beiträge geschrieben. Meine Buchführung hat er in sich aufgenommen und stets das Siegel der Verschwiegenheit gewahrt. Nie hat er mich verpetzt, wenn ich mal wieder zu lange bei facebook gegangen oder Filme im Netz geguckt habe.

Mein guter alter Terri ist in Rente gegangen. (Ja, ich gebe Dingen, die mich lange durchs DSC_0241Leben begleiten, Namen!) Ok, ich bin ehrlich. Er ist auf dem Technik Schrottplatz gelandet, da ich ihn wirklich so lange genutzt habe, bis er am vergangenen Freitag einfach mittendrin einen wahnsinnig lauten Ton – so Alarm-Sirenen-mäßig – von sich gegeben hat, der sich nur mit konsequentem auf den Ausschalter drücken wieder abschalten ließ. Und danach… nichts. Zumindest nichts, was irgendwie noch an seine alten Zeiten anknüpfen konnte. Und nach ein wenig hin und her probieren, war es dann auch völlig vorbei… und ich am Boden zerstört.

Den Moment, in dem er unter dem Arm unseres IT Experten das Haus verlassen hat, werde ich so schnell nicht vergessen. Vielleicht sollte ich mein Herz für meinen nächsten Laptop – der übrigens am Donnerstag in seinem neuen Zuhause einziehen wird – verschließen. Ich werde das mal mit Hermine – meinem Handy – bekakeln.

Tja, nun sitze ich also an meinem Schreibtisch und kann nur mit halber – oder noch weniger Kraft – arbeiten. Zum Beispiel wollte ich eben ein Foto in diesen Beitrag einfügen… aber die befinden sich nicht auf dem Laptop meines Mannes, den ich zur Zeit – DANKESCHÖN an den besten Mann der Welt – nutzen darf. Wobei… ich schau gleich mal nach. Da sind bestimmt noch Urlaubsfotos auf seinem Rechner. Dann suche ich einfach davon etwas aus. Passende Fotos sind doch nun wirklich was für Anfänger!

Worauf ich aber tatsächlich noch hinaus wollte ist, dass ich es traurig finde, dass wir uns zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt haben. Wer nutzt denn heute seine technischen Geräte noch so lange, bis sie kaputt gehen? Meist muss, wie z. B. bei Handys und Laptops, doch regelmäßig die neueste Variante her. Und was da für Geld ausgegeben wird – Wahnsinn! Und dass man Dinge reparieren kann weiß wohl auch kaum noch jemand. Vieles ist auch so ausgelegt, dass die Ersatzteile oftmals so teuer sind, dass man sich doch eher etwas neues zulegt. Das habe ich vor Jahren bei einem Mixer (heute sagt man glaube ich Rührgerät) erlebt, bei dem einer der Rührstäbe abgebrochen ist. Neue sollten ein Schweinegeld kosten und ja, da überlegt man schon was man macht, wenn das Gerät bereits ein paar Jahre alt ist.

Naja, bei Terri weiß ich jedenfalls ganz genau, dass ich alles getan habe, um ihn so lange wie möglich behalten zu können. Und jetzt bin ich einfach mal gespannt auf den neuen Laptop. Vielleicht nenne ich ihn ja Balu… oder doch lieber Gonzo… Kermit?

 

 

Weihnachtsmann, Wichtel und Rentiere: Ich bin der weltgrößte Fan von Weihnachten

`Och nee, jetzt fängt die Frau auch schon vorzeitig mit dem Weihnachtsgedöns an´… DSC_0002einige von Euch denken das bestimmt, wenn sie meine Überschrift lesen. Vielleicht, weil sie Weihnachten sowieso doof finden (Konsum, Kalorienschlachten, Familienbesuch…) oder weil es doch wirklich dafür noch zu früh ist. Und damit habt Ihr auf jeden Fall Recht!

Warum ich dann trotzdem jetzt schon darüber schreibe? Weil ich in diesem Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit lesen will. „Aha. Und was ist daran jetzt besonders?“ Ja, ja, ich höre Euch das direkt fragen.

Ganz einfach: im letzten Jahr habe ich festgestellt, (nicht zum ersten Mal…) dass ich Weihnachtsromane für mein Leben gern lese. Diese kitschig-süßen-traurig-dramatischen-Storys mit den Zuckerguss beträufelten Happy Ends. Wo beim Lesen Herzchen durch die Luft fliegen und es nach Tannengrün und frisch gebackenen Vanille Kipferln riecht. JA! GENAU DIE!

Nachdem mir das nochmal so RICHTIG bewusst geworden ist, habe ich beschlossen, eine Sammlung dieser Romane zu starten. – Ich hoffe, Ihr bekommt nicht schon beim Lesen meines Beitrags einen Kitsch-Anfall! – Und im Laufe dieses Jahres sind mir erstaunlicherweise auf jedem Flohmarkt welche begegnet: was ich ganz klar für ein Zeichen halte! Und die Verkäufer haben sich gefreut, dass es Bekloppte wie mich gibt, die diese Dinger bei 30 ° im Schatten kaufen. Die wussten ja nichts von meinem Plan und meiner Sammlerwut!

Neun Romane, eine Adventsgeschichte von Cornelia Funke und zwei wundervolle Bilderbücher von Mauri Kunnas warten nun darauf, gelesen und angeschaut zu werden. Genau am 1. Advent starte ich, und mittlerweile kann ich es kaum noch erwarten. Ach ja, bei dreien von ihnen handelt es sich um eine Reihe – was ich beim Kauf des zweiten Teils nicht wusste – ein Teil bekomme ich dann noch zum Geburtstag geschenkt. Also sind es sogar zehn Romane.

Also solltet Ihr in dieser Zeit nichts von mir hören oder lesen, dann wisst Ihr jetzt Bescheid. Wobei ich zwischendurch bestimmt von dem einen und anderen Buch hier schwärmen werde.

Und? Gibt es außer mir noch andere Weihnachtsroman-Fans? Oder bin ich tatsächlich die einzige? Traut Euch – ich habe mich ja nun auch öffentlich dazu bekannt.

Ein wenig plauschen

Seit dem Wochenende hat mich eine Erkältung fest im Griff. Der nächtliche Schlaf wird von häufigem schniefen und röcheln unterbrochen. Tagsüber bin ich dann schlapp. Wie DSC_0137gut, dass ich in dieser Woche erst ab Freitag Termine habe und mich hängenlassen kann. Naja, fast. Mein Wochenend-Termin besteht aus dem jährlichen Schreib-Lust Seminar an der ev. Heimvolkshochschule in Loccum. Und das will vorbereitet sein. Natürlich habe ich das meiste schon „im Sack“, aber es fehlt natürlich noch das eine und andere und mit Schniefnase geht das ja deutlich langsamer.

Trotz allem freue ich mich sehr auf das Seminar, das ich bereits seit 2011 mache. Etliche Teilnehmer kommen in jedem Jahr wieder und sind mir dementsprechend ans Herz gewachsen. In diesem Jahr kommen einige Neue hinzu, so dass es richtig spannend werden wird.

Meine letzte große Erkältung (oder konnte man das schon Grippe nennen?) hatte ich im Dezember letzten Jahres. Volle drei Wochen war sie bei mir zu Gast, richtete sich häuslich ein und ich konnte tatsächlich meist nur liegen. Ich bin – glücklicherweise!! – nur selten krank. Und wenn, dann geht es meist mit seelischen Problemen einher, die auch an meinem Immunsystem knabbern. Im vergangenen Jahr war es das Sterben und der Tod meiner Mutter. Auch in diesem Jahr hängt es noch einmal mit ihr zusammen, da mich ein zweiter „Trauer-Schub“ umgehauen hat. Zudem hatte ich nicht gut genug auf mich geachtet und mich in einigem übernommen. Ich schrieb bereits darüber und bei Interesse findet Ihr hier den Beitrag.

Daher ist es mir nun auch wichtig, gut für mich, für meine Seele, mein Herz zu sorgen. Und so habe ich den Tag heute gleich mal mit einem Spaziergang begonnen. Die Herbstsonne lachte vom blauen Himmel herunter und ich schlich gemütlich eine kleine Runde über unsere Feldwege. Gerade soviel, dass mir der Atem nicht wieder knapp wurde. Außerdem natürlich viel trinken – ich fühle mich durch die Erkältung irgendwie ständig wie ausgetrocknet – und natürlich Obst und Gemüse. Und… gute, positive Gedanken.

Ich bin außerdem in der glücklichen Situation, liebe Menschen um mich zu haben, die sich um mich kümmern und sorgen. Dafür bin ich unglaublich dankbar, denn das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Überhaupt das mit der Dankbarkeit: ich mache mir jeden Tag bewusst, wie viel Glück ich doch habe. Ein Dach über dem Kopf, zu essen, zu trinken, besagte liebevolle Menschen und dass ich gesund bin.

„Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden“, sagte einst Mark Twain. Ich versuche es. Jeden Tag aufs neue. Und mal klappt es besser, mal schlechter. Schließlich bin ich auch nur ein Mensch und manchmal kotzt auch mich alles einfach nur an. Aber meist eben nicht. Meist bin ich der „halbvolles-Glas-Typ“ und auch für diese Einstellung, die ich nicht immer hatte, bin ich dankbar.

So, und nun werde ich eine Schatzkarte malen. Ja, auch für mein Seminar. Und ich bin schon so gespannt, was die Teilnehmer in diesem Jahr von meinen Ideen halten. Ach ja, und eine Tasse Thymian Tee mit Honig, die gibt es auch gleich noch. Und dann schaue ich mal, was mir der Tag noch schönes bringt.

Passt gut auf Euch auf und wenn Ihr könnt, genießt das schöne Herbstwetter!

Ein kleines Apfel Wunder

Ein Besuch auf dem Nienburger Wochenmarkt ist nicht nur hinsichtlich der frischen Produkte ein schönes Erlebnis. Für mich sind es auch die bunten Ansichten, die mich auf DSC_0006einen Markt ziehen. Die Stände mit den Blumen, die in blau, gelb, rot und anderen Farben um die Wette leuchten. Die grünen Salatköpfe, neben den roten und gelben Paprika und all die Menschen. Alle Altersklassen sehe ich dort. Die Jüngsten, die noch im Kinderwagen den Einkauf verschlafen, bis hin zu den Ältesten, die sich schwer auf ihre Rollatoren stützen und denen die Marktverkäufer hilfreich die Tüte mit dem Obst in den kleinen Korb legen.

Es sind all diese Beobachtungen, die mich faszinieren. Die Gerüche und Geräusche und – natürlich – die Gespräche. Als ich neulich wieder über `den schönsten Wochenmarkt Europas´- dazu wurde er im Jahre 2008 gekürt und obwohl ich weiß, dass es auch andere sehr schöne gibt, gefällt er mir persönlich immer wieder – schlenderte, wäre ich beinahe an einem Mini-Stand vorbei gegangen.

Eine Frau fortgeschrittenen Alters saß dort auf einem Stuhl und las in einem Buch. Neben sich hatte sie fünf Stiegen voll mit gelb-roten Äpfeln. Obenauf lag ein Schild mit der Aufschrift: Ungespritzt. Leckere Äpfel waren genau das, was mir an diesem Tag noch fehlte und ich war sicher, dass hier auch ein schönes Gespräch im Preis inbegriffen sein würde.

„Hallo. Ich hätte gerne 1 kg Äpfel.“
Die Frau sprang auf und lächelte. „Gerne. Sie sind ungespritzt und ganz frisch gepflückt. DSC_0019Sie werden ihnen sicher gut schmecken.“
„Das glaube ich! Was man heute im Supermarkt bekommt, schmeckt ja oft gar nicht mehr.“
Sie nickte. „Außerdem sind sie derart behandelt, dass viele Allergien gegen Äpfel entwickelt haben.“
„Apfel Allergie?“ Ich sah sie neugierig an. „Davon habe ich noch nichts gehört.“
„Ja. Aber meine Äpfel“, die sie nebenbei schon in meinen Beutel packte, den ich ihr rüber gereicht hatte, „die vertragen sogar Allergiker.“ Ich konnte sehen, wie stolz sie auf ihre Äpfel war. Verständlicherweise, denn wenn sie nur halb so gut schmeckten, wie sie aussahen…
„Einmal war ein Ehepaar bei mir“, erzählte sie mir, „und die Frau hatte Jahrelang keine Äpfel gegessen und vermisste sie so. Und dann bot ich ihr einen von meinen an. Der Mann stand gleich mit einem Asthma Spray daneben“, sie lächelte bei der Erinnerung, „er hatte richtig Angst um sie. Und dann biss sie hinein, kaute, schluckte… und strahlte über das ganze Gesicht.“
Nun lachte ich auch. „Sie hat sie also vertragen.“
„Oh ja! Es war ein richtig kleines Apfel Wunder!“ Inzwischen hatte sie meine Äpfel gewogen und mir meinen gefüllten Beutel gegeben. „Die nächsten zwei Wochen bin ich auch noch hier“, erklärte sie, während ich bezahlte, „aber dann ist es für dieses Jahr vorbei.“
Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander und sie winkte mir noch nach.
Ich ließ mir an diesem Tag gleich zwei von den leckeren Äpfel schmecken und dachte dabei an das kleine Apfel Wunder.

 

Gemütliche Rückkehr in den Alltag

Wenn ich Urlaub mache, habe ich keine Vertretung. Niemand, der vielleicht schon mal Mails beantwortet oder anstehende Aufgaben erledigt. Ich bin selbstständig. Seit 14 DSC_0006Jahren schon. Und ich bin glücklich damit, denn es bedeutet u. a. auch, dass ich mir Auszeiten nehmen kann. So, wie in der letzten Woche. Ein paar Tage raus aus dem Alltag. Raus aus dem Gedanken Karussell, das sich mal wieder viel zu schnell drehte. Ein – fast – spontaner Ausflug an den Rhein. Und das bei schönstem Herbstwetter!

Gestern Nachmittag sind wir zurück gekommen und heute morgen hieß es nun: zurück an den Schreibtisch und ganz nebenbei aufräumen, Wäsche waschen, den nächsten Einkauf planen. Die Liste ist lang.

Ich begann zu wuseln und fragte mich bereits nach einer halben Stunde, ob eine gemütlichere Rückkehr in den Alltag nicht besser sei. Klar, das Schreib-Lust Seminar muss noch zu Ende vorbereitet werden (findet das tatsächlich schon nächste Woche statt??) , neue Beiträge wollen geschrieben werden und die Arbeit an meinem Kinderbuch soll auch vorangehen. Und wie war das mit all den Mails? Wo kommen die eigentlich in gerade einmal vier Tagen her?

„In der Ruhe liegt die Kraft“, heißt es ja. Und da ich mir meine Zeit selber einteilen kann, habe ich beschlossen, es heute ruhiger angehen zu lassen. Einfach so. Mir ganz dreist diesen Luxus zu gönnen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich in den kommenden Tagen umso effektiver arbeiten werde, wenn ich heute den ganzen Kleinkram erledige und mir erst einmal über die anstehenden Aufgaben einen Überblick verschaffe. Dank meines Wochenplans, den ich vor dem Kurztrip erstellt habe, weiß ich das im Großen und Ganzen, aber trotzdem…

Und siehe da: kaum habe ich ein wenig Dampf raus gelassen, in Ruhe durchgeatmet, mal einen Blick aus dem Fenster gewagt, schon bin ich deutlich gelassener und zuversichtlicher. Mal ganz ehrlich, so einen Zusammenbruch wie ich ihn im Juni hatte, möchte ich definitiv nicht wieder riskieren.

Mit kleinen Schritten habe ich mich nun den Vormittag über voran gearbeitet und sehe schon deutlich Licht am Horizont. Und mal schauen, vielleicht schaffe ich es heute noch, den geplanten Beitrag über unseren Ausflug in den Rheingau zu schreiben. Aber erstmal werde ich meine Mittagspause für einen Ausritt durch den Herbstwald nutzen…

Was macht Ihr, wenn die Wellen mit all den unerledigten Aufgaben drohen über Euch zusammen zu schlagen? Vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Tipps – dann nichts wie rein in die Kommentare damit!

Ich wünsche Euch einen entspannten Start in eine schöne Woche!

Vorfreude auf den Herbst beim morgendlichen Spaziergang

Es ist noch früh am Morgen. Die Sonne erobert sich Stück für Stück den Himmel zurück. Ihre ersten Strahlen huschen zwischen den Bäumen hindurch. Die Luft ist frisch und klar. Kälter als anden letzten Tagen. Herbstlicher, auch wenn kalendarisch noch Sommer ist.

Das leise Tapsen meiner Schuhsohlen ist das einzige Geräusch. Ich atme tief ein, genieße die Ruhe und die Einsamkeit, die meine Morgenrunde mir schenkt. Plötzlich ein rascheln. Ein Eichhörnchen huscht aus dem Gebüsch, schnappt sich eine der herum liegenden Walnüsse und ist im nächsten Moment wieder verschwunden. Wo es die Nuss wohl vergraben wird?

Über den Feldern hängt das erste Mal wieder Nebel. Wie durch einen leichten Schleier sehe ich die Stoppelfelder mit den Resten der Maispflanzen. Gelbe, vertrocknete Stummel, die aufgereiht darauf warten, unter die harte vom heißen Sommer ausgelaugte Erde gepflügt zu werden.

Mein Blick wandert über die früh abgeernteten Felder. Die Sicht ist nun wieder weit und offen. Unverstellt. Das Laub verfärbt sich in diesem Jahr schon früh. An einigen Bäumen sind die Blätter beinahe im Zeitraffer von dunklem Grün zu verrottendem Braun übergegangen. Ein Teil liegt bereits am Boden, raschelt als ich hindurch gehe.

Das Weinlaub, das sich vereinzelt an den Seiten entlang- und an Bäumen emporrankt, hält sich tapfer. Rot leuchtet es zwischen dem Grün. Es erzählt vom beginnenden Herbst. Vom Herbst, der Stück für Stück den Platz des Sommers einnehmen wird. Der gerade noch mit dem Altweibersommer Hand in Hand geht. Doch bald heißt es Abschied nehmen von den langen heißen Wochen.

Ich denke an gemütliche Abende bei Kerzenschein. An Wollsocken an meinen Füßen. An Spaziergänge durch den herbstlichen Wald, begleitet vom kühlen Wind, der an den Ästen rüttelt.

In Gedanken versunken öffne ich zuhause das kleine Gartentor. Leuchtendes Rot der noch blühenden Rosen begrüßt mich. Als ich durch den Garten gehe, sehe ich wie viele Farbtupfer es noch gibt und auch die Fette Henne beginnt sich rötlich zu verfärben. Zufrieden kehre ich ins Hause zurück. Angefüllt mit guten Gedanken und einem großen Glücksgefühl: Willkommen Herbst – ich freu mich auf Dich!

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