Beerdigungs-Clown und Bestattungs-Spielzeug – ein Besuch auf der Messe `Leben und Tod´in Bremen (Teil 2)

Teil 1 meines Messe-Berichts findet Ihr hier und Teil 3 hier!

Nachdem ich meinen Highlights des diesjährigen Vortragsprogramms gelauscht und zudem schon die ersten tollen Begegnungen hatte, machte ich mich daran, durch die Halle zu stromern und mir das Angebot an den Ständen anzuschauen. Einiges kannte ich bereits vom vergangenen Jahr, aber es war auch viel Neues dabei. Besonders gut gefiel mir:

Bestattungs-Spielzeug

Kinder können sich heutzutage in die unterschiedlichsten Welten hinein spielen: sie können als Ritter Drachen erlegen, Prinzessin im eigenen Schloss sein, im Operationssaal stehen und operieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Und einige davon können dabei behilflich sein, Kindern die Welt zu erklären.

Auf der Messe stand ich nun auf einmal dem Erfinder des Bestattungs-Spielzeug an seinem Stand gegenüber. Der Niederländer Richard Hattink ist Trauerpädagoge und bietet mit seinem Angebot eine Möglichkeit, Kindern den Tod auf spielerische Art näher zu bringen. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon: ich war hin und weg von dem kleinen Friedhof, der Trauerhalle, dem Sarg und den passenden Figuren. Alles übrigens von der Marke Lego. Eine Welt zum be-greifen.

Und dazu dieser aufgeschlossene, sympatische Mann, bei dem ich mir nur allzu gut vorstellen kann, wie er Kindern dieses Thema – das oft durch die Erwachsenen tabuisiert wird – nahe bringt.

Schaut Euch doch einfach mal hier auf seiner Webseite um!

IMG_3689
IMG_3687IMG_3688

Eifeler Urnen-Manufaktur

„Urnen aus Laubhölzern der Vulkaneifel“ – so steht es auf der Eingangsseite der Webseite. Die Zeit der „Einheitsurnen“ ist längst Geschichte. Heutzutage besteht auch hier die Möglichkeit der individuellen Gestaltung. Und wer – so wie ich – ein Holz-Fan ist, der sollte sich doch unbedingt diese wunderschön gestalteten Urnen anschauen. Handarbeit von A-Z.

Auf der Webseite (die Ihr hier findet) gibt es übrigens einen interessanten Einblick in die Werkstatt.

IMG_3685IMG_3682

Waterurn BV

Ich bleibe noch einmal beim Thema `Individuelle Urnen´. Dieses Angebot kommt aus den Niederlanden (hier findet Ihr die Webseite, die allerdings auf holländisch ist, aber die Anbieter sprechen auch Deutsch – habe ich getestet! 😉 ) Die Technik des Ganzen habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden, ich war einfach zu fasziniert davon, wie wunderschön sich diese Urnen z. B. in einem Garten integrieren lassen. Wobei man sich dafür die Asche des Verstorbenen aushändigen lassen müsste, was in Deutschland bisher nur im Bundesland Bremen möglich ist. Oder – so der Anbieter – man lässt die Kremierung in Holland vollziehen und bekommt sie dann. Wobei ich persönlich bisher nie den Wunsch hatte meine lieben Verstorbenen bei mir im Garten zu haben.

IMG_3681

Beerdigungs-Clown

„Die schwere Decke der Trauer etwas anheben“, so steht es auf dem Flyer von Kaala Knuffl (alias Birgit Sauerschell), der Beerdigungs-Clownin. Mit ihrer in rot und schwarz gehaltenen Clowns-Gewandung hat sie meinen Blick sofort angezogen. Einen Clown auf einer Beerdigung? Das hat mich neugierig gemacht.

Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Kaala Knuffl und konnte mir sofort gut vorstellen, bei einer Trauerfeier mit ihr ganz neue Wege zu gehen. Denn ein Clown ist eben mehr als der Spaßmacher im Zirkus. Auch in Krankenhäusern gibt es ja schon lange die Klinik-Clowns, die dort hervorragende und wichtige Arbeit leisten.

„Poesie am Grab“ – „Erleichternde Hoffnung“ – „Ein Mittler zwischen Tod und Leben“. Schaut doch einfach mal auf ihrer Website vorbei, die Ihr hier findet!

IMG_3691

Friedhofsgeflüster

Eine hochgewachsene Frau, ganz in Schwarz mit Korkenzieherlocken. Es ist die „Schwarze Witwe“, die von Dr. Anja Kretschmer verkörpert wird. In einer Gewandung aus dem 18. Jahrhundert bietet sie Führungen über Friedhöfe in ganz Deutschland an, bei denen die ZuhörerInnen jede Menge über alte Traditionen rund um das Thema Tod erfahren.

Neben einem Flyer mit etlichen Terminen erhalte ich auch noch einen Leichenbitter, einen selbst gemachten Kräuterschnaps, den die Messe-BesucherInnen auch als Mitbringsel käuflich erwerben können. Als kleinen Eindruck habe ich im Nachhinein noch hier auf der Webseite gestöbert und mir hier einen kleinen Film angeschaut. Und im September kann ich die „Schwarze Witwe“  auf dem Engesohder Friedhof in Hannover dann auch live erleben.

IMG_3684IMG_3683

Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen Stände auf der Messe. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, sich über Hospiz- und Palliativarbeit, über Patientenverfügungen, Sterbe- und Trauerbegleitung und vieles mehr zu informieren. Und all dies in einem lockeren Rahmen, in dem es – zumindest mir – leicht fällt, ins Gespräch zu kommen.

Erwähnenswert ist noch die Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“, die Bilder des Langeooger Inselmalers Anselm zeigte mit Zitaten aus Liedern von Rolf Zuckowski. Wunderschöne Bilder, die ich mir lange angeschaut habe. Bei Interesse findet Ihr diese und andere auf der Seite des Inselmalers (hier).

Der 3. und letzte Teil meines Messe-Berichtes folgt in den nächsten Tagen und handelt von einer besonderen Begegnung.

IMG_3690

Sommergenuss: Bananen-Avocado-Shake

Ich liebe Shakes und Smoothies zu jeder Jahreszeit. Aber gerade bei diesen heißen Temperaturen finde ich sie besonders genial und erfrischend. Heute gab es mal wieder einen Bananen Avocado Shake. Geht superschnell und ist unglaublich lecker!

Dazu kommen bei mir

1 Avocado
1 überreife Banane
400 ml Kokosmilch
und eine Prise Zimt

in den Mixer. Ordentlich durchmixen lassen, dann teile ich das Ganze in 3-4 Portionen und ab in den Gefrierschrank. Je nach Lust und Laune hole ich mir eine Portion nach einer halben Stunde (so wie heute, da war ich gierig…) oder auch nach dem völligen einfrieren wieder heraus. Und dann heißt es loslöffeln… mmmh!

Da ich immer mal überreife Bananen habe – das geht bei dem Wetter ja schneller, als ich Shake sagen kann – friere ich diese in Stücke geschnitten ein. Dann hole ich sie bei Shake- Lust raus, kurz antauen lassen und wie oben beschrieben alles verrühren. Und schon ist alles kühl und lecker, ohne es in den Gefrierschrank zu packen.

IMG_4012

Fotoprojekt abc – V wie Vogel (-Suchbilder)

abc projektUnd schon geht es mit dem Buchstaben V weiter – es handelt sich übrigens hierbei um das von Wortman wieder ins Leben gerufene Fotoprojekt – schließlich habe ich noch ein wenig aufzuholen.

Der Zufall schenkte mir dann die Vorlage für diese Fotos: ich humpelte bei einer meiner Mini-Trainingsrunden (Bänderanriss sei Dank…) durch den Garten und plötzlich hörte ich ein lautes Piepen. Ich hüpfte vorsichtig an einen Kirschlorbeer Busch heran und blinzelte hinein. Und da saßen zwei Mini-Vögel. Glücklicherweise bemerkten sie mich nicht und ich konnte Fotos machen, ohne sie zu erschrecken.

Was es für Vögel sind? Keine Ahnung. Vielleicht wisst Ihr es? So winzig wie sie sind, vermute ich ja auch, dass es Jungvögel sind. Hoffentlich könnt Ihr auf den Fotos überhaupt etwas erkennen. Denn sind mehr Suchbilder geworden… aber schaut am besten selbst!

V wie Vogel (-Suchbild)

IMG_4005IMG_4006IMG_4007

„Ich und sterben?…“ – ein Besuch auf der Messe `Leben und Tod´in Bremen (Teil 1)

RCHE0901Schon Wochen vor meinem Messebesuch fiel mir eines der diesjährigen Werbemittel in die Hand: ein Lesezeichen mit den Worten: „Ich und sterben? Nur über meine Leiche!“

Ich lachte. Genau mein Humor. Und dann dachte ich darüber nach: ist es denn immer noch so, dass Menschen den Tod aus dem Leben ausschließen wollen? Bei all dem, was es mittlerweile zu lesen, hören, sehen… gibt? Ja. Tatsächlich.

Die Messe `Leben und Tod´, die in diesem Jahr zum 10. mal in Bremen stattgefunden hat, bietet tolle Möglichkeiten, sich über alles rund um den Tod zu informieren. Einfach mal rein zu schnuppern. Und wem das dann doch noch zu „unheimlich“ ist, der kann ja jetzt einfach mal meinen Beitrag lesen…

IMG_3662Abfahrt 7:54 Uhr. So stand ich am 10. Mai bereits am frühen Morgen in Nienburg am Bahnsteig. Der Zug fuhr pünktlich und ich war bereits nach einer dreiviertel Stunde wohlbehalten in Bremen. Es folgte ein Fußweg von ca. drei Minuten und schon stand ich vor der Messehalle. Einfacher geht es wirklich nicht und ich konnte sicher sein, dass ich abends nicht, wie im Vorjahr, im Rückreise Verkehr feststecken würde.

Meine Vorfreude auf diesen Messebesuch war riesig! Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo ich nichts und niemanden kannte, war ich diesmal mit tollen Menschen verabredet und auch an einigen Ständen gab es ein herzliches Wiedersehens-Hallo. (Von einer Begegnung werde ich in einem gesonderten Beitrag noch erzählen… ❤ )

Die Stimmung war also von Anfang an bestens und so stürzte ich mich mitten hinein ins Getümmel und in das tolle Vortragsprogramm. Ich hatte mich im Voraus entschlossen, nicht als Fachbesucher teilzunehmen – und somit Workshops und weitere Vorträge besuchen zu können – da es auch so ein reichliches Angebot gab und bei einem Tag einfach nicht genügend Zeit für alles blieb. (Im nächsten Jahr werde ich an beiden Tagen teilnehmen!)

Und hier nun einige meiner ganz persönlichen Highlights in diesem Jahr:

Vortrag: Palliative Care – Lebensqualität (nicht nur) für das Lebensende
von Prof. Dr. Borasio

IMG_3674Auf diesen Vortrag hatte ich mich schon Wochen vorher gefreut, denn Prof. Dr. Borasio hatte mir mit seinem Buch „Über das Sterben“ bereits 2011 zahlreiche Fragen zum Thema `Sterben´ beantwortet. Und zwar nicht auf Fachchinesisch, sondern klar, offen, verständlich und das auch noch mit Empathie.

Und genauso ist dieser Arzt, dieser besondere Palliativmediziner. Ein Mann, der sicherlich bei vielen aneckt, wenn er – so wie in seinem Vortrag – Aussagen trifft, wie z. B.:
„Die Ehrenamtlichen (Sterbebegleiter) sind unbezahlte Profis“
„Die Pharmakonzerne machen ihre Umsätze nunmal nicht mit spiritueller Begleitung“ (im Kontext dazu, dass Körper UND Seele Beachtung finden müssen)
und zum Thema `Übertherapiert am Lebensende´: „Privat versichert zu sein, ist ein hohes Gesundheitsrisiko. Wer kann, der rette sich noch in eine gesetzliche“.

Mich hat dieser Vortrag ebenso beeindruckt wie sein Buch. Und wer sich auch dafür interessiert, dem lege ich diese Lektüre wärmstens ans Herz. (Das Lesen des Buches hat dafür gesorgt, dass ich meine Mutter viel besser in ihrem Sterbeprozess begleiten konnte!)

Lesung: „The End“
von Eric Wrede

IMG_3678Im vergangenen Jahr sah ich eine Doku mit und über Eric Wrede. (Leider finde ich sie jetzt nicht wieder, aber hier findet Ihr auf youtube ein Interview) Den Mann, der Musikmanager war und auf Bestatter umsattelte. Warum und wie? Das erzählt er in seinem Buch. Als ich im Programm der Messe von dieser Lesung las, wusste ich, dass ich sie mir nicht entgehen lassen würde!

Denn Eric Wrede ist nicht einfach „nur“ Bestatter, er ist es mit Leib und Seele und mit der Überzeugung, dass ein Verstorbener ein Recht auf eine respektvolle Behandlung hat und dass ein „guter“ Abschied die Angehörigen in ihrer Trauerarbeit unterstützen kann. Denn das ist leider nicht selbstverständlich.

Während der Lesung beobachtete ich einige Male die ZuhörerInnen und ich erkannte, was ich mir schon gedacht hatte: dieser entschlossene junge Mann, ist nicht jedermanns „Sache“. Muss ja auch nicht. Und dass sich einigen vermutlich die Fußnägel aufgerollt haben, als er davon las, wie er mal eine Urne auf einem Berliner Friedhof bei Nacht (ich glaube Nebel gab es nicht) ausgegraben hat, ist ja vielleicht auch verständlich. ABER, lest die ganze Geschichte und bildet Euch selber eine Meinung. Im seinem Buch findet Ihr nicht nur eigene Erlebnisse, sondern auch zahlreiche Anregungen und Hilfestellungen für einen Trauerfall. Und glaubt mir: jeder braucht das mal und es kann hilfreich sein, wenn man dann nicht völlig ahnungslos und dadurch rasch überfordert ist.

Soviel zu den Programmpunkten im Forum, die ich besucht habe. Im zweiten Teil meines Berichts wird es dann um die Stände gehen, die für mich in diesem Jahr besonders interessant waren.

Und es gilt wie immer: wenn Ihr Fragen habt – zum Messebesuch oder auch rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer – immer her damit. Ich beantworte sie gerne unten in den Kommentaren oder per Mail!

Hier findet Ihr noch den Bericht von 2018!

Und hier den 2. Teil des Berichts von 2019!

Fotoprojekt abc – U wie Unordnung

abc projektHeute kommt nun der nächste Buchstabe des Fotoprojekts abc – von Wortman wieder ins Leben gerufen – an die Reihe. Durch meine Pause hinke ich natürlich hinterher, aber das werde ich nach und nach wieder aufholen. Wobei es nun noch eine Stufe spannender für mich wird… Warum? Weil ich jede Woche bisher ein aktuelles Foto gemacht und keines aus meiner Sammlung genommen habe. Und nun bin ich bedingt durch meinen Bänderanriss aufs Haus beschränkt. Mal schauen, was sich da so fotografieren lässt. Für das U habe ich schon einmal etwas gefunden!

U wie Unordnung

IMG_3971

Früher war ich ein total chaotischer Mensch. Überall lag Kram herum, so dass ich mich durch mein Kinder- und Jugendzimmer manchmal mit einer Machete durchschlagen musste. (Ja, fragt Euch ruhig, wo ich die her hatte… 😉 ) Was sich in meiner ersten eigenen Wohnung auch fröhlich fortsetzte…

Kein Wunder, war ich doch als Prinzessin aufgewachsen, hinter der beständig her geräumt wurde. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass mich die Unordnung total stört. Also habe ich aufgeräumt, ausgemistet, sortiert und dann einfach täglich 1 x die Sachen an ihren Platz geräumt. Und das habe ich bis heute beibehalten. Wobei es immer Ausnahmen gibt und ich mich da nicht unter Druck setze. Mir gefällt es aufgeräumt und übersichtlich einfach besser und so brauche ich nie viel Zeit in diese Aufgabe zu stecken. Sehr vorteilhaft!

Daher gibt es auch nur meinen Posteingangsstapel, der im Moment durch die Frühlingspause noch nicht abgearbeitet ist. Also eine kleine Unordnung… 😉 „Foto-Not“ macht eben erfinderisch…

Was der Air-Dingsbums mit dem Schwung macht…

`Mit Schwung in das zweite Halbjahr´- ja, so lautete mein erster Beitrag nach der Frühlingspause. Und nun sollte es heute den nächsten Fotobeitrag geben, aber mein Schwung wurde äußerst unelegant abgebremst… am besten erzähle ich von Anfang an:

Am Mittwoch Abend machte ich frohgemut mit Gina unsere Abendrunde. Das Wetter war toll – nicht zu warm, es wehte ein leichtes Lüftchen und der bevorstehende Sommerbeginn blinzelte aus allen Ecken heraus. Es war herrlich!

Gina zog übereifrig an der Leine – gerade hatte ein Kaninchen unseren Weg gekreuzt – als ich aus heiterem Himmel mit dem linken Fuß umknickte und wie ein gefällter Baum zu Boden ging. Ein fieser Schmerz schoss durch meinen Knöchel und ich dachte nur: nein, nicht schon wieder! (das letzte umknicken liegt gerade mal ein halbes Jahr zurück…)

Glücklicherweise kam meine kluge Hündin sofort wieder zu mir gelaufen und hüpfte aufgeregt um mich herum. Ich griff nach der Leine, die mir beim Sturz aus der Hand geglitten war, und versuchte mich aufzurappeln. Aber im Gegensatz zum letzten Jahr, funktionierte das erstmal gar nicht und mein Fuß wollte sich in keinster Weise benutzen lassen. (Habe ich erwähnt, dass mein Handy zuhause auf dem Küchenthresen lag…)

Irgendwie gelang es mir dann doch, mich aufzurappeln und kurz darauf kamen schon meine Nachbarn angelaufen, die durch das aufgeregte Gebell ihres Hundes, der im Garten war, aufmerksam geworden waren. Ich war so erleichtert! Sie haben Gina und mich dann gleich nach Hause gefahren (eine Strecke von ca. 300 m…), wo ich dann meiner immer noch leicht verstörten Hündin ihr Abendfutter gegeben habe. (Keine Ahnung, wie ich diese kurzen Wege noch geschafft habe??)

Und dann bin ich erstmal aufs Sofa gelumpst. Mein Fuß war mittlerweile ordentlich angeschwollen und ich heulte wie ein Schlosshund. Was natürlich sofort wieder Gina auf den Plan rief, die sich dicht an mich kuschelte und mir über das Gesicht schleckte.

Nachdem der erste Schock verdaut war, habe ich meinen Fuß gekühlt und hoch gelegt. Da mein Mann noch nicht zuhause war, habe ich mir den ersten Trost bei meinem Sohn und danach noch bei meiner Freundin telefonisch abgeholt (die mich dann auch ins Krankenhaus fahren wollte, aber ehrlich gesagt am späten Abend ins Krankenhaus, wenn es nicht lebensnotwendig ist… nöööö).

Kennt Ihr das auch, wenn Ihr wisst, dass alles nur halb so schlimm ist und auch wieder gut wird und trotzdem seid Ihr erst einmal völlig fertig? Genauso ging es mir. Das Gute bei mir ist aber, wenn ich diese erste Phase hinter mir habe und geheult, geschluchzt, gejammert… habe, dann taucht auch ratzfatz die Optimistin und vor allem die Ärmel-hoch-kremplerin wieder auf. Und so hatte ich dann schon einen Plan für den nächsten Tag, als mein Mann nach Hause kam. Ich war natürlich heilfroh, nicht mehr alleine dazu hocken! (Wohlbemerkt hatten auch meine Nachbarn weitere Hilfe angeboten!)

Der nächste Tag hatte dann irgendwie was von wir-drehen-jetzt-mal-versteckte-Kamera-mit-Dir… was bedeutete, dass mein gefasster Plan sich in Luft auflöste. Mein Mann hatte sich Urlaub genommen und wollte mich zu dem Chirurgen meines Vertrauens fahren. Ab 9 Uhr beginnt dort die Sprechstunde und mein Mann schlug vor, dass wir gleich bei Beginn der Sprechzeit vor Ort sein sollten. Aber ich hatte ein blödes Bauchgefühl und meinte, das wir lieber erst einmal anrufen sollten. (Ich hatte am Vorabend noch angerufen und die nette Stimme vom Band hatte mir mitgeteilt, dass ich außerhalb der Sprechzeiten anrufen würde…).

Als wir dann um 9 Uhr anriefen, lief ein anderes Band: Urlaub bis zum 24. Juni. Danke Bauchgefühl, dass Du mich mal wieder vor etwas bewahrt hast. Die Fahrt hätte nämlich 40 min. gedauert! Ok, Plan B lautete, zu meiner Hausärztin zu fahren, um vermutlich von dort weiter überwiesen zu werden. Eine viertel Stunde später standen wir mit offenem Mund vor der Praxis: wegen Renovierungsarbeiten erst ab dem 24. Juni wieder geöffnet. YEAH!

Ok, Plan C. Im nächsten Ortsteil die Allgemeinpraxis anfahren, dort eine Stunde warten und mit einer Einweisung ins Krankenhaus wieder raus zu kommen. Inzwischen waren insgesamt zwei Stunden vergangen, so dass wir erstmal wieder nach Hause zu Gina gefahren sind. Denn unsere Hündin ist bisher nicht länger als drei Stunden allein gewesen und wer weiß, wie lange es noch im Krankenhaus dauern würde. Also ging mein Mann noch eine kleine Runde mit ihr spazieren, wir haben eine Kleinigkeit gegessen und dann ging es auch schon an die 20 minütige Fahrt ins Krankenhaus.

FußLetztendlich war es dann doch noch mein Glückstag! Die Notfall Ambulanz war so gut wie leer und nach zwei Stunden waren wir mit einem Rezept für Thrombose Spritzen (wie gut, dass ich vom letzten Jahr noch weiß, wie ich mir die selber spritzen kann…), einer Schiene, die sich Air-Irgendwas nennt und der Diagnose Bänderanriss wieder auf dem Heimweg. Kein Bruch – HURRA!

Also irgendwie ist doch noch alles glimpflich abgelaufen. Klar, im Moment muss ich den Fuß hochlegen und kühlen, mir 1 x täglich die Spritze verpassen und unsere Hündin um viel Geduld bitten, während mein Mann im Büro ist. (Welch Glück, dass wir einen großen Garten haben). Aber mal ehrlich: es wird alles wieder heilen und diese 5-6 Wochen werden auch vergehen.

Und im Moment baut mein Mann (der sich im Moment so super um alles kümmert, von der Gina-Betreuung über den Hausputz bis hin zur Massage meines verspannten Nackens) gerade einen Hunde-Pool für Gina im Garten auf (sie ist eine absolute Wasserratte und ich habe passenderweise vor ein paar Tagen dieses Teil bestellt) und da kann ich mich dann daneben auf einen Stuhl setzen und ihr Aqua-Spielzeug (was es nicht alles gibt…) hinein schmeißen und sie so beschäftigen.

Fazit: alles ist gut und der Rest heilt auch noch!

Habt noch ein schönes Wochenende und genießt die Sommerzeit!

Wieder da! – Voller Schwung ins zweite Halbjahr!

Nach dreieinhalb Wochen Pause geht es hier nun weiter!

Was ich in den letzten Wochen gemacht habe? Ich habe meinen Kurs abgeschlossen und bin nun ehrenamtliche Sterbebegleiterin. Ich war eine Woche in Quedlinburg, war rund um die Uhr mit Gina (und meinem Mann 🙂 ) zusammen, habe gelesen, geschlafen, gut gegessen, viele Spaziergänge gemacht und ganz nebenbei bin ich mir darüber klar geworden, welche Projekte ich in diesem Jahr noch umsetzen möchte. Vieles ergibt sich bei mir von selbst, wenn ich einfach mal wieder Zeit und Raum habe, um meine Gedanken auf Wanderschaft zu schicken.

IMG_3868

Die nächsten Beiträge werden sich übrigens um die Messe `Leben & Tod´ (und einer tollen Begegnung mit einer Bloggerin) drehen. Um den Abschluss meines Kurses, um Sternenkinder, Quedlinburg, Hunde-Urlaub, das `Fotoprojekt abc´ und eben meine Pläne für das zweite Halbjahr. Und natürlich um all das, was mir zwischendurch noch vor die Füße fällt. Ich freu mich schon sehr darauf, mich wieder mit Euch auszutauschen, Eure Kommentare zu lesen… eben wieder `Die Waldträumerin´ zu sein!

Aber nun werde ich erst einmal meine stattliche Anzahl an E-Mails beantworten und all das was sonst noch liegen geblieben ist erledigen.

Habt noch einen schönen Tag und… bis die Tage!