Walk-Lauf-Traum # Woche 1: Träume wahr werden lassen

Laufträume wahr machen

Dienstag, 01. Mai 2018

Ja! Mein Lauf-Traum hat begonnen! Ich habe heute meine Laufschuhe geschnürt und mich trotz heftiger Windböen, Regen und kühlen Temperaturen auf den Weg gemacht. Klar, Heinz-Bärbel (mein Schweine-Hund mit den süßen Schlappohren) hat meinen Start kurz in Frage gestellt, dann aber eingesehen, dass Bewegung wirklich gut tut. Hinterher hat er sogar gemeint, dass er Spaß hatte. Wer hätte das gedacht! Ich übrigens auch!

Es war einfach herrlich meine alt gewohnte 3-km-Runde zu walken und dabei die frisch erwachte Natur zu bestaunen. Die Getreidefelder auf denen sich die nun schon recht langen grünen Halme im Wind wiegen, die Wildblumen rechts und links am Wegesrand und die Wolken, die am Himmel fangen spielen.

Ohne Uhr oder sonstige Puls-, Zeit- oder irgendwas Messgeräte bin ich einfach gemütlich vor mich hin gewalkt. Ja, ich hätte wohl auch noch schneller gekonnt, aber ich wollte nicht. Denn vorrangig soll mir das ausleben meines Lauf-Traumes schlicht Spaß machen. In diesem Sinne freue ich mich schon auf das nächste Mal!

Donnerstag, 03. Mai 2018

Ein Tag Pause ist rasch vorbei und schon habe ich mich heute wieder auf den Weg gemacht. Nicht ohne vorher den Entschluss zu fassen, dass mir künftig die Wünsche von Heinz-Bärbel, meinem Schweinehund, egal sind. Ab sofort hat er die Wahl: mitkommen und fit und gesund werden oder… eben nicht. Dann soll er doch zuhause rumgammeln. Mir ist das jetzt wurscht!

Das Wetter war heute wirklich traumhaft, so dass ich sogar in T-Shirt und 3/4 Hose loswalken konnte. Mein rechtes Knie, in dem ich vor 20 Jahre mal massive Probleme mit den Innenbändern hatte, muckte heute ein wenig. Nun bin ich vorher auch schon 1,5 Stunden mit einer Freundin und ihrem Sohn spazieren gegangen und zudem ist walken doch noch mehr Belastung als ein Spaziergang. Aber nach einer Weile war das ziepen weg. Was ich von früheren Trainingszeiten kenne. Je länger und ausdauernder ich trainiere, desto besser läuft es – im wahrsten Sinne des Wortes.

Es war heute übrigens wieder die 3-km Runde, allerdings andersherum. Die Vögel zwitscherten munter und an einer Stelle hatte ich das Gefühl, das Vogel-Mami Vogel-Papi zuruft, er solle gefälligst mal wieder ins heimische Nest zurückkehren. Seine Antwort – etwas weiter entfernt – war irgendwie so larifari… und dann hättet ihr die Stimme aus den Bäumen hören sollen… uiuiuiuiui – wenn der nach Hause kommt, dem werden aber die Federn gründlichst gewaschen.

Ihr lest schon: auch heute hat mir die Runde wieder viel Spaß gemacht und am Samstag ist dann auch schon die letzte Einheit in dieser Woche dran!

Samstag, 05. Mai 2018

Wow, schon die dritte und damit letzte Einheit dieser Woche – geschafft! Erneut: grandioses Wetter, traumhafte Landschaft und diesmal kam noch dazu, dass mein Mann mich auf dem Rad begleitet hat. Ich bin übrigens froh, dass er nicht umgefallen ist, denn sooo langsam Radfahren ist ja auch schon eine Kunst…

Auf jeden Fall hatte ich Spaß, was sich dann auch darin geäußert hat, dass ich spontan: „Hey, wollen wir die 3,5 km Runde machen?“, sagte und einfach einen Weg später abgebogen bin. Dieses Mal hat weder mein Knie geschmerzt, noch meine Arme. Denn ja, ich war es ja nicht mehr gewohnt, eine längere Zeit die Arme anzuwinkeln und die ersten beiden Walk-Einheiten habe ich das ganz schön zu spüren bekommen.

Mein Fazit für diese 1. Woche: Träume wahr werden lassen geht auch in kleinen – und langsamen – Schritten! 

Mal eben ne Runde schnacken

Ja, heute schneie ich (trotz Frühling) einfach mal so auf einen kurzen Klönschnack rein. Einen auf Hochdeutsch allerdings, denn unser Rehburger Platt beherrsche ich nicht.

Draußen lacht die Sonne von einem herrlich blauen Frühlings-Himmel und ich bin doch tatsächlich nach wie vor mit dem umsetzen der Anforderungen der DSVGO (den Beitrag dazu findet Ihr hier) beschäftigt.  Wer von Euch übrigens weiß, wie man diesen Banner bzgl. der Cookies bei WordPress einsetzt – für Tipps und Ratschläge bin ich immer dankbar!

Aber bevor Ihr nun in vielstimmiges, mitleidiges „Ooooh“ ausbrecht: meine Woche hat durchaus auch noch Highlights zu bieten. Seid Ihr Flohmarkt-Gänger? Also ich liebe Flohmärkte. Und einen, wo man mich jedes Jahr am 1. Mai findet, ist bei uns in Neustadt a. Rbge. bei Famila auf dem Parkplatz. Teils überdacht, hat es auch in diesem Jahr wieder riesigen Spaß gemacht, sich durch all die Stände zu wühlen. Obwohl das Wetter echt gruselig und ziemlich kalt war. Muss ich erwähnen, dass ich mit einem Stapel Bücher nach Hause gekommen bin?

Natürlich habe ich auch wie angekündigt begonnen, meinen Walk-Lauf-Traum zu verwirklichen. Aber dazu gibt es dann Ende der Woche noch einen Extra-Beitrag.

Morgen steht nun etwas Besonderes auf dem Plan. In Bremen findet die 11. Messe Leben & Tod statt und ich werde das erste Mal (als Besucher) dabei sein. Ich habe mir bereits einige Vorträge rausgesucht, die mich interessieren und einige Stände stehen auf meiner Liste, denen ich definitiv einen Besuch abstatten werde. Und natürlich habe ich meine Kamera und meinen Notizblock im Gepäck, um Euch hinterher davon erzählen zu können.

Natürlich vergesse ich bei all dem nicht, das Frühlingserwachen in der Natur zu genießen. Denn mal ehrlich: man hat doch das Gefühl, dass es jeden Tag etwas neues zu bestaunen gibt. Und dafür nehme ich mir immer gerne die Zeit.

Was steht bei Euch in dieser Woche so an? Genießt Ihr auch die Wunder der Natur oder schlagen die Alltagswellen dafür doch zu hoch über Euch zusammen? Ich wünsche Euch jedenfalls noch eine wundervolle Woche und bis zum nächsten Klönschnack!

Summer in the city

Diese Geschichte ist inspiriert durch die Schreibkicks von Sabi Lianne. Jeweils zum 01. des Monats gibt es ein Thema, das jeder für sich frei interpretieren kann. So kommen die unterschiedlichsten Geschichten zustande. Wenn Ihr Lust habt auch einmal mitzumachen, dann klickt hier. Das Thema für den 01. Mai lautet: Vorfreude auf Sommergenüsse. Und wenn Ihr danach Lust auf den Song habt, denn klickt hier!

Summer in the city
von Nicole Vergin

Endlos lagen die Sommertage vor ihr. Heiß. Einsam. Eine Last. Ihre Freunde fuhren wie jedes Jahr in den Urlaub und sie musste in der klebrigen Land-Idylle ihrer Eltern bleiben. „Die Kühe füttern sich nicht von allein“, war die Reaktion auf ihr Drängen, ihre Lust nur einmal auszubrechen.

Und da war dieser Song, den sie vor Wochen im Radio gehört und sich dann mit dem Kassettenrecorder aufgenommen hatte. „Summer in the city“. Ihr Schulenglisch reichte nicht aus, um den Text vollständig zu verstehen, aber sie fühlte den Herzschlag, die Leidenschaft des Songs. Sommer in der Stadt. Ja, sie wollte auch in die Stadt. In die Großstadt. Irgendeine. Da, wo das Leben pulsierte, wo Menschen durch Innenstädte schlenderten. Die Frauen große Sonnenbrillen unter den ebenso großen, breitkrempigen Hüten trugen. Und Röcke, die so kurz waren, dass ihr Vater sie dafür ohrfeigen würde, wenn sie es nur einmal wagen würde, so etwas anzuziehen.

In der Großstadt tanzten sie – „dance all night“ – während sie hier ihre kostbare Zeit mit Kuhfladen und dem ausschrubben von Futtertrögen vertrödeln musste.

„Summer in the city“, sang sie laut bei der Stallarbeit und erschrak, als eine tiefe Stimme „Wer will schon im Sommer in der brütend heißen Stadt hocken“, einwarf.
Die Mistforke ging polternd zu Boden und eine heiße Röte schoss ihr ins Gesicht. Ein junger Typ stand vor ihr, Schnauzer, breite Koteletten und die Haare bis auf die Schultern. „Langhaarige Bombenleger“, würde ihr Vater nur verächtlich sagen.
Aber ihr Herz schlug aufgeregt, so als hätte es bereits eine Nacht durchgetanzt. Und davon erzählte sie ihm dann auch. Später, als sie Hand in Hand über die Wiesen der Eltern liefen. Hinter ihrem Rücken wohlbemerkt, wissend, dass diese es nicht gutheißen würden.

Zum ersten Mal Widerstand, eine winzige – wenn auch geheime – Rebellion. Er machte ihr Mut. „Lass dich nicht einsperren“, sprach von freien Menschen. Und – ihr Herzschlag machte einen Looping – von freier Liebe.

Leuchtendblauer Himmel über den ebenso leuchtenden grünen Wiesen. Die Butterblumen strahlten mit der Sonne um die Wette. Das gluggern des Bächleins, das am Rande der Wiese lief, war nun nicht mehr störend, sondern romantisch.
Ja, wer wollte denn schon im Sommer in die Stadt, wo doch das Leben, das wirkliche Leben nur auf dem Land zu finden war. Da taten nicht einmal die dumm dreinblickenden Kühe, der Romantik Abbruch.

„Ich komme wieder“, versprach er, als seine Lippen das letzte Mal ihre verschlangen.
Der anfangs so endlos scheinende Sommer war vorüber und auch er war fort.
Was blieb, war die Liebe für den Sommer auf dem Land. Und diese, das nahm sie sich trotz aller Verzweiflung und Trauer vor, diese würde sie an ihr Kind weitergeben.

Diesmal waren dabei:

Veronika

Eva

Rina

Sabi

Für den 1.6. lautet das Thema: Dumme Fee bei Licht

 

 

DSGVO – Augen verschließen ist keine Lösung

Ja, hin und wieder – oder auch öfter – habe ich Probleme schon ausgesessen. Oder es zumindest versucht. Nach dem Motto: „abwarten und Tee trinken“. Manche Seiten an meinem Autorenleben machen eben nicht allzu viel Spaß und wie gerne möchte ich sie umgehen.

Nun aber macht sich eine Problematik so richtig mausig und ich kann und will die Augen davor nicht verschließen: DSGVO ist die Abkürzung des Monats Mai und es handelt sich hierbei um die Europäische Datenschutz Grundverordnung, deren Anwendbarkeit ab dem 25. Mai 2018 gilt. Also schon in Kürze…

Anfangs dachte ich noch, dass mich diese Verordnung gar nicht betrifft. Hey, ich bin doch nur eine kleine Bloggerin, die es liebt ihre Beiträge zu schreiben und mit der Welt zu teilen. Tja, leider ist es so einfach nun wohl doch nicht.

Wie bei jeder Problematik gibt es bei zehn Befragten auch prompt zehn Meinungen. Ich bilde mir gerne meine eigene, denn letztendlich – und dass sollte jedem, der einen Blog, eine Website betreibt wirklich klar sein – betrifft es uns nun einmal alle.

Etliche haben mittlerweile die Reißleine gezogen und nehmen ihren Blog vom Netz. Gerade gestern erst hat Marcus Johanus gepostet, dass die Tage seines Blogs gezählt seien. Somit verschwindet einer der Blogs, dessen Beiträge ich wirklich gern gelesen habe und die stets informativ und aktuell waren. Und das macht mich traurig. Und auch sauer.

Meine Waldträumerin ist ja nun noch ein Blog-Baby und ehrlich gesagt habe ich im Moment nicht vor, das Blogger-Handtuch zu werfen. Was tue ich also? Ich habe mir verschiedene Artikel und Checklisten zusammengesucht, durch die ich mich in den nächsten Tagen durchwühlen werde. Nach und nach werde ich so zum einen ein tieferes – oder überhaupt mal eines – Verständnis für die Sachlage bekommen und zum anderen meinen Blog so sicher machen, wie es mir möglich ist.

Woher ich meine Informationen habe?

1. Annika Bühnemann hat auf ihrer Seite einen toll recherchierten und verständlichen Artikel zu diesem Thema geschrieben – www.vomschreibenleben.de

2. einen kostenlosen DSGVO-Guide von Raidboxes, speziell für WordPress Seiten – da scheint es nämlich noch andere Problematiken zu geben! – die Seite findet Ihr hier.

3. eine Checkliste von lawlikes, die Ihr hier findet.

Ob das nun das Non-plus-ultra ist, weiß ich natürlich nicht. Aber irgendwo muss man anfangen und ich möchte mich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Also werde ich gleich meine Ärmel hochkrempeln, mir einen Tee kochen und dann… hinein ins DSGVO-Abenteuer.

Habt Ihr noch andere Tipps? Wie geht Ihr damit um? Oder habt Ihr Euch schon entschlossen, Euren Blog zu schließen?

Den Lauf-Traum wieder leben

Es ist Sonntag, der 29. April und ich genieße – gemeinsam mit meinem Mann – ein Marathon Frühstück. Ja, wir schauen gerne zu, wie andere Menschen Leichtathletik betreiben. In diesem Fall geht es um den Marathon in Hamburg. Während wir gemütlich futtern, sind die LäuferInnen bei schönstem Wetter in der Hansestadt unterwegs.

Bei der inzwischen 33. Ausgabe findet auch zum ersten Mal ein Halbmarathon statt. Das Wort „Halbmarathon“ weckt bei mir Erinnerungen: Nicole an der Startlinie in Hannover, mehrfach bin ich in meiner Heimatstadt die 21,1 km gelaufen. Früher mal etwas flotter (Bestzeit 2 Std. 16 min.), nach einigen Verletzungs- und Faulheitspausen langsam und gemütlich (2 Std. 42 min.). Das letzte Mal im April 2013. Danach hatte ich eine Knieverletzung und musste pausieren und aus der Pause ist eine längere (Faulheits-) Pause geworden und dann… dann hatte ich rheumatische Entzündungen in den Füßen. Fast eineinhalb Jahre konnte ich kaum gehen, geschweige denn laufen.

Aber der Traum wieder mal einen Halbmarathon zu laufen – gerne auch mehrere – hielt und hält sich hartnäckig. Gehen, längere Spaziergänge funktionieren inzwischen wieder. Ihr glaubt gar nicht, wie dankbar ich allein dafür bin. Leider habe ich mir in all der Zeit auch – mal wieder – einiges an Übergewicht angefuttert. Was das „sich-vom-Sofa-loseisen“ auch nicht leichter macht.

Umso glücklicher war ich, als ich vor einigen Wochen über den „Muddy Angel Run“ gestolpert bin und sogar eine tolle Gruppe gefunden habe, in der ich mitlaufen darf. Endlich wieder ein machbares Ziel vor Augen – es handelt sich um einen 5-km Matsch-Lauf mit Hindernissen – legte ich sogleich los und lief problemlos (natürlich sehr, sehr langsam) meine erste 3-km Runde. Und dann noch eine und noch eine. Meine Füße, die so lange keine härtere Belastung als das gehen ertragen mussten, beschwerten sich. Anfangs noch leise, aber als ich das nicht ernst nahm, umso lauter.

Tja, mein Lauf-Traum war geplatzt, ich verlegte mich wieder aufs spazierengehen. Und ja, auch dafür bin ich dankbar. Aber während ich heute die LäuferInnen in Hamburg sehe, schwappt die Sehnsuchts-Welle wieder hoch und plötzlich ist mir klar, ich brauche einfach nur Geduld. Erstmal walken und schauen was meine Füße dazu sagen. Und dann, irgendwann werde ich laufen. Hier ein Stück und da ein Stück, mal sehen.

Mein Mann hat es mir nach einer langen Verletzungspause vorgemacht. Als Ultraläufer (alles was länger als Marathon, also 42,195 km ist) hat er sich nach einer Verletzung von ganz kurzen Strecken bis immerhin 20 km wieder hochtrainiert (gerade heute Morgen vor dem Marathon Frühstück geschafft – Hut ab!!!) und hat nebenbei das flotte wandern für sich entdeckt.

Auch ich werde mich wieder auf den Lauf-Weg machen. Und dabei pfeife ich auf das Übergewicht, darauf wie ich im Moment beim walken aussehe und wie schnell ich voran komme. Ich werde etwas machen, was mir bisher selten gelungen ist: ich werde den Weg als Ziel ansehen und meinen Lauf-Traum wahr werden lassen.

Und da ich mein Leben gerne in Worten festhalte, werde ich ein Walk-Lauf-Tagebuch führen und das ein Mal wöchentlich hier einstellen. Vielleicht hat ja auch von Euch Jemand Lust, sich wieder auf einen Bewegungsweg zu machen oder Ihr seid schon dabei. Dann erzählt doch mal davon – gegenseitige Motivation ist doch immer hilfreich!

Störtebeckerstraße? Klingt gut!

Die April-Sonne lacht vom blauen Himmel herunter, der Wind zerzaust meine Haare und hinterlässt auf meinen Lippen einen Hauch von Salz. Gemütlich trete ich in die DSC_0237Pedale meines gelben Leih-Fahrrads, das brav die Straße am Hafen von Langeoog entlang rollt. An der nächsten Kreuzung sehe ich ein Straßenschild: Störtebeckerstraße – ja, das klingt gut. Mit einer fließenden Bewegung biege ich in die Straße ein, ohne zu wissen wo genau sie mich hinführt.

Wann hattet Ihr das letzte Mal die Gelegenheit, nur das zu tun worauf Ihr Lust habt? Eure eigenen Wege zu gehen oder zu fahren. Einfach mal so lange wie ihr wollt auf dem Sofa, einer Bank mit Blick aufs Wasser, in einem Café bei ein, zwei, drei Tassen Kaffee sitzen und ein gutes Buch lesen oder einfach die Gegend und die anderen Menschen zu beobachten.

Eine Woche Auszeit auf der „Insel fürs Leben“, auf Langeoog. Ursprünglich als Schreib-Woche angedacht, um ein neues Projekt auf den Weg zu bringen, aber eben auch, um 24 Stunden des Tages nach belieben zu nutzen, zu genießen oder auch gemütlich an mir vorbeiziehen zu lassen.

In meinem Alltag bin ich ein absoluter Planungsmensch: es gibt einen Jahresplan und der wird dann auf die Monate, Wochen und Tage herunter gebrochen. Nur so gelingt es mir, meine Ziele – sei es bei meiner Arbeit als Autorin, beim Sport oder schlicht bei der Haus- und Gartenarbeit – zu erreichen. Denn selbstständig zu sein, bedeutet eben auch immer sich selbst zu organisieren, motivieren, anzutreiben.

Tja, und vor all diesen Planungen hat sich dann irgendwann meine Muse und auch meine Spontanität versteckt. Denen war das einfach zuviel. Zu viele Listen, Kalender, Einträge… na eben alles was so zum planen dazu gehört.

Und daher sollte es genau dies für meine Insel-Zeit nicht geben. Alles kann, nichts muss sozusagen. Anfangs stand ich auch prompt ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt herum. Doch dann begann ich in mich hinein zu horchen: „Hey Nicole, worauf hast du WIRKLICH Lust?“

Herausgekommen ist eine Vielfalt, die ich nicht erwartet hatte: lange Strandspaziergänge, Radtouren, Fototouren, gemütliches in der Ferienwohnung sitzen und lesen – wobei ich mein Buch sowieso überall mit hingeschleppt habe – ich bin essen gegangen, war im Kino und ja, ich war sogar kreativ und zwar kreativer als all die Monate zuvor. Sogar mit Schere und Klebestift habe ich nach Ewigkeiten mal wieder hantiert.

Und, ja eben diese spontanen Entscheidungen, die ich Tag für Tag gefällt habe. Wie eben in der Nähe vom Hafen, als ich einfach so in die Störtebeckerstraße eingebogen bin. Ohne zu wissen, wann ich wohl wieder in der Ferienwohnung oder sonstwo sein würde. Weil es einfach nur ums wohlfühlen ging.

Nun ist mir natürlich klar, dass nicht Jeder mal eben eine längere Auszeit nehmen kann, aber ich werde das auch im kleinen Zuhause weiterführen. Einfach hin und wieder einen Tag raus aus allem. Ohne ständig ans Handy zu gehen, Nachrichten bei Social Media zu verteilen oder sich um die Hausarbeit zu kümmern. Und wer auch dafür keine Zeit hat, der kann es doch auch Stundenweise versuchen, denn mal ehrlich: da geht doch Qualität vor Quantität.

Und wer weiß, vielleicht erreiche ich künftig meine Ziele auch mit weniger Planung und mehr Spielraum für Spontanes. Versuchen werde ich es auf jeden Fall!

Berlin erleben – Teil 2

Wie versprochen gibt es hier im zweiten Teil noch mehr Berlin-Feeling. Den ersten Teil findet Ihr übrigens hier.

„Ghost – Nachricht von Sam“ im Theater des Westens

Wenn man so wie ich, diese Stadt einfach aufregend findet, dann benötigt man keinen LSMP4567Grund für eine Reise nach Berlin. Aber dieses Mal gab es eben doch einen: ein Geburtstagsgeschenk, das aus zwei Karten für das Musical „Ghost – Nachricht von Sam“ bestand. Eine großartige Inszenierung, mit tollen Schauspielern – an diesem Abend war Alexander Klaws, die Erstbesetzung von Sam, zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei, aber die Zweitbesetzung von Sam wurde durch Mathias Edenborn ebenso grandios verkörpert, wie die Molly von der wunderbaren Schauspielerin Willemijn Verkaik – und einer Kulisse, die mich immer wieder zum staunen gebracht hat.

Ehrlich gesagt hatte ich ein wenig Zweifel, ob sich dieser Film für die Bühne eignet, aber nun bin ich nicht nur überzeugt, sondern würde es mir am liebsten noch einmal anschauen. Leider finden die Vorstellungen im – wunderschönen – Theater des Westens nur noch bis Oktober statt. Also, wenn Ihr auch Lust habt, müsst Ihr echt einen Zahn zulegen!

Gedenkstätte Berliner Mauer

Sagt Euch die Bernauer Straße in Berlin etwas? Mir bis zu diesem Besuch ehrlich gesagt nicht – wobei ich sicherlich, im Nachhinein betrachtet, irgendwann schon etwas darüber gehört hatte – aber als wir an dem Außengelände der Gedenkstätte ankamen, fiel mir sofort ein Foto ins Auge, dass seinerzeit um die Welt ging. Der Soldat, der sozusagen in letzter Sekunde über den Stacheldraht in die Freiheit springt.

Ja, genau darum geht es dort in der Bernauer Straße: um das Gedenken an die Todesopfer der Berliner Mauer, an die Familien, die auseinander gerissen wurden und die Aufklärung was in dieser Zeit genau geschah. Und Ihr könnt mir glauben, selbst wenn man sich wie ich schon häufig mit diesem Thema befasst hat, auch dann ist es nach wie vor erschreckend, die Audios über die damaligen Erlebnisse zu hören, die Bilder zu betrachten, sich mit dem Ausmaß des Schreckens auseinander zu setzen.

Der Gang über das Außengelände ist ebenso kostenlos wie die Ausstellung im dazu gehörigen Dokumentationszentrum. Bei Interesse findet ihr hier die Website.

Jüdisches Museum Berlin

Ein weiteres schwer verdauliches Thema findet sich im Jüdischen Museum. Wer sich mit der Lage in unserem Land ein wenig auskennt, der weiß oder ahnt zumindest, dass es auch in der heutigen Zeit leider notwendig ist, jüdische Einrichtungen vor eventuellen Anschlägen zu schützen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass im Eingangsbereich Sicherheitskontrollen stattfinden, die bei größerem Andrang ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Es handelt sich bei diesem Museum um das größte jüdische Museum Europas und ich finde es wichtig, sich dafür die Zeit zu nehmen. Der Architekt Daniel Libeskind hat den neuen Teil des Gebäudes gestaltet und es ist ihm gelungen, damit die deutsch-jüdische Geschichte zu erzählen und erlebbar zu machen. Eine nähere Beschreibung findet Ihr hier und ansonsten kann ich nur dazu raten, es sich selber anzuschauen und nicht davor zurück zu scheuen, sich diesem Teil unserer Geschichte – gerade aufgrund der aktuellen politischen Lage – zu öffnen. Empfehlenswert ist die Nutzung der Audioführung, so bekommt man nicht nur die Informationen, sondern hat auch die Möglichkeit sich in seinem eigenen Tempo durch das Gebäude zu bewegen.

Besonders berührt hat mich in einem Raum die aus Metall erstellten Gesichter, die mit ihren offenen Mündern für die Ermordeten stehen und die durch Berührung, genauer gesagt durch das hinüber schreiten Klänge produzieren und so noch einmal „zu Wort kommen“. Ich habe im übrigen lange überlegt, ob ich tatsächlich die Gesichter „mit Füßen trete“, denn so kam es mir anfangs vor. Es ist ein ähnlicher Zwiespalt, den ich anfangs mit dem Thema „Stolpersteine“ hatte.

Unterwegs in Kreuzberg

Oh Wunder, das Wetter wurde dann doch noch ein wenig wärmer und so streiften wir eine Weile durch den Stadtteil Kreuzberg, bummelten über einen Flohmarkt, drückten unsere Nasen an Schaufenstern platt und – richtig – machten Fotos!

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Astor Lounge

Zum Abschluss haben wir uns dann noch einen Luxus-Kino-Besuch gegönnt. Ein kleines, elegant eingerichtetes Kino mit gemütlichen Sesseln, die man in eine bequeme IMG_0857Liegeposition  bringen kann und – sofern man auf den üblichen Eintrittspreis von 15 € noch 2 € drauflegt – einem Fußhocker. Die Bestellungen von kleineren und größeren Snacks werden direkt an den Platz gebracht und dann… genießen.

Wir haben übrigens „Die Verlegerin“ geschaut. Wieder mal ein Film, in dem Meryl Streep als großartige Schauspielerin brilliert, ebenso wie ihr Kollege Tom Hanks.

Auf ein Wiedersehen

Schon jetzt ist mir klar, dass ich wieder und wieder nach Berlin reisen möchte – und wenn alles wie geplant läuft, es im November zur Buch-Berlin auch tun werde –  denn es gibt noch so unglaublich viel zu sehen und zu erleben. Und sei es nur, dass ich gemütlich in einem kleinen Café sitze und das Gewusel um mich herum beobachte. Oder mit den Öffis fahre, was für mich ja eine Seltenheit ist und was ich daher auch genieße. Oder einfach zu Fuß durch die Stadtteile bummeln… oder oder oder…