Herbstwege

November-Herbst
Natur macht sich für den Winter bereit
Laub
an den Bäumen
und auf dem Waldboden

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Moosbedeckte Stufen
laden zum klettern ein
geschwind nach oben
Ausblick genießend

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Leuchtendgrüner Farn
inmitten braun-gelber Blätter
Baumstumpf
verharrt in Waldesruh

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Wurzeln
im grünen Kleid
werfen Anker
Baum-Schutz

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Gelbes Blatt
noch fest am Zweig
frisch gewaschen vom nächtlichen Regen
macht sich bereit für den letzten Tanz

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Ein Hut-Gesell
am Wegesrand
Wellenförmige Krempe
hell leuchtend in grüner Umgebung

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Ein Moosbett
entstanden durch Schattenwurf
Nordwärts gerichtet
mehr als ein Stumpf

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Findlinge
aufgereiht im Wald
dunkle Steine
von Grün durchzogen

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Lebensfrohe Neugierde
toben im Wald
Abenteuer erschnüffeln

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Spuren
vom nächtlichen Regen
Spiegelbild eines Baumes
in einer Fahrrinne

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Eine Wunde
wie ein Auge
blickt mich an
über Nase und Laub-Bart

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Turmhoch
das Tagesziel
bricht das dämmrige Licht des Waldes
Rapunzel lässt grüßen

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Alle Wünsche werden klein…

… gegen den gesund zu sein.

Kennt Ihr diesen Spruch auch? In meiner Kindheit hing er bei meinen Eltern im Flur. Und mal ehrlich: verstanden habe ich ihn damals nicht. Alle Wünsche werden klein… ich wollte ein Pony haben. DAS war für mich der allergrößte Wunsch!

Heute mit fast 50 Jahren weiß ich ganz genau, das dieser Spruch goldrichtig ist. Und gerade in den letzten Tagen hat mich das Leben (vorsichtshalber) auch noch einmal darauf hingewiesen. Wie das?

Auf einmal tauchten vor meinem linken Auge merkwürdige Schatten auf. Wenn ich blinzelte, verschwanden sie kurz, nur um dann wieder in mein Blickfeld zurück zu kehren. Am ersten, zweiten Tag dachte ich mir noch nichts dabei. Aber dann wurde mir mulmig zumute und ich beschloss, gleich heute Vormittag bei dem Augenarzt meines Vertrauens anzurufen.

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Glücklicherweise bekam ich heute Vormittag bei meinem Anruf direkt einen Termin in seiner Notfallsprechstunde und konnte sofort losfahren. Es folgte ein Foto meiner Netzhaut und eine genaue Untersuchung. Auf dem Foto war das was vor meinem Auge herumtanzt, deutlich zu erkennen. Es handelt sich um eine harmlose Glaskörpertrübung, die bei starker Kurzsichtigkeit (manchmal glaube ich, dass selbst Maulwürfe besser gucken können als ich…) und / oder im fortgeschrittenen Alter auftreten können.

HARMLOS ist also mein Wort des Jahres! Herrje, ich bin so erleichtert! Diese Trübungen werden nach und nach weniger, wurde mir gesagt und manchmal verschwinden sie auch wieder ganz. Ansonsten muss ich mich daran gewöhnen. Was ich nicht als Problem sehe, denn jetzt wo ich weiß, dass es meinen Augen gut geht, bin ich gelassen und allein das verschafft mir schon Erleichterung.

Ja: Alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute, hoffe, dass Ihr gesund und munter seid oder es hoffentlich bald wieder werdet!

22 Wochen – 1 Objekt # 13

22-wochen-1-objekt-v8Die 13. Woche beginnt. Worum es geht? 22 Wochen lang wird 1 Objekt in verschiedenen Situationen, an verschiedenen Orten gezeigt. Ein Projekt, das mir großen Spaß macht – mein Lese-Zwerg Lars ist mir so ans Herz gewachsen… – und das von Aequitas et Veritas ins Leben gerufen wurde. Und nun gebe ich das Wort an Lars weiter, der sich heute Morgen ganz allein auf die Vorlese-Socken gemacht hat …

Hallo Zusammen,

lasst Ihr Euch eigentlich gerne etwas vorlesen? Ich finde das ja toll. Ok, wenn ich Jemandem vorlesen darf, finde ich es noch toller. Und deshalb halte ich immer nach Vorlese-Willigen Ausschau. Heute Morgen  habe ich mich nun mal an Gina heran gewagt. Anfangs hat sie recht interessiert gewirkt, aber dann wollte sie doch lieber spielen. Und bei dem Größenunterschied kann es schon mal recht stürmisch zu gehen. Plumps… da lag ich auf der Seite. Aber ich konnte mich schnell wieder aufrappeln und dann haben wir es uns noch wirklich nett gemacht!

Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag!
Euer Lars

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Daumen hoch für einen tollen Busfahrer!

Manchmal gibt es Situationen im Alltag, die funkeln. Sie stechen aus dem täglichen Einerlei hervor und sorgen für Glücksgefühle. So wie die Begegnung, die Gina und ich heute hatten.

Unser Spaziergang führte uns heute mal wieder in den Ort hinein. Wir wohnen inmitten von Feldern, Wäldern und Wiesen, so dass hin und wieder ein Training mit vorbei flitzenden Autos, fremden Menschen und allem was so zu einem Stadtspaziergang dazu gehört, angesagt ist.

Gina hat sich über die Monate – fast neun sind es inzwischen!! – an fast alles gewöhnt. Nur an viel befahrenen Straßen schlägt ihr Hundeherz immer noch schneller, so dass wir weiter viele kleine Schritte machen, um ihr Vertrauen in den Straßenverkehr zu stärken.

Heute sind wir über den Friedhof gegangen, damit wir auf dem Rückweg ein kleines Stück an der Straße entlanggehen und nicht gleich Kilometerweit neben den vorbeisausenden Autos unterwegs sind. Wir kamen an eine Haltestelle, wo gerade ein Bus mit geöffneten Türen stand. Der Fahrer stand draußen auf dem Gehsteig. Wir grüßten uns freundlich und ich war schon fast vorbei, als ich dachte: hey, vielleicht kann Gina ja mal an dem riesigen Gefährt schnüffeln. Schließlich wollen wir irgendwann auch mal das Busfahren üben.

Ich fragte also freundlich nach und bekam als Antwort: „Klar, kein Problem. Sie können mit ihrem Hund auch hineingehen und ihr alles zeigen!“ Ich strahlte über das ganze Gesicht, bedankte mich und schon kletterten wir hinein und Gina konnte überall schnüffeln. Und das war schon eine aufregende Situation für so einen kleinen Hund. Ich freue mich immer, wenn es sich in solchen Momenten zeigt, wie gut unsere Bindung ist und dass sie Vertrauen in mich hat.

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Nachdem wir wieder ausgestiegen waren, habe ich mich noch mit dem Busfahrer unterhalten. Über das Busfahren, über Hunde aus dem Tierschutz. Er meinte dann, dass er es toll fände, wie ich meinem Hund die Welt zeigen würde und wenn ich wollte, könnte ich ja mal ein Stück mitfahren. „Aber ich weiß ja gar nicht, wann sie fahren“, entgegnete ich. „Ich meinte auch jetzt gleich. Meine Tour geht in zwei Minuten weiter, ich drehe dann hinten im Ort, fahre zurück und könnte Sie hier gegenüber wieder absetzen.“ Wow, was für ein toller Vorschlag! Ich habe mit Begeisterung angenommen.

So ist Gina heute völlig unerwartet zu ihrer ersten Busfahrt gekommen – die ungefähr 3-4 Minuten gedauert hat – und sie hat es toll gemacht. Ich war unglaublich stolz auf sie! Dem Busfahrer habe ich von Herzen gedankt und ihm alles Gute gewünscht.

Wie wundervoll so einem herzlichen Menschen zu begegnen!

Ausstellung „Trauer geht `unter die Haut´“

„Bedeutet Trauertattoos, dass man sich den Namen des Verstorbenen in die Haut stechen lässt?“ Das wurde ich kürzlich gefragt, als ich von der Ausstellung „Trauer geht `unter die Haut´“ erzählte. Die Antwort: ja, es kann der Name sein. Oder etwas anderes, das Trauerende mit den Verstorbenen in Verbindung bringt.

Wie der Vater, der auf seinem Arm ein Filly Pferd trägt. Eins von diesen quietschbunten Plüschpferden, die mal ein (Ein) Horn oder auch gerne Krönchen tragen. Und wenn ein Vater seiner 13-jährigen Tochter zwei Tage vor ihrem Tod genau so ein Kuscheltier geschenkt hat, ja, dann ist das ein guter Grund, dass es nun seinen Arm ziert.

Trauer ist individuell. Und die Wege, die Menschen in diesen Zeiten gehen, sind alles andere als gradlinig. Das machte Fr. Dr. Tanja Brinkmann in ihrem Vortrag anlässlich der Vernissage, die am Freitag in der Stadtkirche in Wunstorf stattfand, klar. Und dass Tattoos eine von vielen Möglichkeiten sind, eine Verbindung zu den geliebten Menschen zu behalten.

„Say hello again. Warum Verbindungen zu Verstorbenen oftmals heilsam sind“, war der Titel des Vortrags, der mich sehr berührt hat. Fr. Dr. Brinkmann hat eine wunderbare Art, dieses Thema greifbar zu machen und Möglichkeiten aufzuzeigen mit der Trauer weiter zu leben. Bei Interesse schaut doch einmal auf ihre Website, die Ihr hier findet.

Ergänzend gab es bei der Vernissage einen Stand von Gela Hecking-Kühl zum Thema Charatücher und Chara Tuch Kissen. Eine weitere, wie ich finde sehr schöne Option, Trauer ins Leben zu integrieren. Zu diesem Thema werde ich gesondert noch einen Beitrag schreiben, da ich Frau Hecking-Kühl in ihrer Werkstatt besuchen darf. Vorab könnt Ihr Euch gerne hier bei ihr auf der Website umschauen.

Gestern habe ich zwei Stunden lang die Ausstellung „begleitet“. Sprich, ich stand gemeinsam mit einer Kollegin für Fragen oder auch Gespräche bereit. Und es war so berührend zu sehen, wie die Besucher die Ausstellung erleben. Einige, die anfangs sehr skeptisch wirkten, waren rasch in den Lebensgeschichten der Trauernden, die unter den Fotos stehen, gefangen. Etliche haben ihre Gedanken dazu in einem Gästebuch hinterlassen. So wie der junge Vater, der schrieb: „Mein kleiner Sohn ist in die Kirche hineingelaufen und hat mir dadurch schöne Eindrücke verschafft.“

Auch einen Eintrag auf Rumänisch gab es, denn Tod und Trauer macht vor Landesgrenzen nicht Halt. Oder die ältere Dame, die mit sehr strengem Gesichtsausdruck herein kam. Deren Züge mit dem Betrachten der einzelnen Fotos immer weicher wurden und die sich freute, als meine Kollegin sie noch ansprach und ihr Informationsmaterial mit auf den Weg gab.

Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge und ich freue mich, dass ich sowohl am Freitag als auch nächste Woche Dienstag nochmals die Ausstellung mitbetreuen werde. Und falls Jemand von Euch in der Nähe wohnt, dann kommt doch gerne vorbei.

Hier noch die Ausstellungszeiten:

Wunstorf in der Stadtkirche
25.10., Freitag, 10 – 18 Uhr

Neustadt am Rübenberge in der Liebfrauenkirche
29.10., Dienstag, 14 – 18 Uhr
01.11., Freitag, 10 – 16 Uhr
02.11., Samstag, 10 – 16 Uhr
03.11., Sonntag 11 – 13 Uhr

Die Autorinnen des Projektes: Katrin Hartig & Stefanie Oeft-Geffarth
Ein Projekt der CONVELA GmbH
Veranstalter der Ausstellung: DASEIN, Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst Neustadt-Wunstorf

Zum Abschluss einige Foto Impressionen…

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22 Wochen – 1 Objekt # 12

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Eine weitere Woche des Fotoprojekts von Aequitas et Veritas startet. Wie der Titel es schon sagt, wird 22 Wochen lang ein Objekt fotografiert. Und dabei darf sich die Phantasie so richtig austoben. Verschiedene Orte und unterschiedliche Situationen… Lars, der Lese-Zwerg war wieder mit Begeisterung dabei.

Hallo Zusammen,

gut, dass Nicole mich hat! Das ist ihr in dieser Woche sicherlich wieder umso mehr klar geworden. Es ist nämlich etwas kaputt gegangen und zwar am Zaun. Da ist so ein kleiner „Stift“ abgebrochen. Ich zeig Euch das am besten mal…

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Und in solchen Situationen ist ein Lese-Zwerg natürlich Gold wert! Sofort habe ich in einem meiner Bücher nachgeschlagen, was man da am besten machen kann. Und dann brauchte ich Nicoles Mann nur noch erklären wie es geht und schwupps war alles wieder funktionsfähig!

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Danach habe ich mich aber schnell wieder nach drinnen verkrümelt, denn so toll war das Wetter nun wirklich nicht. Und ausruhen musste ich mich nach all der Arbeit schließlich auch.

Habt noch einen schönen Tag!
Euer Lars