Paula und Nelly – Teil 2/2

Paula und Nelly – Teil 2 von 2, den ersten Teil findet Ihr hier.
von Nicole Vergin

Gleich am nächsten Tag machten sie sich an die Umsetzung ihres Plans. Sie trabten zurück zu der Weide mit dem großen weißen Pferd.

„Hallo“, rief dieses erstaunt, „da seid ihr ja wieder.“
Die beiden Eseldamen erklärten dem Pferd, dessen Augen im Laufe der Geschichte immer größer wurden, ihren Plan und fragten, ob sie sich vielleicht für einen Tag den Karren des Bauern ausleihen könnten. Oder vielmehr Paula fragte, während Nelly mit niedergeschlagenen Augen daneben stand und beschämt mit dem rechten Huf scharrte.
„Ihr habt Glück“, sagte das Pferd, „wir waren gerade erst wieder mit dem Karren unterwegs und der Bauer wird ihn die nächste Zeit nicht brauchen. Er steht da drüben in dem Schuppen. Niemand wird es merken, wenn ihr ihn ausleiht. Und schaut euch um – der Bauer hatte früher zwei Ponys, die er vor den Karren gespannt hat. Die Geschirre wird er sicherlich aufbewahrt haben. Dann könnt ihr gemeinsam ziehen.“
Man merkte, dass es dem Pferd Spaß machte, seine neuen Freundinnen zu unterstützen. Auf diese Weise konnte es doch einmal ein wenig Abenteuerluft schnuppern.
„Hab vielen, vielen Dank“, sagten Paula und Nelly, „wir werden in zwei Tagen den Karren unversehrt zurückbringen. Und als Dank bekommst du dann auch etwas von unserem Hafer ab.“
„Das ist nicht nötig“, sagte das Pferd, „ich bekomme genügend, mein Bauer meint es stets gut mit mir. Ich freue mich, dass ich euch helfen kann.“
Aufgeregt liefen die beiden Eseldamen zu dem Schuppen, der durch einen großen Riegel versperrt war.
„Es geht nicht“, ließ Nelly entmutigt den Kopf hängen.
„Wir haben es doch noch gar nicht versucht“, stupste Paula die Freundin an.
Mit vereinten Kräften schoben und drückten sie den hölzernen Riegel nach oben, bis es ihnen tatsächlich gelang, das Tor des Schuppens zu öffnen. Die beiden Eseldamen brauchten all ihren Ideenreichtum, bis sie es tatsächlich geschafft hatten, den Karren vor die Scheune zu bewegen, die Geschirre anzubringen und sich selber vor das hölzerne Gefährt zu spannen. Aber es gelang ihnen. Und so zogen sie stolz an der Weide vorbei, riefen ihrem fröhlich wiehernden Freund noch einen Gruß zu und machten sich auf den Weg zu der Apfelwiese.

„Mir tut der Rücken weh“, ächzte Nelly nach einigen Stunden und blieb abrupt stehen.
„Ja, mir auch. Wir sind es eben nicht gewöhnt, einen Karren zu ziehen.“
„Dann lass uns doch eine kleine Pause machen.“
Paula seufzte. „Na gut, aber nur kurz. Schließlich müssen wir heute noch bei der Wiese anlangen und die Äpfel aufladen.“
Nelly stöhnte. „Können wir das mit den Äpfeln nicht erst morgen machen?“
„Aber Nelly, morgen müssen wir in aller Herrgottsfrühe aufstehen und die Äpfel zum Markt bringen. Sonst sind alle anderen vor uns dran und wir verkaufen nicht einen einzigen. Und dann gibt es auch keinen Hafer.“
„Du hast ja Recht“, sagte Nelly, während sie sich bereits aus dem Geschirr schälte. „Nur eine kleine Pause.“
Mit diesen Worten ließ sie sich am Wegesrand ins Gras fallen, rollte auf die Seite und schloss die Augen. Nur mühsam rappelte sie sich danach wieder auf, stieg zurück in das Geschirr und zottelte lustlos den Weg entlang.

Bald darauf kamen sie an die Apfelwiese. Soweit das Auge reichte, standen die Apfelbäume. Die prallen rot-grünen Äpfel zogen die Äste durch ihr Gewicht hinunter, so dass die beiden Eseldamen gut heran kamen, um die Äpfel vorsichtig mit den Zähnen von den Zweigen zu lösen und sie dann auf den Karren zu legen.
Nach und nach füllte sich das Gefährt, wobei Nelly immer müder und lustloser wurde.
„Lass uns doch den Rest morgen nach dem Aufstehen aufladen“, sagte sie, während sie genüsslich einen der saftigen Äpfel mit ihren großen Zähnen zerbiss.
„Nelly, das hatten wir doch schon. Das geht einfach nicht. Wir müssen heute Abend fertig werden. Und“, mit einem Seitenblick auf den Saft, der aus Nellys Maul troff, „wenn du weniger Äpfel essen und mehr aufladen würdest, dann wären wir auch früher fertig.“
Hastig schluckte Nelly den letzten Bissen hinunter und beeilte sich nun auch. Kurz darauf besahen sie sich stolz ihr Werk, fraßen jede noch zwei Äpfel bevor sie sich dann genüsslich auf die Seiten rollten und sofort einschliefen.

„Aufstehen!“
„Mmh?“
„Nelly, wir müssen uns auf den Weg machen!“
„Aber die Sonne ist noch gar nicht aufgegangen und ich bin müde.“ Nelly wollte sich wieder auf die Seite fallen lassen, als Paula sie mit einem kurzen Biss in das graue Hinterteil davon abhielt. Nelly sah ihre Freundin böse an, überlegte es sich dann jedoch anders und rappelte sich hastig auf.
Kurz darauf zogen sie den Karren mit den Äpfeln den schmalen Weg entlang auf das nächste Dorf zu. Nelly riss alle paar Tritte das Maul auf und gähnte herzzerreißend. Hin und wieder verlangsamte sich ihr Schritt, so dass das Gewicht des Karrens allein an Paulas Rücken zerrte.
Als Nelly wieder einmal zurückfiel und leicht stolperte, blieb Paula abrupt stehen, befreite sich aus dem Geschirr, trat an den Rand des Weges und drehte ihrer Freundin das Hinterteil zu.
Nelly sah ihr verdutzt hinterher.
„Paula?“
Keine Antwort.
Nun stieg auch Nelly aus dem Geschirr, ging an den Rand und zupfte angelegentlich ein paar Grashalme ab. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Paulas Eselsohren traurig bis fast auf den Boden hingen.
„Ich schaff das nicht allein“, sagte sie leise.
Betroffen sah Nelly ihre Freundin an. Behutsam ging sie Tritt um Tritt näher, reckte ihren grauen Hals über den Paulas und begann vorsichtig mit den Zähnen ihren Mähnenkamm zu kraulen.
„Es tut mir leid“, nuschelte sie dabei und stupste die Freundin vorsichtig an. „Komm, wir müssen weiter, sonst kommen wir zu spät.“
Paula sah Nelly an, überlegte einen Moment und nickte dann. Schweigend kehrten sie zu ihrem Karren zurück, stiegen in die Geschirre und zogen das hölzerne Gefährt mit gemeinsamer Kraft ihrem Ziel entgegen.

Wie die Geschichte ausging? Die beiden Eseldamen konnten all ihre Äpfel auf dem Markt verkaufen, denn die Menschen in dem kleinen Dorf waren begeistert von Paula und Nelly.
Und so kamen sie doch noch zu ihrem Sack Hafer, den sie nach und nach gemeinsam auffraßen – und der noch viel besser schmeckte, als sie es sich jemals hätten träumen lassen.

E N D E

Paula und Nelly – Teil 1/2

Paula und Nelly Teil 1 von 2
von Nicole Vergin

Es waren einmal zwei Eseldamen, die hießen Paula und Nelly. Sie waren Wildesel, die niemandem gehörten und sich in keinen Stall einsperren ließen. Vor langer Zeit hatten sich die beiden Eseldamen getroffen und seitdem gingen sie ihre Wege gemeinsam.

Eines Tages trabten sie gemütlich einen Feldweg entlang, als sie an einer Wiese vorbei kamen, um die ein hoher Zaun gebaut war. Auf der Wiese stand ein großes weißes Pferd, das ihnen freudig entgegen wieherte.
„Hallo, willkommen“, rief es, „wo kommt ihr her und wo wollt ihr hin?“
„Wir kommen von weit her und wollen noch viel weiter hin“, antworteten Paula und Nelly.
„Ach“, sagte das Pferd, „wie gerne würde ich auch einfach einmal drauflos traben. Aber ich muss jeden Tag mit dem Bauern auf die Felder, um mit ihm zu arbeiten. Und wenn ich frei habe, stehe ich hier auf der Wiese oder im Stall. Sagt, ist es nicht gefährlich, so ganz allein umher zu ziehen?“
„Nein, nein“, schüttelten sie ihre grauen Köpfe mit den wohlgeformten langen Ohren, „wir brauchen niemanden, der auf uns aufpasst. Das schaffen wir ganz allein. Begleite uns doch ein Stück.“
„Oh nein“, wehrte das Pferd ab, „lieber nicht. Wenn der Bauer mich heute Abend in den Stall holt, dann weiß ich, dass ich meinen Hafer bekomme und ich keinen Hunger leiden muss. Und ich kann mich zum Schlafen in meine frische Strohschütte legen und muss nicht frieren.“
„Hafer?“ Die beiden Eseldamen sahen das Pferd fragend an.
„Ja, Hafer. Das Futter, das ich zwei Mal täglich bekomme. Ihr glaubt gar nicht, wie lecker das schmeckt.“
„Und wo bekommt man diesen Hafer?“
„Den kauft der Bauer bei der Mühle. Alle paar Monate ziehe ich unseren Karren dorthin und dann belädt der Bauer ihn mit großen Säcken, in denen der Hafer ist.“
Man konnte förmlich sehen, wie dem Pferd das Wasser im Maul zusammenlief.
„Können wir uns auch so einen Sack bei der Mühle holen?“, wollten die beiden Eseldamen nun wissen.
„Ja, sicher, wenn ihr genügend Geld habt.“
Paula und Nelly sahen sich an. Nein, Geld hatten sie keins. Aber so wichtig war diese Hafersache ja auch wieder nicht. So verabschiedeten sie sich freundlich von dem Pferd und trabten den Feldweg weiter entlang.

Einige Stunden vergingen und die beiden Eseldamen kamen immer wieder auf den Hafer zu sprechen. Sie stellten sich vor, wie er wohl schmecken würde. Das Pferd hatte ihnen das Futter so genau wie möglich beschrieben und nun kauten sie in Gedanken genüsslich auf den Körnern herum und malten sich alles in den schönsten Farben aus.
Wie so oft, war Paula die entschlossenere der Beiden.
„Nelly, wir müssen irgendwie an das Geld für einen Sack Hafer kommen.“
Nelly schaute ihre Freundin erstaunt an.
„Aber wir sind Esel. Wie sollen wir denn zu Geld kommen?“
Paula schritt eine Weile energisch den Weg entlang, bevor sie antwortete.
„Wir müssen es wie die Menschen machen. Die Menschen verkaufen etwas und bekommen dann Geld dafür. Und von dem Geld können sie sich dann kaufen was sie wollen.“
Nelly zog, wie stets in solchen Momenten, ihre Stirn in Falten und schob die Unterlippe nach vorn.
„Wir haben nichts zu verkaufen“, entgegnete sie unwillig.
„Dann müssen wir uns etwas ausdenken“, sagte Paula energisch, „du willst doch Hafer?“
Widerwillig nickte Nelly.
„Dann musst du auch etwas dafür tun.“
Schweigend und mit deutlich größerem Abstand zwischen ihnen schritten sie weiter. Nach und nach glättete sich Nellys Eselsstirn wieder und es sah aus, als ob sie nachdachte.
„Wir sind doch vorhin an einer Wiese vorbei gekommen.“
„Die mit den Apfelbäumen?“ Wie so oft verstanden sich die beiden Eseldamen ohne viele Worte.
„Genau. Die gehörten doch niemandem und die Äpfel sind gerade reif“, spann Nelly den Faden weiter.
„Du hast Recht“, nickte Paula, „wir sammeln die Äpfel…“
„… und verkaufen sie auf dem Markt…“
„… und kaufen uns von dem Geld einen Sack Hafer.“
Übermütig machten Paula und Nelly Bocksprünge und riefen laut „I-AAAAAAAAAAAH“, so dass es über alle Wiesen schallte.

Fortsetzung… Morgen erzähle ich Euch, wie die Geschichte von Paula und Nelly weitergeht. ❤

Meine nächsten Schritte als Trauer- und Sterbebegleiterin

Die unter Euch, die schon länger hier mitlesen haben es sicherlich geahnt: meine berufliche Veränderung dreht sich um die Themen Sterben, Tod und Trauer.

Seit Juli 2019 bin ich beim ambulanten Hospizdienst DASEIN Wunstorf als Sterbebegleiterin, seit Januar 2020 auch als Trauerbegleiterin im Einsatz. Vor einem Jahr schloss ich meine 2-jährige Weiterbildung zur Seelfrau (Sterbe-, Trauer- und Seelenbegleitung) in Hamburg ab. Seit Beginn der Weiterbildung gab es natürlich die Frage, wo mich mein Weg hinführen würde.

In den letzten Monaten habe ich mir viel Zeit genommen, um meine Gedanken zu sotieren (mein selbst gebasteltes Notizheft war viel im Einsatz), und meine Träume und Wünsche wachsen und gedeihen zu lassen. Und nun steht es fest (hört Ihr auch den Trommelwirbel?! 😉 ): ich mache mich als Trauerbegleiterin selbstständig. ❤ Sterbebegleitung werde ich auch künftig ehrenamtlich über DASEIN machen.

Ich freu mich riesig auf diese Veränderung bzw. diese Weiterentwicklung meines Lebensweges. Denn letztendlich ist es für mich ein logischer Schritt, der alles vereint, was ich in den letzten Jahren erlebt, erfahren und gelernt habe. Und das fühlt sich saugut an!

Ein Stück dieses neuen Weges bin ich bereits gegangen: ich habe ein Coaching gemacht bzw. bin noch dabei, ein Projektplan ist erstellt, die ersten Punkte darauf setze ich aktuell um. Der Stichtag ist für mich der 01. Januar 2022. Bis dahin ist noch einiges zu tun, wie z. B. mein Wissen zu vertiefen (was ja sowieso auch künftig immer dazu gehören wird), eine Website mit integriertem Blog wird es geben, einen Instagram Account, und – das wichtigste – die geplanten Angebote ausarbeiten (davon erzähle ich Euch dann nach und nach).

Ja, soviel für Heute. Nun werde ich erstmal mit Gina spazierengehen, meinen Kopf ein wenig auslüften. Und danach geht es in die Monatsplanung für Juni.

P.S. Habe ich schon erwähnt, wie aufgeregt ich bin!!!

Hallo!

Ich rufe mal ein fröhliches „Hallo!“ in die Runde. Ja, ich bin wieder da. Der Urlaub ist vorbei. Wie er war? Erholsam: Ich habe mich weiter voller Begeisterung in meine Art Journaling Projekte geschmissen. Arbeitsam: Wir haben den Teich in unserem Garten umgestaltet, und ganz nebenbei 12 Kubikmeter Erde durch die Gegend geschoben.

Das Wetter war ja leider kühl und regnerisch. So haben wir auf längere Ausflüge und Wanderungen verzichtet. Ich bin da wirklich nicht empfindlich, aber das war echt… bäh! Naja, so haben wir mehr im Garten geschafft.

Ansonsten habe ich die Urlaubsruhe dazu genutzt, „liegen gebliebene“ Gedanken und Pläne weiter zu verfolgen. Was dazu geführt hat, dass ich mich zu einer beruflichen Veränderung entschlossen habe. Die nächsten Wochen und Monate werde ich diese nun vorbereiten, damit es Anfang nächsten Jahres losgehen kann. Ich erzähle dann auch nochmal mehr davon, aber heute kümmere ich mich erstmal um meine E-Mails, beantworte Kommentare, telefoniere… wie es eben nach dem Urlaub so ist.

Ich hoffe, es geht Euch gut und ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch!
Eure Waldträumerin Nicole

Meine jährliche Frühlings-Pause

Wie in jedem Jahr mache ich auch 2021 wieder eine Frühlings-Pause. Zweieinhalb Wochen offline. Ok, mit dem wegfahren wird es nichts, aber so wie im letzten Jahr, werde ich mit meinen Lieben wieder Ausflüge in die nähere Umgebung machen.

Wie lesen uns dann nach Pfingsten wieder. Habt eine gute Zeit, passt auf Euch auf, werdet / bleibt gesund!

Alles Liebe
Eure Waldträumerin Nicole

Monats-Foto #5

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Sonntag, 02. Mai 2021
12.08 Uhr
8° C, bewölkt

„Wie ein Fremder“

Ich schaue bei Menschen gerne „hinter die Kulissen“ bzw. ich interessiere mich für ihre Geschichten. Kein Wunder also, dass ich Dokumentationen mag. Eine habe ich letzte Woche bei Netflix gesehen. Eine 5-teilige Doku-Reihe über den Musiker Roland Meyer de Voltaire mit dem Titel „Wie ein Fremder“. Sechs Jahre lang hat ihn der Regisseur Aljoscha Pause auf seinem Weg begleitet. (Die Doku gibt es auch auf 3SAT einfach hier klicken)

Und zwar genau von dem Zeitpunkt an, als Roland Meyer de Voltaire entscheiden muss, wie sein musikalischer Weg weiter verläuft. Er packt in Köln seine Sachen, kündigt seine Wohnung und macht sich auf den Weg nach Berlin. Ohne eigene Wohnung und nur mit dem nötigsten. Er kann und will seine Leidenschaft für die Musik nicht aufgeben.

Talent und eine außergewöhnliche Stimme bescheinigen ihm damals viele. Kein Wunder, dass er bereits mit seiner Band „Voltaire“ Furore gemacht hat. Auch von dieser Zeit erzählt die Doku.

Der Film ist toll gemacht, allein von dieser Seite her, habe ich ihn gern gesehen. Aber auch zu erleben, welche Wege dieser Musiker gegangen ist – ohne aufzugeben – fand ich sehr berührend und interessant. Mal ganz abgesehen davon, dass Roland Meyer de Voltaire eine großartige Stimme und Bühnenpräsenz hat. Also: solltet Ihr Interesse an Musik und Dokus haben, dann schaut und hört Euch diese Doku-Reihe unbedingt an.

P.S. Ich habe mir schon eine Single von ihm gekauft. ❤

Hinweis: Unbezahlte Werbung aus purer Begeisterung.

Der ganz unnormale Wahnsinn

Um mich herum ist alles still. Nicht totenstill, aber still. Bei jedem kleinen Geräusch erwarte ich fast, dass eine streng gescheitelte Dame, den Zeigefinger gerade gereckt vor den Lippen „Pst!“ macht.
Dabei befinde ich mich nicht in einer Bibliothek, sondern in einem Buchladen. Einer, in dem man sich normal bewegen und unterhalten darf, ohne Einschränkung der Lautstärke. Trotzdem tut es keiner. Also, sich normal verhalten. Oder kommt es nur mir so vor?

Seit etlichen Wochen bin ich das erste Mal wieder in einer Innenstadt. Der jährliche Zahnarztbesuch stand an, und auf dem Rückweg sah ich, dass der Buchladen geöffnet hat. Ohne `Click & meet´. Gut, am Eingang musste ich einen Einkaufskorb in die Hand nehmen und ein paar Schritte weiter, meine Hände unter einem Spender desinfizieren. Ein Prozedere, das mittlerweile jedem bekannt sein dürfte.
Aber womit ich nicht gerechnet habe ist, dieses Gefühl, dass alles anders ist. Eben nicht normal. Nach einem Jahr Lockdown, Kontaktbeschränkungen und allem, was Covid-19 so mit sich gebracht hat, scheint es keinen normalen Umgang mehr zu geben.
Ich schaue zu der Mitarbeiterin, die an der Kasse steht. Inmitten von vier Plastikwänden, die sie vor Ansteckung schützen sollen. Ihr Gesicht wirkt verkniffen. Ich kann es sehen, weil die Wände sie davor bewahren, einen Mundschutz tragen zu müssen.
Einen Moment frage ich mich, ob ich überhaupt die Bücher in die Hand nehmen darf. Oder muss ich ein angefasstes dann auch kaufen? Ich schüttele über mich selbst den Kopf und greife nach dem ersten Roman, drehe ihn um und lese die Zusammenfassung auf der Rückseite. Es ist herrlich, hier zu sein. Einfach ein wenig zu stöbern und – ganz wichtig – alles anfassen zu können. Klar, heutzutage kann man alles über das Internet bestellen. Gerade in dieser Zeit ein Segen. Zumindest, wenn ich dringend etwas benötige. Doch nichts kann für mich das Gefühl ersetzen, live vor Ort zu sein. Und dabei mit einem – gerne auch mehreren – Menschen Worte zu wechseln.
Nach einer langen Weile entscheide ich mich für zwei Bücher, bezahle sie bei der wortkargen Mitarbeiterin – mein Versuch, sie ein wenig aufzutauen scheitert – und verlasse zufrieden den Buchladen.
Bei all dem unnormalen Wahnsinn um mich herum, fühle ich für einen Augenblick wohltuende Normalität.

HINWEIS: Das Foto ist von 2018 – daher tragen die Menschen darauf keinen Mundschutz!!

Wohngemeinschaft im Carport

Als wir vor einigen Jahren ein Carport auf unser Grundstück stellten, haben wir nicht damit gerechnet, welch reges Treiben dort künftig stattfinden wird. In den vergangenen zwei Jahren haben sich dort Amsel Pärchen ihre Nester gebaut. Das erste Nest wurde leider geplündert, und am selben Tag kam der Amsel-Mann noch ums Leben. Bis dahin hatte ich nicht gewusst, wie sich eine trauernde Amsel-Dame anhört. Es war herzzerreißend. Im folgenden Jahr blickte ich daher mit gemischten Gefühlen auf den Nestbau in einer anderen Ecke. Aber diesmal ging alles gut, und die Amsel-Familie fühlte sich wohl.

In diesem Jahr wird nun das erste Nest wieder genutzt. Von Frau und Herrn Amsel. Wir hoffen natürlich das Beste, und freuen uns immer, wenn wir einen kurzen Blick auf das Brut-Geschehen erhaschen. Von einer Carport-WG ahnten wir da noch nichts.

Letztes Jahr haben wir im Haus ein altes CD-Regal ausrangiert. Da sich keiner dafür erwärmen konnte, haben wir es in den Carport gestellt. Schließlich hat man ja nie genügend Stauraum… Am Wochenende war mein Mann draußen und wollte Werkzeug holen. Kurz darauf sehe ich ihn mit leeren Händen durch den Garten hasten. „Komm schnell!“, rief er, und fügte hinzu, „aber leise!“ Wir schlichen also in den Carport hinein – ich hatte keinen blassen Schimmer, worum es ging – ich stellte mich neben meinen Mann und schaute mich um.

Erst sah ich… nichts. Bis er schweigend auf das Regal zeigte. Im mittleren Fach befindet sich ein Nest und darin hockte ein Vogel. Keine Ahnung, was es für einer ist. Bisher konnten wir nur ein Fitzelchen vom Kopf sehen. Als mein Mann sein Werkzeug geholt hat, ist der Vogel aufgeschreckt und kurz in die gegenüber liegende Ecke geflogen. Aber auch dort war nicht mehr zu erkennen. Es bleibt also spannend. Wir wollen ihm natürlich so viel Ruhe wie möglich lassen. Da muss die Neugier mal hinten an stehen. Auf jeden Fall sind wir nun sicher, dass es eine gute Idee war, das alte Regal nicht wegzuschmeißen. Denn offensichtlich kann es doch noch jemand gebrauchen!



Im falschen Film

Unser Abendspaziergang fand gestern am Steinhuder Meer statt. Gina findet das immer sehr erschnüffelnswert, und ich genieße den Blick übers Wasser. Wir kamen auch an einem meiner Lieblingsrestaurants – dem „Fischerstübchen“ (unbezahlte Werbung!) – vorbei. Ich blieb stehen und schaute durchs Fenster in den Wintergarten. Alle Tische waren eingedeckt, und dazwischen ein Aufsteller mit der Aufschrift: „Wie Sie sehen, wir könnten jetzt sofort öffnen!! Aber…“

„Man kann es eigentlich immer noch nicht glauben.“ Ein Paar blieb vor uns stehen, schaute ebenfalls auf die Szenerie. Wir unterhielten uns einen Moment. Darüber, dass man nach wie vor glaubt, im falschen Film zu sein. Dass wir alle das noch nie erlebt haben. Und es uns auch nicht hätten vorstellen können. Corona-Gespräche eben.

„Ich bin gestern das zweite Mal geimpft worden“, erzählt der Mann. „Ich erst ein Mal“, ergänzt die Frau. Wann hat man schon mal mit fremden Leuten darüber gesprochen, wer wann und wo geimpft worden ist. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute, und hoffen gemeinsam, dass das „Fischerstübchen“ diese Zeit überstehen wird.

Im Weggehen fügt die Frau hinzu: „Mein Mann sagt immer: Bleiben Sie negativ, aber denken Sie positiv.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Donnerstag. ❤

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