Der 91. Geburtstag

91 Jahre wärst Du heute geworden.

Gestern sagte Jemand zu mir, dass man mit der Zeit immer seltener an die Toten denkt. Oft nur noch an Geburtstagen, Todestagen. Es wäre eine Lüge, wenn ich jetzt schreibe, dass ich immer an Dich denke. Denn das stimmt nicht. Aber nur an Deinem Geburtstag… nein, so ist es auch nicht.

Ich denke an Dich, wenn ich Topfkuchen backe, denn genau mein Rezept war für Dich das beste der Welt.
Ich denke an Dich, wenn ich durch unseren Nachbarort fahre, und die Straße kreuze wo Du gewohnt hast.
Ich denke an Dich, wenn ich in meiner Kreativstube sitze und mein Blick auf unser letztes Foto fällt.
Ich denke an Dich, wenn ich mir meine Lippen einschmiere und weiß Du hast auch nicht die Hand, sondern den Kopf dabei bewegt.
Ich denke an Dich, wenn ich mir das x-te Buch kaufe, obwohl ich noch so viele ungelesene habe – denn Du hast immer gesagt: „Bücher fressen doch kein Brot!“
Ich denke an Dich, wenn ich Kartoffelsalat nach Deinem Rezept mache.
Ich denke an Dich, wenn ich meine Plattfüße sehe und weiß sie sehen aus wie Deine.
Ich denke an Dich…

Im Mai ist es vier Jahre her, dass Du gestorben bist. Deine letzten Wochen sind in mein Herz eingebrannt. So viele schöne Momente, in denen wir uns nah waren. Und so viele traurige, in denen ich wusste, dass Dein Leben dem Ende zu geht. Noch immer kann ich Deine Hände in meinen fühlen. Wie warm sie waren und dann später, wie sie kälter und kälter wurden. Deine Stimme ist in meinem Kopf lebendig. Und so viele Deiner Worte. „Wir sind wie wir sind. Und wir bleiben wie wir sind.“ Die letzten zusammenhängenden Sätze, die Du mir gesagt hast. Du hast mit Deinen letzten Kräfte meine Hände gedrückt und warst erleichtert als ich antwortete: „Ja, wir bleiben, wie wir sind.“

Du fehlst mir so.

Happy birthday, Mama. Ich hoffe sie schmeißen da oben eine riesige Party für Dich! ❤

In Erinnerung an eine wundervolle Frau: Marlis Deutschmann – 22. März 1930 – 22. Mai 2017

Kreativ-Monat-Tag 21: Nagellack-Karten

Die heutige Idee stammt wieder von Sinah vom Youtube Kanal ‚Kreativgefühl´. (Das Video findet Ihr hier) Ich hatte seit längerer Zeit schon Nagellack Reste herumstehen, die ich nicht so einfach wegwerfen mochte. Hier haben sie nun Verwendung gefunden! Das Ergebnis mag ich total gerne, den Gestank allerdings weniger… wer sich daran probieren möchte, kleine Tipps: bei geöffnetem Fenster hantieren und darauf achten genügend Nagellack Entferner im Haus zu haben.

Und hier ist das heutige Ergebnis:


Kreativ-Monat-Tag 20: #Schriftfarbspiele die Zweite

Genau wie am vergangenen Wochenende nehme ich auch heute wieder an der Challenge #schriftfarbspiele auf Instagram von @marakreativstudio und @irmalinkartist teil – ich hatte wieder riesigen Spaß! ❤

Und hier ist das Ergebnis:

Kreativ-Monat-Tag 19: Aquarelltiere

Ich bin ja noch ein absoluter Aquarellfarben-Neuling und daher froh, wenn ich einfach erstmal irgendwo „mitmachen“ kann. Da kam mir Sinahs Video auf ihrem Youtube Kanal Kreativgefühl gerade recht: simple Aquarelltiere malen. (Das Video findet Ihr hier)

Und so ist es geworden:

Kreativ-Monat-Tag 18: Junk Journal aus einem Papier

Ich habe das Junk und Art Journal Fieber. ❤ Seitdem ich in der letzten Woche das Mini Journal gebastelt habe, schlägt Youtube mir immer neue Videos zu diesem Thema vor. (Das Video zu dieser Idee findet Ihr hier!) Da konnte ich einfach nicht nein sagen, und habe heute ein Junk Journal aus einem Stück Papier gebastelt. Die Verwendung stand von Anfang an fest: Fotos und diverse alte Unterlagen aus meiner Familie mütterlicherseits sollten dort ein neues Zuhause bekommen. Ich LIEBE das Ergebnis! Aber schaut selbst:

Kreativ-Monat-Tag 16: Lina Lindelaub

An den letzten zwei Dienstagen habe ich jeweils einen Text eingestellt. Da mir das gut gefallen hat, habe ich beschlossen, dass es an den anderen drei Dienstagen in meinem Kreativ-Monat so bleibt. Die letzten Impulse kamen von dem Schreib-Projekt an dem ich teilgenommen habe. Heute habe ich mir selber etwas überlegt, mich dann erneut 45 Minuten hingesetzt, drauflos geschrieben. Die Geschichte dreht sich um Lina. Eine Freundin von mir hat im letzten Brief (wir schreiben uns noch Briefe und das ist so schön ❤ ) von einer Grabstelle erzählt, die ihr beim Spaziergang über den Friedhof aufgefallen ist. „Lina Lindelaub 1915 -1999“. Da das Grab offensichtlich nicht mehr gepflegt wird, hat sie eine Blume hingestellt. Und ich habe nun heute über Lina geschrieben.

Lina Lindelaub
von Nicole Vergin

Seit Tagen kämpft sie gegen die Müdigkeit an. Selbst die kleinsten Verrichtungen fallen ihr schwer. Das eine und andere Mal ist sie bereits über Teppichkanten gestolpert, weil ihre Hausschuhe wie Bleigewichte an ihren Füßen hängen.
Nun sitzt sie in ihrem Sessel und schaut aus dem Fenster in den Hinterhof. Ihre neue Nachbarin hockt dort auf der Erde und setzt Blumenzwiebeln in die Löcher, die ihr kleiner Sohn gebuddelt hat.
„Wollen Sie sich nicht ein wenig dazu setzen?“, hatte die Nachbarin ihr angeboten.
Aber Lina hatte nur müde den Kopf geschüttelt, und die Tür wieder geschlossen.
Sie ist es nicht gewohnt, bei etwas dabei zu sein, mit zu machen.

71 Jahre lang war ihre Mutter meist die einzige Gesellschaft, die sie hatte. Nach ihrem Tod war sie noch einsamer geworden.
Und nun, mit 84 Jahren, fehlt ihr die Kraft, um neue Wege zu gehen. Dabei ist diese junge Frau wirklich nett. Gleich nach ihrem Einzug hatten sie und ihr Mann sich gemeinsam mit Max, ihrem Sohn, bei Lina vorgestellt.
Einige Male haben sie ihr seitdem die Einkäufe in die 1. Etage getragen. Aber bis auf ein Dankeschön, guten Tag und guten Weg, weiß Lina nie, was sie sagen soll.
Lina blickt auf den Teller, der auf dem Tisch neben ihr steht. Beim Anblick des Butterbrotes wird ihr übel. Sie kann einfach nichts mehr zu sich nehmen. Hin und wieder rührt sie einen Löffel Honig in ihren Tee. Selbst danach fühlt sie sich unwohl, als hätte sie zu viel gegessen.
Vielleicht muss ich doch mal zum Arzt gehen, denkt sie. Verwirft den Gedanken aber gleich wieder. Was sollt der ihr schon sagen. Sie ist alt. Nicht mehr und nicht weniger. Und wer weiß schon, ob er sie nicht ins Krankenhaus oder in ein Pflegeheim bringen lässt. Man hört ja immer wieder von solchen Geschichten.

Wie so oft in den letzten Jahren wandern ihre Gedanken in die Vergangenheit.
Nahezu ihr ganzes Leben war von ihrer Mutter bestimmt. An einen Auszug, ein eigenes Leben war nie zu denken.
„Das bist Du mir schuldig!“, bekam sie stets zu hören.
Gerade einmal 18 Lenze hatte ihre Mutter gezählt, als sie Anfang 1915 – der 1. Weltkrieg währte gerade ein paar Monate – Lina in einer kleinen Kammer allein zur Welt brachte. Ihre Eltern hatten sie vor die Tür gesetzt, kaum dass die erste Wölbung unter ihrem Kleid zu erkennen war. Sie hatte sich mit dem gut aussehenden Hermann eingelassen, der wenige Tage später in den Krieg zog und sein Versprechen bald zurück zu kehren und sie zu heiraten, nicht gehalten hatte.
„Vielleicht ist er an der Front gefallen“, wagte Lina ein Mal zu sagen. Die Antwort in Form von fünf roten Abdrücken auf ihrer Wange sah sie hinterher im Spiegel.
„Ich will von dem ganzen Mannsvolk nischt wissen“, hieß es von da an. Und dass dies auf für die Tochter galt, musste Lina früh lernen.
Selbst Walter, der einzige Mann, der Interesse an ihr zeigte und sie kleiner Engel nannte, gab irgendwann auf und heiratete ihre frühere Klassenkameradin Gertrud.
Später erfuhr Lina, dass er im 2. Weltkrieg gefallen war. Ihre Tränen um das was hätte sein können, versteckte sie unter ihrer Bettdecke.
Was auch immer sie in all den Jahrzehnten versuchte, um ihre Mutter milde zu stimmen – es war vergeblich. Irgendwann ließ sie die Beschimpfungen, die Schläge, die sie bekam, einfach über sich ergehen.
Bis zum Tod der Mutter lebten sie gemeinsam in dieser Wohnung. Hier pflegte Lina sie, als sie gebrechlicher wurde.
„Du bist der Nagel zu meinem Sarg“, bekam sie als einer der letzten Sätze von ihr auf dem Sterbebett zu hören.

Vom Hof dringt das Lachen des kleinen Max zu ihr herauf. Ob sie auch einmal so befreit gelacht hat? Sie kann sich nicht erinnern. Müde lehnt Lina sich in ihrem Sessel zurück und schließt die Augen.

Kreativ-Monat-Tag 15: Foto Fundstücke Drinnen

Heute habe ich mir meine Kamera geschnappt (mal nicht „nur“ das Handy) und habe geschaut, was ich DRINNEN alles so an Motiven finde. Ich mag es mit einem anderen Blick, einer anderen Perspektive hinzuschauen. Dann wird etwas, was eben noch „alltäglich“ war, plötzlich besonders.

P.S. Gina ist natürlich IMMER besonders!

Und hier sind meine Fundstücke:















Kreativ-Monat-Tag 14: #Schriftfarbspiele

Nachdem ich gestern auf Instagram die Challenge #schriftfarbspiele entdeckte, habe ich kurzfristig meine Pläne für heute über den Haufen geworfen. `Art Journaling´ war nun angesagt. Die Idee und Inspirationen stammen von #marakreativstudio und #irmalinkartist.

Und so schaut mein heutiges Ergebnis aus:



Kreativ-Monat-Tag 13: Mini Junk Journal

Seit ich die Zeitschrift `Flow´lese, bin ich ein großer Fan von Papierschnipseln geworden. Alle Seiten, die ich hübsch finde, hebe ich auf. Inzwischen habe ich verschiedene Möglichkeiten gefunden, was ich damit anstelle. Eine ist heute zum Einsatz gekommen. Ich habe mir ein Mini Junk Journal gebastelt. Aus diversen Papierresten. Und für mich müssen die nicht Blanko sein. Sondern gerne z. B. Seiten aus Zeitschriften, die mich dann inspirieren, die Schnipsel weiter zu gestalten. Die Idee mit dem Mini Journal habe ich übrigens auf dem Youtube Kanal `Kreativgefühl´gefunden. (Bei Interesse hier klicken)

P.S. Danke an den besten Mann der Welt, der sich heute um unsere Gina gekümmert und auch noch das Essen gekocht hat, damit ich mich an diesem Projekt in Ruhe versuchen kann. Verwöhn-Programm! ❤

Und das ist dabei heraus gekommen:

Pit's Fritztown News

A German Expat's Life in Fredericksburg/Texas

Pit's Bilderbuch

Meine Urlaubs- und andere Bilder

Natis Gartentraum

Alles rund um den Garten, Ausflüge und mehr

Chridhe

Where the books live

the desert and the sea

Worte über palliative Pflege, Sterben, Tod und Trauer

Unser fast perfektes Leben

oder Ein Witwer und seine zwei Kinder gegen den Alltag

Ich lese

Bücher sind die Freiheit des Geistes

Hospiz Luise Hannover

Hier bloggen die Mitarbeiter*innen des Hospiz Luise für Euch - Herzlich Willkommen

wortgeflumselkritzelkram

Sabine Schildgen/Autorin

lukonblog

Mein Leben im Yukon

Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken

appetitaufzuhause

Blog über gesundes Backen und Kochen, vegetarisch.

Ideenwerkstatt

Gedichte, Geschichten, Ideen und mehr

Weg ins Leben 2.0

Eine Familie lebt mit Papas Krabbe

Anna-Lenas Lesestübchen

Gedanken, verpackt in Wort und Bild

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Tierhilfe Miranda e.V.

Wir helfen Miranda - einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute und ihren Freunden.

...ein Stück untröstlich

von Trauer, Tod und Leben!

Einen Moment innehalten

Nachdenken, Selbstfindung, positive Energie, Gedichte, Kurzgeschichten, Seelenarbeit

Vademekum

Text & Instagram Marketing

Keller im 3. Stock

Hier schreibt Autorin Katherina Ushachov über das Schreiben, das Leben und den ganzen Rest.

Deister Hiking Trails

Buntes aus dem Deisterland

MARCUS JOHANUS

THRILLERAUTOR