Ich plane einen Kreativ-Monat

Kreativ sein. Oder werden. Kreativität. Überall begegnet mir im Internet und auch im real life dieses Wort. Ich schaue genauer hin und lerne, dass das lateinische Wort creare erstellen bedeutet. Und dass daraus das Wort Kreativität entstanden ist.

Im Duden ist dieses Wort erstmals 1973 aufgetaucht. Heute steht dort als Bedeutung: schöpferische Kraft, kreatives Vermögen. Als Synonyme werden unter anderem Einfallsreichtum, Erfindungsgabe, Fantasie genannt.

Was bedeutet kreativ sein nun aber für mich? Lange Zeit hielt ich mich überhaupt nicht für kreativ. Kreativ waren immer die anderen. Die, die toll zeichnen, Bücher schreiben oder Drachen bauen konnten. Während ich dies dachte, schrieb ich selber fantasievolle Geschichten. Von Schokoladenmädchen, Zeitsteinen und Bücherzwergen.

Auf die Frage, ob ich singen, zeichnen oder etwas schönes basteln könnte, antwortete ich stets mit einem NEIN. Mit etlichen Ausrufezeichen. Mit diesem NEIN habe ich mir lange Zeit die Chance genommen, etwas zu tun einfach, weil es mir Spaß macht. Egal, wie das Ergebnis ausschaut.

Glücklicherweise habe ich mich irgendwann getraut, neue Wege zu gehen. Ich bin seit 15 Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Ich habe eine Zeitlang in einem Chor gesungen und war sogar bei Musical-Aufführungen dabei. Ich habe gezeichnet und gemalt und geklebt. Für mich. Einfach aus Spaß an der Freude. Aktuell bastele ich mir ein Erinnerungsbuch für das Jahr 2020. (Die Fotos zeigen ein paar Einblicke) Ja, ich habe mir erlaubt, kreativ zu sein.

Seit einiger Zeit träume ich davon, einen Kreativ-Monat zu machen. Und nun ist endlich der passende Zeitpunkt gekommen. Vom 01. – 31. März werde ich jeden Tag die unterschiedlichsten Aktionen machen. Natürlich mit Worten. Aber auch mit dem Pinsel. Mit Stiften (seit kurzem habe ich Glitzerstifte!). Vielleicht mit meiner Kamera. Auf jeden Fall mit Kleber.

Eine Aktion pro Tag. Ein Beitrag pro Tag. Ein paar Ideen habe ich schon (ich nehme im März auch an Online-Angeboten teil), aber einiges wird sich daraus sicherlich auch noch ergeben. Ich bin gespannt und voller Vorfreude!

P.S.: Bis auf das Monats-Foto wird es in diesen 31 Tagen keine anderen Beiträge geben. Vom 01. bis einschließlich 11. April werde ich dann eine Blog-Pause machen, ein wenig durchschnaufen und Euch im Anschluss von meinen Erfahrungen. ❤

Monats-Foto #2

Ein Jahr lang fotografiere ich monatlich auf meinen Spaziergängen einen Blick über die Felder. Seit 25 Jahren gehe ich dort regelmäßig lang. Je nach Wetter und Tages- und Jahreszeit sieht es immer anders aus. In diesem Jahr möchte ich das gerne dokumentieren.

Donnerstag, 11. Februar 2021
10:11 Uhr
-3° C, Sonne



Erinnerungs-Buch #2: vergessene Geschwister

Der erste Monat meines Projekts ist vorüber. Ich habe mich hauptsächlich mit einem Familienbuch befasst. Dieses Buch hat meine Tante, die jüngere Schwester meiner Mutter, für sie angefertigt. Es beinhaltet Stammbäume, Kindheits-Anekdoten, die Geschichte des Elternhauses und noch einiges mehr. Ihr könnt Euch sicher denken, wie emotional es für mich war, das alles zu lesen.

Meine Mutter ist im Harz geboren und aufgewachsen. Ihr Großvater und auch ihr Vater waren Fuhrmann von Beruf. Sie transportierten mit ihren Pferdekarren ausschließlich Waren, keine Personen. Ihre Kaltblüter (Pferde) wurden auch zum Holzrücken im Wald eingesetzt. Oft hat meine Mutter erzählt, dass ihr Vater schon mit elf Jahren gearbeitet hat, und die Familie unterstützen musste. Die Pferde haben ihn damals um einiges überragt, aber er hat es hin bekommen. Als meine Mutter neun Jahre alt war, begann der Krieg. Die meiste Zeit haben sie in ihrem Bergdorf nicht allzuviel mitbekommen. Auch hungern mussten sie nicht, da sie einen Hof hatten und selber schlachteten.



Ich kenne nur Bruchstücke aus ihrer Kindheit und Jugend, aber so wie sie davon erzählte, war es insgesamt eine glückliche Zeit. Was sich durch die Geschichten in ihrem Buch noch bestätigte.

Mein Onkel R. war für mich immer der älteste der sechs Geschwister. Ich habe nie etwas anderes zu hören bekommen. Im Stammbaum jedoch taucht eineinhalb Jahre vor seiner Geburt ein Junge auf, der nur knappe zwei Monate gelebt hat. Später entdecke ich, dass er an einer Lungenentzündung verstorben ist. Wie tragisch für meine Großeltern. Ich bin froh, den kleinen Hans entdeckt und gedanklich wieder in die Familie aufgenommen zu haben. In einem Genogramm, das sich ebenfalls in diesem Buch befindet, taucht noch ein Mädchen auf. Aber es ist für mich nicht klar erkenntlich, ob sie ein weiteres Geschwisterkind war. Als Anmerkung stand dabei, dass sie mit „einem Karfunkel geboren wurde“ (ich weiß nicht, was damit gemeint ist; vielleicht ein Furunkel?), und bereits mit einem Monat verstorben ist.

In den vergangenen Wochen habe ich mehrfach von meiner Mutter geträumt. Meist ging es um Lebenssituationen, die schwierig waren und ihr viel abverlangt haben. Ich habe darüber nachgedacht, wie ihr Leben war, als sie in meinem Alter – also Anfang 50 – war. Sie hatte eine 10-jährige Tochter (das war ich), die aufmüpfig und nicht leicht zu händeln war. Ihre ältere Tochter (meine Halb-Schwester) war 27 und hatte starke Depressionen. Und ihr zweiter Ehemann war Alkoholiker und befand sich gerade in einer Entziehungskur. Aus dieser Zeit gibt es etliche Briefe und Karten. Von mir, meiner Mutter und meinem Vater.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich wusste warum mein Vater zur Kur musste. Aber ich wusste, dass er das Geld gerne in die Kneipe trug, und dann besoffen nach Hause kam. Aus den Briefen geht hervor, dass mein Vater hauptsächlich gejammert und sich über das schlechte Essen beschwert hat. Meine Mutter hat – wie stets – versucht, die Wogen zu glätten und es ihm recht zu machen. Es tut weh, hinter diese Kulissen zu schauen. Aber vieles hilft mir auch dabei, meine Eltern im Nachhinein noch besser zu verstehen.

Geschrieben habe ich bisher kaum etwas. Ich denke, dass wird sich nach und nach ergeben. Ich mache mir keinen Stress, gerade weil ich ja auch mit dem verarbeiten all dieser Erinnerungen klar kommen muss. Mal schauen, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

Nachsatz: meine Mutter war schon zu Lebzeiten damit einverstanden, dass ich ihre Geschichte aufschreibe. Aber ich werde – wie Ihr schon gesehen habt – Namen nicht ausschreiben bzw. unkenntlich machen.

Winter wonderland






Schnee-Abenteuer

Schneeflocken peitschten ihr von der Seite ins Gesicht. Die Kälte fraß sich durch die Handschuhe, ihre Finger wurden eisig.
„Wollen wir da übers Feld gehen?“
„WAS?“
„Ob wir…?“
Aber auch dieses Mal riss der Wind ihre Worte fort. Sie zeigte mit der Hand in die Richtung, die sie meinte.
Ein Nicken war die Antwort.
Schritt für Schritt kamen sie voran. In den Schneeverwehungen sackten sie teilweise fast bis zu den Knien ein.
Auch die kleine Hündin kämpfte sich mutig durch die Schneemassen. Ab und zu kam sie angelaufen, und ließ sich das Gesicht vom Schnee befreien.
In der Ferne sahen sie eine weitere Gestalt mit einem Hund durch die weiße Landschaft stapfen…

Als sie wieder Zuhause anlangten, stieß sie die Tür auf und betrat den beheizten Wintergarten. Sie schob ihre Kapuze vom Kopf und lachte ihren Mann an: „Was für ein herrliches Winterwetter!“

Tierhospiz und Trauerbegleitung für Tierhalter – ein Gespräch mit Vanessa Reif

„Atme langsam tief ein und aus.“ Atmen. Ein Vorgang, den der Körper meist von allein beherrscht. Doch in unsicheren Lebenslagen, schnappen wir oft nur noch nach Luft, atmen flach in die Brust, anstelle von tief in den Bauch. Gerade in Trauerzeiten passiert das immer wieder. Vor mir auf dem Tisch liegen mehrere Blätter Papier, auf denen die Umrisse von Wolken zu sehen sind. Ich habe mir die SOS-Wolke von der Seite Tierliebe und Trauer heruntergeladen und ausgedruckt. Ich bereite mich damit auf ein Gespräch mit Vanessa Reif vor. Der Frau, die hinter dieser Soforthilfe für trauernde Tierhalter steht.

Wir sind uns online begegnet, und als ich las, dass sie ein Tierhospiz betreibt, wollte ich mehr wissen. Über ihre Arbeit und wie sie dazu gekommen ist. Denn im Gegensatz zu den Hospizen für Menschen, finde ich im Internet weit weniger Tierhospize. Dank der technischen Möglichkeiten sitzen wir uns schon bald an den Bildschirmen gegenüber und ich lausche interessiert, welchen Weg Vanessa gegangen ist, bis sie vor fünf Jahren dieses Tierhospiz eröffnet hat.

„2011 wurde mein Kater überfahren“, erzählt sie mir. „Ich habe damals in meiner Trauer kein Verständnis erfahren. Weder von meiner Familie, noch von Freunden. Es ist doch nur ein Tier, sagten einige sogar.“ Erst nach drei Jahren fand sie einen Weg aus ihrer Trauer heraus.

Vanessa nahm Pflegetiere, kleine Katzen, auf. „Aber es fiel mir schwer, sie wieder abzugeben“, erinnert sie sich, „woher sollte ich wissen, ob sie es künftig gut haben würden.“

Erst mit dem Einzug älterer Katzen wurde ihr bewusst, wo ihre Stärken und ihre Berufung liegen. Der alte Kater Flocke zeigte Vanessa, wie wichtig es ist, dass Tiere im Alter und später im Sterben begleitet werden. Er war auch dabei, als 2015 die „Villa Anima“ (Anima ist das lat. Wort für Seele) mit 10 Hospizkatzen startete, und zeitgleich ein Verein gegründet wurde.

„Flocke ist dann noch einmal richtig aufgeblüht“, Vanessas Augen leuchten während ihrer Worte, „er hat das ganze Haus erkundet, und sich mit den Katzen bekannt gemacht. Vier Wochen später ist er friedlich gestorben.“

Inzwischen hat Vanessa über 80 Tiere beim Sterben begleitet. „Tiere sind angstfrei in ihrer Sterbephase“, erläutert sie mir, „sie machen sich keine Vorstellungen vom Sterben, so wie wir Menschen.“ Um andere Tierhalter in der letzten Lebensphase mit ihren Tieren zu unterstützen, arbeitet sie an einem Handbuch, das es online und in gedruckter Form (mit einem Journal für persönliche Einträge) geben wird. Dieses Handbuch soll Sicherheit geben und Mut machen, anders hinzuschauen. „Ich möchte anregen, den für das Tier und für sich eigenen Weg zu finden.“ Vanessa selber handelt in erster Linie nach ihrem Bauchgefühl und ihrer Erfahrung. Bei Bedarf nutzt sie die Zusammenarbeit mit Tierarzt, Tierheilpraktiker und Tierkommunikation.

Aber Vanessa Reif engagiert sich nicht nur für alte und kranke Tiere, inzwischen ist sie auch für Tierhalter in der Trauer ein wichtiger Anker geworden. Ein weiteres Mal hat eines ihrer eigenen Tiere sie auf den passenden Weg gebracht. Nachdem ihre Hündin Mimi gestorben ist, hat sie im Traum ihr Gesicht gesehen und eine Nachricht erhalten: begleite Tierhalter in der Trauer.

„Das hört sich vielleicht im ersten Moment merkwürdig an“, lacht sie, „aber Mimi war wie mein Schatten, und so wundert es mich nicht, dass wir über den Tod hinaus eine liebevolle Verbindung haben. Und dann habe ich nachgedacht“, sie macht eine kurze Pause und nickt dann bekräftigend, „ich hatte oft genug die Trauer am eigenen Leib erfahren, und über die Jahre immer mehr Wege hinausgefunden. Warum sollte ich meine Erfahrungen nicht weitergeben?“ Und so begann sie eines halbes Jahr nach Mimis Tod eine Fortbildung zur Trauerbegleiterin.

Ihre Angebote hat sie auf einer Website zusammengefasst. Bei derartigen Arbeiten kommt Vanessa zugute, dass sie Kommunikationsfachwirtin und Verlagskauffrau studiert und gelernt hat. Bei all diesen Aufgaben ist es verständlich, dass sie im Tierhospiz Unterstützung benötigt. Inzwischen stehen ihr zwei Helfer zur Seite: ein Mini-Jobber und eine Teilzeitkraft. „Trotzdem brauche ich täglich noch selber fünf Stunden, um alle Tiere in der Villa zu versorgen“, lacht sie. Da ist es gut, dass sie durch die Arbeit als Trauerbegleiterin ein weiteres flexibles Standbein hat, und nicht mehr – so wie in der Anfangszeit – stundenweise einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Villa Anima nachgehen muss.

Auf meine Frage nach den für sie berührendsten Momenten, überlegt sie kurz. „Es gibt natürlich viele berührende Momente, aber besonders ist es, wenn nicht zahme Katzen sich nach einer Eingewöhnungszeit völlig entspannen können und mir ihr Herz öffnen. Ich dränge meine Anwesenheit keinem Tier auf, versuche immer ihre Bedürfnisse zu erkunden und ihnen noch eine schöne Zeit zu machen.“

Bei Vanessa’s Worten kommt in mir der Wunsch auf, es möge viel mehr Menschen geben, die sich um alte und kranke Tiere kümmern, und sie nicht als finanzielle und zeitliche Last sehen. Umso schöner, dass vor ein paar Wochen die Idee entstanden ist, ein Netzwerkprojekt ins Leben zu rufen mit einer professionellen Schnittstelle. „Halb Deutschland fragt bei mir nach Hospizplätzen an“, erzählt sie mir, „und ich kann eben nur eine begrenzte Anzahl aufnehmen. Da wäre es toll, wenn es weitere Möglichkeiten geben würde.“

Die Begeisterung und Leidenschaft für ihre Aufgaben wirken ansteckend. Und so kann ich mir gut vorstellen, dass auch dieses Projekt ein Erfolg wird, und wir in Zukunft öfter von Tierhospizarbeit hören und lesen werden.

Liebe Vanessa, ich danke Dir für unser Gespräch, dass mich bereichert und zum nachdenken gebracht hat. Ich wünsche Dir für all Deine Projekte von Herzen alles Gute!

Weitere Informationen über Vanessa’s Arbeit findet Ihr unter www.tierliebe-und-trauer.de und www.villa-anima.de.





Ein Kreativ- und Wohlfühltag

Bis Freitagabend hatte ich alles erledigt, was für die Woche anstand. Seitdem sich das Leben Corona-bedingt zu einem Großteil Zuhause (oder in Feld, Wald und Flur) abspielt, habe ich das nicht mehr so eng gesehen, und oft auch am Wochenende gearbeitet. Aber diesmal wollte ich aus dem Samstag einen Kreativ- und Wohlfühltag machen. Einfach tun, worauf ich gerade Lust habe. Ohne auf die Uhr zu schauen. Ohne zu wissen, dass Gina auf ihren Spaziergang wartet (unsere Hunde-Prinzessin hat es derweil genossen, Herrchen ganz für sich zu haben ❤ ) oder dass noch andere Arbeiten auf mich warten.

Und was habe ich nun in meiner Me Time (so nennt man das doch heute, wenn man sich für sich selbst Zeit nimmt…) gemacht?

Meine Lieblings-Andersen-Märchen-Bücher ins Blickfeld gerückt. Auf einem schon recht alten Tisch – wir sind die 3. Generation in der Familie, bei der er ein Zuhause gefunden hat – der am Treppenaufgang steht. Dreieinhalb Jahre diente er als Erinnerungs-Tisch für meine Mutter. Aber Ende des Jahres fühlte sich das für mich nicht mehr stimmig an (hätte ich mir anfangs NIE vorstellen können!), und so habe ich es nun geändert.

In meiner Bücherstube – das Zimmer unterm Dach, das bis zu Gina`s Einzug mein Büro war – den kleinen Tisch (ich habe wohl gerade ein Faible für Tische…) so „zurecht gemacht“, dass er allzeit für meine kreativen Auszeiten bereit ist.

Mittags gab es eine Tee-Zeit am Steinhuder Meer mit Blick aufs Wasser: Ruhe genießen, Enten beobachten. So lange, bis mein Hinterteil – trotz Rucksack-Unterlage – kalt war. Kann ich auf jeden Fall empfehlen, war wunderschön und werde ich wieder machen.

Eingewickelt in meine Stars-Hollow-Kuscheldeckte habe ich „Bratapfel am Meer“ von Anne Barnes gelesen. Nun kenne ich jeden einzelnen Roman von ihr, und liebe sie alle. Glücklicherweise gibt es im März Nachschub!

Und zum Schluss habe ich noch eine kleine Collage zu dem Tag gebastelt. Ein schöner Abschluss von einem tollen Tag!

P.S. Ganz nebenbei ist noch eine Idee entstanden – wie das oft ist, wenn die Gedanken einfach mal fliegen dürfen – ich habe mich entschieden, den März als Kreativ-Monat zu nutzen. Aber darüber erzähle ich Euch demnächst mehr!

2 Jahre mit Gina

Vor zwei Jahren ist Gina in unser Leben gekommen. Auf leisen Pfoten und mit einem großen Herzen. Von Anfang an, gab sie uns einen Vertrauensvorschuss. Bereits am ersten Abend lag sie zwischen meinem Mann und mir auf dem Sofa und döste zufrieden vor sich hin. Spaziergänge brauchten erst einmal viel Zeit. Wieder und wieder blieb sie stehen – manchmal schon in unserer Wintergartentür – und schaute sich um. Mehrfach endeten Begegnungen mit Kühen und Treckern damit, dass wir unverrichteter Dinge nach Hause zurück kehrten, um das Erlebte erst einmal zu verarbeiten.

Gina hat in ihren ersten sechs Lebensmonaten einiges durch machen müssen. (Sie war ein Jahr, als sie zu uns kam) Sie lebte in Spanien auf der Straße, wurde dort aufgegriffen und in eine Tötungsstation gebracht. Welch ein Segen, dass die Tierschützer der Albergue von Villarrobledo rechtzeitig zur Stelle waren! Von nun an wurde Gina regelmäßig gefüttert, und bekam soviel Aufmerksamkeit, wie es in einem Tierheim mit vielen Hunden eben möglich ist.

Ende des Jahres 2018 waren wir bereit, wieder einen Hund in der Familie aufzunehmen. Der Tierschutzverein A.S.P.A friends e.V. wurde uns von Susanne empfohlen. Susanne kümmert sich selber auf ihrem Hof um zahlreiche Tiere, die ansonsten kein Zuhause mehr hätten oder nicht mehr am Leben wären. (Schaut doch bitte mal auf ihrer Website vorbei, die Ihr hier findet)

Unsere Ansprechpartnerin bei A.S.P.A war Ingrid Clever. Von ihr wurden wir in allen Fragen großartig beraten und sie war es auch, die uns Gina (damals hieß sie noch Gala) „vorstellte“. Nachdem wir das Treffen mit einem A.S.P.A „Abgesandten“ hatten und einen Fragebogen ausgefüllt haben, hieß es warten.

In dieser Zeit hat uns auch Susanne noch viel mit Rat zur Seite gestanden, wofür wir ihr nach wie vor sehr dankbar sind! Am Vorabend des 26. Januars 2019 bekamen wir von Ingrid (vielen Dank nochmal für die tolle Betreuung!) noch ein Foto von Gina kurz bevor sie in den Transporter kam. Vor lauter Aufregung und Rührung kamen mir sofort die Tränen. Nun sollte es endlich soweit sein.

Tja, und nun ist sie schon zwei Jahre bei uns, unsere Seelen-Hündin. Wir sind unglaublich dankbar dafür, dass sie den Weg zu uns gefunden hat und seitdem unser Leben bereichert. Sie ist eine zauberhafte, kluge, wunderschöne Hündin. Wir hoffen auf viele weitere Jahre!

Wir lieben Dich, kleine Gina. ❤

Und hier noch ein paar aktuelle Fotos von unserer Hunde-Prinzessin!







Der Frühling hat eine Stippvisite gemacht

Keine zwei Monate mehr, dann beginnt (am 20. März) der Frühling. Menschen, die dem Winter nichts abgewinnen können, warten sehnsüchtig darauf.

Ich bin ein Ganzjahres-Kind. Mein Herz kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen, und meine Stimmung ist nicht von der Länge der Tage abhängig. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass ich tagsüber die Möglichkeit habe, lange Spaziergänge mit unserer Hündin zu machen.

Trotzdem ist der Frühlingsbeginn jedes Jahr aufs neue ein großes Wunder für mich. Äste, die sich eben noch kahl und dunkel in den Himmel erhoben, präsentieren (scheinbar) plötzlich ein zartes Grün. Auf den Feldern drängen sich Halme durch den festen Boden in Richtung Sonne. Krokusse zaubern erste Farbtupfer in den Garten.

Bis dahin ist es – wie oben geschrieben – noch ein wenig hin. Aber kennt Ihr das, wenn es Ende Januar, Anfang Februar (so ist es bei uns in Norddeutschland) aus heiterem Himmel einen Tag gibt, der sich wie Frühling anfühlt? Am Samstag war so ein Tag. Die Temperaturen kletterten auf 8 ° C hoch. Die Sonne strahlte am blauen Himmel. Auf den Feldern spitzte frisches Grün hervor und einige Vögel stimmten das erste Lied des Jahres an.

Mein Mann, Gina und ich gingen an diesem Tag nicht spazieren, wir schlenderten. Ab und zu hielten wir an, nahmen hier und dort etwas schönes wahr. Hielten die Nasen – aus unterschiedlichen Gründen… – in die Luft und ließen die Sonne unsere Gesichter erwärmen.

Der Frühling hatte eine Stippvisite gemacht. Einfach mal kurz „Hallo“ gesagt, um dann am Sonntag wieder verschwunden zu sein. Es war ein Versprechen. Ein Versprechen, dass er – allen Widrigkeiten zum Trotz – wiederkommen wird. Und dieses Versprechen, diese Gewissheit pflanzt mir Jahr für Jahr Mut und Hoffnung in mein Herz.

Habt einen schönen Tag und passt auf Euch auf!

Das mit dem Hulern

Wenn ich an Hula Hoop Reifen denke, fallen mir als erstes die hölzernen Exemplare ein, die es in meiner Kindheit in den Turnhallen gab. Gehulert wurde damit nur selten. Meist dienten sie bei gymnastischen Übungen als Hilfsmittel. Zuhause hatte ich irgendwann einen rot-weiß geringelten Plastikreifen mit dem ich hin und wieder gespielt habe. Die restliche Zeit war er einfach nur im Weg.

Im Oktober letzten Jahres war ich auf der Suche nach einer sportlichen Betätigung, die meinen Rücken stärken sollte. Besonders im unteren Bereich hatte ich mal mehr, mal weniger Schmerzen. Neben kleinen Yogaeinheiten wollte ich etwas, das mir Spaß macht.

Ich stolperte bei Instagram über den Kanal von Patricia: lesend_durchs_leben. Ihre Begeisterung für Hula Hoop ist ansteckend! Und nachdem ich vor Jahren einen Bauchtanzkurs gemacht habe, und während dieser Zeit überhaupt keine Schmerzen hatte (leider mag ich Bauchtanz aber einfach nicht), lag es nahe, dass das Hulern mir ähnliche Erfolge bescheren könnte. Ich bestellte mir bei Hoop your Body einen Reifen (nicht ohne mich vorher schlau zu machen, welcher zu mir passt) und Mitte November legte ich los. Ich erzählte bereits davon… bücken, aufheben, bücken, aufheben…

Nach zwei Monaten klappt es schon viel besser und vor allem macht es mir Spaß. Der Griff zum Reifen ist schnell gemacht und ein paar Minuten hulern ist immer drin. In der Zwischenzeit war ich neugierig geworden auf…

Die Geschichte der Hula Hoop Reifen

Tatsächlich gab es bereits um 400 v. Chr. die ersten Reifen, z. B. aus Weinreben gefertigt. In vielen Kulturen sollte damit die Geschicklichkeit gefördert und die Gesundheit wiederhergestellt werden, wenn man an einer schwache Konstitution litt. Die amerikanischen Ureinwohner und die Inuits nutzten die Reifen, um Jagdtechniken spielerisch zu erlernen, so wurde z. B. ein Reifen vor sich hergetrieben, während andere lange Stangen durch die Öffnung warfen.

Im 19. Jahrhundert hat sich dann nicht nur das „gemeine Volk“ die Zeit mit dem Reifenlauf (der Reifen wurde mit den Händen oder mit Hilfe eines Stocks vor sich her getrieben) vertrieben, sondern auch der Adel. In der eleganten Gewandung aus dieser Zeit sah das bestimmt originell aus.

Und dann kam die Zeit, in der in weniger als vier Monaten 25 Millionen Kunststoffreifen unter dem Namen Hula Hoop (der Name wurde patentiert) verkauft wurden. Ein kalifornischer Spielzeughersteller traf 1958 mit diesem Modespiel den Nagel auf den Kopf und riss alle mit – Kinder, wie auch Erwachsene hulerten nun was die Hüften hergaben. Orthopäden empfahlen den Hula Hoop Reifen sogar vermehrt als Therapie bei Bandscheibenbeschwerden. Ich wünschte mein Orthopäde hat das auch bei mir getan.

Die deutschen Filmemacher nutzten dann die Gunst der Stunde und engagierten Cornelia Froboess und Rex Gildo für den Film „Hula Hopp, Conny“. Man sollte das Eisen ja schmieden, so lange es heiß ist. Den kompletten Film habe ich im Netz kostenfrei nicht gefunden (ich hätte schon gerne einmal wegen der Hula Hoop Szenen reingeschaut), aber zumindest eine Beschreibung findet Ihr hier.

Mein bisherige Fazit

Wie geschrieben, bin ich nun seit zwei Monaten fleißig am Üben. Es klappt immer besser, aber nach wie vor kann ich den Reifen nicht mal eben für Minuten oder gar länger oben halten. Glücklicherweise macht es mir trotzdem Spaß. Ich mache mir Musik an („Dancing Queen“ von ABBA finde ich sehr passend!), und dann geht es los.

Mein Rücken und auch mein linkes Knie fanden die ganze Aktion anfangs ziemlich blöd. Im Rücken hatte ich Muskelkater (auch von gerade einmal 5 Minuten), und mein Knie hat so einen Alarm geschlagen, dass ich beim Treppen auf- und absteigen Schmerzen hatte. Inzwischen verbinde ich das hulern mit einer 10-minütigen Yoga Einheit und Voilà: die Schmerzen sind (fast) Geschichte.

Das wichtigste ist aber, dass ich seit rund sechs Wochen die Schmerzen im unteren Rücken komplett los bin. Ich konnte zeitweise nachts nicht schlafen, bin davon sogar wach geworden. Und diese Zeit ist glücklicherweise vorbei! Also neben dem Spaß habe ich bezüglich meiner Rückenprobleme mein Ziel schon erreicht. Ich werde auf jeden Fall weiter am Ball… äh Reifen bleiben!

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