Alltagsfunkel #3

Meine Alltagsfunkel: Kleine Beobachtungen und Erlebnisse in einer Zeit, in der das Leben Kopf steht.
Geschrieben als Drabble: Eine Geschichte, die aus 100 Wörtern besteht, wobei die Überschrift nicht mitgezählt wird.

Alltagsfunkel #3

Abenteuer im Klosterwald

Teiche. Ein Bach. Sogar eine Quelle, die Wunder verspricht. Aber diese drei nebeneinander liegenden Teiche haben wir in zwei Jahrzehnten noch nicht entdeckt. Staunend umrunden wir die Gewässer. Zwei am Ufer liegende Gänse schauen unbeeindruckt auf. Eine Bank lädt zum Verweilen ein, doch die niedrigen Temperaturen treiben uns weiter. Auf der Suche nach einem Steg über den nebenan fließenden Bach, kommen wir an einer Weide vorbei. Sie scheint länger ungenutzt zu sein. Vom Sturm entwurzelte Bäume liegen auf dem Zugangsweg. Wir tasten uns voran, klettern über Stämme und zwängen uns zwischen Zweigen hindurch. Plötzlich beendet ein bekannter Weg unser Abenteuer.

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Alltagsfunkel #2

Meine Alltagsfunkel: Kleine Beobachtungen und Erlebnisse in einer Zeit, in der das Leben Kopf steht.
Geschrieben als Drabble: Eine Geschichte, die aus 100 Wörtern besteht, wobei die Überschrift nicht mitgezählt wird.

Alltagsfunkel #2

Nachwuchs 2

„Guck mal!“, mein Mann sprintet zur Tür herein, „Herr Amsel hat einen riesigen Zweig angeschleppt.“ Und schon stehen wir gemeinsam am Fenster und drücken uns die Nasen an der Scheibe platt, während Frau und Herr Amsel am Schuften sind. Was daran liegt, dass sie sich letztlich doch gegen den Altbau entschieden haben und sich nun das Zuhause ihrer künftigen Vogelschar selber zusammen zimmern. „Besser als Kino“, stellen wir einhellig fest und dass ein Home Office doch einige Vorteile hat. Vor allem, wenn die Natur mit solchen Highlights aufwartet. „Ich geh wieder arbeiten“, sagt mein Mann und verschwindet lächelnd im Nebenraum.

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Das alte Nest befindet sich links unterm Dach, das neue entsteht rechts
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Die Anfänge sind gut erkennbar!


Alltagsfunkel #1

Meine Alltagsfunkel: Kleine Beobachtungen und Erlebnisse in einer Zeit, in der das Leben Kopf steht.
Geschrieben als Drabble: Eine Geschichte, die aus 100 Wörtern besteht, wobei die Überschrift nicht mitgezählt wird.

Alltagsfunkel #1

Nachwuchs

„Siehst Du den Amsel-Schwanz?“ Eine WhatsApp Nachricht meines Mannes vom Home Office nebenan. Ich starre auf das Foto und erkenne Schwanzfedern, die unter dem Carportdach hervorlugen. Dort, wo sich bereits im letzten Jahr eine Amsel Familie eingenistet hatte. Ich schaue aus dem Fenster und sehe Herrn Amsel, der gerade vom Carport zur Birke fliegt, sich auf einen Zweig setzt und im Wind schaukelt. Ob er seine Familienplanung überdenkt? Schließlich ist es eine wichtige Entscheidung, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Wobei die Jungen im Hause Amsel bereits nach 15 Tagen flügge sind. Da fällt die Entscheidung „pro Familie“ wohl leichter.

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Daumen hoch für einen tollen Busfahrer!

Manchmal gibt es Situationen im Alltag, die funkeln. Sie stechen aus dem täglichen Einerlei hervor und sorgen für Glücksgefühle. So wie die Begegnung, die Gina und ich heute hatten.

Unser Spaziergang führte uns heute mal wieder in den Ort hinein. Wir wohnen inmitten von Feldern, Wäldern und Wiesen, so dass hin und wieder ein Training mit vorbei flitzenden Autos, fremden Menschen und allem was so zu einem Stadtspaziergang dazu gehört, angesagt ist.

Gina hat sich über die Monate – fast neun sind es inzwischen!! – an fast alles gewöhnt. Nur an viel befahrenen Straßen schlägt ihr Hundeherz immer noch schneller, so dass wir weiter viele kleine Schritte machen, um ihr Vertrauen in den Straßenverkehr zu stärken.

Heute sind wir über den Friedhof gegangen, damit wir auf dem Rückweg ein kleines Stück an der Straße entlanggehen und nicht gleich Kilometerweit neben den vorbeisausenden Autos unterwegs sind. Wir kamen an eine Haltestelle, wo gerade ein Bus mit geöffneten Türen stand. Der Fahrer stand draußen auf dem Gehsteig. Wir grüßten uns freundlich und ich war schon fast vorbei, als ich dachte: hey, vielleicht kann Gina ja mal an dem riesigen Gefährt schnüffeln. Schließlich wollen wir irgendwann auch mal das Busfahren üben.

Ich fragte also freundlich nach und bekam als Antwort: „Klar, kein Problem. Sie können mit ihrem Hund auch hineingehen und ihr alles zeigen!“ Ich strahlte über das ganze Gesicht, bedankte mich und schon kletterten wir hinein und Gina konnte überall schnüffeln. Und das war schon eine aufregende Situation für so einen kleinen Hund. Ich freue mich immer, wenn es sich in solchen Momenten zeigt, wie gut unsere Bindung ist und dass sie Vertrauen in mich hat.

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Nachdem wir wieder ausgestiegen waren, habe ich mich noch mit dem Busfahrer unterhalten. Über das Busfahren, über Hunde aus dem Tierschutz. Er meinte dann, dass er es toll fände, wie ich meinem Hund die Welt zeigen würde und wenn ich wollte, könnte ich ja mal ein Stück mitfahren. „Aber ich weiß ja gar nicht, wann sie fahren“, entgegnete ich. „Ich meinte auch jetzt gleich. Meine Tour geht in zwei Minuten weiter, ich drehe dann hinten im Ort, fahre zurück und könnte Sie hier gegenüber wieder absetzen.“ Wow, was für ein toller Vorschlag! Ich habe mit Begeisterung angenommen.

So ist Gina heute völlig unerwartet zu ihrer ersten Busfahrt gekommen – die ungefähr 3-4 Minuten gedauert hat – und sie hat es toll gemacht. Ich war unglaublich stolz auf sie! Dem Busfahrer habe ich von Herzen gedankt und ihm alles Gute gewünscht.

Wie wundervoll so einem herzlichen Menschen zu begegnen!

Meine Herzensmomente

Nach einem Seminar-Wochenende wieder nach Hause kommen…

1

… einen langen Spaziergang mit Gina bei schönstem Herbstwetter machen…

2

… Kälber auf der Weide beobachten…

3

… Spiegelungen in einer Pfütze bestaunen…

4

… und leuchtendes Herbstlaub bewundern.

5

Was sind heute Eure Herzensmomente? Schreibt sie gerne in die Kommentare.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag!