Freundschafts-Ende

Freundschafts-Ende
von Nicole Vergin

Wie Pech und Schwefel
So sagt man es doch
Ja, so waren wir Zwei
Haben gelacht und geweint
Uns gegenseitig getröstet
Gehalten.

Seite an Seite
Auf dem Lebensweg
Der
Nicht gerade
Sondern voller Kurven war
Und ist
Nur jetzt
Ohne Dich.

Für immer sollte es sein
Irgendwann ein Anfang
Aber kein Ende in Sicht
Und doch war es da
Schlich sich näher
Wir bekämpften es
Mutig in unseren Rüstungen
Gewappnet gegen den Sturm
Aber die Winde rissen uns mit
Dich nach links
Und mich nach rechts.

Ohne die Chance auf ein
Versuchen-wir-es-nochmal
Stattdessen
War da nur noch Qual
Die Gemeinsamkeiten
Vom Winde verweht
Die Gedanken im Kopf verdreht
So lagen wir hier und dort
Streckten die Hände aus
Versuchten nacheinander zu greifen
Zu tasten
Doch Leere ist fassungslos.

Und so
Standen wir auf
Die Blicke abgewandt
Und alles nahm seinen Lauf
Wo eben noch Freundschaft
War nun ein Loch
In meinem Herzen
Und Du?
Fühlst auch Du diese Schmerzen?

Freundschaft

Mit einem Tag Verspätung kommt hier mein Beitrag zum Schreibkick Thema `Freundschaft´.

Die Schreibkicks sind eine Idee von Sabi Lianne und bei Mitmach-Interesse findet Ihr hier die facebook Gruppe!

Und nun beginnt die Geschichte…

Freundschaft
von Nicole Vergin

„Friday nights and the lights are low, looking out for a place to go…“
Mein Fuß wippt im Takt des Abba Songs, meine Lippen formen den Text.
„Ausgehen am Freitag Abend“, Sandras Stimme taucht plötzlich zwischen der Musik auf. „Oh ja, ich erinnere mich!“
Ich nicke zu ihren Worten.

„Weißt du noch“, fährt sie fort, „die Party im Kuhstall? Damals als die Kühe gerade zur Sommerfrische auf der Alm waren.“
Ich grinse bei dem Gedanken an die selbst gebastelte Discokugel, die sie mitgebracht hatte. Einen Ball, den sie kurzerhand ihrem Bruder weggenommen und mit Alufolie umwickelt hatte. Beim aufhängen unter der Decke war sie prompt mit dem wackeligen Stuhl zusammen gebrochen. Minutenlang lagen wir im Heu und haben uns ausgeschüttet vor Lachen.
„Dieser angebliche DJ, den du da angeschleppt hast“, wie immer bei dieser Anekdote macht sie eine bedeutungsvolle Pause, „da legt der doch Stefanie Hertel auf… über jedes Bacherl führt a Brückerl…“
Ich halte mir die Ohren zu. Wenn Sandra Quatsch machte, hörte es sich immer so an, als könnte sie überhaupt nicht singen. Dabei war das Gegenteil der Fall. Und wenn wir gemeinsam unsere Lieblings Abba Songs sangen, war sie diejenige von uns beiden, die die Töne traf, während ich immer tiefer in den Keller ging und den Refrain meist nur mit brummte.

„Hey, wollen wir nicht tanzen?“ Passend zu der Frage höre ich Agnetha und Anni Frid „You are the dancing queen“ singen.
Ich schüttele den Kopf.
„Sag bloß nicht `jetzt nicht´“, warnt sie mich, „zum tanzen muss immer Zeit sein. Denk dran, wie kurz das Leben ist.“ Sandras Stimme klingt glücklich, aufgekratzt, mitreißend. Trotzdem bleibe ich sitzen.
„Spaßbremse“, murrt sie und klingt ein wenig wie eine beleidigte Göre.
Ich zucke bedauernd die Schultern.
Wie immer lässt sie sich trotzdem von mir nicht den Spaß verderben, singt mit lauter, alles übertönender Stimme. Tränen treten mir in die Augen.

„Andrea?“ Eine Hand umfasst behutsam meinen Oberarm. Ich schrecke auf, blicke nach vorne und höre wie der Redner sagt: „Und nun hören wir noch ein paar Worte von Andrea.“
Ich wische mir mit dem Handrücken über die Wange, stehe auf und gehe mit Blick auf das überlebensgroße Foto meiner besten Freundin Sandra nach vorne.

Diesmal waren dabei:

Rina

Veronika

Corly

Regina

Sabi

Das Thema für den 01. November lautet: Herbstmomente