Die Lust am Sommer-Regen

Ich liebe es, im Regen spazieren zu gehen. Und jetzt im Sommer ist es nochmal so schön, denn selbst wenn ich klitschnass werde, friere ich nicht. In den vergangenen Wochen war es meist sonnig und trocken. Sehr trocken. Unsere Teich Frösche waten mittlerweile durch Schlamm, anstatt im Wasser zu plantschen.

Aber heute Morgen weckte mich das prasseln von Regentropfen auf unserem DSC_0561Dachfenster. Gemütlich kuschelte ich mich noch ein paar Minuten unter die Decke, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und beobachtete, wie die Tropfen auf die Scheibe platschten und dann die Schräge hinunter rutschten. Wie Kinder auf einem Spielplatz.

Und dann hielt mich nichts mehr. Rein in die Klamotten, kurz zwischen Tür und Angel die Zähne geputzt und dann nichts wie raus. Spontan verlängerte ich meine übliche Morgenrunde, hielt mein Gesicht in den warmen Sommer-Regen, patschte durch Pfützen wie früher als kleines Mädchen und beobachtete, wie Tropfen über grün leuchtende Blätter liefen, wie sie auf dem sandigen Boden sich zu Pfützen zusammen taten.

Nach nur wenigen Minuten klebte mir die Jeans auf der Haut fest, durch meine Brille konnte ich kaum noch sehen und ich sang laut: „I´m singing in the rain“.

Als ich später zuhause im Radio den Moderator sagen hörte, dass es ja sooo schade sei, dass der kalendarische Sommerbeginn mit einem Regentag startete, schaltete ich aus, tanzte übermütig ein paar Schritte und begann erneut zu singen: „I´m siiiiiiingin in the rain. Yes, singing in the rain. What a glorious feeling. I´m haaappy again!“

Unterwegs, wieder-da und ein Parallelogramm

Ja, ich bin wieder da, wieder im Lande, back in town. „Wieder in meinem Revier“, das sagt oder singt wohl nur Herr Müller Westernhagen, oder? (Abschied-tourt er eigentlich immer noch?)

Und ja, ich bin übermütig, Energie geladen, super gut drauf. Da kann auch die Tatsache, DSC_0592dass unsere Telefonleitungen gestört sind und ich per Stichwort `Parallelogramm´mit einem sehr netten Telekom Techniker sprechen muss, so überhaupt nichts dran ändern.

Kein Wunder, liegen doch dreieinhalb Wochen herrlicher, entspannender Urlaub hinter mir. Eine Rundreise, die meinen Mann und mich durchs Sauerland (wusstet Ihr, dass es dort Berge gibt??) führte, dann über Regensburg, Wien, hinunter nach Kärnten (am Wörthersee steht tatsächlich eine Roy Black Büste) und zurück noch ein Stopp im wunderschönen Bayreuth – Wagner lässt dort an jeder Ecke grüßen!

Wir haben also viel gesehen, viel erlebt und so ganz nebenbei lief natürlich mein `ich-mache-eine-Ausbildung-Gedanken-Karussell´. Inzwischen habe ich mir meine Pflichtlektüre für die Ausbildung zur Trauer- und Sterbebegleiterin besorgt. Und natürlich ist hier das Wort `Pflicht´ für mich rasch durch `Kür´ zu ersetzen, denn im Gegensatz zur Schule, die ich früher abgrundtief verabscheut habe, habe ich mir dieses Lernen selbst ausgewählt.

Am Freitag geht es also gleich wieder nach Hamburg, wo das erste Ausbildungs-Wochenende stattfindet und Ihr könnt mir glauben: ich bin gespannt, wie ein Flitzebogen und natürlich auch aufgeregt.

Aber bis dahin werde ich erst einmal Mails bearbeiten (in 3,5 Wochen häuft sich da doch einiges an), meine Lesung für Donnerstag Nachmittag vorbereiten, an meinem nächsten Kinderbuch weiter arbeiten, Beiträge schreiben und und und. Also: bis bald!

P.S. Nachdem ich nun seit fast einem halben Jahr ein Whats App fähiges Handy besitze, habe ich im Urlaub festgestellt wie HERRLICH es ist, dies mal NICHT zu nutzen. Und habe gleich beschlossen, dass ich auch im Alltag nicht mehr ständig damit zu tun haben möchte!

Bye bye Whats App, facebook, Blog…

… zumindest in den kommenden 3,5 Wochen werde ich all das ruhen lassen und eine ausgiebige Frühlings-Pause genießen.

Ob das funktioniert? Oh ja! Es ist herrlich, eine Zeitlang auf all das zu verzichten. Für DSC_0141mich ist es wichtig, mal keine Nachrichten zu tippen, sondern einfach nur im realen Leben zu sein.

Und danach? Dann stürze ich mich mit frischer Energie in die anstehenden Aufgaben: das bloggen, ein neues Kinderbuch schreiben, die Ausbildung zur Trauer- und Sterbebegleiterin… es bleibt also spannend!

Ich freue mich, Euch Mitte / Ende Juni wieder zu lesen und wünsche Euch bis dahin eine wundervolle Zeit.

P.S. Den Beitrag über die Messe „Leben und Tod“ werde ich dann nachreichen. Aktuell habe ich Probleme mit dem Internet und es würde ewig dauern, die Bilder hochzuladen.

Kuddel & Muddel Geplauder oder Wie ich eine unerwartete Chance ergriffen habe

Wahnsinn! Da ist mir doch tatsächlich eine Chance vor die Füße gepurzelt, mit der ich DSC_0023überhaupt nicht gerechnet hatte. Einfach so. Einfach, weil auf einmal ein Puzzle Teil zum anderen gepasst hat. Ohne drücken, schieben… ja, einfach so.

Falls Ihr Euch jetzt fragt, ob ich wirklich gerade so wirr bin, wie es sich hier liest: JA!

Aber ich versuche jetzt mal von vorne zu beginnen: morgen ist es zwei Wochen her, dass ich auf der Messe „Leben und Tod“ in Bremen war. Natürlich wollte ich längst einen Beitrag geschrieben haben – der kommt auch noch; versprochen – und ich hatte mir sowieso so einiges für diese zwei Wochen vorgenommen, aber dann… atmen, Nicole, atmen…

Wer mich schon länger kennt oder sich auch genauer auf meinem Blog umgeschaut hat, der weiß, dass ich mich mit den Themen Leben, Sterben, Tod und Trauer bereits seit Jahrzehnten beschäftige. Daher war es für mich auch ein wichtiges Ereignis zu der Messe nach Bremen zu fahren. Natürlich hatte ich immer schon mal überlegt, ob und wenn ja wie ich mich in diesen Bereichen, die doch so viele Menschen verunsichern und ängstigen einbringen kann. Aber bisher hatte ich nie das richtige für mich gefunden. Dass was sich wirklich gut anfühlt.

Bis ich auf der Messe über eine Ausbildung zur Trauer- und Sterbebegleiterin gestolpert bin, die mich ganz speziell anspricht. Dazu folgt dann in späteren Beiträgen noch genaueres.

Lange Schreibe, kurzer Sinn… ich habe mich tatsächlich zu der 2-jährigen Ausbildung angemeldet, die allerdings – und das war so der klitzekleine Haken – erst im November 2019 beginnt. Und gestern nun – so ganz richtig kann ich es immer noch nicht fassen – habe ich Bescheid bekommen, dass ich für eine Teilnehmerin, die leider ihre Anmeldung zurückziehen musste, in den gerade begonnenen Ausbildungsgang einspringen kann.

Und wisst Ihr was? Ich habe diese Chance mit beiden Händen ergriffen und neben mir liegt das fertig ausgefüllte Anmeldeformular, das ich gleich zur Post bringen werde. Ist das ein absoluter Wahnsinn?? Das funktioniert natürlich nur, weil mein Mann – der beste der Welt – mich darin unterstützt. Und auch mein Sohn – Ihr ahnt es: der beste der Welt – steht mir zur Seite. Und ohne die Beiden würde das überhaupt rein gar nicht funktionieren!

Ach ja, ich werde übrigens die Ausbildungszeit dadurch begleiten, dass ich praktische Erfahrungen in einem Hospiz sammle. Auch da habe ich bereits meine Fühler ausgestreckt und hoffe auf einen positiven Bescheid.

So, dass musste jetzt einfach alles mal raus! Habt einen schönen Tag und wenn Ihr die Gelegenheit habt, eine Chance zu nutzen, dann greift zu!

Mal eben ne Runde schnacken

Ja, heute schneie ich (trotz Frühling) einfach mal so auf einen kurzen Klönschnack rein. Einen auf Hochdeutsch allerdings, denn unser Rehburger Platt beherrsche ich nicht.

Draußen lacht die Sonne von einem herrlich blauen Frühlings-Himmel und ich bin doch tatsächlich nach wie vor mit dem umsetzen der Anforderungen der DSVGO (den Beitrag dazu findet Ihr hier) beschäftigt.  Wer von Euch übrigens weiß, wie man diesen Banner bzgl. der Cookies bei WordPress einsetzt – für Tipps und Ratschläge bin ich immer dankbar!

Aber bevor Ihr nun in vielstimmiges, mitleidiges „Ooooh“ ausbrecht: meine Woche hat durchaus auch noch Highlights zu bieten. Seid Ihr Flohmarkt-Gänger? Also ich liebe Flohmärkte. Und einen, wo man mich jedes Jahr am 1. Mai findet, ist bei uns in Neustadt a. Rbge. bei Famila auf dem Parkplatz. Teils überdacht, hat es auch in diesem Jahr wieder riesigen Spaß gemacht, sich durch all die Stände zu wühlen. Obwohl das Wetter echt gruselig und ziemlich kalt war. Muss ich erwähnen, dass ich mit einem Stapel Bücher nach Hause gekommen bin?

Natürlich habe ich auch wie angekündigt begonnen, meinen Walk-Lauf-Traum zu verwirklichen. Aber dazu gibt es dann Ende der Woche noch einen Extra-Beitrag.

Morgen steht nun etwas Besonderes auf dem Plan. In Bremen findet die 11. Messe Leben & Tod statt und ich werde das erste Mal (als Besucher) dabei sein. Ich habe mir bereits einige Vorträge rausgesucht, die mich interessieren und einige Stände stehen auf meiner Liste, denen ich definitiv einen Besuch abstatten werde. Und natürlich habe ich meine Kamera und meinen Notizblock im Gepäck, um Euch hinterher davon erzählen zu können.

Natürlich vergesse ich bei all dem nicht, das Frühlingserwachen in der Natur zu genießen. Denn mal ehrlich: man hat doch das Gefühl, dass es jeden Tag etwas neues zu bestaunen gibt. Und dafür nehme ich mir immer gerne die Zeit.

Was steht bei Euch in dieser Woche so an? Genießt Ihr auch die Wunder der Natur oder schlagen die Alltagswellen dafür doch zu hoch über Euch zusammen? Ich wünsche Euch jedenfalls noch eine wundervolle Woche und bis zum nächsten Klönschnack!

Könnt ihr auch den Frühling riechen?

Lorelei Gilmore kann den Schnee riechen. Dieses kleine Detail aus der von mir sehr geliebten Serie „Gilmore Girls“ ist mir von Anfang an im Gedächtnis geblieben. Warum? Kann ich etwa ebenso wie Lorelei den ersten Schneefall des Winters voraussagen? Nein, aber ich konnte es so gut nach empfinden, weil es mir mit dem Frühling ähnlich geht.

Der Start in meine persönlichen Frühlingsgefühle hat nichts mit dem Datum zu tun. Oder mit den ersten Krokussen in meinem Garten. Oder den wunderschönen, inzwischen blühenden Forsythien. Mein Frühlings-Herz schlägt schneller, wenn die ersten Felder umgepflügt und für das säen vorbereitet werden.

Genau dann riecht es nach der aufgebrochenen dunklen Erde, die nach dem Winter erst einmal tief durchzuatmen scheint. Wie in meiner Kindheit – da ich in der Stadt aufgewachsen bin, hatte ich nicht allzu oft Gelegenheit dazu, während ich heute die Felder fast vor der Haustür habe – hocke ich dann am Feldrand und wühle mich mit den Fingern tief hinein, pflüge sozusagen ein wenig nach. Und dann – ja, dann ist für mich wirklich der Frühling da.

DSC_0002
DSC_0003
DSC_0004
DSC_0005

Ostern ohne Heidi und den Geissenpeter

Wusstet Ihr, dass es Feiertagsgesetze gibt? Ich nicht. Und sie sind sogar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Worin sich aber die Bundesländer so ziemlich einig sind, ist ein Gesetz, dass es seit 66 Jahren gibt: Tanzverbot an Karfreitag und Karsamstag.

Davon hatte ich noch nie gehört. Anscheinend habe ich die fast fünf Jahrzehnte meines OsternLebens auf dem Mond verbracht. Tanzend versteht sich! Jedenfalls war ich erstaunt, als ich in der HAZ (Hannoverschen Allgemeinen Zeitung) las, dass es Diskussionen über die Abschaffung des Gesetzes gibt.

Meine Neugierde war geweckt und Internet-sei-Dank habe ich rasch mein Wissen ein wenig gefüttert. Im NFeiertagsG (Niedersächsisches Gesetz über die Feiertage) ist dieser Punkt für uns Sturmfest und erdverwachsene Bürger genauestens geregelt. Laut diesem betrifft es auch schon den Gründonnerstag. Nun, ich habe mich da jetzt mal nicht en detail durchgewühlt (wenn Ihr das tun möchtet, klickt bitte hier), sondern mich lediglich mit „gefährlichem Halbwissen“ versorgt.

Und das sagt ganz klar, dass nicht nur das gemeinsame Tanzen verhindert werden soll, sondern es betrifft auch noch andere Bereiche, wie z. B. (und dafür habe ich dann nochmal google befragt) Filme: ich habe in meiner Kindheit mit Begeisterung die Zeichentrickserie „Heidi“ gesehen. Wenn sie mit dem Geissenpeter gemeinsam die Alm hoch und runter getollt ist, das war herrlich, wahnsinnig idyllisch und im Nachhinein auch schlicht kitschig. Tja, das darf an diesen sogenannten stillen Feiertagen nicht ausgestrahlt werden. Warum frage ich mich da und finde doch keine Antwort.

Dann leuchtet mir schon eher ein, dass sie „Das Leben des Brian“ nicht zeigen dürfen. Wer es nicht kennt: eine Komödie der Komikergruppe Monty Python – ganz klar ein Kultfilm! – der sich mit typisch britischem Humor dem Messias inklusive Kreuzigung widmet. Ein Film, den ich zu jeder Jahreszeit, an allen Feiertagen genießen kann!

Jedenfalls bin ich doch nachhaltig beruhigt, dass an stillen Feiertagen so gut für uns gesorgt wird. Direkt am Ostermontag geht das Leben dann auch ganz normal weiter, da steht im Fernsehprogramm – übrigens genauso wie jedes Jahr an Weihnachten „Stille Nacht, heilige Nacht…“ – ebenfalls ein Kultfilm: „Stirb langsam“. Bruce Willis im Feinripp Unterhemd, wie er durch Scherben geht – immer wieder ein Genuss.

Tja, was soll ich da noch schreiben… ich hoffe ehrlich gesagt, dass Ihr genau wie ich an so vielen Tagen des Jahres wie möglich, tanzt und lacht und fröhlich seid. In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes Osterfest – genießt die Zeit und das Leben.

P.S. Und wenn Ihr jetzt tatsächlich ein wenig Sehnsucht nach der Serie „Heidi“ bekommen habt oder wissen wollt, was das denn überhaupt war… klickt hier und hört Euch die Titelmusik an!