Weiter im Weihnachts-Taumel

Seit fast drei Wochen befinde ich mich nun im Weihnachts-Taumel. Nach wie vor lese ich mit Begeisterung Weihnachtsromane und habe sogar schon den zweiten Weihnachtsfilm geguckt. Meine leuchtenden Augen sprechen eine deutliche Sprache!

Zwischen meinen Weihnachtsromanen habe ich nun auch ein Kinder-Weihnachtsbuch gelesen bzw. angeschaut. Und zwar eines, das schon etliche Jährchen auf dem Buckel hat: „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ von Mauri Kunnas.

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Ich liebe diese Buch mit seinen grandiosen Illustrationen, bei denen ich auch beim x-ten Mal anschauen, immer noch etwas neues entdecke. Es macht einfach Spaß, sich in dem kleinen Ort Korvatunuri, in Lappland, umzuschauen. Zu sehen, wie die Wichtel arbeiten. Und welche Tiere bei ihnen den Winterschlaf verbringen und wie die Geschenke zu den Kindern kommen und, und, und… vor zwei Tagen erst habe ich ein nagelneues Exemplar erstanden und werde es zu Weihnachten verschenken. Es gibt einfach Bücher, die mein Herz schneller schlagen lassen!

Ein weiterer toller Weihnachtsroman ist „Der Weihnachtswald“ von Angelika Schwarzhuber. Dieses Buch ist mir allerdings schon im vergangenen Jahr „vor die Füße gefallen“ und als ich es nun von einer begeisterten Freundin, der ich es geliehen hatte, zurück bekommen habe, dachte ich, dass ich Euch davon auch noch rasch erzähle.

Angelika Schwarzhuber hatte eine tolle Idee, die ich so als Weihnachtsroman noch nicht gelesen hatte. Ihre Protagonistin Eva, alleinstehende Anwältin ohne Faible für Weihnachten – bis dahin also nicht ungewöhnlich – reist zur Weihnachtszeit zu ihrer Großmutter. Sie ist dort nach dem Tod ihrer Eltern aufgewachsen und trifft auf ihre Vergangenheit. Und zwar sozusagen gleich doppelt. Als ein Schneesturm aufkommt und ein Kind verschwindet landet sie, gemeinsam mit ihrem Jugendfreund, in der Vergangenheit. Ich habe vergangenes Jahr dieses Buch verschlungen und kann es nur jedem empfehlen, der Spaß an Weihnachts- und Zeitreise Geschichten hat.

Und nun zu dem Weihnachtsfilm, den ich vor ein paar Tagen im Fernsehen geschaut habe. „Der Wunschzettel“ hieß der Film und er lief in der ARD, wo er jetzt auch noch in der Mediathek zu finden ist. Hier ist der Link dazu.

Der 9-jährige Leo hat einen Wunschzettel geschrieben und diesen an eine Verkehrsampel geklebt. Pauline – alleinstehend, Ordnungshüterin, großes Herz – findet ihn und versucht zu helfen. Wie es dann dazu kommt, dass sie mit einem wildfremden Mann das Familien Weihnachtsfest besucht – und natürlich entsprechendes Chaos ausbricht – dass schaut Ihr Euch am besten selber an. Auf jeden Fall viel Herz und natürlich Schmerz, Weihnachtslichter und – lieder und einfach schööööön.

Inzwischen bin ich erneut bei der Winter-Street-Reihe von Elin Hilderbrand – hier hatte ich darüber geschrieben – angelangt, aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal…

Tagsüber im Museum ODER Ich weiß jetzt, wer Max Slevogt war

Als gebürtige Hannoveranerin kenne ich das Landesmuseum Hannover seit meiner IMG_2467Kindheit. Ich weiß zwar nicht mehr, wann ich das erste Mal dort war, aber ich weiß noch, dass es mich fasziniert hat. Zumindest teilweise… ich mochte die Aquarien und Terrarien im Erdgeschoss. Und das Dino-Skelett in der 1. Etage.

Am spannendsten fand ich jedoch immer den „roten Franz“ – eine Moorleiche aus der Eisenzeit (nicht zu verwechseln mit der Eiszeit…), die 1900 nördlich von Neu Versen (daher wird er auch der Mann von Neu Versen genannt) bei Meppen gefunden wurde. Mich hat es also schon sehr früh zum Thema Tod gezogen. Und es war immer eine Mischung aus Faszination und Grusel, wenn die Vitrine, in der Franz damals noch ausgestellt war, näher rückte. Für Interessierte gibt es übrigens einen Eintrag auf Wikipedia mit Foto, den Ihr hier findet.

In der vergangenen Woche war es nun mal wieder so weit: ich hatte Lust auf einen Besuch im Landesmuseum. Vorab hatte ich mich noch schlau gemacht, welche Sonderausstellung derzeit zu besichtigen ist und da diese mich interessierte, stand einem Besuch nichts im Wege.

Vorweg: auf die Gemälde- und Münz Ausstellungen in der 2. Etage habe ich verzichtet. Übrigens nicht zum ersten Mal… und durch die „Aquarium Abteilung“ bin ich nur rasch durch geschlendert. All die Fische auf engstem Raum eingepfercht ist einfach nicht meine Sache.

Abgesehen vom „Roten Franz“ gibt es natürlich zahlreiche Exponate, die ich bereits aus meiner Kinder- und Jugendzeit kenne. Das besagte Dino-Skelett, die ausgestopften Robben, die Hörner (Musikinstrumente) aus der Bronzezeit (nagelt mich nicht auf die Zeit fest, es kann sein, dass ich mich falsch erinnere…).

Natürlich wurde etliches im Laufe der Jahrzehnte modernisiert und vor allem technisch auf einen aktuellen Stand gebracht. Schließlich soll die Chance erhöht werden, dass sich auch der Nachwuchs noch z. B. für die „Menschenwelten“ im 1. Stock interessiert. Dort, wo die Besucher Menschen aus der Stein- und anderen Zeiten gegenüberstehen.

Was mich diesmal am meisten fasziniert hat, war die Sonderausstellung über den Maler Max Slevogt. Genauer geschrieben: Franz Theodor Max Slevogt, der zudem auch noch Grafiker, Illustrator und Bühnenbildner war. Ich hatte mir die entsprechende Seite des Landesmuseums im Netz angeschaut und die Bilder, die ich dort fand, gefielen mir. Impressionistisch und teils in wunderschönen Farben.

Im übrigen habe ich überhaupt keine Ahnung von Kunst. Ich gehe da schlicht nach: gefällt mir oder gefällt mir nicht. Dieses „auseinandernehmen“, wie ich es früher im Kunst Unterricht tun musste – nein Danke! Und so bin ich auch ganz offen in die Ausstellung hinein spaziert. Und sehe als erstes etliche Bilder, die unglaublich dunkel waren. Porträts, so wie es früher üblich war. Streng. Dunkel. Manchmal furchteinflößend.

Bei meinem Gang durch die Galerie stellte ich dann fest, wie vielseitig Herr Slevogt doch war. Von Porträts über Landschaftsmalerei, Bilder, die in einem Zoo entstanden sind (interessant zu sehen, wie die Tiere auf den Bildern immer detaillierter gemalt worden sind und die Menschen in den Hintergrund rückten) bis hin zu Bildern über Geschichten aus der Bibel.

Und dann die Illustrationen, die er z. B. für die Geschichten von Sindbad dem Seefahrer angefertigt hat. Oder eine Speisekarte auf der u. a. ein Mammut (?) in einem riesigen Eisblock zu sehen ist.

Die Audioführung, die im Preis inbegriffen ist, hat mir etliche Erklärungen geliefert, aber alle habe ich mir nicht angehört. Es hat auch einfach so Spaß gemacht, das Werk dieses Mannes zu betrachten.

Bis zum 24.02.2019 ist die Ausstellung noch zu sehen, also falls Ihr mal in der Nähe seid… sie ist echt sehenswert. Und bei Interesse ist hier auch noch der Link dafür!

Christmas Talk – lesen und gucken in der Weihnachtszeit

Ende Oktober (also kurz vor der Adventszeit…) habe ich Euch von meiner Advents-Lese-Aktion erzählt. (Wer den Beitrag nicht kennt, findet ihn hier) Den ursprünglichen Plan, in der Advents- und Weihnachtszeit Weihnachtsromane zu lesen, habe ich kurzerhand ein wenig abgewandelt. Ganz gegen unsere sonstigen Familiengewohnheiten, haben wir in diesem Jahr einfach einen 0. Advent eingeführt und am letzten November Wochenende schon mal die Deko vom Dachboden geholt und mit dem schmücken begonnen.

Da lag es natürlich nahe, auch mit dem Weihnachts-Geschichten-lesen durch zu starten! Ich hatte da einfach so eine riesen Lust drauf, mein letztes Buch war auch gerade ausgelesen… Und so kommt es, dass ich inzwischen schon mitten im 3. Roman bin! Und da ich versprochen hatte, Euch das eine und andere Buch vorzustellen, tue ich das hiermit jetzt!

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Begonnen habe ich meine Lese-Abenteuer mit einem Roman aus der Winter-Street-Reihe von Elin Hilderbrand: „Inselwinter“. Den zweiten Band aus dieser Reihe hatte ich im Sommer auf dem Flohmarkt entdeckt… ohne zu wissen, dass es sich um eine Reihe handelt. Kennt Ihr sowas auch? Mir ist das nicht zum ersten und vermutlich auch nicht zum letzten Mal passiert. Egal. So „musste“ ich dann wohl oder übel die anderen Bände auch kaufen. Und da ich von dieser Autorin schon Romane gelesen habe, wusste ich ja worauf ich mich einlasse.

Die Geschichte dreht sich um das komplizierteste Thema an Weihnachten: die liebe Familie… wie vermutlich bei vielen anderen auch, geht es bei der Familie Quinn, die auf der Insel Nantucket eine Pension führt, drunter und drüber. Die Mutter ist im Vorjahr mit dem Weihnachtsmann durchgebrannt, das Enkelkind soll getauft werden, ein Familienmitglied ist Tablettenabhängig und eines in Afghanistan verschollen. Um all das Chaos herum, versucht jeder für sich Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Mal gelingt das besser und mal schlechter. Der ganz normale Wahnsinn also. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Allerdings musste ich hinterher feststellen, dass ich nun tatsächlich besagten zweiten Band als erstes gelesen habe… folgt also im Laufe des Advents dann erst einmal der erste Band: „Winterglanz“ – also bitte darauf achten, falls ihr die Reihe auch lesen wollt!!

Und dann folgte „Damals im Dezember“ von Richard Paul Evans. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die meisten Weihnachtsromane von Frauen geschrieben sind? Umso interessanter fand ich es, als ich diesen in die Finger bekam. Die Story handelt von Luke Crisp, der zu seinem Vater – die Mutter ist gestorben, als er klein war – ein inniges Verhältnis hat. Bis zu dem Tag, als ein Freund ums Leben kommt und Luke plötzlich meint, dass er sein Leben nun lieber in vollen Zügen genießen sollte, anstatt zu arbeiten und in die Firma seines Vaters einzusteigen, wie es ursprünglich geplant war. Leider übersieht er in dem ganzen, dass es auch Menschen gibt, die einem nicht nur gutes wollen. Und damit beginnt sein Abstieg. Auch hier natürlich menschliches Drama vermischt mit der guten alten segensreichen Weihnachtszeit – also genau das was ich mir von solchen Geschichten wünsche!

Aktuell lese ich „Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg“ von Jenny Colgan. Es gibt bereits zwei Bücher über die kleine Bäckerei am Strandweg. Das erste habe ich damals gelesen und habe rasch festgestellt, dass ich nach dem lesen des Klappentextes eine ganz andere Vorstellung hatte. Es war trotzdem nett, aber kein behalten-Buch. Und als der zweite Band auf den Markt kam, ließ ich die Finger davon. Warum ich nun dieses lese? W E I H N A C H T E N – es steht Weihnachten auf dem Cover, so einfach ist das! Es gibt Schlüsselwörter, auf die springe ich an, wie eine Maus auf ein Stück Käse. Und jetzt beim Lesen stelle ich fest, dass es schön ist, die altvertrauten Figuren wieder zu erlesen. Vor allem den Papageientaucher Neil, den ich schon im ersten Band geliebt habe. Solltet Ihr auch Weihnachts-Buch-Fans sein: dieses Buch könnt Ihr auch lesen, wenn Ihr die anderen nicht kennt, es gibt im Vorwort von der Autorin ein paar einleitende Sätze, die für das Verständnis völlig ausreichend sind.

Und nun komme ich noch rasch auf etwas anderes: ich habe mir spontan vor ein paar Tagen einen Weihnachtsfilm bestellt: „Ein Weihnachtswunder – 24 Türchen zur Liebe“. Herrlich kitschig, romantisch, mörderisch und ein Geist spielt auch mit. Was das mit den 24 Türchen auf sich hat, hat sich mir nicht erschlossen, aber solche Geschichten will ich auch einfach nur genießen und nichts bis ins Kleinste sezieren.

Ja, so viel für Heute zu meinem ganz persönlichen Weihnachts-Lese-Spaß. Vielleicht kennt Ihr auch noch Weihnachtsromane, die ihr mir für das kommende Jahr empfehlen könnt? Dann immer her damit!

Ich werde jetzt erstmal schauen, was Neil und Huckle und Polly an Cornwalls Küste noch so treiben…

 

Die Strickliesel und ihr Swancho

Textiles Gestalten. Dieses Schulfach jagte mir früher Gruselschauer über den Rücken. Wir Mädchen mussten Knöpfe auf ein Stück Stoff nähen, so dass daraus ein Baum entstand. Und Topflappen häkeln, ohne in jeder Reihe drei Maschen zu verlieren. Die Jungs hingegen durften in die Werkstunde gehen. Ok, auch daran war mein Interesse nicht besonders groß und als wir Mädchen dann auch mal an die Werkbank durften, war ich diejenige, bei der ständig das Blatt der Laubsäge riss. Aber alles war ja besser, als diese Handarbeitsstunden!

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Im Laufe der Jahrzehnte versuchte ich mich dann trotzdem immer mal wieder an derlei Arbeiten: von der Strickliesel mit der ich endlose „Schläuche“ gestrickt habe, über einen unvollendeten Knüpfteppich, Macramee in Form einer Eule, bis hin zu einer Küchengardine, die ich selbst häkeln wollte. Ach ja, einen kleinen Webrahmen hatte ich auch mal. Egal. Alles landete über kurz oder lang in einer Ecke, staubte ein und wurde irgendwann verschenkt oder entsorgt.

Umso mehr staunte mein Mann – der meine Abneigung gegen derartige Arbeiten nur allzu gut kennt – als ich plötzlich bei einem Treffen mit Freunden, meine Freundin bat, mir beim stricken zu helfen. Was war nur in mich gefahren? Ganz einfach: der Wunsch einen selbst gestrickten Swancho – also einen Poncho mit Ärmeln – zu besitzen. Und da meine liebe Freundin meinte, dass selbst Strickanalphabeten (so nenne ich mich selber!) wie ich, dazu in der Lage wären und sie mir gerne helfen würde, sagte ich zu. Tatsächlich hatte ich einfach mal wieder Lust, zu stricken. Man(n) (und auch Frau) lese und staune! Und rechte und linke Maschen, die man hierfür benötigt… na, die kriege sogar ich hin!

Gedacht, getan, machte ich mich kurz darauf schon auf den Weg in ein Wollgeschäft. Ein kleines, feines, in dem ich super beraten wurde. In dem klitzekleinen Laden hockten auch prompt drei Damen und strickten – neben einem dauerhaft plätschernden Wortfall – entspannt vor sich hin. Ich erzählte der Inhaberin, was genau ich plante und bekam wunderschöne blaue Wolle und ein Hilfsangebot, falls ich einmal nicht weiter käme. Ich weiß, warum ich so gerne in kleinen Geschäften kaufe!

Und dann war der Vormittag da, an dem mich meine Freundin in das Swancho stricken einweihte – an dieser Stelle ganz lieben Dank dafür!! Nach einem ausgiebigen Frühstück – eine gute Grundlage ist ja wichtig – stürzten wir uns mitten ins Wollknäuel Geschehen. Glücklicherweise war meine Freundin sehr geduldig mit mir und erklärte und zeigte mir auch mehrfach wo der Strick-Hase lang hoppelt. Und siehe da: das erste Dreieck war dann irgendwann auch gestrickt. Als es dann hieß, wieder Maschen anzustricken, da stolperte ich dann über die erste Hürde. Aber auch diese überwand ich nach und nach.

Inzwischen habe ich auch zuhause schon weiter gestrickt. Und dabei festgestellt, dass ich auf jeden Fall noch einiges an Übung brauche. Im Moment bin ich gerade dabei, eine Reihe wieder aufzuribbeln, da ich mich – trotz einer Liste auf der ich die einzelnen Reihen abhake – verstrickt habe. Früher hätte ich an dieser Stelle längst alles hingeschmissen, aber heute macht mir das Ganze tatsächlich Spaß UND ich bin deutlich geduldiger mit mir geworden.

Ob ich allerdings meinen Swancho noch in diesem Jahr werde tragen können, das weiß ich noch nicht. Aber ich habe es nicht eilig und stricke einfach immer, wenn ich Lust habe und bereit bin, mir die Zeit dafür zu nehmen. So bin ich sicher, dass der Spaß nicht zu kurz kommt und dann… dann werde ich das Projekt `Swancho stricken´auch zum Erfolg führen!

Wir bekommen ein neues Familienmitglied!

Heute in neun Wochen… also am 26. Januar 2019… Trommelwirbel… zieht bei meinem Mann und mir ein neues Familienmitglied ein. Sie wird im Januar gerade einmal ein Jahr alt, ist schwarz-weiß, hat eine Schulterhöhe von 42 cm und ist unfassbar süüüüüüüß!

Ja, nach längerer Vierbeiner-Abstinenz werden wir eine kleine Hündin aus dem Tierschutz bei uns aufnehmen. Und Ihr könnt mir glauben: wir sind schon wahnsinnig aufgeregt und freuen uns… also, wenn ich nicht gerade den Bänderanriss hätte, ja dann würde ich vermutlich die ganze Zeit im Kreis tanzen.

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Nachdem vor vier Jahren unsere letzte Fellnase – unser geliebter Kater Harry – gestorben ist, hatten wir beschlossen, eine Weile solo zu bleiben. Nachdem wir über 20 Jahre lang Kind, Pferde, Hunde, Katzen, Mäuse, Kaninchen und im Gartenteich Fische gehabt hatten, wollten wir eine Zeitlang ungebundener sein. Außerdem habe ich mich bis zum vergangenen Jahr noch um meine Mutter gekümmert, so dass ich auch da recht eingespannt war.

Seit 2,5 Jahren ist nun zumindest schon mal die Stute Dalli in mein Leben galoppiert. Ich habe das große Glück, diese zauberhafte Pferdedame mitreiten zu dürfen und ich genieße diese gemeinsame Zeit sehr. Aber Zuhause? Fehlanzeige. Kein bellen oder miauen, wenn ich nach Hause komme. Und wer selber so eine Fellnase hat, weiß wie viel sie einem geben, diese süßen kleinen Monster.

Aber mal ganz ehrlich: ein Tier aufzunehmen, bedeutet eine Verantwortung übernehmen. In guten wie in schlechten Zeiten. In Krankheit und Gesundheit. Also haben wir – bei aller Sehnsucht – erst einmal genau nachgedacht und darüber gesprochen, was sich denn nun in unserem Leben wieder ändern wird.

Wer geht denn morgens mit dem Hund? Wer macht die anderen notwendigen Spaziergänge? Wer spielt mit dem Hund? Wer bürstet, krault, füttert… eben alles was so anfällt. Alles, was am Anfang neu und spannend und dann nach und nach eben auch gerne mal Routine ist. Und manchmal ist es eben nicht witzig, bei -10 °, glatten Wegen und eisigem Wind, spazieren zu gehen. Dann wäre es im kuscheligen, warmen Bett doch sooo viel schöner!

Bei uns ist klar, dass wir uns beide kümmern werden. Wobei der Großteil schon bei mir liegt, weil ich von Zuhause arbeite und mein Mann von montags bis freitags ins Büro fährt. Was mich gleich darauf bringt, dass mein Arbeitsplatz verlegt wird. Bisher hatte ich meine gemütliche Schreibstube unter dem Dach – wunderschön – aber dorthin führt eine Wendeltreppe, die überhaupt nicht für Hundebeine gemacht ist. Nun werde ich also ins Erdgeschoss ziehen, denn schließlich will ich Zeit mit unserem neuen Familienmitglied verbringen und es gibt doch keinen charmanteren Grund für eine Arbeitspause, als eine feuchte Zunge, die an einer zufällig herunter hängenden Hand herum schlabbert…

Gina heißt unser Schatz bzw. noch heißt sie Gala, aber mal ehrlich, dass erinnert uns maximal an die Illustrierte, die es unter diesem Namen gibt. Oder eben… an eine Gala. Ich denke, Gina wird es rasch begreifen, dass sie nun einen anderen Namen hat. Letztendlich bekommen unsere Schätze doch sowieso etliche Kosenamen, oder?!!! Wir bekommen sie über den Tierschutz Verein A.S.P.A Friends e.V., die sich für Hunde in Spanien einsetzen. Unsere Gina wurde dort aus einer Tötungsstation gerettet, als sie gerade einmal etwas über ein halbes Jahr alt war. Und wer sie nun schon sehen möchte, folgt doch einfach diesem Link! Aber verlieben nutzt Euch nix – die Süße ist längst von uns adoptiert!

Letzten Sonntag hatten wir bereits ein persönliches Vorgespräch – bei dem uns auch Kalle und Fienchen, zwei Hunde, die ebenfalls aus Spanien kommen – als Hunde Eltern für würdig empfunden haben. Fienchen hat abwechselnd bei meinem Mann und mir auf dem Schoß gekuschelt und Kalle hat das Geschehen aufmerksam beobachtet.

Aufgrund meines kaputten Fußes kann Gina leider erst mit dem Transport am 26.01.19 mitkommen. Der nächste – am 08.12.18 – ist noch zu früh. Denn mal ehrlich, ein Frauchen dass nicht laufen kann… Aber wir haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen und heute die ersten Einkäufe getätigt, auf dem Foto könnt Ihr unsere Beute sehen! Und ansonsten bleibt uns nur, uns in Geduld zu üben. Und uns darauf zu freuen, viele glückliche Jahre mit unserer Gina teilen zu dürfen!

Unser Sohn Julian freut sich übrigens auch schon darauf, bei künftigen Heimat-Urlauben endlich wieder einen Vierbeiner verwöhnen zu dürfen – unserem gemeinsamen Familienglück steht also nichts im Wege!

Wieder mal Glück gehabt

Neben mir an der Wand lehnen ein Paar Krücken mit hübschen blauen Griffen. Diese passen gut zu der blauen Jogginghose, die ich mir von meinem Mann geliehen habe, weil sie unten am Bein schön weit geschnitten ist. Meinen linken Fuß habe ich auf einem Kissen erhöht IMG_2351gelagert und auch ohne nähere Betrachtung leuchten mir die lila-schwarz-irgendwas Verfärbungen auf der Apfelsinengroßen Schwellung entgegen. Und ja, ich bezeichne das Ganze auf jeden Fall als „Glück gehabt“.

Etliche Termine hatten für diese Woche angestanden. Ganz wichtig war mir der SterbebegleiterInnen Kurs und ein Hospiz Frühstück. Aber ich wäre auch gerne zum Friseur gegangen und hätte meinen Check-up Termin beim Hausarzt wahrgenommen. Aber mal ehrlich: nichts ist wichtiger als die Gesundheit. Früher hatte ich dafür nur ein Achselzucken. Der Spruch, der bei meinen Eltern auf dem Flur hing: `Alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein´. Ich verstand ihn nicht. Klar, ich war jung und glücklicherweise immer weitestgehend gesund. Heute ist es mir bewusst, wie schnell sich das Leben durch eine Krankheit, einen Unfall ändern kann. Und sofern man mit einem blauen Auge – oder in meinem Falle Fuß – davon kommt, kann man sich doch nur glücklich schätzen!

Allerdings schimpfe und jammere auch ich mal. Weil, ganz ehrlich, nur Sonnenschein und Optimismus kriege ich nicht hin. Aber dann kotze ich mich eben mal aus, meckere und dann – suche ich den nächsten Sonnenstrahl und bade darin. Wohlbemerkt geht jeder Mensch mit unterschiedlichen Lebenslagen unterschiedlich um. Und das ist völlig ok. Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass manche Menschen meinen, den Stein der Weisen über die „richtige Reaktion“ gefunden zu haben und ihn dann gerne dem Gegenüber aufdrücken wollen. Aber wenn es den Menschen nicht da abholt wo er gerade steht, dann ist das keine Hilfe. Das nur mal am Rande.

Was mir denn nun passiert ist? Ja, inzwischen kann ich schon darüber lachen. Irgendwie war es mal wieder typisch. Seit zwei Jahren reite ich wieder und hatte nun die schöne Idee mal wieder einen Sprung – oder auch mehrere – mit Dalli, der Stute, die ich reite zu wagen. Gedacht, getan. Alles lief super und ich platzte fast vor lauter Glück! Anschließend habe ich Dalli versorgt und ihr jede Menge Äpfel und Möhren gegeben und sie wieder auf die Weide gebracht. Alles prima.

Und dann marschierte ich über den Reitplatz, durch den Sand, um die Stangen wegzuräumen. KLATSCH, lag ich auf dem Boden. Ich war umgeknickt, nichts neues, meine Bänder sind schon seit Kindesbeinen nicht die stabilsten. Tja, das Ende vom Lied: ab zum Arzt. Glücklicherweise ist nichts gebrochen. Das Außenband ist gedehnt und eventuell ein wenig angerissen. Je nachdem, prophezeite mir der Arzt bis zur völligen Wiederherstellung 2 bis max. 6 Wochen.

Ich schließe mit den Worten aus der Überschrift: wieder mal Glück gehabt!

Mein Laptop hat die Rente eingereicht

Acht Jahre hat er mich begleitet. Gemeinsam haben wir Fotos gesammelt, Geschichten und Blog Beiträge geschrieben. Meine Buchführung hat er in sich aufgenommen und stets das Siegel der Verschwiegenheit gewahrt. Nie hat er mich verpetzt, wenn ich mal wieder zu lange bei facebook gegangen oder Filme im Netz geguckt habe.

Mein guter alter Terri ist in Rente gegangen. (Ja, ich gebe Dingen, die mich lange durchs DSC_0241Leben begleiten, Namen!) Ok, ich bin ehrlich. Er ist auf dem Technik Schrottplatz gelandet, da ich ihn wirklich so lange genutzt habe, bis er am vergangenen Freitag einfach mittendrin einen wahnsinnig lauten Ton – so Alarm-Sirenen-mäßig – von sich gegeben hat, der sich nur mit konsequentem auf den Ausschalter drücken wieder abschalten ließ. Und danach… nichts. Zumindest nichts, was irgendwie noch an seine alten Zeiten anknüpfen konnte. Und nach ein wenig hin und her probieren, war es dann auch völlig vorbei… und ich am Boden zerstört.

Den Moment, in dem er unter dem Arm unseres IT Experten das Haus verlassen hat, werde ich so schnell nicht vergessen. Vielleicht sollte ich mein Herz für meinen nächsten Laptop – der übrigens am Donnerstag in seinem neuen Zuhause einziehen wird – verschließen. Ich werde das mal mit Hermine – meinem Handy – bekakeln.

Tja, nun sitze ich also an meinem Schreibtisch und kann nur mit halber – oder noch weniger Kraft – arbeiten. Zum Beispiel wollte ich eben ein Foto in diesen Beitrag einfügen… aber die befinden sich nicht auf dem Laptop meines Mannes, den ich zur Zeit – DANKESCHÖN an den besten Mann der Welt – nutzen darf. Wobei… ich schau gleich mal nach. Da sind bestimmt noch Urlaubsfotos auf seinem Rechner. Dann suche ich einfach davon etwas aus. Passende Fotos sind doch nun wirklich was für Anfänger!

Worauf ich aber tatsächlich noch hinaus wollte ist, dass ich es traurig finde, dass wir uns zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt haben. Wer nutzt denn heute seine technischen Geräte noch so lange, bis sie kaputt gehen? Meist muss, wie z. B. bei Handys und Laptops, doch regelmäßig die neueste Variante her. Und was da für Geld ausgegeben wird – Wahnsinn! Und dass man Dinge reparieren kann weiß wohl auch kaum noch jemand. Vieles ist auch so ausgelegt, dass die Ersatzteile oftmals so teuer sind, dass man sich doch eher etwas neues zulegt. Das habe ich vor Jahren bei einem Mixer (heute sagt man glaube ich Rührgerät) erlebt, bei dem einer der Rührstäbe abgebrochen ist. Neue sollten ein Schweinegeld kosten und ja, da überlegt man schon was man macht, wenn das Gerät bereits ein paar Jahre alt ist.

Naja, bei Terri weiß ich jedenfalls ganz genau, dass ich alles getan habe, um ihn so lange wie möglich behalten zu können. Und jetzt bin ich einfach mal gespannt auf den neuen Laptop. Vielleicht nenne ich ihn ja Balu… oder doch lieber Gonzo… Kermit?