Was der Air-Dingsbums mit dem Schwung macht…

`Mit Schwung in das zweite Halbjahr´- ja, so lautete mein erster Beitrag nach der Frühlingspause. Und nun sollte es heute den nächsten Fotobeitrag geben, aber mein Schwung wurde äußerst unelegant abgebremst… am besten erzähle ich von Anfang an:

Am Mittwoch Abend machte ich frohgemut mit Gina unsere Abendrunde. Das Wetter war toll – nicht zu warm, es wehte ein leichtes Lüftchen und der bevorstehende Sommerbeginn blinzelte aus allen Ecken heraus. Es war herrlich!

Gina zog übereifrig an der Leine – gerade hatte ein Kaninchen unseren Weg gekreuzt – als ich aus heiterem Himmel mit dem linken Fuß umknickte und wie ein gefällter Baum zu Boden ging. Ein fieser Schmerz schoss durch meinen Knöchel und ich dachte nur: nein, nicht schon wieder! (das letzte umknicken liegt gerade mal ein halbes Jahr zurück…)

Glücklicherweise kam meine kluge Hündin sofort wieder zu mir gelaufen und hüpfte aufgeregt um mich herum. Ich griff nach der Leine, die mir beim Sturz aus der Hand geglitten war, und versuchte mich aufzurappeln. Aber im Gegensatz zum letzten Jahr, funktionierte das erstmal gar nicht und mein Fuß wollte sich in keinster Weise benutzen lassen. (Habe ich erwähnt, dass mein Handy zuhause auf dem Küchenthresen lag…)

Irgendwie gelang es mir dann doch, mich aufzurappeln und kurz darauf kamen schon meine Nachbarn angelaufen, die durch das aufgeregte Gebell ihres Hundes, der im Garten war, aufmerksam geworden waren. Ich war so erleichtert! Sie haben Gina und mich dann gleich nach Hause gefahren (eine Strecke von ca. 300 m…), wo ich dann meiner immer noch leicht verstörten Hündin ihr Abendfutter gegeben habe. (Keine Ahnung, wie ich diese kurzen Wege noch geschafft habe??)

Und dann bin ich erstmal aufs Sofa gelumpst. Mein Fuß war mittlerweile ordentlich angeschwollen und ich heulte wie ein Schlosshund. Was natürlich sofort wieder Gina auf den Plan rief, die sich dicht an mich kuschelte und mir über das Gesicht schleckte.

Nachdem der erste Schock verdaut war, habe ich meinen Fuß gekühlt und hoch gelegt. Da mein Mann noch nicht zuhause war, habe ich mir den ersten Trost bei meinem Sohn und danach noch bei meiner Freundin telefonisch abgeholt (die mich dann auch ins Krankenhaus fahren wollte, aber ehrlich gesagt am späten Abend ins Krankenhaus, wenn es nicht lebensnotwendig ist… nöööö).

Kennt Ihr das auch, wenn Ihr wisst, dass alles nur halb so schlimm ist und auch wieder gut wird und trotzdem seid Ihr erst einmal völlig fertig? Genauso ging es mir. Das Gute bei mir ist aber, wenn ich diese erste Phase hinter mir habe und geheult, geschluchzt, gejammert… habe, dann taucht auch ratzfatz die Optimistin und vor allem die Ärmel-hoch-kremplerin wieder auf. Und so hatte ich dann schon einen Plan für den nächsten Tag, als mein Mann nach Hause kam. Ich war natürlich heilfroh, nicht mehr alleine dazu hocken! (Wohlbemerkt hatten auch meine Nachbarn weitere Hilfe angeboten!)

Der nächste Tag hatte dann irgendwie was von wir-drehen-jetzt-mal-versteckte-Kamera-mit-Dir… was bedeutete, dass mein gefasster Plan sich in Luft auflöste. Mein Mann hatte sich Urlaub genommen und wollte mich zu dem Chirurgen meines Vertrauens fahren. Ab 9 Uhr beginnt dort die Sprechstunde und mein Mann schlug vor, dass wir gleich bei Beginn der Sprechzeit vor Ort sein sollten. Aber ich hatte ein blödes Bauchgefühl und meinte, das wir lieber erst einmal anrufen sollten. (Ich hatte am Vorabend noch angerufen und die nette Stimme vom Band hatte mir mitgeteilt, dass ich außerhalb der Sprechzeiten anrufen würde…).

Als wir dann um 9 Uhr anriefen, lief ein anderes Band: Urlaub bis zum 24. Juni. Danke Bauchgefühl, dass Du mich mal wieder vor etwas bewahrt hast. Die Fahrt hätte nämlich 40 min. gedauert! Ok, Plan B lautete, zu meiner Hausärztin zu fahren, um vermutlich von dort weiter überwiesen zu werden. Eine viertel Stunde später standen wir mit offenem Mund vor der Praxis: wegen Renovierungsarbeiten erst ab dem 24. Juni wieder geöffnet. YEAH!

Ok, Plan C. Im nächsten Ortsteil die Allgemeinpraxis anfahren, dort eine Stunde warten und mit einer Einweisung ins Krankenhaus wieder raus zu kommen. Inzwischen waren insgesamt zwei Stunden vergangen, so dass wir erstmal wieder nach Hause zu Gina gefahren sind. Denn unsere Hündin ist bisher nicht länger als drei Stunden allein gewesen und wer weiß, wie lange es noch im Krankenhaus dauern würde. Also ging mein Mann noch eine kleine Runde mit ihr spazieren, wir haben eine Kleinigkeit gegessen und dann ging es auch schon an die 20 minütige Fahrt ins Krankenhaus.

FußLetztendlich war es dann doch noch mein Glückstag! Die Notfall Ambulanz war so gut wie leer und nach zwei Stunden waren wir mit einem Rezept für Thrombose Spritzen (wie gut, dass ich vom letzten Jahr noch weiß, wie ich mir die selber spritzen kann…), einer Schiene, die sich Air-Irgendwas nennt und der Diagnose Bänderanriss wieder auf dem Heimweg. Kein Bruch – HURRA!

Also irgendwie ist doch noch alles glimpflich abgelaufen. Klar, im Moment muss ich den Fuß hochlegen und kühlen, mir 1 x täglich die Spritze verpassen und unsere Hündin um viel Geduld bitten, während mein Mann im Büro ist. (Welch Glück, dass wir einen großen Garten haben). Aber mal ehrlich: es wird alles wieder heilen und diese 5-6 Wochen werden auch vergehen.

Und im Moment baut mein Mann (der sich im Moment so super um alles kümmert, von der Gina-Betreuung über den Hausputz bis hin zur Massage meines verspannten Nackens) gerade einen Hunde-Pool für Gina im Garten auf (sie ist eine absolute Wasserratte und ich habe passenderweise vor ein paar Tagen dieses Teil bestellt) und da kann ich mich dann daneben auf einen Stuhl setzen und ihr Aqua-Spielzeug (was es nicht alles gibt…) hinein schmeißen und sie so beschäftigen.

Fazit: alles ist gut und der Rest heilt auch noch!

Habt noch ein schönes Wochenende und genießt die Sommerzeit!

Wieder da! – Voller Schwung ins zweite Halbjahr!

Nach dreieinhalb Wochen Pause geht es hier nun weiter!

Was ich in den letzten Wochen gemacht habe? Ich habe meinen Kurs abgeschlossen und bin nun ehrenamtliche Sterbebegleiterin. Ich war eine Woche in Quedlinburg, war rund um die Uhr mit Gina (und meinem Mann 🙂 ) zusammen, habe gelesen, geschlafen, gut gegessen, viele Spaziergänge gemacht und ganz nebenbei bin ich mir darüber klar geworden, welche Projekte ich in diesem Jahr noch umsetzen möchte. Vieles ergibt sich bei mir von selbst, wenn ich einfach mal wieder Zeit und Raum habe, um meine Gedanken auf Wanderschaft zu schicken.

IMG_3868

Die nächsten Beiträge werden sich übrigens um die Messe `Leben & Tod´ (und einer tollen Begegnung mit einer Bloggerin) drehen. Um den Abschluss meines Kurses, um Sternenkinder, Quedlinburg, Hunde-Urlaub, das `Fotoprojekt abc´ und eben meine Pläne für das zweite Halbjahr. Und natürlich um all das, was mir zwischendurch noch vor die Füße fällt. Ich freu mich schon sehr darauf, mich wieder mit Euch auszutauschen, Eure Kommentare zu lesen… eben wieder `Die Waldträumerin´ zu sein!

Aber nun werde ich erst einmal meine stattliche Anzahl an E-Mails beantworten und all das was sonst noch liegen geblieben ist erledigen.

Habt noch einen schönen Tag und… bis die Tage!

Ab in die Frühlingspause!

Ich mach mal Pause und geh schaukeln…

DSC_0141

Es ist wieder soweit: meine jährliche Frühlingspause steht vor der Tür und ich sage für dreieinhalb Wochen der Waldträumerin, facebook und WhatsApp Adieu!

Jedes Jahr genieße ich diese Zeit aufs neue und merke, wie gut es mir tut, mal nicht am Laptop oder dem Handy zu kleben. Langweilig wird es auf keinen Fall, schließlich wartet direkt vor der Tür das echte Leben! Und im Frühjahr ist es ja auch immer besonders schön.

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Zeit, passt gut auf Euch auf und dann freue ich mich auf das Wiederlesen am 19. Juni!

 

 

Einszweidrei, im Sauseschritt…

DSC_0001… läuft die Zeit, wir laufen mit! Ja, Wilhelm Busch trifft es mit diesem Zweizeiler bei mir im Moment echt auf den Punkt. Irgendwie habe ich mich im Stundenzeiger verhakt und werde nun mitgeschleift… Runde um Runde.

Naja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber die letzten drei Wochen vor meiner jährlichen Frühjahrspause haben es wirklich in sich. Besonders die Wochenenden: am 10. Mai war ich in Bremen auf der Messe Leben und Tod – davon werde ich Euch noch erzählen, ebenso wie von einem wunderbaren live-und-in-Farbe-Gespräch mit der Bloggerin Anja von „…ein Stück untröstlich“ -, vom 19. – 21. Mai in Hamburg zum Seelfrau Wochenende und in dieser Woche findet ab Freitag Nachmittag das Abschluss-Wochenende des Kurses für SterbebegleiterInnen in Loccum (glücklicherweise bei mir um die Ecke) statt. Puh…

„Nebenbei“ plane ich aktuell das 2. Halbjahr. Ihr wisst ja, dass ich alles plane, was nicht bei Drei auf dem Baum ist und da mein 1. Halbjahr bisher sehr, sehr, sehr… Hundelastig war, heißt es nun auch einmal wieder die Ärmel hochkrempeln und Projekte umsetzen. Projekte, für die ich dann wiederum einiges an Aktionen streichen muss, die mir in den letzten Monaten ans Herz gewachsen sind. Aber alles geht eben nicht!

Ihr lest schon: es wird noch einiges zu erzählen geben. Aber für heute war es das erst einmal. Eine kurze Wasserstandsmeldung sozusagen. Bei dem was da heute vom Himmel herunter regnet, ein passender Begriff.

Ich werde jetzt erst einmal die Unterlagen vom Wochenende durcharbeiten und dann mit Gummistiefeln versehen, meine Gina vor die Tür jagen (diese Regenströme sind selbst ihr zu ungemütlich). Bewegung muss schließlich sein!

 

Ultralauf in Kleinalmerode – Bilstein-Marathon

Mein Mann Holger hat sich wieder auf die „Lauf-Socken“ gemacht… ich staune jedes Mal nur und freue mich über seine Beiträge, die er hier mit uns teilt!

Bilstein-Ultra in Kleinalmerode – 28. April 2019
von Holger Vergin

Am letzten Sonntag stand schon mein dritter Ultra in diesem Jahr auf dem Programm. Nachdem es zuletzt wochenlang trocken und mild, eher warm war, war für den Lauftag bedecktes Wetter mit Schauern, Gewittern (!), aber auch stellenweise Sonnenschein angesagt. Ich überlegte, was ich anziehen sollte und nahm schließlich kurze und lange Sachen sowie Regenjacke und Mütze mit. Um 4:30 Uhr saß ich im Auto und machte mich auf die ca. 180 KM lange Fahrt zum Startort in Kleinalmerode. Das liegt zwischen Göttingen und Kassel und ist ein eher verschlafenes Örtchen. Aber nicht am Tag des Bilstein-Marathons – dann können sich maximal 500 Teilnehmer vom Reiz der Gegend im Kaufunger Wald und rund um den namensgebenden Bilstein überzeugen. Dort ist auch der höchste Punkt der Strecke mit etwas über 640 m üNN.


Aber der Reihe nach: Gegen 7:20 Uhr erreichte ich den Ort, stellte mein Auto ab und nach kurzem Fußweg zum Bürgerhaus konnte ich noch die Wanderer bei ihrem Start über die Marathondistanz anfeuern. Ich nahm meine Unterlagen in Empfang, schnupperte noch ein wenig Wettkampfluft und bereitete mich dann auf den Start vor.

Das Teilnehmerlimit von 500 gilt übrigens für alle Strecken zusammen (21 KM, Marathon, Wandern und Ultra). Gegen 8:30 Uhr machten sich etwas über 100 Teilnehmer auf den langen Weg. Wie das so ist, wird am Anfang noch mehr „gequatscht“ und alle sind guter Dinge.

Wir laufen ein Stück durch den Ort und umrunden dann den Rodeberg. Hier geht es schon ordentlich auf und ab, insgesamt sollen auf der Ultra-Strecke 1.500 Höhenmeter zusammen kommen. Das Feld zieht sich bald auseinander und ich finde allmählich meinen Laufrhythmus. Wir laufen aus dem Waldstück heraus, über Feldwege zur ersten Verpflegung.

Bei dieser Veranstaltung wird übrigens auf Plastikbecher verzichtet, heißt, jeder Teilnehmer bringt seinen eigenen Becher mit. Hat man so etwas nicht, kann man vor Ort den faltbaren BiMa-Becher erwerben. Dieser ist platzsparend unterzubringen und die Idee finde ich einfach klasse. Bei bis zu 10 Verpflegungsstellen und 500 Teilnehmern kann man so einiges sparen, sehr lobenswert. Da ich im Januar schon mit eigenem Becher unterwegs war, mache ich das jetzt natürlich genauso. Weil ich meinen Rucksack dabei habe, fällt der Becher nicht mehr groß ins Gewicht.

An der Hasenmühle vorbei, auf einem schönen Trailstück, komme ich wieder nach Kleinalmerode zurück und die ersten ca. 14 Kilometer sind geschafft.

Über den Hubenröder Weg geht es in langen, allmählichen Steigungen bis zum Steinberg hinauf, auf ca. 588 m üNN. Und diese langen, allmählichen Steigungen haben es in sich. Ich war vor 5 Jahren schon mal auf dieser Strecke unterwegs und damals dachte ich mir: „Na, so steil ist es hier nicht, da kannst Du bestimmt laufen. Außerdem sind es heute ja „nur“ 57 KM, da müsste die Kraft doch locker reichen.“ Und schon hatte ich die Wirkung unterschätzt, dass nämlich diese Art Steigung den Körper total auslaugen kann, wenn man nicht aufpasst. Ich war zwar 2014 körperlich nicht völlig am Ende, aber damit gerechnet hatte ich so nicht. Das wurde mir erst hinterher bewusst. Und deshalb war mir jetzt auch klar, dass ich solche Wege langsam und ruhig angehen sollte.

Das Schlussstück zum Steinberg war schön trailig, landschaftlich sehr reizvoll und oben angekommen waren ca. 25 KM geschafft. Wir liefen wieder abwärts und dann um den Giesenberg herum. Dieser Abschnitt war sehr abwechslungsreich und hatte tolle Trail Abschnitte. Dann folgte ein heftiger Anstieg und über uns drehten sich die riesigen Windenergieanlagen.

Auf den breiten Waldwegen oben angekommen liefen wir teils sehr dicht an diesen Windrädern vorbei. Und auch wenn wir alle wissen sollten, wie wichtig diese Anlagen auf unserem Weg in eine CO²- arme Welt sind, war mir beim Vorbeilaufen allein ob der schieren Größe etwas mulmig zumute. So etwas gibt es im beschaulichen Rehburg eben nicht.

Es folgten wieder lange Bergab Passagen – mittlerweile hatte sich auch die Sonne mal blicken lassen – und diese mündeten schließlich in einen ewig erscheinenden Anstieg zum Bilstein, dem namensgebenden Gipfel mit Aussichtssturm. Ewig sind immerhin 5-6 Kilometer und natürlich ging ich dieses Stück komplett. Schon von weitem hörte ich eine Blaskapelle Musik machen, allerdings probten sie anscheinend nur, und nur wenige Ausflügler hielten sich bei der bewirtschafteten Hütte auf.

Leider gab es heute keine so schöne Fernsicht, da es doch recht bewölkt war. Nach einem kurzen Trailstück kam die nächste Verpflegung und der breite Waldweg führte ebenso ewig erscheinende Kilometer bergab. Ich lief langsam aber stetig und fragte mich, ob noch ein größerer Anstieg käme. Klar, hätte ich mir das Höhenprofil vorher angesehen, und nicht erst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, hätte ich gesehen dass es nur noch ein bisschen wellig bergauf und bergab geht. Und so war es dann auch, wobei hier noch einige nette kleine Trail Abschnitte auftauchten. Manch kurzer, aber „fieser“ Anstieg war auch noch dabei, aber dann war es soweit, ich konnte das Ziel schon hören.

Und nach 7:16 Std. war ich dann da, wo ich am Morgen gestartet bin. Voller Stolz hatte ich meinen 43. Ultra insgesamt beendet. Genauso viele Marathons bin ich bisher in meinem Leben gelaufen und der nächste Lauf wird wieder ein Ultra.
Nachdem ich das Kuchenbuffet geplündert hatte – naja nicht ganz – machte ich mich auf den Heimweg und dann … Beine hochlegen und genießen.

 

Drei Monate Glück-mit-Gina

Drei Monate sind es schon. Wahnsinn! Am 26. Januar 2019 ist Gina bei uns eingezogen. In unser Haus, unser Leben und vor allem in unsere Herzen. Etliches habe ich in dieser Zeit schon von ihr erzählt. Ich habe Euch Fotos gezeigt – ganz die stolze Hunde-Mama.

Und trotzdem möchte ich auch heute noch ein bisschen von diesen drei Monaten erzählen. Davon, dass aus einem scheuen kleinen Hunde-Mädchen, ein Wirbelwind geworden ist, der Herzen im Sturm erobert. Aber bis sie ihr Herz, überhaupt erst ihr Vertrauen herschenkt, das dauert. Bei uns war sie gleich nach den ersten Stunden zutraulich. Aber mal ehrlich… was blieb ihr? Wir waren ihr Anker in einer völlig fremden Welt. In einer Welt, in der ungewohnte Lichter sie bei Dunkelheit erschreckten und sie sich vor ihrem eigenen Spiegelbild gruselte. Eine Welt, in der es plötzlich Spaziergänge für sie gab. Was zwar toll war, ihr aber auch Angst eingejagt hat.

Von der Hündin, die vor Angst erstarrt irgendwo stehenblieb, ist nichts mehr übrig geblieben. Gina stürmt jetzt mutig drauflos, ist neugierig und hat zudem unglaublich viel Spaß am Lernen. Deswegen sind wir auch froh, dass wir eine tolle Hundeschule mit einem Trainer gefunden haben, der uns zeigt, wie wir gemeinsam Spaß haben können. Und Gina ist auf dem Hundeplatz immer wissbegierig und bemüht, alles so schnell wie möglich richtig zu machen.

Sie liebt die weiten Felder bei uns in der Gegend ebenso wie den Klosterwald, wo wir regelmäßig hinfahren und wo sie auch mit Begeisterung im Wasser herum pantscht. Auch Innenstädte sind ihr nicht mehr fremd und wenn ich sehe, wie sie durch eine Fußgängerzone marschiert, dann staune ich nur. Ja, da ist noch jede Menge Aufregung, aber eben auch das Vertrauen, das wir schon wissen was wir tun.

Und wenn dann die großen Abenteuer geschafft sind, dann sitzt sie bei uns auf dem Sofa und kuschelt sich an. Immer öfter ist sie schon so gelassen, dass sie sich auch allein in eine Ecke verkrümelt und einfach mal ihre Ruhe genießt. Das ist schließlich auch wichtig. Und sie weiß, dass wir nicht weggehen, sondern immer für sie da sind.

Ach ja, auch das allein Zuhause bleiben haben wir bereits geübt und wenn wir sagen: „Bis gleich“, dann weiß sie zwei Dinge: 1. doof, Herrchen und / oder Frauen gehen weg und 2. ABER, sie kommen wieder!

Leider hat Gina sich in diesen drei Monaten auch schon zwei Mal verletzt und Ihr könnt mir glauben, dass wir hier in heller Aufregung waren. Beim ersten Mal – ich hatte davon erzählt – hat sie sich ja die Kralle angebrochen. Was nach einer Woche glücklicherweise alles bestens verheilt war. Und heute morgen nun kam sie uns mit einem „Matsch-Auge“ entgegen. Und ich dachte erst an eine Bindehautentzündung, aber es ist ein winzigkleiner Riss in der Hornhaut. Nun müssen wir die nächsten fünf Tage Tropfen in das Auge machen. IN nicht daneben, darüber, darunter… naja, auch das bekommen wir hin. Hauptsache, es ist nichts schlimmeres!

Ja, Ihr lest es sicher aus diesem Beitrag heraus, aber ich schreibe es doch nochmal in deutlichen Worten: wir sind so glücklich und dankbar, dass diese wunderbare Hündin zu uns gekommen ist und wir hoffen auf viele glückliche Jahre mit unserer Gina!

IMG_2852
ASFV4692
CJQI4585IMG_3308IMG_3413JCUD4135QTGY7510

Und falls Ihr die anderen Beiträge über unsere Süße noch nicht kennt:

Zwei Mal werden wir noch wach

Und plötzlich ist da wieder Pfotengetrappel

Wie ich beim herabschauenden Hund auf den Hund herab schaute

Vier Wochen mit Gina: Ein Liebesbrief an eine zauberhafte Hündin

Gina ist verletzt und I´m back

Gina hat Freunde gefunden

Die erste Wanderung in diesem Jahr

Ein paar freie Tage und jede Menge Sonnenschein – die besten Bedingungen, um mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren. Da wir in diesem Jahr noch keine Wanderung unternommen hatten, wurde es eine Kurzstrecke von rund 7,5 km. Aber immerhin mit ein paar Steigungen darin.

Da wir keine Lust hatten, allzu weit zu fahren, haben wir eine unsere Hausstrecken in Angriff genommen. Start war in Loccum, im Klosterwald und dann ging es über Felder, durch Wälder und den Ortsteil Münchehagen bis nach Bad Rehburg.

Das schöne an dieser Strecke ist die Abwechslung, es wird nie langweilig und wir konnten unterwegs herrliche Landschaftsausblicke genießen. Natürlich gab es auch ein Picknick. Und zwar nicht nur für uns, sondern auch für Gina, die das erste Mal in ihrem Leben gewandert ist und für die natürlich alles aufregend und neu war. Wir haben auch gleich den neuen faltbaren Napf ausprobiert, der genau das richtige ist für einen Outdoor Dog wie Gina einer ist!

Wir Drei hatten einen Riesenspaß und wir werden uns sicherlich bald wieder auf den Weg machen. Und dann gerne auch über längere Etappen.

IMG_3467IMG_3470IMG_3474IMG_3475IMG_3481IMG_3483IMG_3486IMG_3491IMG_3492IMG_3496IMG_3497IMG_3498