22 Wochen – 1 Objekt # 8

22-wochen-1-objekt-v822 Wochen lang 1 Objekt in den unterschiedlichsten Situationen, an verschiedenen Orten zeigen – so funktioniert das Projekt, das von Aequitas et Veritas ins Leben gerufen wurde. Inzwischen hänge ich schon richtig an Lars, meinem kleinen Lese-Zwerg (jaaa, ich werde künftig besser auf ihn aufpassen!!!) und es macht mir Spaß, immer neue Ideen auszubrüten, wohin ich ihn mitnehmen kann. Ob ihm meine letzte Idee gefallen hat, erzählt er am besten selber…

Hallo Zusammen,

Nicole hatte Euch ja schon erzählt, dass sie in Hamburg war. Und ICH durfte mit! Ihr glaubt gar nicht, wie spannend es dort im Hafen ist. All die großen Schiffe, die vielen Menschen… und wir waren ja auch noch abends da. Das war besonders schön! Super gefallen hat mir auch die Lichterfahrt, die wir gemacht haben. Da durfte natürlich ein Erinnerungsfoto nicht fehlen!

Auf dem zweiten Foto wollte ich Euch mal die Größenunterschiede zeigen… ich bin da allerdings ein wenig unscharf. Aber ich glaube, Ihr könnt trotzdem alles erkennen, oder?!

Habt noch einen schönen Tag!
Euer Lars

7a7b

Plaudern über dies und das

Puh… im Moment ist bei mir jede Menge los und während ich hier am PC sitze und Euch davon erzählen möchte, sausen die wildesten Gedanken durch meinen Kopf.

Letzte Woche um diese Zeit war ich in Hamburg. Das 9. Seelfrau-Wochenende stand an. Dieses Mal bin ich schon am Donnerstag angereist, da wir uns am Freitag Mittag in einer vierköpfigen Gruppe getroffen und einiges noch durchgearbeitet haben. Drei solche Treffen gehören im Verlauf der 2-jährigen Ausbildung dazu, damit die Inhalte auch entsprechend vertieft und geübt werden können. Gerade Gesprächssituationen in Trauerbegleitungen lernt man ja nicht durch schlichtes lesen oder auswendig lernen.

IMG_4434Es war herrlich, dieses Hamburg-Wochenende. Wunderschönes Wetter, so dass ich in der Freizeit durch Bergedorf (ein wunderschöner Stadtteil von Hamburg) gebummelt bin und am Samstag Abend habe ich mit einer anderen angehenden Seelfrau noch eine Lichterfahrt durch den Hamburger Hafen gemacht.

Aber die Ausbildung bedeutet eben auch jede Menge Arbeit. Fachbücher studieren, die Wochenenden nacharbeiten, vertiefen und eine Abschlussarbeit muss geschrieben werden. Mal ganz abgesehen davon, dass ich langsam Pläne mache, was nach der Ausbildung kommt. Ich möchte gerne Trauer-Wochenenden anbieten und bin derzeit dabei, mich entsprechend schlau zu mache. Dazu gibt es dann aber noch einen gesonderten Beitrag.

Und wie ich schon erzählt habe, bin ich nun ja auch für den ambulanten Hospizdienst DASEIN tätig. Und zwar nicht „nur“ als Sterbebegleiterin, sondern auch aktuell in zwei Projektgruppen. Bei einer geht es um das im nächsten Jahr anstehende 20-jährige Jubiläum (es wird tolle Veranstaltungen geben!) und die andere Gruppe bereitet eine Ausstellung zum Thema Trauer-Tattoos vor. Lars hatte Euch ja schon davon erzählt. Ich selber habe keine Tattoos, aber das Thema der Ausstellung interessiert mich und da ich anhand der Kommentare unter Lars´Beitrag festgestellt habe, dass einige das Thema ebenfalls interessiert, werde ich Euch im Anschluss an die Ausstellung auf jeden Fall davon erzählen und Fotos zeigen.

Ihr lest es schon: im Moment dreht sich in meinem Leben sehr viel um Sterben, Tod und Trauer. Und ja, manches Mal ist das ganz schön viel. Dann lese ich bewusst ganz andere Bücher über schöne rosa-Wolken-Themen, gehe mit Gina mit wachen Augen durch die herbstliche Natur oder mache – so wie letztes Wochenende – mal eine Hafenrundfahrt.

Was für meinen Geschmack im Moment zu kurz kommt, ist das Schreiben. Denn: ich bin immer noch Autorin. Und das bleibe ich natürlich auch. Aber ich habe seit einigen Wochen mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Es fiel mir heute sogar schwer, diesen Beitrag zu beginnen… Die Geschichten, die ich im 2. Halbjahr noch schreiben wollte? Gibt es bisher nicht. Ich musste sogar eine Teilnahme an einem wunderschönen Projekt absagen, was mich total traurig macht.

Und der Witz dabei ist ja, dass ich auch schon bald anfange mein jährliches Schreib-Lust Seminar an der Heimvolkshochschule Loccum vorzubereiten. Seit April ist es bereits ausgebucht, so dass in diesem Jahr früh feststand, dass es stattfinden wird. Es gab auch andere Zeiten… An diesen Wochenenden habe ich schon oft Schreib-Lustige dabei unterstützt, Worte zu Papier zu bringen. Genauer gesagt seit 2011. Ich kenne also die Tipps und Tricks. Aber das ist das mit dem Schuster, der die schlechtesten Leisten hat.

Ich versuche liebevoll mit mir umzugehen. Und so verständnisvoll, wie ich es bei anderen auch bin. Denn ich bin keine Maschine. Auch keine Schreib-Maschine. Klar, irgendwas und irgendwie könnte ich immer schreiben. Aber ich muss meine Geschichten ja auch mögen. Daher mache ich mir jetzt mal keinen Stress (höhö) – sogar die Fertigstellung eines mir wichtigen Beitrags habe ich ein Stück aufgeschoben – sondern lasse die Worte nach und nach wieder bei mir eintrudeln. Und mit dieser Entscheidung fühle ich mich (meist) gut. Und dann? Schaue ich weiter!

Habt einen schönen Start in ein tolles Wochenende und achtet gut auf Euch!

Wer sich für die Ausstellung interessiert, hier die entsprechenden Angaben:

Ausstellungszeiten

 Wunstorf, Stadtkirche
19.10. Samstag       10 – 16 Uhr
20.10. Sonntag        11 – 13 Uhr
22.10. Dienstag       12 – 18 Uhr
25.10. Freitag          10 – 18 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Neustadt am Rübenberge, Liebfrauenkirche
29.10. Dienstag       14 – 18 Uhr
01.11. Freitag          10 – 16 Uhr
02.11. Samstag       10 – 16 Uhr
03.11. Sonntag        11 – 13 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Moin – ein Wochenende in Hamburg

Ich liebe es seit jeher am Wasser zu sein. Am liebsten natürlich am Meer, aber ein großer Fluss tut es auch. Und so war ich Feuer und Flamme, als mein Mann einen Wochenendtrip nach Hamburg, das ja bekanntlich an der Elbe liegt, vorschlug.

IMG_1509

Samstag in aller Hergottsfrühe sprangen wir vergnügt ins Auto – so vergnügt bin ich sonst morgens um 6.30 Uhr eher nicht… – und düsten los. Wir wollten allen Staus zuvorkommen. Und davon gibt es ja auf der A 7 immer mehr als genug. Eine ganze Menge anderer Leute hatten offensichtlich denselben Geistesblitz, so dass die Autobahn zwar gut besucht oder vielmehr befahren war, aber wir kamen tatsächlich ohne einen Stau an.

Flott das Auto vor dem Hotel geparkt – einchecken würden wir später – und dann rein in die S-Bahn und ab ins Centrum. Naja, so ähnlich. Genau an dem Tag begann eine Schienen-Ersatz-Aktion, wir mussten also ein paar Stationen mit dem Bus fahren und dann den Rest mit der S-Bahn. Und dann waren wir auch schon in der City, bummelten gemütlich über den Rathausplatz, spazierten an der Binnen- und auch an der Außenalster entlang und das alles bei grandiosem Wetter.

IMG_1487
IMG_1488
IMG_1490
IMG_1494

Da wir Hamburg mit dem Auto – sofern es keinen Stau gibt – in knapp zwei Stunden erreichen können, waren wir nicht zum ersten Mal in der schönen Stadt an der Elbe. Was wir bisher jedoch nie gemacht hatten, war eine Stadtführung und so buchten wir dieses Mal ein Angebot von get your guide : Führung Elbphilharmonie, Speicherstadt & Hafencity.

Um 14 Uhr ging es in Sichtweise der Elbphilharmonie mit Ben unserem Guide los. Bisher wussten wir von der Elphi, wie das riesige Bauwerk an der Elbe, inzwischen liebevoll genannt wird nicht mehr, als dass der Bau Unsummen gekostet und zudem eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat. Ben, von Beruf begeisterter Hamburger, verschaffte uns nun einen tieferen Einblick in Elphis „Geheimnisse“. Er erzählte von den über 800 Millionen Euro, die sie innerhalb der neun Jahre währenden Bauzeit verschlungen hat und dass sich bei einer Umfrage heraus gestellt hat, dass die Hamburger diese beachtliche Zahl inzwischen wieder vergessen haben. Sie lieben ihr neues Wahrzeichen (sagt Ben…) und sind stolz darauf.

Kein Wunder, schließlich beherbergt Elphi nicht nur zwei Konzertsäle – mit so grandioser Akustik, dass unser Guide uns davon abgeraten hat, jemals auch nur mit der winzigsten Erkältung dort ein Konzert zu besuchen… – sondern auch ein Luxus Hotel und Appartements, die man sich nicht aus der Portokasse leisten kann. Die Dachterrasse – die sogenannte Plaza – kann übrigens kostenlos besichtigt werden. Man sollte nur eine Portion Geduld mitbringen, da die Warteschlangen an den Eingängen wo es die Gratis Tickets gibt lang sind. Aber dann kann man sich über die längste gebogene Rolltreppe der Welt (gebogen ist dabei das „Zauberwort“, denn die längste Rolltreppe der Welt ist es nicht) mitten ins Herz der Elbphilharmonie bringen lassen. Die Aus- und Überblicke sind traumhaft schön, wobei ich dank meiner Höhenangst diese nur begrenzt genießen konnte.


Etwas über eine Stunde später führte uns Ben dann durch die historische Speicherstadt, erzählte wie es in Hamburg damals zur Zollfreiheit kam und das Dieben als Warnung früher ein Schlitz ins Ohr (daher das Wort Schlitzohr) gemacht wurde. Auch die neu entstehende Hafencity lernten wir kennen. Eine bereits fertig gestellte Einkaufsstraße, eine Grundschule, die ihren Pausenhof oben auf dem Dach hat, derzeit etliche Luxus Appartements zu denen sich später jedoch auch bezahlbarer Wohnraum gesellen soll.
IMG_1527IMG_1538IMG_1542IMG_1550IMG_1554

Drei Stunden später waren unsere Köpfe voller Bilder, Geschichten und Anekdoten. Ach ja, ein wenig platte Füße hatten wir auch. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Abends gab es dann noch ein besonderes Highlight: wir haben das Musical Aladdin gesehen. Eine zauberhafte Reise in den Orient mit einem grandiosen Dschinni, der definitiv den größten Anteil des Beifalls einheimste. Obwohl es Samstagabend war, war die Vorstellung leider nicht ausverkauft. Und so verwundert es nicht, dass das Musical nur noch wenige Monate gezeigt wird. Also, wer noch Lust hat, sollte sich sputen. Uns hat es gefallen!

Am Sonntag haben wir dann nach einem gemütlichen Frühstück unsere Wochenend Reise mit einer Hafenrundfahrt ausklingen lassen. Wobei wir uns bewusst für eine Fahrt mit einem der größeren Schiffe entschieden haben, die auch im Containerhafen unterwegs sind. Der Blick vom Wasser aus auf die Stadt, die Elbphilharmonie und den Eindruck wie im Containerhafen gearbeitet wird (ja, auch Sonntags ist man dort fleißig), war zusammen mit den Qualitäten des Gästeführers an Bord eine runde Sache.

IMG_1591IMG_1598IMG_1605IMG_1620IMG_1628

Was fehlte noch  vor der Heimfahrt? Richtig, ein leckeres Fischbrötchen, das wir auf einer höher gelegenen Bank mit Blick auf den Hafen genossen. Und dann hieß es für dieses Mal „Tschüss Hamburg“ (denn wie Heidi Kabel vor Ewigkeiten sang: „In Hamburg sagt man Tschüss“), aber wir kommen auf jeden Fall wieder!
IMG_1634