„…ein Stück untröstlich“ – ein Buch von Anja Pawlowski

Im vergangenen Jahr stieß ich auf einen Blog. Ich las die aktuellen Beiträge und war gefangen. Gefangen in diesen offenen Worten. Worte, die vom Sterben, dem Tod, der Trauer und ganz viel vom (Über-) Leben erzählen. Nun bin ich kein großer Fan vom Lesen an Bildschirmen. Ich war hin- und hergerissen, denn eigentlich hätte ich doch nur allzu gerne ALLES auf diesem Blog gelesen.

Da kam mir die Nachricht im Mai doch gerade recht: „Der gefühlvolle Blog als gebundenes Buch“ – so steht es vorne auf dem Cover – ich war begeistert und wusste: dieses Buch will ich haben!

Vorweg: allein die Gestaltung, die Illustrationen sind wunderschön. Und solltet Ihr das Buch irgendwann in den Händen halten, dann blättert mal durch (so wie früher die Daumenkinos) und schaut auf den Seiten unten rechts in die Ecken… nee, mehr verrate ich dazu nicht!

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Und nun sitze ich hier, habe die letzte Seite gelesen, das Buch zugeklappt und fühle mich bereichert. Anja Pawlowski findet Worte für Situationen, die so Viele sprachlos machen. Beim Lesen hatte ich oft Tränen in den Augen: aus Mitgefühl, aber auch weil mir vieles so bekannt vorkam. Denn Trauer kann jeden treffen. Mit voller Härte. Und zu lesen, dass man nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, dem es so ergeht (auch wenn ich das niemandem wünsche!) tut gut.

Jeder Mensch geht in der Trauer seinen ganz eigenen Weg, aber es kann nie schaden, einmal über den Tellerrand (oder in diesem Fall in dieses Buch) zu schauen, denn vielleicht findet man ja den einen und anderen hilfreichen Hinweis oder schlicht ein wenig Trost in dunklen Stunden.

„Einfach mal machen, könnte ja gut werden“, den Satz von Anja Pawlowski werde ich mir auf jeden Fall hin und wieder zu Herzen nehmen!

Und wenn Ihr noch mehr über die Autorin wissen wollt, dann schaut doch auf ihrem Blog vorbei oder / und in meinem Beitrag.

Hinweis: Unbezahlte Werbung aus purer Begeisterung!

 

Beerdigungs-Clown und Bestattungs-Spielzeug – ein Besuch auf der Messe `Leben und Tod´in Bremen (Teil 2)

Teil 1 meines Messe-Berichts findet Ihr hier und Teil 3 hier!

Nachdem ich meinen Highlights des diesjährigen Vortragsprogramms gelauscht und zudem schon die ersten tollen Begegnungen hatte, machte ich mich daran, durch die Halle zu stromern und mir das Angebot an den Ständen anzuschauen. Einiges kannte ich bereits vom vergangenen Jahr, aber es war auch viel Neues dabei. Besonders gut gefiel mir:

Bestattungs-Spielzeug

Kinder können sich heutzutage in die unterschiedlichsten Welten hinein spielen: sie können als Ritter Drachen erlegen, Prinzessin im eigenen Schloss sein, im Operationssaal stehen und operieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Und einige davon können dabei behilflich sein, Kindern die Welt zu erklären.

Auf der Messe stand ich nun auf einmal dem Erfinder des Bestattungs-Spielzeug an seinem Stand gegenüber. Der Niederländer Richard Hattink ist Trauerpädagoge und bietet mit seinem Angebot eine Möglichkeit, Kindern den Tod auf spielerische Art näher zu bringen. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon: ich war hin und weg von dem kleinen Friedhof, der Trauerhalle, dem Sarg und den passenden Figuren. Alles übrigens von der Marke Lego. Eine Welt zum be-greifen.

Und dazu dieser aufgeschlossene, sympatische Mann, bei dem ich mir nur allzu gut vorstellen kann, wie er Kindern dieses Thema – das oft durch die Erwachsenen tabuisiert wird – nahe bringt.

Schaut Euch doch einfach mal hier auf seiner Webseite um!

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Eifeler Urnen-Manufaktur

„Urnen aus Laubhölzern der Vulkaneifel“ – so steht es auf der Eingangsseite der Webseite. Die Zeit der „Einheitsurnen“ ist längst Geschichte. Heutzutage besteht auch hier die Möglichkeit der individuellen Gestaltung. Und wer – so wie ich – ein Holz-Fan ist, der sollte sich doch unbedingt diese wunderschön gestalteten Urnen anschauen. Handarbeit von A-Z.

Auf der Webseite (die Ihr hier findet) gibt es übrigens einen interessanten Einblick in die Werkstatt.

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Waterurn BV

Ich bleibe noch einmal beim Thema `Individuelle Urnen´. Dieses Angebot kommt aus den Niederlanden (hier findet Ihr die Webseite, die allerdings auf holländisch ist, aber die Anbieter sprechen auch Deutsch – habe ich getestet! 😉 ) Die Technik des Ganzen habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden, ich war einfach zu fasziniert davon, wie wunderschön sich diese Urnen z. B. in einem Garten integrieren lassen. Wobei man sich dafür die Asche des Verstorbenen aushändigen lassen müsste, was in Deutschland bisher nur im Bundesland Bremen möglich ist. Oder – so der Anbieter – man lässt die Kremierung in Holland vollziehen und bekommt sie dann. Wobei ich persönlich bisher nie den Wunsch hatte meine lieben Verstorbenen bei mir im Garten zu haben.

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Beerdigungs-Clown

„Die schwere Decke der Trauer etwas anheben“, so steht es auf dem Flyer von Kaala Knuffl (alias Birgit Sauerschell), der Beerdigungs-Clownin. Mit ihrer in rot und schwarz gehaltenen Clowns-Gewandung hat sie meinen Blick sofort angezogen. Einen Clown auf einer Beerdigung? Das hat mich neugierig gemacht.

Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Kaala Knuffl und konnte mir sofort gut vorstellen, bei einer Trauerfeier mit ihr ganz neue Wege zu gehen. Denn ein Clown ist eben mehr als der Spaßmacher im Zirkus. Auch in Krankenhäusern gibt es ja schon lange die Klinik-Clowns, die dort hervorragende und wichtige Arbeit leisten.

„Poesie am Grab“ – „Erleichternde Hoffnung“ – „Ein Mittler zwischen Tod und Leben“. Schaut doch einfach mal auf ihrer Website vorbei, die Ihr hier findet!

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Friedhofsgeflüster

Eine hochgewachsene Frau, ganz in Schwarz mit Korkenzieherlocken. Es ist die „Schwarze Witwe“, die von Dr. Anja Kretschmer verkörpert wird. In einer Gewandung aus dem 18. Jahrhundert bietet sie Führungen über Friedhöfe in ganz Deutschland an, bei denen die ZuhörerInnen jede Menge über alte Traditionen rund um das Thema Tod erfahren.

Neben einem Flyer mit etlichen Terminen erhalte ich auch noch einen Leichenbitter, einen selbst gemachten Kräuterschnaps, den die Messe-BesucherInnen auch als Mitbringsel käuflich erwerben können. Als kleinen Eindruck habe ich im Nachhinein noch hier auf der Webseite gestöbert und mir hier einen kleinen Film angeschaut. Und im September kann ich die „Schwarze Witwe“  auf dem Engesohder Friedhof in Hannover dann auch live erleben.

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Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen Stände auf der Messe. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, sich über Hospiz- und Palliativarbeit, über Patientenverfügungen, Sterbe- und Trauerbegleitung und vieles mehr zu informieren. Und all dies in einem lockeren Rahmen, in dem es – zumindest mir – leicht fällt, ins Gespräch zu kommen.

Erwähnenswert ist noch die Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“, die Bilder des Langeooger Inselmalers Anselm zeigte mit Zitaten aus Liedern von Rolf Zuckowski. Wunderschöne Bilder, die ich mir lange angeschaut habe. Bei Interesse findet Ihr diese und andere auf der Seite des Inselmalers (hier).

Der 3. und letzte Teil meines Messe-Berichtes folgt in den nächsten Tagen und handelt von einer besonderen Begegnung.

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„Ich und sterben?…“ – ein Besuch auf der Messe `Leben und Tod´in Bremen (Teil 1)

RCHE0901Schon Wochen vor meinem Messebesuch fiel mir eines der diesjährigen Werbemittel in die Hand: ein Lesezeichen mit den Worten: „Ich und sterben? Nur über meine Leiche!“

Ich lachte. Genau mein Humor. Und dann dachte ich darüber nach: ist es denn immer noch so, dass Menschen den Tod aus dem Leben ausschließen wollen? Bei all dem, was es mittlerweile zu lesen, hören, sehen… gibt? Ja. Tatsächlich.

Die Messe `Leben und Tod´, die in diesem Jahr zum 10. mal in Bremen stattgefunden hat, bietet tolle Möglichkeiten, sich über alles rund um den Tod zu informieren. Einfach mal rein zu schnuppern. Und wem das dann doch noch zu „unheimlich“ ist, der kann ja jetzt einfach mal meinen Beitrag lesen…

IMG_3662Abfahrt 7:54 Uhr. So stand ich am 10. Mai bereits am frühen Morgen in Nienburg am Bahnsteig. Der Zug fuhr pünktlich und ich war bereits nach einer dreiviertel Stunde wohlbehalten in Bremen. Es folgte ein Fußweg von ca. drei Minuten und schon stand ich vor der Messehalle. Einfacher geht es wirklich nicht und ich konnte sicher sein, dass ich abends nicht, wie im Vorjahr, im Rückreise Verkehr feststecken würde.

Meine Vorfreude auf diesen Messebesuch war riesig! Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo ich nichts und niemanden kannte, war ich diesmal mit tollen Menschen verabredet und auch an einigen Ständen gab es ein herzliches Wiedersehens-Hallo. (Von einer Begegnung werde ich in einem gesonderten Beitrag noch erzählen… ❤ )

Die Stimmung war also von Anfang an bestens und so stürzte ich mich mitten hinein ins Getümmel und in das tolle Vortragsprogramm. Ich hatte mich im Voraus entschlossen, nicht als Fachbesucher teilzunehmen – und somit Workshops und weitere Vorträge besuchen zu können – da es auch so ein reichliches Angebot gab und bei einem Tag einfach nicht genügend Zeit für alles blieb. (Im nächsten Jahr werde ich an beiden Tagen teilnehmen!)

Und hier nun einige meiner ganz persönlichen Highlights in diesem Jahr:

Vortrag: Palliative Care – Lebensqualität (nicht nur) für das Lebensende
von Prof. Dr. Borasio

IMG_3674Auf diesen Vortrag hatte ich mich schon Wochen vorher gefreut, denn Prof. Dr. Borasio hatte mir mit seinem Buch „Über das Sterben“ bereits 2011 zahlreiche Fragen zum Thema `Sterben´ beantwortet. Und zwar nicht auf Fachchinesisch, sondern klar, offen, verständlich und das auch noch mit Empathie.

Und genauso ist dieser Arzt, dieser besondere Palliativmediziner. Ein Mann, der sicherlich bei vielen aneckt, wenn er – so wie in seinem Vortrag – Aussagen trifft, wie z. B.:
„Die Ehrenamtlichen (Sterbebegleiter) sind unbezahlte Profis“
„Die Pharmakonzerne machen ihre Umsätze nunmal nicht mit spiritueller Begleitung“ (im Kontext dazu, dass Körper UND Seele Beachtung finden müssen)
und zum Thema `Übertherapiert am Lebensende´: „Privat versichert zu sein, ist ein hohes Gesundheitsrisiko. Wer kann, der rette sich noch in eine gesetzliche“.

Mich hat dieser Vortrag ebenso beeindruckt wie sein Buch. Und wer sich auch dafür interessiert, dem lege ich diese Lektüre wärmstens ans Herz. (Das Lesen des Buches hat dafür gesorgt, dass ich meine Mutter viel besser in ihrem Sterbeprozess begleiten konnte!)

Lesung: „The End“
von Eric Wrede

IMG_3678Im vergangenen Jahr sah ich eine Doku mit und über Eric Wrede. (Leider finde ich sie jetzt nicht wieder, aber hier findet Ihr auf youtube ein Interview) Den Mann, der Musikmanager war und auf Bestatter umsattelte. Warum und wie? Das erzählt er in seinem Buch. Als ich im Programm der Messe von dieser Lesung las, wusste ich, dass ich sie mir nicht entgehen lassen würde!

Denn Eric Wrede ist nicht einfach „nur“ Bestatter, er ist es mit Leib und Seele und mit der Überzeugung, dass ein Verstorbener ein Recht auf eine respektvolle Behandlung hat und dass ein „guter“ Abschied die Angehörigen in ihrer Trauerarbeit unterstützen kann. Denn das ist leider nicht selbstverständlich.

Während der Lesung beobachtete ich einige Male die ZuhörerInnen und ich erkannte, was ich mir schon gedacht hatte: dieser entschlossene junge Mann, ist nicht jedermanns „Sache“. Muss ja auch nicht. Und dass sich einigen vermutlich die Fußnägel aufgerollt haben, als er davon las, wie er mal eine Urne auf einem Berliner Friedhof bei Nacht (ich glaube Nebel gab es nicht) ausgegraben hat, ist ja vielleicht auch verständlich. ABER, lest die ganze Geschichte und bildet Euch selber eine Meinung. Im seinem Buch findet Ihr nicht nur eigene Erlebnisse, sondern auch zahlreiche Anregungen und Hilfestellungen für einen Trauerfall. Und glaubt mir: jeder braucht das mal und es kann hilfreich sein, wenn man dann nicht völlig ahnungslos und dadurch rasch überfordert ist.

Soviel zu den Programmpunkten im Forum, die ich besucht habe. Im zweiten Teil meines Berichts wird es dann um die Stände gehen, die für mich in diesem Jahr besonders interessant waren.

Und es gilt wie immer: wenn Ihr Fragen habt – zum Messebesuch oder auch rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer – immer her damit. Ich beantworte sie gerne unten in den Kommentaren oder per Mail!

Hier findet Ihr noch den Bericht von 2018!

Und hier den 2. Teil des Berichts von 2019!

89 Jahre wären es heute…

Vor zwei Jahren haben wir zum letzten Mal Deinen Geburtstag gemeinsam gefeiert. Nachdem Du zwei Monate zuvor auf der Intensivstation gelegen hattest – dem Tod näher, als dem Leben – war es wie ein Wunder gewesen, dass Du noch ein letztes Mal Kraft geschöpft hattest.

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Der 87. Geburtstag – das letzte Foto von meiner Mutter und mir

Im engsten Familienkreis haben wir an Deinem 87. Geburtstag zusammen gesessen. Bei einem leckeren Kuchen und Schnittchen, beides vom Pflegeheim zur Verfügung gestellt, die auch einen wunderbaren Geburtstagstisch für Dich bereitet haben.

Dein Enkel war extra für diesen Tag angereist und Du hast Dich so gefreut, ihn zu sehen. Es hat Dein Glück an diesem Tag perfekt gemacht und Du hast gesagt, es sei der schönste Geburtstag Deines Lebens.

Zeitweise gingen Deine Gedanken an diesem Tag spazieren, Dein Blick ging durch uns hindurch. Du warst müde. So müde. Und ich konnte sehen, wie Deine Kraft weniger wurde. Schon an diesem Tag konntest Du kaum etwas essen. Dein Körper benötigte es nicht mehr. Aber Du hast Dich gefreut, wie gut es uns geschmeckt hat.

Wir alle hatten Geschenke für Dich, liebevoll verpackt. Denn das auspacken war bis zu diesem letzten Geburtstag immer das schönste für Dich gewesen. Wir mussten Dir hin und wieder helfen, wenn Deine Hände und Finger nicht mehr die Kraft aufbrachten. Aber Deine Augen, die haben geleuchtet.

Da das Wetter an diesem Tag schön war, beschlossen wir Dich noch durch den Garten zu schieben. Du wolltest den beginnenden Frühling sehen. Ein bisschen frische Luft atmen, nachdem Du fast nur noch in Deinem Zimmer im Bett liegen konntest.

Wir zogen Dich an und Dein Enkel schob Dich im Rollstuhl durch die schön gestaltete Anlage des Pflegeheims. Und obwohl Du mit jeder Sekunde müder zu werden schienst, hast Du gelächelt, wenn er gespielt schnell mit Dir um die Ecken geflitzt ist.

Das auskleiden aus den schönen Festsachen, die Dir die Pflegerinnen liebevoll ausgesucht und angezogen haben – wir waren extra früher hingefahren und diese lieben Menschen hatten schon alles vorbereitet! – hast Du schon nicht mehr richtig mitbekommen. Und die nächsten zwei Tage hast Du fast nur geschlafen. Aber es hatte sich gelohnt.

Genau zwei Monate später, am 22. Mai, bist Du eingeschlafen. An einem wunderschönen Frühlingstag. Aber in unseren Herzen bist Du nach wie vor lebendig und wirst es bleiben. Alles Liebe für Dich zu Deinem Ehrentag und lass Dich da wo Du bist ordentlich feiern!

 

 

Ein Jahr (und einen Tag) `Die Waldträumerin´ist erst der Anfang!

Gestern vor einem Jahr habe ich den ersten Beitrag auf diesem Blog gepostet: Begrüßungs-Geplauder. Er handelte von dem beginnenden Frühling und von den Überlegungen, die diesem Start voraus gegangen sind.

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Ja, ich hatte 2017 lange überlegt, ob ich meinen alten Blog aufgebe – der sich rein um meinen Autoren-Alltag gedreht hat – und endlich dass mache, was ich wirklich will: Das Leben (Könnt Ihr auch den Frühling riechen?) und den Tod (Kann ein Herz an einer alten Zitruspresse hängen?) Hand in Hand gehen lassen. Was sie sowieso tun, ob wir das wollen oder nicht. Aber viele Blogs trennen das strikter. Was auch ok ist. Denn Trauernde, die Rat und Unterstützung suchen, wollen vielleicht gerade keine Jubelworte über Weihnachten, den Frühlingsbeginn…

Aber ich möchte auf diesem Blog den Themen Sterben, Tod und Trauer Raum geben – und dass mitten im Leben. Möchte die Möglichkeit geben, sich „nebenbei“ zu informieren über diese Themen, um die man vielleicht sonst gerne einen Bogen machen möchte. Zwischen all den Beiträgen über unsere Hundedame (Und plötzlich ist da wieder Pfotengetrappel), über sportliche Ambitionen (Fit mit 50), über Fotoprojekte (C wie Chinakohl) und eben auch dem, was mich als Autorin ausmacht (Adolar Adebar ist gut gelandet).

Und die „Rechnung“ ist aufgegangen! Etliche meiner früheren LeserInnen begleiten nun auch schon von Beginn an `Die Waldträumerin´ und unglaublich viele sind dazu gekommen. Ich liebe den Austausch mit Euch. Freue mich über Eure Kommentare, Euer Mitlesen.

Also stelle ich doch mal virtuell etwas zum anstoßen bereit (jeder nehme sich nach seinem Gusto) und dann heißt es: Happy Blog-Birthday, liebe Waldträumerin, auf viele weitere schöne Jahre und am allerwichtigsten DANKESCHÖN an Euch da draußen!

Ich bin dann mal schwach

Menschen müssen stark sein. Tough nennt man das heute wohl. Alles schaffen, mit links  DSC_0009– im Notfall auch rechts – erledigen. Per WhatsApp, Instagram, Twitter ständig up to date und selbstverständlich erreichbar sein. „Muss nur noch kurz die Welt retten“ singt ja passenderweise auch Tim Bendzko.

Schwäche ist verpönt. Da brauchen wir uns nichts vor zu machen. Psychische Instabilität, Depressionen – lieber nicht. Am besten damit hinter dem Berg halten, sich verstecken, bis man wieder funktioniert.

Ich bin schwach.

Seit Wochen schon. Und ich finde nicht, dass man „das“ bzw. sich deshalb verstecken muss. Ja, manchmal falle ich in tiefe, schwarze Löcher. Und es ist verdammt mühsam da wieder raus zu kriechen. Glücklicherweise habe ich Menschen, die mir Rettungsseile, Strickleitern zuwerfen, mir ein Licht in der Dunkelheit anzünden. Trotzdem kann ich nicht einfach einen Schalter umlegen und dann SWITCH ist es wieder gut.

Und überhaupt: was bedeutet schon „es ist wieder gut“. Menschen fühlen sich nun mal aus den unterschiedlichsten Gründen manchmal echt Scheiße. Allein. Traurig. Wir müssen nicht immer lachen und fröhlich sein. Weinen erleichtert. Lachen übrigens auch. Also warum nicht beides zulassen?

Tja, aber obwohl ich hier nun offen darüber schreibe, ist es doch Tatsache, dass ich mich in den vergangenen Wochen versteckt habe. Vor dem, was ich tun muss, tun sollte, vor meinen Mitmenschen, ja teilweise sogar vor Freunden. Aber ich finde das in Ordnung. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich solche Phasen habe. Dass ich sie manchmal wirklich brauche, um mich neu zu sortieren. Und – besonders wichtige Erfahrung – ich weiß, dass es bei mir wieder besser wird. Dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Oder am Horizont. Oder so.

Also krabbele ich auch dieses mal Schritt für Schritt zurück ins Leben. Und ich weiß, dass ich hinterher wieder ein Stück stärker bin. Und DIESES stärker sein tut mir gut und fühlt sich richtig an.