Lese-Zauber: „Die Weisheit alter Hunde“ – ein Buch von Elli H. Radinger

Seit unsere Hündin Gina unsere Familie bereichert, sind wir viel damit beschäftigt, sie einfach zu beobachten. Wie sie hingebungsvoll auf einem Spielzeug herumkaut, wie sie ausgelassen Bällen hinterläuft, wie sie entspannt auf dem Sofa liegt – auf dem Rücken, die Pfoten in die Luft – kurz: wie sie ihr Leben genießt.

Sie braucht dazu nicht viel. Futter, Wasser, Bewegung, Kraul-Hände, Hunde-Kumpels und als Sahnehäubchen etwas zum Spielen. Sie lebt im Hier und Jetzt. Und das rund um die Uhr. Klar ist es blöd, wenn ich mal später mit ihr spazierengehe und aus reiner Gewohnheit kommt sie dann schon mal an, um nachzufragen, wann es denn losgeht. Aber, wenn ich ihr sage, dass es noch ein wenig dauert, dann vertraut sie mir einfach, dass ich mich schon um sie kümmern werde.

IMG_5820All diese kleinen und großen Beobachtungen beschreibt Elli H. Radinger in ihrem wundervollen Buch „Die Weisheit alter Hunde“. Und wie der Titel es schon sagt, geht es dabei vorangig um ältere Hunde. Wie sie uns durchs Leben begleiten und wir sie. Die Bindung, die entsteht und die (meist) mit dem Älterwerden noch inniger wird. Diese manchmal wortlose Kommunikation, das zunicken, der kurze Blickwechsel. Aha, ja verstehe schon.

Und sie schreibt vom Abschied nehmen. Davon wie sie es vor Jahren mit ihrem Seelenhund erlebt hat und wie es heute mit ihrer Hündin ist, die nun auch in die Jahre kommt.

Beim Lesen habe ich geweint, geschmunzelt, gelacht. Immer wieder mit dem Kopf genickt, denn stimmt, so ist das mit unseren wunderbaren vierbeinigen Familienmitgliedern. Neben dem geschriebenen Wort, gibt es auch noch viele wunderschöne Fotos, die mir ein Lächeln nach dem anderen aufs Gesicht gezaubert haben.

„Was wir von grauen Schnauzen über das Leben lernen können“ heißt es im Untertitel – ja, da gibt es wirklich eine ganze Menge.

Lese-Zauber

Wie ich Euch bereits angekündigt habe, stelle ich nun noch die letzten drei Weihnachts-Romane vor, die ich im Januar noch gelesen habe. Glücklicherweise hat auch unser Weihnachtsbaum so lange durchgehalten, da war es leicht, in Stimmung zu bleiben!

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„Weihnachtszauber in Hopewell“ von Nancy Naigle. Auf dem Cover ist ein Buchladen abgebildet, auf dem Titel-Schriftzug ordentlich Glitzer – da war ich natürlich gleich dabei. Es ist so einfach, mich einzufangen… Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt, wie der Titel schon verrät: in Hopewell. Jeder kennt jeden. Und was oftmals als schlimm empfunden wird, ist hier für die Bewohner ein Segen. Denn in guten Zeiten freut man sich für den anderen und in schlechten unterstützt man sich. Also die perfekte Umsetzung des Weihnachtsgedankens. Für Sydney und ihre Tochter RayAnne genau das Richtige, denn sie haben gerade erst die Trennung von Ehemann / Vater hinter sich. Der sich zudem nicht gerade fair verhält. Da hilft doch die freundliche Aufnahme von Buchladen-Besitzerin Bea erst einmal über das Schlimmste hinweg. Eine richtig schöne Weihnachtsgeschichte mit viel Herz und Glitzer.

Ganz anders kam dann „Winterzauber in Paris“ von Mandy Baggot daher. Ich hatte ja in der Weihnachtszeit bereits „Winterzauber in Manhattan“ von ihr gelesen, aber dieses unterscheidet sich deutlich. Mich hat angezogen, dass es in Paris spielt und ich war neugierig, was für eine Geschichte sich die Autorin da wohl ausgedacht hat. Es hat viel mit Trauer zu tun. Trauer, die Zeit braucht und Menschen die dafür Verständnis haben, dass man sein Leben nicht einfach so weiterleben kann. Denn dazu ist der Fotograf Julien nach dem Tod seiner Schwester – verständlicherweise – nicht in der Lage. Und dann ist da Ava, die sich endlich aus dem Bannkreis ihrer Mutter loseisen und ihren treulosen Freund vergessen will. Mal ganz abgesehen davon, dass ihr eine Portion Selbstvertrauen nicht schaden würde. Das alles umhüllt von einem weihnachtlich geschmückten Paris, das sogar mit Schnee aufwartet. Ich habe ein wenig gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden – keine Ahnung warum – aber dann…

Als letztes habe ich noch einen Roman von Heike Wanner gelesen: „Das Leben ist kein Punschkonzert“. Auch von dieser Autorin habe ich in dieser Weihnachtssaison schon ein Buch gelesen: „O du fröhliche Weibernacht“. Aber dieses hier hat mir noch viel besser gefallen. Drei Schwestern, die sich mal mehr, mal weniger grün sind. Aber als die Jüngste – die in den Augen der älteren Schwestern nichts auf die Reihe bekommt – sich das Handgelenk bricht, unterstützen die Beiden sie sofort. Denn Julia führt den Familienstand auf dem Weihnachtsmarkt weiter und ihr Leben dreht sich dabei um Reibekuchen (morgen werde ich das enthaltene Rezept mal ausprobieren!) und Punsch. Ich war von Anfang bis Ende von diesem Roman begeistert, die Autorin hat es geschafft, alle Figuren lebendig werden zu lassen und sie haben sich nach und nach in mein Herz geschlichen. Ein toller Abschluss meines Weihnachts-Roman-Lese-Projekts.

Lese-Zauber

Wie gut, dass unsere Weihnachts-Deko noch steht und hängt. (Am liebsten würde ich den Weihnachtsbaum bis Ostern stehenlassen, aber dann wäre er wohl nackt…) Warum? Weil ich immer noch meine Weihnachtsromane lese und damit einfach das passende Ambiente habe. Und wie versprochen, erzähle ich Euch auch noch von all diesen Romanen. Heute gibt es die nächsten vier…

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„Die kleine Chocolaterie am Meer“ von Caroline Roberts ist kein „klassischer“ Weihnachtsroman. Er lag auch nicht auf dem Weihnachtstisch in unserer Buchhandlung, sondern ganz schnöde im Regal. Klar, dass ich ihn trotzdem aufgestöbert habe und retten musste… Die Geschichte von Emma beginnt in der Weihnachtszeit. Allein die Beschreibungen ihrer Chocolaterie und all die Rentiere, Weihnachtsmänner… aus Schokolade haben mich dahinschmelzen lassen. Dumm nur, dass ihr Vermieter eher Grinch-mäßig unterwegs ist und ihr eine Mieterhöhung vor den Latz knallt. Neben der Trauer um ihren Verlobten, der vor Jahren gestorben ist, ist das ganz schön hart. Bis dann das nächste Weihnachtsfest in Sicht ist, tut sich aber so einiges und ich hab diese Geschichte auf jeden Fall ins Herz geschlossen.

Das krasse Gegenteil war dann die nächste Geschichte: „Hauptsache der Baum brennt“ von Sina Beerwald. Irgendwie war ich wohl noch gedanklich bei den „leiseren Tönen“, denn anfangs ging mir diese witzig daher kommende Weihnachtsgeschichte tatsächlich auf die Nerven. Aber nach und nach habe ich mich dann eingelesen und mit Sarah Christkind (die heißt echt so…) mit gelitten und gelacht. Wer möchte auch schon, dass am Sonntag Morgen um 6 Uhr der Weihnachtsmann vor der Tür steht, weil er ein neues Christkind braucht? Eine witzige Geschichte, die aber nicht so ganz meinen Geschmack trifft.

Aber dann kam sie… eine dieser Geschichten, die man verschlingt und nicht genug davon bekommen kann. Also ich konnte nicht genug bekommen. Und zwar von Sarah Morgans Roman „Die Zeit der Weihnachtsschwestern“. Das Buch ist mir sozusagen im letzten Moment vor die Füße gefallen und ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite geliebt! Drei Schwestern, total unterschiedlich, treffen immer an Weihnachten aufeinander. Und natürlich soll dieses Familienfest perfekt sein. Was es aber nie ist. Damit verrate ich Euch wohl nicht zu viel. Das Ganze spielt in den schottischen Highlands, mit viel Schnee, einem tollen Haus, einem gemütlichen Café und einigen Familien Geheimnissen. Absolute Lese-Empfehlung!

Vor zwei Jahren habe ich einen Weihnachtsroman von Angelika Schwarzhuber gelesen (Der Weihnachtswald) und war total begeistert. Als ich dann feststellte, dass sie weitere geschrieben hat, habe ich zugegriffen: „Das Weihnachtswunder“ heißt meine Neuerwerbung. Ebenso wie das andere Buch gibt es auch hier einen fantastisch-magischen Touch. Ich mag sowas ja total gerne. Und mir ist auch die Protagonistin Kathi ans Herz gewachsen, ebenso wie ihr – sehr attraktiver… – Schutzengel. Aber trotz des vielen Schnees und Weihnachtsglitzerglamours und dem netten Fotografen Jonas… ganz so umgehauen wie die Geschichte vom Weihnachtswald hat mich diese nicht. Trotzdem habe ich sie gern gelesen und ich werde mir den dritten Weihnachtsroman von Frau Schwarzhuber sicherlich auch noch kaufen.

So, und nun lese ich rasch weiter. Vier Bücher liegen hier noch und die möchte ich doch noch vor dem Frühling gelesen haben…