Ein Abschied

„Spanish Guitar“. Ich drücke auf Play und diese leidenschaftliche, immer ein wenig melancholisch klingende Musik erfüllt den Raum. Meine Gedanken durchwandern die vergangenen drei Monate. Für eine kleine Weile durfte ich einen Menschen auf seinem Lebensweg begleiten. Ein Stückchen an seiner Seite sein. Nie zuvor hatte ich diese Musik bewusst gehört. Und nun wird sie mich stets an meine erste Begleitung erinnern.

DSC_0002Ich nutze die Herbstsonne und gehe eine große Runde mit meiner Hündin. Bewundere die Natur, wie sie sich für den Winterschlaf bereit macht. Nur, um dann im kommenden Jahr wieder neu zu erblühen.

Und wer weiß, vielleicht geht es auch für uns Menschen irgendwo, irgendwie weiter. Ich glaube daran. Und ich wünsche Herrn Meier (der Name ist selbstverständlich geändert) von Herzen alles Gute, dort wo er nun ist. Danke für diese Begegnung.

Herbstliebe

Herbstliebe
von Nicole Vergin

Rot… Es sprang sie beinahe an.

Und obwohl sie ohne Brille nur noch verschwommen sah, erkannte sie ihren Baum. Ihr Lieblingsahorn hatte über Nacht sein Herbstkleid angezogen. Oder vielleicht war es auch gar nicht über Nacht passiert. Nein, wahrscheinlich nicht. Die Zeit verschwamm, seit sie hier in ihrem Pflegebett lag. Tagein, Tagaus.
„Mama?“
Sie drehte den Kopf in Richtung der Stimme. In Zeitlupe. Immer schwerer fiel ihr jede Bewegung. Es war ihr Sohn, der dort an ihrem Bett saß. Wie lange schon? Auch das wusste sie nicht.
„Schau was ich dir aus dem Garten mitgebracht habe.“
Sie fühlte etwas ihre Finger berühren. Glatt und kühl. Behutsam tastete sie danach und erkannte es sofort. Ein Blatt. Er hatte ihr ein Blatt von ihrem Ahorn mit herein gebracht. Ihr Mund versuchte ein „Danke“ zu formen, aber es blieb hinter den Lippen hängen.
Der Sohn streichelte behutsam ihre Wange. Sie wusste, er verstand sie auch wortlos. Aber wie gerne hätte sie so wie früher mit ihm geredet. Über all die kleinen und großen Dinge im Leben. Doch es fehlte ihr die Kraft.

„Den Frühling werden Sie wohl nicht mehr erleben“, hatte ihr Onkologe Anfang des Jahres gesagt. Sie hatte diese Aussage schweigend hingenommen. Woher sollte er wissen, wann es für sie Zeit sein würde zu sterben? Das wusste niemand.
Und so trotzte sie seinen Worten und erlebte einen letzten Frühling und dann noch einen Sommer. Nun war es Herbst. Ihre liebste Jahreszeit. Um nichts in der Welt hätte sie sie verpassen mögen. Natürlich war da noch der Wunsch gewesen, dies nicht nur vom Bett aus zu erleben.

Sie vermisste ihre Herbst Spaziergänge. Wenn sie die Augen schloss, träumte sie sich zurück auf die Felder und Wälder, die sie durchstreift hatte. Sie hörte das Rascheln des Laubs unter ihren Schritten, sah die ersten gelben und roten Blätter zwischen dem Grün. Und sie fühlte die kühle Luft, die in ihre Lungen geströmt war, wenn sie ausgelassen wie ein junges Mädchen über die Stoppelfelder gelaufen war.
Und der Herbst Regen! Die vom Sommer noch warmen Tropfen, die ihr über das Gesicht und die Hände gelaufen waren und die sich dann an Grashalme gehängt und in Spinnennetzen geschaukelt hatten.

Mitten hinein in ihre Herbstträume fühlte sie eine Hand, die ihre Schulter berührte. Unwillig öffnete sie die Augen. Während der folgenden 20 Minuten, in der sie gewaschen wurde und eine neue Windel bekam, versuchte sie immer wieder einen Blick auf ihren Baum zu erhaschen.
Rot… Es sprang sie beinahe an.

Nachsatz

Die Inspiration für diese kleine Geschichte habe ich durch meinen gestrigen Spaziergang erhalten. Durch das was ich gesehen habe und was mir – bzgl. meiner eigenen Vergänglichkeit – durch den Kopf gegangen ist. Nachstehend könnt Ihr Euch die dabei entstandenen Fotos ansehen…

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„Für immer Rabbit Hayes“ – ein Buch von Anna McPartlin

Rabbit Hayes? Ich stand im Buchladen in Hamburg, das Buch von Anna McPartlin in der Hand und konnte es nicht fassen. Es gibt eine Fortsetzung von „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“?!

Vorweg: für mich muss es nicht immer Teil 2, 3, 4… geben. Aber ich hatte damals mit der Familie Hayes gelitten und ein Stück ihres Weges mit gelebt. Und ja, ich konnte mir eine Fortsetzung vorstellen. In der Zwischenzeit habe ich auch andere Bücher von Anna McPartlin gelesen und jedes einzelne geliebt.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich mir dieses Buch nicht nur gekauft, sondern auch mit großer Lese-Begeisterung verschlungen habe. Der erste Teil handelte – wie der Titel es schon sagt – von den letzten Tagen von (Mia) Rabbit Hayes. Inklusive Rückblick in ihre Vergangenheit.

„Für immer Rabbit Hayes“ handelt von Trauer. Trauer um einen geliebten Menschen. Um eine Tochter, Mutter, Schwester, Freundin. Wie im ersten Teil wird aus den verschiedenen Perspektiven erzählt. Was dafür sorgt, dass man als Leser versteht, wie individuell Trauer ist. (Was mich als angehende Trauerbegleiterin sehr interessiert) Und was Trauer mit den unterschiedlichen Menschen macht, wie sie reagieren und agieren.

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Anna McPartlin erzählt ihre Geschichten mit viel Empathie und bleibt dabei dennoch realistisch, offen und ehrlich. Die Autorin hat selbst entsprechende Verluste in ihrer Kindheit erlebt und ich finde man merkt beim Lesen, dass sie genau weiß, wie sich das anfühlt.

In diesem Buch geht es aber nicht nur um Sterben, Tod und Trauer, sondern immer auch um das Leben.

Ich möchte Dir so vieles erzählen…

… und muss mich auch nach über zwei Jahren oft nach daran erinnern, dass Du nicht mehr lebst. Du bist tot. Immer noch. (Wünschen wir uns nicht alle immer mal wieder, dass unsere Lieben doch einfach wieder „auftauchen“?)

Es gibt so viele kleine und große Situationen in meinem Leben, von denen ich Dir gerne erzählen möchte. Ich mache das dann auch. Einfach so, in meinem Gedanken. Lasse mein Herz sprechen und hoffe, dass Dich meine Nachrichten irgendwie erreichen.

Über viereinhalb Jahrzehnte konnte ich Dich um Rat fragen. Dein Meinung war mir wichtig. Zumindest als Erwachsene. Und auch, wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so konnte ich doch über alles mit Dir reden. Und das war schön.

Das mit der Trauer ist so unkontrollierbar. Hätte mir vor Deinem Tod jemand gesagt, wie es mir noch nach über zwei Jahren manches mal ergeht… nein, ich hätte es nicht geglaubt. Aber die Lücke, die Du in meinem Leben hinterlassen hast, ist groß. Meist ist dieses Loch in meinem Herzen mit Liebe und Erinnerungen angefüllt. Aber manchmal reicht das nicht aus.

Von jetzt auf gleich weine und hadere ich. Will Dich zurück … will will will… Und dann wieder vergehen Wochen, in denen ich einfach liebevoll an Dich denke – und manchmal vergehen sogar Tage an denen ich gar nicht an Dich denke.

Wie gerne mache ich Pläne für mein Leben. In meinem riesigen Kalender habe ich einen Jahresplan. Ich plane jeden Monat, jede Woche, jeden (All-) Tag… aber Trauer ist nicht planbar. Nicht einmal im Ansatz. Inzwischen habe ich das begriffen. Und seit dem begreifen ist es einfacher geworden. Naja, einfacher… ich kann besser damit umgehen, wenn mal wieder ein Trauer-und-Sehnsuchts-Tsunami auf mich zurollt und mich mitreißt.

So wie vor ein paar Tagen. Ich war in unserem hiesigen Blumengeschäft, habe ein Mitbringsel für eine liebe Freundin besorgt und da stand dieser kleine Engel. Er schaute mich an. Ich habe es genau gesehen. Und prompt fiel mir ein, dass ich Deinen Erinnerungstisch lange nicht verändert habe. Über den heißen Sommer habe ich dort keine Blumen hingestellt. Ich habe nicht einmal die Tischdecke gewaschen.

Für mich war das ein Zeichen, dass ich in meiner Trauer einen Riesenschritt nach vorn gemacht habe. Und habe es mir daher auch nicht übel genommen, dass ich nicht einmal Deine Lieblingsteddys abgestaubt habe.

Aber als ich dort im Laden stand, da wäre ich am liebsten sofort losgerannt und hätte mich darum gekümmert. Wie hatte ich das alles nur so verlottern lassen können? Ich habe nicht nur den Engel, sondern auch gleich noch ein Alpenveilchen (die mochtest Du immer so gern) gekauft.

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Nun ist der Erinnerungstisch fast wieder so, wie ich ihn (aktuell) haben möchte. Ok, die Collage in dem Rahmen, die werde ich vielleicht noch gegen Fotos austauschen. Mal schauen. Das eilt nicht. Ich schätze, da werde ich mich dran machen, wenn der nächste Trauer-und-Sehnsuchts-Tsunami vielleicht kommt. Vielleicht kommt er auch nicht. Wer weiß das schon…

Plaudern über dies und das

Puh… im Moment ist bei mir jede Menge los und während ich hier am PC sitze und Euch davon erzählen möchte, sausen die wildesten Gedanken durch meinen Kopf.

Letzte Woche um diese Zeit war ich in Hamburg. Das 9. Seelfrau-Wochenende stand an. Dieses Mal bin ich schon am Donnerstag angereist, da wir uns am Freitag Mittag in einer vierköpfigen Gruppe getroffen und einiges noch durchgearbeitet haben. Drei solche Treffen gehören im Verlauf der 2-jährigen Ausbildung dazu, damit die Inhalte auch entsprechend vertieft und geübt werden können. Gerade Gesprächssituationen in Trauerbegleitungen lernt man ja nicht durch schlichtes lesen oder auswendig lernen.

IMG_4434Es war herrlich, dieses Hamburg-Wochenende. Wunderschönes Wetter, so dass ich in der Freizeit durch Bergedorf (ein wunderschöner Stadtteil von Hamburg) gebummelt bin und am Samstag Abend habe ich mit einer anderen angehenden Seelfrau noch eine Lichterfahrt durch den Hamburger Hafen gemacht.

Aber die Ausbildung bedeutet eben auch jede Menge Arbeit. Fachbücher studieren, die Wochenenden nacharbeiten, vertiefen und eine Abschlussarbeit muss geschrieben werden. Mal ganz abgesehen davon, dass ich langsam Pläne mache, was nach der Ausbildung kommt. Ich möchte gerne Trauer-Wochenenden anbieten und bin derzeit dabei, mich entsprechend schlau zu mache. Dazu gibt es dann aber noch einen gesonderten Beitrag.

Und wie ich schon erzählt habe, bin ich nun ja auch für den ambulanten Hospizdienst DASEIN tätig. Und zwar nicht „nur“ als Sterbebegleiterin, sondern auch aktuell in zwei Projektgruppen. Bei einer geht es um das im nächsten Jahr anstehende 20-jährige Jubiläum (es wird tolle Veranstaltungen geben!) und die andere Gruppe bereitet eine Ausstellung zum Thema Trauer-Tattoos vor. Lars hatte Euch ja schon davon erzählt. Ich selber habe keine Tattoos, aber das Thema der Ausstellung interessiert mich und da ich anhand der Kommentare unter Lars´Beitrag festgestellt habe, dass einige das Thema ebenfalls interessiert, werde ich Euch im Anschluss an die Ausstellung auf jeden Fall davon erzählen und Fotos zeigen.

Ihr lest es schon: im Moment dreht sich in meinem Leben sehr viel um Sterben, Tod und Trauer. Und ja, manches Mal ist das ganz schön viel. Dann lese ich bewusst ganz andere Bücher über schöne rosa-Wolken-Themen, gehe mit Gina mit wachen Augen durch die herbstliche Natur oder mache – so wie letztes Wochenende – mal eine Hafenrundfahrt.

Was für meinen Geschmack im Moment zu kurz kommt, ist das Schreiben. Denn: ich bin immer noch Autorin. Und das bleibe ich natürlich auch. Aber ich habe seit einigen Wochen mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Es fiel mir heute sogar schwer, diesen Beitrag zu beginnen… Die Geschichten, die ich im 2. Halbjahr noch schreiben wollte? Gibt es bisher nicht. Ich musste sogar eine Teilnahme an einem wunderschönen Projekt absagen, was mich total traurig macht.

Und der Witz dabei ist ja, dass ich auch schon bald anfange mein jährliches Schreib-Lust Seminar an der Heimvolkshochschule Loccum vorzubereiten. Seit April ist es bereits ausgebucht, so dass in diesem Jahr früh feststand, dass es stattfinden wird. Es gab auch andere Zeiten… An diesen Wochenenden habe ich schon oft Schreib-Lustige dabei unterstützt, Worte zu Papier zu bringen. Genauer gesagt seit 2011. Ich kenne also die Tipps und Tricks. Aber das ist das mit dem Schuster, der die schlechtesten Leisten hat.

Ich versuche liebevoll mit mir umzugehen. Und so verständnisvoll, wie ich es bei anderen auch bin. Denn ich bin keine Maschine. Auch keine Schreib-Maschine. Klar, irgendwas und irgendwie könnte ich immer schreiben. Aber ich muss meine Geschichten ja auch mögen. Daher mache ich mir jetzt mal keinen Stress (höhö) – sogar die Fertigstellung eines mir wichtigen Beitrags habe ich ein Stück aufgeschoben – sondern lasse die Worte nach und nach wieder bei mir eintrudeln. Und mit dieser Entscheidung fühle ich mich (meist) gut. Und dann? Schaue ich weiter!

Habt einen schönen Start in ein tolles Wochenende und achtet gut auf Euch!

Wer sich für die Ausstellung interessiert, hier die entsprechenden Angaben:

Ausstellungszeiten

 Wunstorf, Stadtkirche
19.10. Samstag       10 – 16 Uhr
20.10. Sonntag        11 – 13 Uhr
22.10. Dienstag       12 – 18 Uhr
25.10. Freitag          10 – 18 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Neustadt am Rübenberge, Liebfrauenkirche
29.10. Dienstag       14 – 18 Uhr
01.11. Freitag          10 – 16 Uhr
02.11. Samstag       10 – 16 Uhr
03.11. Sonntag        11 – 13 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Memento Tag – end-lich leben: Überlegungen zu meiner Trauerfeier

Keine Sorge! Soweit ich weiß, werde ich in absehbarer Zeit nicht sterben. Und ich denke auch nicht den ganzen Tag darüber nach, wann es wohl soweit sein wird. Denn glücklicherweise weiß das niemand. Und darüber bin ich froh!

Was ich ganz sicher weiß ist, dass dieser Tag irgendwann da ist. Und dann?

Heute findet das erste Mal der (Ge)Denk- und Aktionstag, der `Memento Tag´ statt. (Die Website dazu findet Ihr hier!) Ein Tag, an dem etliche Aktionen rund um das Thema Tod stattfinden und an dem einfach mal darüber gesprochen werden kann / soll / darf… Oder geschrieben.

Memento Tag

Und daher erzähle ich Euch heute, was ich mir (bisher) für meine Trauerfeier / Beerdigung überlegt habe:

Obwohl ich seit Jahrzehnten mit Begeisterung über Friedhöfe streife, möchte ich in einem Ruheforst, also im Wald, meine letzte Ruhe finden. Ich mag den Gedanken, dass Spaziergänger an meinem Baum entlanggehen, dass meine Lieben dort einen Ort haben, zu dem sie gehen können, aber nicht zwangsläufig zur Grabpflege hin müssen. Und in der Natur bin ich ja sowieso seit jeher zuhause.

Mir genügt ein einfacher Sarg und dass nicht nur, weil ich für eine Beisetzung im Wald kremiert werden muss, sondern weil ich es gerne schlicht habe.

Eine Trauerfeier in einer Kapelle brauche ich nicht. Mir genügt es, wenn vor dem versenken meiner Urne im Wald, ein paar Lieder gespielt werden. Und wer mag, kann etwas über mich sagen. Erzählen, wie ich war. Anekdoten. Etwas zum Lachen, zum Weinen. Schön wäre, wenn „Dancing Queen“ von ABBA gespielt würde und – sofern das nicht zu teuer ist – Jemand live „I did it my way“ singen würde.

Je nachdem, wann der Tod mich holt, ist vielleicht sogar noch an der Kastanie, wo meine Mutter beigesetzt wurde, ein Plätzchen frei. Die Kastanie ist klein – die meisten wollen anscheinend große Bäume – so dass sich so schnell eventuell niemand findet, der ausgerechnet dorthin möchte.

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Ach ja, und auf dem Namensschild, das dann an dem Baum angebracht wird, kann gerne eine Muschel abgebildet sein. Denn ich liebe ja das Meer! Allerdings nicht so sehr, dass ich dort verstreut werden möchte.

Ja, so in etwa könnte das Ganze ausschauen. ABER – und nun kommt der wichtigste Punkt überhaupt – wenn meine Lieben, nach meinem Tod andere Ideen und Wünsche haben: bitteschön! Dann können sie gerne alles über den Haufen werfen und es so gestalten, wie es ihnen gerade gut tut. Denn wie schrieb Mascha Kalécko in ihrem Gedicht „Memento“:

Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.

Für den Fall jedoch, dass meine Lieben in dieser Extrem-Situation nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht, dann haben sie durch meine Notizen etwas woran sie sich lang hangeln können. Und dass kann manchmal echt Gold wert sein!

„…ein Stück untröstlich“ – ein Buch von Anja Pawlowski

Im vergangenen Jahr stieß ich auf einen Blog. Ich las die aktuellen Beiträge und war gefangen. Gefangen in diesen offenen Worten. Worte, die vom Sterben, dem Tod, der Trauer und ganz viel vom (Über-) Leben erzählen. Nun bin ich kein großer Fan vom Lesen an Bildschirmen. Ich war hin- und hergerissen, denn eigentlich hätte ich doch nur allzu gerne ALLES auf diesem Blog gelesen.

Da kam mir die Nachricht im Mai doch gerade recht: „Der gefühlvolle Blog als gebundenes Buch“ – so steht es vorne auf dem Cover – ich war begeistert und wusste: dieses Buch will ich haben!

Vorweg: allein die Gestaltung, die Illustrationen sind wunderschön. Und solltet Ihr das Buch irgendwann in den Händen halten, dann blättert mal durch (so wie früher die Daumenkinos) und schaut auf den Seiten unten rechts in die Ecken… nee, mehr verrate ich dazu nicht!

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Und nun sitze ich hier, habe die letzte Seite gelesen, das Buch zugeklappt und fühle mich bereichert. Anja Pawlowski findet Worte für Situationen, die so Viele sprachlos machen. Beim Lesen hatte ich oft Tränen in den Augen: aus Mitgefühl, aber auch weil mir vieles so bekannt vorkam. Denn Trauer kann jeden treffen. Mit voller Härte. Und zu lesen, dass man nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, dem es so ergeht (auch wenn ich das niemandem wünsche!) tut gut.

Jeder Mensch geht in der Trauer seinen ganz eigenen Weg, aber es kann nie schaden, einmal über den Tellerrand (oder in diesem Fall in dieses Buch) zu schauen, denn vielleicht findet man ja den einen und anderen hilfreichen Hinweis oder schlicht ein wenig Trost in dunklen Stunden.

„Einfach mal machen, könnte ja gut werden“, den Satz von Anja Pawlowski werde ich mir auf jeden Fall hin und wieder zu Herzen nehmen!

Und wenn Ihr noch mehr über die Autorin wissen wollt, dann schaut doch auf ihrem Blog vorbei oder / und in meinem Beitrag.

Hinweis: Unbezahlte Werbung aus purer Begeisterung!